Minutenprotokoll

Die allerletzte Maschine vom Flughafen Tegel ging nach Paris

Der Flughafen BER ist gestartet, am Sonntag kam das Ende für den Flughafen Tegel. Der Abschied im Minutenprotokoll.

Abschied Tegel: "Tegel hat eine Seele, die hat der BER noch nicht."

Mit dem Abflug der letzten Air France Maschine schließt der Flughafen Berlin Tegel. Die Mitarbeiter und Besucher verabschieden den Flughafen auf ihre Weise: Erinnerungsfotos, Krokodilstränen und Abschiedstanz.

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Berlin. 60 Jahre nach dem ersten Linienflug ist der Berliner Flughafen Tegel Geschichte. Hunderte Mitarbeiter und Berliner verabschiedeten am Sonntag den letzten planmäßigen Flug. Eine Sondermaschine der Air France hob ab nach Paris. Am Sonntagabend kehrte sie zurück - zum neuen Hauptstadtflughafen BER am Stadtrand im brandenburgischen Schönefeld. Der BER wurde vor einer Woche eröffnet.

„Ein Kapitel Berliner Geschichte wird damit abgeschlossen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er warb für den Forschungs- und Gewerbepark sowie Tausende Wohnungen, die auf dem Gelände nahe der Innenstadt geplant sind, bekannte aber: „Es ist ein Tag, da gibt es nichts darum herum zu reden, wo vielen auch das Herz blutet.“

Im Flugzeug der Air France war die Stimmung entsprechend emotional. Als die Maschine vor dem Start noch eine Ehrenrunde um den Flughafen drehte, winkten Hunderte Menschen an den Zäunen vor dem Flughafengelände. Im Flugzeug wurde zurückgewunken. „Meine Damen und Herren, mit diesem letzten Start beenden wir ein Kapitel 60 Jahre europäische Flughafengeschichte“, sagte Kapitän Christophe Ruch noch auf der Startbahn. „Genießen Sie es.“ Unter Jubel und Applaus beschleunigte die Maschine. Auch nach der Landung in Paris am späteren Nachmittag wurde ausgiebig geklatscht.

Flughafen Tegel - Berlin nimmt Abschied: die schönsten Bilder

Die Berliner Morgenpost begleitete den Abschied vom Flughafen Tegel im Newsblog. Lesen Sie hier das Minutenprotokoll.

19.55 Uhr: In Tegel gehen die letzten Lichter aus

19.16 Uhr: Und Tegel leuchtete...

Bevor in Tegel in knapp 30 Minuten, um 19.45 Uhr, das Licht ausgehen soll, wird der Tower noch einmal farbig angestrahlt.

17.55 Uhr: Gespenstische Leere in Tegel

Die Gänge im Terminal A sind nun fast vollständig verwaist. Die meisten Mitarbeiter haben das Gebäude schon verlassen.

17.10 Uhr: Letzter Tegel-Flug in Paris gelandet

Touchdown in der französischen Hauptstadt.

17 Uhr: So sehen Gewinner aus

Es gibt auf dem Flug auch einen glücklichen Gewinner - Hans-Joachim Bolle aus Berlin hat einen Freiflug für zwei Personen zu einem weltweiten Ziel seiner Wahl gewonnen. Er ist überglücklich. Was ihm Glück gebracht hat? „Ich habe ein Schokoherz von Air Berlin dabei - und die Bordkarte meines ersten Fluges von 1979 - natürlich von Tegel.“

16.57 Uhr: Ein Tegel-Kalender zum Abschied

Mit einem kleinen Präsent ist die Air-France-Maschine vorhin gestartet: einem Tegel-Kalender sowie Magneten. Übergeben hatte sie Wolfgang Werner. Der Kunstdruckverleger gibt seit mehreren Jahren einen Kalender zum Flughafen heraus. „Der Kalender ist wie ein Film aufgebaut“, sagt er. Aus der City geht es auf den Fotos zunächst zum Flughafen, dann folgen der Ausstieg im Innenbereich des Sechsecks, das Rollfeld und der Flug. Die Auflage betrage nur hundert Stück, sagte Werner. Zu kaufen gebe es die Kalender bei Hugendubel im Europacenter.

16.55 Uhr: Air France-Maschine schon im Landeanflug auf Paris

Blick ins Cockpit - Flug AF1245 von Tegel nach Paris ist schon im Landeanflug.

16.41 Uhr: Blumen, Kerzen und Karten zum Abschied

Langsam wird es leerer am Flughafen Tegel, viele haben ihre letzten Fotos geschossen. Auch der Berliner Michael Z. ist noch einmal zum Flughafen gekommen. Er habe lange in der Einflugschneise gewohnte, „da wäre man schon manchmal froh gewesen, wenn es vorbei ist“, sagt er. Dennoch ist auch bei ihm heute ein bisschen Wehmut zum Abschied dabei. „Der Flughafen hat über Jahrzehnte zum Leben dazugehört. Da geht heute schon eine Ära zu Ende“, sagt er. Und gerade für West-Berliner sei Tegel eben immer ein Tor in die Freiheit gewesen.

