Demonstration

Bauern, Klima- und Tierschützer protestieren in Berlin

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Traktoren fahren in einer Kolonne beim Protest unter dem Motto "Wir haben es satt!" gegen die Agrar- und Ernährungspolitik Deutschlands und der CDU zum Konrad-Adenauer-Haus.

Traktoren fahren in einer Kolonne beim Protest unter dem Motto "Wir haben es satt!" gegen die Agrar- und Ernährungspolitik Deutschlands und der CDU zum Konrad-Adenauer-Haus.

Foto: Christoph Soeder/dpa

Die Landwirte, Klima- und Tierschützer verlangen eine Wende in der Agrarpolitik. Weniger Teilnehmer wegen der Corona-Krise.

Berlin. Mit knapp 30 Traktoren sind Landwirte, Klima- und Tierschützer zur jährlichen „Wir haben es satt“-Demonstration durch Berlin gezogen. Erste Etappe war am Samstag die CDU-Bundeszentrale. Ein Traktor überfuhr ein auf die Straße gelegtes Transparent mit der Aufschrift „15 Jahre CDU-Agrarpolitik hinterlassen Spuren: Höfesterben, Dumpingpreise, Klimakrise“.

Die industrielle Landwirtschaft müsse gestoppt werden, erklärte „Wir haben es satt“-Sprecher Christian Rollmann. Gefordert wird etwa, die Zahl der Tiere in den Ställen und den Fleischkonsum deutlich zu senken. Neben mehr Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft soll die Politik eine Zukunft für die bäuerlichen Betriebe in Deutschland sichern.

Julia Klöckner: „Alles-oder-Nichts-Forderungen polarisieren“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner wandte sich angesichts der Proteste gegen pauschale Vorwürfe. „Alles-oder-Nichts-Forderungen polarisieren“, sagte die CDU-Politikerin. Dass die Wirtschaftsweise permanent nachhaltiger werden müsse, sei selbstverständlich. Daher spielten Forschung und Modernisierung bei den Landwirten selbst, aber auch in der deutschen und europäischen Förderpolitik und Gesetzgebung eine große Rolle.

„Wer seit Jahren die gleichen polarisierenden Feindbilder pflegt, will diese Veränderungen nicht wahrhaben“, sagte Klöckner. „Das ist schade und wird den vielen Bauernfamilien nicht gerecht, die sich auf große Veränderungen eingelassen haben.“

Unterstützer schickten Fuß- und Schuhabdrücke auf Papier ein

Rund 10.000 Unterstützer schickten eigene Fuß- und Schuhabdrücke auf Papier ein, weil sie aufgrund der Corona-Pandemie nicht nach Berlin kamen. Die Abdrücke wurden am Mittag auf 30 Leinen bis zu drei Meter hoch vor dem Bundeskanzleramt aufgehängt. In den vergangenen Jahren kamen mehrere Zehntausend Teilnehmer zu der Demonstration.

Aufgerufen hatte ein Bündnis aus 60 Organisationen, darunter die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bio-Anbauverbände, kirchliche Hilfswerke und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Laut Polizei und Veranstalter verlief die Demonstration zunächst friedlich.

( dpa )