Corona-Pandemie

80-Jährige müssen in Berlin noch auf Impfung warten

Die zwischen 80 und 84 Jahre alten Berliner sind noch nicht zur Impfung eingeladen. Es gibt nicht genug Impfstoff für sie.

Eine Impfpflicht besteht bislang nur bei Masern

Eine Impfpflicht, wie sie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für Pflegekräfte zum Schutz vor dem Coronavirus angeregt hat, gibt es in Deutschland derzeit nur bei Masern. Seit dem 1. März 2020 müssen Kinder ab einem Jahr vor der Aufnahme in Kindertagesstätten oder Schulen geimpft sein.

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Berlin. Insgesamt 133.000 Berlinerinnen und Berliner im Alter zwischen 80 und 84 Jahren müssen weiter auf ihre Einladung zur Corona-Schutzimpfung warten. Zwar wurden die 31.600 über 90-Jährigen bereits zur Impfung eingeladen und auch die 62.400 85- bis 89-Jährigen haben einen Brief von der Senatsgesundheitsverwaltung erhalten. Aber an die 133.000 Bürger zwischen 80 und 84 Jahren konnte der Versand „aufgrund der aktuell verfügbaren Menge an Impfstoff noch nicht begonnen werden“, so ein Sprecher der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Derzeit bekommen über 85-Jährige den ersten Termin am Anfang Februar, wie ein Charlottenburger der Berliner Morgenpost berichtete. Die zweite Runde wird für Ende Februar terminiert.

Corona: Berlin fällt im Impf-Vergleich der Länder zurück

In den kommenden Wochen werden die Impfzahlen in Berlin von derzeit gut 2000 pro Tag ansteigen. Die Quote der mit einer ersten Impfung versehenen Menschen liegt in der Hauptstadt nach Daten des Robert Koch-Instituts bei aktuell knapp einem Prozent (9,8 pro 1000 Einwohner). Im Bundesländervergleich ist Berlin damit zurückgefallen.

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Das wird im Senat mit dem Fokus auf die Pflegeheime erklärt, wo die Bewohner zeitaufwändiger von mobilen Teams versorgt werden. Tatsächlich waren am Mittwoch 21.428 Bewohner geimpft, das sind mehr als zwei Drittel. In anderen Bundesländern liegen die Zahlen in den Pflegeeinrichtungen erheblich niedriger.

Pflegekräfte und 90-Jährige werden zum zweiten Mal gegen Corona geimpft

Nach Angaben des Präsidenten des Berliner Roten Kreuzes, Mario Czaja, wird ab der kommenden Woche im Impfzentrum Arena Treptow damit begonnen, die zweiten Impfungen zu verteilen. Das betrifft zunächst die Pflegekräfte, die vor dem Jahreswechsel bereits die erste Dosis bekommen haben. Danach werden auch die 90-Jährigen das zweite Mal in Treptow erwartet.

Weil nun die für die zweite Runde zurückgehaltenen Dosen verimpft werden können, plus der neu angelieferten Dosen für weitere Erstimpfungen, steigen die Zahlen in Berlin insgesamt in den kommenden Tagen, so Czaja. Das Rote Kreuz koordiniert die Impfzentren koordiniert und betreibt sie zum Teil selbst. Aber erst im zweiten Quartal werde es deutlich mehr Impfungen geben, wenn mehr Serum verfügbar sein werde.

Moderna-Impfstoff: Unsicherheit wegen Kühlkette

Ein Rückschlag bedeuten die Probleme mit der ersten Charge des neuen Vakzins von Moderna. Weil die Kühlkette während des Transports womöglich unterbrochen war, will Berlin die angelieferten 2400 Dosen zunächst nicht einsetzen. Der Start des Impfzentrums im Erika-Heß-Eisstadion in Wedding am Donnerstag erfolgte zunächst mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Ab Freitag sollen die zunächst 2400 Impfdosen des US-Herstellers Moderna zum Einsatz kommen.

Das Impfzentrum auf dem Messegelände soll in der kommenden Woche öffnen. Die anderen Standorte am Velodrom und an den beiden ehemaligen Flughäfen in Tempelhof und Tegel sollen erst Ende Februar starken.

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