Corona-Hotspot Berlin

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Berlin

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Covid-19: Diese Vorerkrankungen sind ein Risiko

Covid-19: Diese Vorerkrankungen sind ein Risiko

Nicht nur für ältere Personen ist das Corona-Virus ein Risiko, sondern auch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen stellen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf dar.

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Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, Maßnahmen für Schulen - auf diese Corona-Regeln hat sich der Berliner Senat verständigt.

  • Wegen der Corona-Pandemie sind in Berlin am Sonntag, 29. November 2020, neue Kontaktbeschränkungen für private Treffen in Kraft getreten. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf maximal fünf Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts beschränkt. Bisher gilt eine Obergrenze von zehn Personen. Kinder bis 12 Jahren sind davon ausgenommen.
  • Hinzu kommt eine Verschärfung der Maskenpflicht: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist überall dort Pflicht, wo das Einhalten von Abständen nicht möglich ist, zum Beispiel auf Märkten, auf Parkplätzen, in Warteschlange oder vor Geschäften.
  • Über Weihnachten und Silvester erlaubt der Senat im Gegensatz zu anderen Bundesländern keine Lockerung der Kontaktbeschränkungen, weil die Corona-Zahlen in Berlin mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche höher sind als anderswo. Über die Feiertage dürfen sich maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen, Kinder im Alter bis 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Berlin. Die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über Weihnachten und Silvester sollen in Berlin nicht gelten. Darauf verständigte sich der Senat. Im Corona-Hotspot Berlin könne es keine derartigen Lockerungen geben. „Wir müssen gemeinsam noch einmal einen schweren Weg gehen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats.

Demnach sollen sich in Berlin über die Feiertage maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen, hinzu kommen Kinder im Alter bis 14 Jahren. Während sich im Dezember nur Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, können es an den Fest- und Feiertagen mehr als zwei Haushalte sein. Kinder bis 12 Jahren sind davon ausgenommen.

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown wurde in Berlin bis zum 22. Dezember verlängert. Unter anderem Gaststätten und zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder bleiben damit weiter geschlossen. Ohne diesen Schritt wäre die Regelung an diesem Sonntag ausgelaufen.

Maskenpflicht, Kontakte, Quarantäne: Die aktuell gültige Fassung der Berliner Infektionsschutzverordnung finden Sie hier.

Corona in Berlin: Weihnachtsbesuch darf im Hotel übernachten

Wer über Weihnachten seine Verwandten in Berlin besucht, darf dabei auch in Hotels übernachten. „Wenn es eine Reise ist, die nicht touristischer Natur ist, dann gibt es auch eine Übernachtungsmöglichkeit in den Hotels“, sagte Müller. „Aber der Ausgangspunkt ist ein anderer“, fügt er hinzu. „Zu Hause bleiben ist der dringende Appell, nicht herumreisen.“ Wo es aber doch nötig sei, Familienmitglieder zu besuchen, gehe er davon aus, dass das keine touristische Reise sei, bei der man durch die Stadt gehe, sich Sehenswürdigkeiten anschaue oder Einkaufen gehe.

Wegen der Corona-Pandemie dürfen Touristen momentan nicht in Hotels übernachten. Mit seiner Linie im Hinblick auf Verwandtenbesuche zu Weihnachten schließt sich Berlin den Ländern Hessen und Nordrhein-Westfalen an - entgegen dem Willen von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU).

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Senat beschließt Corona-Regeln - die Pressekonferenz Im Video

Silvester in Berlin: Kein generelles Böllerverbot

Beim Silvesterfeuerwerk übernimmt der Senat die Beschlüsse der Ministerpräsidenten. Feuerwerk bleibt grundsätzlich erlaubt, soll aber an belebten Plätzen verboten werden. Ob das Feuerwerk zeitlich begrenzt wird, soll auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 2. Dezember beraten werden, sagte Müller.

Bund und Länder hatten sich auf eine Verlängerung der Einschränkungen bis Ende des Jahres verständigt. Anders als nun in Berlin sieht dieser Beschluss vor, an Weihnachten und Silvester Zusammentreffen von bis zu zehn Personen zuzulassen. Da Berlin eine hohe Infiziertenzahl aufweist, ist der Senat aufgefordert, schärfere Maßnahmen zu beschließen.

Maskenpflicht in Berlin auf „belebten Straßen und Plätzen“

Außerdem verschärft der Senat die Maskenpflicht. Seit dem 29. November 2020 herrscht an allen „belebten Straßen und Plätzen“ Maskenpflicht. Das gilt überall dort, wo sich Geschäfte des Einzelhandels befinden. Auch innerhalb der Geschäfte gelten neue Regeln. Es bleibt dabei, dass sich in Läden bis 800 Quadratmetern ein Kunde je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten darf, für alle Quadratmeter hinaus gilt ein Kunde je 20 Quadratmeter.

