Weihnachten

Berlins Kirchen planen Corona-Gottesdienste im Freien

Die evangelische und katholische Kirche trotzt der Pandemie zu Weihnachten mit vielen Sonderformaten.

Der Berliner Bischof Christian Stäblein wird den Weihnachtsgottesdienst im Dom abhalten.

Der Berliner Bischof Christian Stäblein wird den Weihnachtsgottesdienst im Dom abhalten.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Die Kirchengemeinden in Berlin bereiten sich auf ein besonderes Corona-Weihnachtsfest vor. Traditionell sind die Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen gut besucht– doch angesichts der aktuellen Corona-Lage sollen die Kirchen auf Großveranstaltungen verzichten. Der Senat hat in seiner neuen, verschärften Infektionsschutzverordnung Gottesdienste zwar nicht verboten, allerdings setzt er auf die Kooperationsbereitschaft der Kirchen, es nicht zu überfüllten Kirchen kommen zu lassen.

„Natürlich hat in Zeiten der Pandemie der Schutz des Nächsten stets Vorrang“, sagt der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein. „Die Kirchengemeinden gestalten ihre Gottesdienste in dieser Verantwortung, angepasst an die örtlichen Begebenheiten und aktuellen Verordnungen.“ Das Miteinander und Füreinander mache das Weihnachtsfest zu dem, was es ist, gerade auch in diesem besonderen Jahr.

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Es soll mehr und kürzere Gottesdienste geben

Die evangelischen Kirchengemeinden setzen deshalb an Weihnachten vor allem auf Gottesdienste im Freien und kleinere und kürzere Veranstaltungen mit weniger Gästen, um die Abstandsregeln einzuhalten. Zahlreiche Gemeinden bieten zudem schon in der Adventszeit digitale Gottesdienste an, die im Internet übertragen werden.

Auch der Berliner Dom plant ein Sonderprogramm. Normalerweise kommen zu Heiligabend insgesamt rund 10.000 Besucher in die Gottesdienste am Dom. Nun gibt es nach Angaben der Kirche am frühen Nachmittag eine Vesper, in der Bischof Christian Stäblein predigt, und die vom Sender „bibel.tv“ übertragen wird. Am späten Heiligabend gibt es eine weitere Vesper.

Kundgebung vor dem Dom geplant

Derzeit meldet die Gemeinde bei den Behörden für den frühen Abend eine zweistündige Demonstration „Für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt“ vor dem Dom und im angrenzenden Lustgarten an - mit Ansprachen, Chormusik und Gesang unter einem großen, leuchtenden Stern. „Wie viele Menschen daran teilnehmen könnten, wird sich nach den dann geltenden Regelungen richten“, sagte die Sprecherin der evangelischen Kirche, Amet Bick.

Auch das Erzbistum Berlin passt seine Gottesdienste an die Pandemie-Lage an. Geplant seien zahlreiche „kleine Gottesdienste“ etwa auch in Kapellen, die auf kurzem Weg erreichbar seien, sagte Erzbischof Heiner Koch. Wenn die Feiern im Freien abgehalten würden, sollten sie wegen der winterlichen Temperaturen kurz ausfallen. „Auf keinen Fall werden Kirchen geschlossen“, kündigte der Erzbischof an. Koch betonte, die Kirche stehe zu den gegen die Pandemie ergriffenen Maßnahmen. Sie wolle die mit der Religionsfreiheit verbundenen Möglichkeiten „nicht egoistisch ausnutzen“.

In der Stadt werden Hoffnungsbäume aufgestellt werden

Beide christliche Kirchen haben für das Corona-Weihnachtsfest gemeinsam die Kampagne „Weil wir Hoffnung brauchen“ ins Leben gerufen. Dazu sollen in den kommenden Wochen in der ganzen Stadt „Hoffnungsbäume“ aufgestellt werden, an die die Berliner ihre Wünsche auf einem Stern an den Baum hängen können. Auf der Homepage „www.weil-wir-hoffnung-brauchen.de“ gibt es zudem einen Überblick über die Sonderaktionen zum Weihnachtsfest.