Fahrplanwechsel

Neue Fahrpläne: Das ändert sich bei Bus, Tram, U- und S-Bahn

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember ändert sich auch manches bei BVG und S-Bahn in Berlin. Neben neuen Linien gibt es dichtere Takte.

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Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin können sich auf bessere Angebote im Bus- und Bahnnetz freuen. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember bestellt das Land Berlin bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der S-Bahn Berlin zusätzliche Leistungen, wie die zuständige Senatsverkehrsverwaltung am Donnerstag mitteilte.

„Auf Grundlage des Berliner Nahverkehrsplans bauen wir den ÖPNV schrittweise immer weiter aus und bestellen attraktive Mehrleistungen bei den Verkehrsunternehmen“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne), „denn ein gut ausgebauter ÖPNV in der Hauptstadt steigert die Mobilität der Menschen und schont zugleich die Umwelt und das Klima.“

Erweiterung der U5 verbindet Marzahn-Hellersdorf mit der historischen Mitte

Die mit Abstand deutlichste Verbesserung im Liniennetz geht schon vor dem 13. Dezember in Betrieb: Bereits am 4. Dezember feiert die Erweiterung der U-Bahnlinie U5 in Mitte ihre Eröffnung. Von 12 Uhr mittags an können Fahrgäste tagsüber alle vier bis fünf Minuten mit der U5 direkt zum Berliner Hauptbahnhof fahren. Durch die seit Jahren im Bau befindliche Netzerweiterung entstehen auch neue Umsteigemöglichkeiten zur U-Bahnlinie U6 am neuen Kreuzungsbahnhof Unter den Linden sowie zu den S-Bahnlinien S1, S2, S25 und S26 an der Station Brandenburger Tor. Insgesamt weiter erhöht sich das Angebot im Berliner U-Bahnnetz durch die neue Verbindung um jährlich etwa 300.000 Streckenkilometer.


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„Schon jetzt freue ich mich auf die Eröffnung der verlängerten U5 in Mitte, die den Stadtrand in Marzahn-Hellersdorf mit dem Hauptbahnhof im Zentrum verbinden wird“, sagte Günther. Unglücklich findet hingegen Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbands Igeb, die Taktung. Durch den 4,5-Minuten-Takt käme zwar eine Bahn mehr pro Stunde, dafür funktionierten die bestehenden Anschlüsse am Stadtrand nicht mehr. „Für ein bisschen dichtere Zugfolge werden draußen in Wuhletal die Anschlüsse zerhauen. Das ist es nicht wert.“

Bessere Anbindung für neue Stadtquartiere

Dafür verkürzt sich ab dem Betriebsstart aber die Strecke der Buslinie 245. Statt vom Alexanderplatz startet sie künftig am Robert-Koch-Platz. Das dürfte dem stabilen Betrieb auf der Strecke allerdings entgegen kommen, die in den vergangenen Wochen deutlich mehr Bedeutung erlangt hat. Seit der Betrieb am Flughafen Tegel eingestellt worden ist, fährt auch der frühere Expressbus TXL nicht mehr. Seither sorgt einzig der auf einen Fünf-Minuten-Takt verdichtete 245er für die vielgenutzte Verbindung zwischen Hauptbahnhof und dem U-Bahnhof Turmstraße in Moabit. Leiden wird darunter wiederum die Anbindung der Charité. Der Haupteingang der Klinik wird künftig nur noch alle zehn Minuten von der Buslinie 147 angefahren, die nur mit Zwölf-Meter-Bussen unterwegs ist.

Mit zusätzlichen Busverbindungen will das Land entstehende Stadtquartiere besser anschließen. So führt die BVG in den Spandauer Ortsteilen Hakenfelde und Haselhorst die neue Metrobuslinie M36 ein. Dort entstehen unter anderem in den Bauprojekten Waterkant und Pepitahöfe etwa 8.500 neue Wohnungen. Entfallen werden dafür allerdings die Buslinie X36 und 236. An einigen Stationen auf der Strecke gewährleisteten auch diese bislang schon einen Fünf-Minuten-Takt, durch die reduzierte Zahl der Halte des Expressbusses X36 jedoch nicht durchgehend. Mit dem M36 hält nun an allen Stationen in der Spandauer Neustadt und der Wilhelmstadt alle fünf Minuten ein Bus.

Ebenso wird im kommenden Monat die nördlich des Hauptbahnhofs gelegene Europacity eine bessere Busanbindung erhalten. Dafür wird die auf der Fischerinsel startende Buslinie 147 vom Hauptbahnhof zum Leopoldplatz verlängert. Zugleich erhält die Linie 142 eine veränderte Streckenführung und fährt künftig über die Lehrter Straße statt die Heidestraße. Dadurch, so die Senatsverkehrsverwaltung, werde sowohl auf der Heidestraße als auch auf der Lehrter Straße der Takt verdoppelt, sodass die Busse auf diesen Abschnitten künftig alle zehn Minuten kommen. Zudem kämen auf den Strecken verstärkt Elektrobusse zum Einsatz.

Die Ringbahn fährt öfter am Wochenende

Daneben werden auf 16 weiteren Bus-, Straßenbahn und S-Bahnlinien die Taktfrequenzen verdichtet. Den im Verhältnis meisten Fahrgästen kommt das auf den Ringbahnlinien S41 und S42 zugute. In den vielgenutzten Zügen auf dem Ring war es zuletzt auch an Wochenendtagen immer voller geworden. Um auf die starke Nachfrage zu reagieren, verkehren ab 13. Dezember neun statt sechs Züge pro Stunde und Richtung.

Häufiger kommt auch die Straßenbahnlinie 12. Die zwischen Weißensee und Alt-Mitte verkehrende Verbindung fährt künftig auch an Sonnabenden im Zehn-Minuten-Takt. Unter der Woche verlängert sich diese Frequenz morgens und abends. Die Bahnen von M4 und M10 kommen ebenfalls öfter. Bei der M4 fahren am Sonnabendabend und ab Sonntagmittag stündlich drei Trams mehr. Auch bei der M10 verkehren Sonntags künftig in jeder Stunde drei zusätzliche Bahnen.