Berliner Schulen soll Wechselunterricht ermöglicht werden

In Bezirken, die eine 7-Tage-Inzidenz über 200 haben, soll Schulen nun doch ermöglicht werden, in den Wechselunterricht zu gehen, wenn sie das wünschen. Das heißt, die Klassen würden halbiert – allerdings nur ab Klasse 8 und nur in Jahrgängen, die nicht abschlussrelevant sind. In Sekundarschulen wären das die Stufen acht und elf, Gymnasien die Stufen acht und neun.

Außerdem soll an Grundschulen und in Gemeinschaftsschulen in diesen Bezirken nun die Maskenpflicht in den Klassen 5 und 6 gelten, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) auf der Pressekonferenz des Senats.

„Unsere Schulen haben den Hybrid- und Wechselunterricht konzeptionell seit vielen Monaten weiterentwickelt und in vielen Fällen bereits getestet. Berlin ist hier gut vorbereitet“, sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die neuen Maßnahmen treten ab Montag, den 7. Dezember, in Kraft, heißt es aus der Senatsbildungsverwaltung. Auf freiwilliger Basis könnten Schulen aber auch früher starten. Der Regierende Bürgermeister betonte allerdings grundsätzlich: „Der Präsenzunterricht bleibt das oberste Ziel.“

Handel warnt vor Folgen des Teil-Lockdowns in Berlin

Derweil warnt der Handel vor dramatischen Folgen der Verschärfung und Verlängerung des Teil-Lockdowns. Durften Einzelhändler bislang weitgehend ohne Einschränkungen öffnen, zielen die neuen Maßnahmen vor allem auf sie ab. „Der große Verlierer sind viele Innenstadt-Händler, denen unter den Corona-Bedingungen die Kunden und die Umsätze wegbrechen“, klagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth.

Angesichts herausragender Leistungen und hoher Belastungen während der Corona-Krise zahlen in Berlin immer mehr Firmen ihren Mitarbeitern eine Prämie. Beschäftigte in der Baubranche erhalten Angaben der Gewerkschaft IG Bau zufolge eine steuerfreie Sonderzahlung von 500 Euro.

Corona-Regeln in Berlin - die Änderungen der Infektionsschutzverordnung im Wortlaut

  • Der Senat appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, die eigene Häuslichkeit nur aus wichtigen Gründen zu verlassen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind angehalten, unbürokratisch Home-Office für ihre Beschäftigten zu ermöglichen. Insbesondere ist jeder angehalten, auf Reisen zu verzichten.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum im Freien, insbesondere auf Straßen, Wegen, Plätzen und in Grünanlagen ist nur allein, im Kreise der Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partner, Angehörige des eigenen Haushalts und für Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht oder mit Angehörigen eines weiteren Haushaltes gestattet; es gilt eine Personenobergrenze von höchstens fünf zeitgleich anwesenden Personen, wobei Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres nicht mitgezählt werden. Dies gilt auch für private Veranstaltungen oder private Zusammenkünfte.
  • Die Ausnahme beim Aufenthalt im öffentlichen Raum für die Erbringung von Leistungen der Eingliederungshilfe wird erweitert, um die Teilhabebedarfe von Menschen mit Behinderungen zu decken.
  • Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird auf Parkplätze, das unmittelbare Umfeld von Einzelhandelsgeschäften, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben, sowie auf Warteschlangen ausgeweitet.
  • Bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern gilt ein Richtwert von insgesamt höchstens einer Kundin oder Kunde pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche. Bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche ab 801 Quadratmetern insgesamt gilt auf einer Fläche von 800 Quadratmetern ein Richtwert von höchstens einer Kundin oder Kunde pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche und auf der 800 Quadratmeter übersteigenden Fläche von höchstens einer Kundin oder Kunde pro 20 qm Verkaufsfläche. Für Einkaufszentren ist die jeweilige Gesamtverkaufsfläche maßgeblich. Unterschreiten die Verkaufsfläche oder der Geschäftsraum eine Größe von 20 Quadratmeter, darf jeweils höchstens eine Kundin oder ein Kunde eingelassen werden. Aufenthaltsanreize dürfen nicht geschaffen werden. Insbesondere sind die Verkehrsflächen von Verkaufsständen freizuhalten.
  • Die befristete Geltungsdauer für Personenobergrenzen bei Veranstaltungen lediglich bis zum 30. November wird gestrichen. Demnach sind Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 zeitgleich Anwesenden sowie Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 zeitgleich Anwesenden verboten.
  • Personen, die im Rahmen der künstlerischen Berufsausübung auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen im Land Berlin an Proben oder Veranstaltungen in Oper, Theater, Tanztheater oder Konzert teilnehmen und aus diesem Grund nach Berlin ein- oder zurückreisen, sind von der Pflicht zur häuslichen Quarantäne ausgenommen, sofern sie über ein negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verfügen.
( -ker, jof, ad, ag, ba )