Krankheit

Junge Mutter aus Mahlsdorf sucht Stammzellspender

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Lena Witte
Laura mit ihrem Mann Stefan und ihrem Sohn Luan. © Privat / DKMS

Laura mit ihrem Mann Stefan und ihrem Sohn Luan. © Privat / DKMS

Foto: © Privat / DKMS

Die 33-jährige Laura ist kurz nach der Geburt ihres Kindes an Blutkrebs erkrankt. Nur ein Stammzellspender kann ihr Leben retten.

Berlin.  Vor der Diagnose schien das Leben von Laura und ihrer Familie nahezu perfekt zu sein. Die 33-Jährige liebt ihren Beruf als Erzieherin an einer Grundschule, ihr Mann Stefan arbeitet erfolgreich als Betriebsingenieur und als vor einem halben Jahr Sohn Luan auf die Welt kommt, ist das Glück komplett. Doch im Dezember vergangenen Jahres bricht für die junge Familie die Welt zusammen: Laura erfährt, dass sie Blutkrebs hat. „Genau im glücklichsten Moment meines Lebens eine solche Diagnose“, sagt Laura. Und dass sie seitdem Angst davor hat, ihren Sohn Luan nicht aufwachsen zu sehen.

Da nur ein passender Stammzellspender ihr Leben retten kann, überwindet Laura schon bald ihre Ohnmacht. Sie sagt dem Krebs den Kampf an und organisiert gemeinsam mit der DKMS eine große Online-Registrierungsaktion. Erste Anzeichen machten sich bereits während der Schwangerschaft bemerkbar. Laura hatte schlechte Eisenwerte – da dies jedoch auf viele Schwangere zutrifft, bestand zunächst kein Grund zur Sorge. Als die Werte jedoch auch nach der Geburt schlecht blieben, drängte die Hebamme die junge Mutter dazu, einen Hausarzt aufzusuchen.

Ärztin teilte ihr am Telefon die schlechte Nachricht mit

Der Hausarzt überwies Laura an die Hämatologie und dort wurden Blutproben genommen. Laura war gerade im Auto auf dem Weg zu ihrer Mutter, als ihr die Ärztin telefonisch die schlechte Nachricht mitteilte: Es bestand der Verdacht auf Blutkrebs. Sie informierte sofort ihren Mann. „Wir standen unter Schock“, erinnert sich Stefan. Beide hofften erstmal, dass es sich um einen Fehler handeln könnte. „Noch wollten wir das Ganze nicht nah an uns ran kommen lassen“, erinnert sich der Familienvater. Doch nach einer Knochenmarkpunktion am 29. Dezember erhält Laura im Klinikum in Berlin-Buch die Diagnose Blutkrebs.

„Das hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen“, sagt Stefan. Das Gespräch mit der Ärztin mussten sie unterbrechen, um die Nachricht zu verarbeiten. Wie viele Betroffene fragten auch sie sich, warum gerade ihnen so etwas passiert. Doch dem Paar wurde bald klar, dass es darauf keine Antwort gibt. Zwischendurch habe es sich angefühlt, als seien sie nur Beobachter des eigenen Lebens, sagt Stefan – bis Laura ins Krankenhaus kam. „So richtig real wurde die Diagnose eigentlich erst, als im Januar die Chemotherapie begann.“ Für den kleinen Luan bedeutete das eine große Umstellung: „Er hat anfangs sehr viel geweint, da Laura ihn einfach besser beruhigen konnte, aber mittlerweile sind wir ein Team“, sagt der 35-Jährige, der nun im Homeoffice arbeitet und zeitgleich seinen Sohn betreut.

Chemotherapie hat begonnen

Lauras Leben ist seit der Diagnose durch Krankenhausaufenthalte bestimmt, wo sie Chemotherapien erhält. Ihr Mann ruft sie mehrmals täglich per Videoanruf an, damit sie ihrem Sohn so nah wie möglich sein kann. „Wir telefonieren jeden Tag und ich erinnere sie immer daran, dass sie für Luan kämpfen muss“, sagt Stefan. Die Pandemie macht die Situation nicht leichter, da ihre Abwehrkräfte durch die Chemotherapie geschwächt sind, stellen Viren eine erhebliche Bedrohung für Laura dar. Verwandte und Freunde unterstützen das Paar in der schwierigen Situation. Auch zu ihnen hält Laura über digitale Kanäle den Kontakt und „jeden Tag steht tolles Essen vor der Tür und Laura bekommt Mut-Mach-Pakete ins Krankenhaus geschickt“, sagt Stefan.

Sie sind dankbar für die Unterstützung, doch um wieder gesund zu werden, benötigt Laura dringend einen passenden Stammzellspender. Stefan möchte so viele Menschen wie möglich dazu ermutigen, sich registrieren zu lassen: „Erst wenn man selbst betroffen ist, wird einem klar, dass man durch die Registrierung ein Leben retten kann – und damit auch das Leben der Angehörigen. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/lauras-leben kostenlos die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen, einer Anleitung und einer Einverständniserklärung kann jeder selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen. Die Wattestäbchen sollten nach dem Wangenschleimhausabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

Wer will, kann auch Geld spenden, da dem DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen: DKMS-Spendenkonto, Kreissparkasse Tübingen, IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56, Verwendungszweck: LPS 631.