Kultur

Hallervorden scheitert mit Eilantrag gegen Theaterschließung

Gericht bestätigt: Schlosspark Theater von Dieter Hallervorden in Steglitz muss bis Monatsende schließen.

Dieter Hallervorden im Schlosspark Theater (Archivbild).

Dieter Hallervorden im Schlosspark Theater (Archivbild).

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin. Der Leiter des Steglitzer Schlosspark-Theaters, der Schauspieler und Regisseur Dieter Hallervorden, ist mit seinem Eilantrag gegen die Schließung seines Theaters vor dem Berliner Verwaltungsgericht gescheitert. "Ich hatte bis gerade eben die Hoffnung, mittels meiner Klage das Schlosspark Theater wieder öffnen zu können. Hätte ich diese Hoffnung tief in mir drin nicht gehabt, hätte ich die Klage gar nicht erst eingereicht", erklärte Dieter Hallervorden dazu am Donnerstagabend. "Das Gericht hat gegen die Öffnung des Schlosspark Theaters entschieden. Als demokratisch gesinnter Staatsbürger habe ich diese Entscheidung zu respektieren. Ich werde jetzt die 21-seitige Urteilsbegründung ausgiebig studieren und daraus meine Schlüsse ziehen", so Hallervorden.

Der 85-Jährige hatte sich zuletzt mehrfach kritisch über die neuen Regelungen wegen der Corona-Pandemie geäußert, wonach Theater, aber auch Kinos, Museen und Restaurants bis Monatsende geschlossen bleiben müssen. „Ich meine, Friseure kommen ihren Kunden ja deutlich näher als die Schauspieler ihren Zuschauern“, sagte Hallervorden in einem Beitrag der RBB-Abendschau.

Zuletzt hatte er seinem Ärger am Mittwochabend in der Sendung „maischberger. die woche“ Luft gemacht. „Die Schließung der Theater ist unverhältnismäßig und zum Teil einfach rechtswidrig“, sagte Hallervorden. „Die Freiheit der Kunst ist im Grundgesetz festgeschrieben und steht auf einer Stufe mit der Religionsfreiheit. Wenn beide im Grundgesetz verankerten Rechte einmal so und einmal so ausgelegt werden, dann fühle ich mich nachteilig behandelt. Warum sollen die Kirchen offen bleiben und Theater schließen müssen?“

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Insgesamt rund 100 Eilanträge gegen Infektionsschutz-Verordnung

Dieter Hallervorden hatte Anfang November einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht. „Ich möchte damit eine politische Entscheidung korrigieren, weil ich sie für unverhältnismäßig und in Teilen für rechtswidrig halte“, hatte Hallervorden der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Er berufe sich dabei auf die Freiheit der Kunst, die im Gegensatz zur Freiheit der Berufsausübung keine Einschränkungen kenne.

Dieter Hallervorden kündigte nach der Ablehnung seines Eilantrags an, sich zusammen mit namhaften Künstlern am Sonnabend, dem 21. November, 19.30 Uhr, von der Bühne des Schlosspark Theaters per Livestream an die Öffentlichkeit zu wenden.

Hallervorden ist nicht der einzige, der sich mit einem Eilantrag gegen die neue Infektionsschutz-Verordnung richtete. Insgesamt waren gegen die Verordnung rund 100 Eilanträge eingegangen, knapp 80 davon von Gastronomen.

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