Vor dem Terminal wurden auch noch einmal Blumen abgelegt und Kerzen angezündet. „Danke altes Haus, für all die kurzen Wege, für all das Fernweh, für all den Lärm“, heißt es auf einer danebenliegenden Karte zum Abschied.

16.36 Uhr: Tegel verwaist und verlassen

Auch auf der Anzeigentafel im Terminal A wird deutlich: Mit dem Fliegen ist in Tegel jetzt endgültig Schluss.

16.25 Uhr: Im Flieger gibt es Champagner

Zum Abschied ein Gläschen Champagner: Der Service von Air France galt auch früher schon als etwas Besonderes - beim letzten Flug von Tegel nach Paris gibt es Champagner und ein Menü mit Geflügel und Roquefort. Einige Stewardessen tragen historische Air-France-Uniformen der 1960er-Jahre. Sie stammen aus dem Fundus des Air-France-Museums in Paris.

16.07 Uhr: Jubel in Pankow - "Wir haben den Himmel zurück"

In Pankow erheben die Teilnehmer des Abschiedsfestes Becher mit Sekt und vollführen Freudentänze. In der Ferne knattern Silvesterraketen. Eine Frau sagt: "Wir haben den Himmel zurück."

15.39 Uhr: Die Air-France-Maschine ist abgehoben - Flughafen Tegel geschlossen

15.29 Uhr: Air-France-Maschine durchquert Fontänen-Spalier

Der letzte Flieger am Flughafen Tegel durchquert ein Spalier aus Fontänen, die von vier Feuerwehr-Fahrzeugen gesprüht werden. Dann dreht die Maschine zur Startbahn. Michael Müller dazu im RBB: "Ein ganz emotionaler, historischer Augenlick."

15.27 Uhr: Gänsehautmoment auf der Besucherterrasse

Die letzten Fotos werden gemacht. Gänsehaut-Momente auf der Besucherterrasse in Tegel. In wenigen Minuten ist der Flughafen Geschichte.

15.18 Uhr: Air-France-Maschine dreht eine Runde am TXL

Die letzte Tegel-Maschine auf dem Weg zur Startbahn
Die letzte Tegel-Maschine auf dem Weg zur Startbahn

Die Air-France-Maschine ist nun auf dem Rollfeld des Flughafens Tegel unterwegs und dreht dort eine lange Runde. Eigentlich sollte das Flugzeug um 15 Uhr abheben.

15.17 Uhr: Die Feuerwehr kurz vor dem Abschied

15.08 Uhr: Es geht los!

„Tegel wird für immer im Herzen der Berliner bleiben“: Pilot Christophe Ruch begrüßt die Fluggäste des letzten Flugs von Tegel. Es sei ihm eine Ehre, diesen besonderen Flug zu machen. Die Flugzeit bis Paris beträgt eine Stunde und 25 Minuten. Es geht los!

15.07 Uhr: Treppen weggefahren, Bremsklötze gelöst

Soeben wurden die Treppen weggefahren und die Bremsklötze gelöst. Es kann also demnächst losgehen.

15.03 Uhr: Start der allerletzten Maschine verzögert sich

Die Perspektive von der Besucherterrasse aus: Hier sind zahlreiche Kameras aufgebaut. Noch ist das Flugfeld voller Menschen, und auch die Treppen stehen noch am Flugzeug. Der für 15 Uhr geplante Start verzögert sich also voraussichtlich ein bisschen.

14.53 Uhr: Tegel-Abschied nach 44 Jahren und neun Monaten

Für Necmi AK-Schulz ist es ein besonderer Abschied: 44 Jahre und neun Monate hat der inzwischen 70-Jährige am Flughafen Tegel gearbeitet, für diverse Fluglinien sowie die Wisag. "Ich bin der Berufsälteste hier", sagt AK-Schulz. Er habe als Abfertigungsagent angefangen, sei später Station Officer gewesen und sogar mal als Crewmitglied an Bord eingesprungen, als eine Stewardess kurzfristig krank wurde. "Ich bin sehr traurig", sagte er. "Ich habe die Taschen voll mit Taschentüchern und werde sie nachher wahrscheinlich alle brauchen." Mit Tegel verbinde er zu 90 Prozent positive Erinnerungen. "Es wird wahrscheinlich nie wieder so einen tollen Flughafen geben. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht hier", sagte AK-Schulz. Nun geht er mit 70 Jahren in den Ruhestand.

14.51 Uhr: Pankower Fest steuert Höhepunkt entgegen

Kurz vor dem Start des letzten Flugzeugs in Tegel hat sich der Pankower Dorfanger weiter mit Schaulustigen gefüllt. Beim Abschiedsfest, das auf 50 Teilnehmer begrenzt wurde, werden die Corona-Regeln eingehalten. Die Kiez-Band "Heyn" stimmt die Pankower auf den Überflug der Air-France-Maschine ein, der bei Ostwind erwartet wird.

