Spektakulärer Einbruch

Diese Schmuckstücke wurden aus dem Grünen Gewölbe gestohlen

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Von den im Grünen Gewölbe in Dresden gestohlenen Schmuckstücken fehlt noch jede Spur.

Von den im Grünen Gewölbe in Dresden gestohlenen Schmuckstücken fehlt noch jede Spur.

Foto: Jürgen Karpinski/Grünes Gewölbe/Polizeidirektion Dresden/dpa

Im November 2019 stahlen Einbrecher Juwelen von unschätzbarem Wert aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Sie bleiben weiter verschwunden.

Berlin. Nach einem der spektakulärsten Kunstdiebstähle der jüngeren deutschen Geschichte wurden am Dienstagmorgen in Neukölln drei Tatverdächtige festgenommen. Sie stammen nach Polizeiangaben aus dem arabischstämmigen Clamilieu. Die am 25. November 2019 aus dem Grünen Gewölbe gestohlenen Schmuckstücke bleiben indes verschwunden.

Trotz der Festnahme der Verdächtigen haben die Ermittler wenig Hoffnung, dass die Objekte wieder nach Dresden zurückkehren. „Da müsste man sehr viel Glück haben, dass man die ein Jahr nach der Tat noch finden würde“, sagte der Sprecher der Dresdner Polizei, Thomas Geithner, am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Bei dem Kunstdiebstahl in den frühen Morgenstunden des 25. November des vergangenen Jahres waren die Täter nach Polizeiangaben in das Juwelenzimmer des Grünen Gewölbes eingestiegen und hatten eine Vitrine mit knapp 100 Objekten aufgebrochen. Dort lagen Schmuck, Edelsteine und Perlen. Die Täter konnten bei dem nur wenige Minuten dauernden Einbruch jedoch nicht die gesamte Vitrine ausräumen. Dennoch wurden nach Angaben der Museumsleitung einige Kunstschätze von unschätzbarem Wert entwendet. Einige von ihnen sollen später Händlern im Ausland angeboten worden sein.

Grünes Gewölbe in Dresden - diese Schmuckstücke wurden gestohlen:

  • ein Degen
  • das Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens
  • Hutschmuck und Schuhschnallen der Diamantrosengarnitur des 18. Jahrhunderts
  • das Achselband mit dem „Sächsischen Weißen“
  • der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und Hutschmuck aus der Brillantgarnitur
  • die große Brustschleife der Königin Amalie Auguste mit mehr als 600 Brillanten
  • Teile ihres Brillantkolliers
  • das Schulterstück der Diamantrosengarnitur

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, befürchtet, dass die Stücke zerstört worden sein könnten, um an die wertvollen Edelsteine zu kommen. Ackermann nannte dies eine "schreckliche Vorstellung". Der Verkauf gestohlener Diamanten auf dem freien Markt ist laut Experten jedoch extrem schwierig.

Wie Margaux Donckier, Sprecherin des Diamantenhandelszentrums von Antwerpen, dem wichtigsten einschlägigen Handelsplatz der Welt, sagt, sind die Händler eng vernetzt und haben über Datenbanken Zugriff auf Angaben zu gestohlenen Steinen weltweit.

Durchsuchungen in Berlin - Keine Spur von Kunstschätzen

Auch nach der großangelegten Razzia im Zusammenhang mit dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe in Berlin bleibt die Beute verschwunden. „Die gestohlenen Kunstschätze wurden bislang nicht aufgefunden“, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstagnachmittag mit.

Der Einsatz sei weitgehend abgeschlossen. Insgesamt wurden den Angaben nach 20 Wohnungen, zwei Garagen, ein Café sowie mehrere Fahrzeuge durchsucht. Dabei stellten die Beamten unter anderem zahlreiche Speichermedien, Kleidung sowie geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Nach zwei Tatverdächtigen werde weiterhin gesucht. Zwischenzeitlich dazu eingegangenen einzelnen Hinweisen werde nachgegangen.

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( ag/tok/dpa )