14.44 Uhr: Bundespolizei im Formationsflug

Auch die Bundespolizei verabschiedet sich mit einem Formationsflug ihrer Hubschrauber vom Flughafen Tegel.

14.37 Uhr: Trubel auf dem Rollfeld vor der Air-France-Maschine

Die allerletzte Maschine steht am Flughafen Tegel bereit
Die allerletzte Maschine steht am Flughafen Tegel bereit

Auf dem Rollfeld ist mächtig was los. Während die Passagiere das Flugzeug betreten, sind davor hunderte Flughafenmitarbeiter, die die letzten Minuten des Flugbetriebs aus nächster Nähe erleben wollen.

14.35 Uhr: Dichtes Gedränge am TXL

Am Flughafen herrscht dichtes Gedränge - vor allem dort, wo es noch einmal einen Blick auf das Vorfeld und das letzte Air-France-Flugzeug gibt. Aber auch ansonsten wird jedes Detail noch einmal fotografiert, selbst durch die Fenster des geschlossenen Terminals. Dort, wo es eng wird, fällt aber auf, dass fast alle Besucher eine Maske tragen.

14.34 Uhr: Die Flughafen-Feuerwehr macht sich bereit

Da kommt die Flughafen-Feuerwehr. Zum Abschied wird es gleich nochmal nass werden.

14.29 Uhr: Müller - „Tegel war für uns Berliner das Tor zur Welt“

Von einem „historischen Tag“, spricht Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). „Es ist ein Tag voller Emotionen und Erinnerungen und an dem vielen das Herz blutet.“ Müller erinnerte an die Blockade West-Berlins im Kalten Krieg. Neben Tempelhof müsse man diese Zeit auch mit dem Flughafen Tegel verbinden. Mehr in Erinnerung werde der Airport jedoch aus anderen Gründen bleiben: „Tegel war für uns Berliner das Tor zur Welt“, so Müller. Vielmehr noch als in Tempelhof sei man im Nordosten der Stadt zu seinen Reisen gestartet.

Auch wegen seiner Architektur sei Tegel ein Flughafen mit besonderer Atmosphäre, so Müller. „Das ist etwas das man so weltweit nie wieder finden wird.“ Zur Wahrheit gehöre jedoch auch, dass der überlastete Airport kein Konzept für die Zukunft sei. Der Regierende Bürgermeister wies auch auf die Zukunft des Flughafengeländes hin. „Es bleibt ein besonderer Ort. Das Tor zur Welt wird jetzt mit anderen Inhalten gefüllt.“ Dort würden nun Menschen aus aller Welt eingeladen, um zu Forschen und an Zukunftslösungen zu arbeiten, sagte Müller.

14.23 Uhr: Selfie mit dem letztem Flieger

Jetzt ist Boarding. Wichtigste Frage für Morgenpost-Reporterin Uta Keseling: Wer sitzt am Fenster? Es heißt aber, AF1235 fliege eine Abschiedsrunde - sodass alle einen allerletzten Blick auf TXL von oben haben.

Es ist ein emotionaler Moment. Selbst der Regierende Bürgermeister macht viele Abschiedsbilder von Flugzeug und Crew. Die Sicherheitsleute haben ihre Westen mit persönlichen Botschaften versehen.

14.22 Uhr: Lütke Daldrup - „Tegel hat durchgehalten“

„Tegel hat durchgehalten“, sagt Engelbert Lütke Daldrup. Es habe lange gedauert, den BER ans Netz zu bringen. „Tegel hat uns immer einen treuen Dienst erwiesen.“ Dabei habe er die Belastungsgrenze eigentlich lange überschritten. „Wir haben eine Kapazität von zehn Millionen Passagieren, wenn man die normalen Methoden anwendet“, sagte Lütke Daldrup. 2019 seien jedoch 24,2 Millionen Fluggäste abgefertigt worden. „Das war nur möglich, weil alle, die am Flughafen zusammen arbeiten, großartiges geleistet haben.“ Nun werde der Airport „ein Stück normale Stadt“. Viele Menschen, die in der Einflugschneise den Lärm ertragen mussten, hätten auf diesen Tag lange gewartet. „Trotzdem hat Tegel dieser Stadt einen großen Dienst erwiesen.

14.21 Uhr: Abfertigung mit Sirenen-Geheul

14.08 Uhr: Michael Müller macht Abschiedsfotos

14.05 Uhr: Air-France-Maschine wird auf dem Rollfeld offiziell verabschiedet

14.02 Uhr: Auto- und Fahrradfahrer fotografieren TXL-Anzeigetafel

Zahlreiche Auto- und Fahrradfahrer haben vor der Zufahrt zum Flughafen Tegel angehalten, um die Anzeigetafel zu fotografieren, die nur noch einen letzten Flug anzeigt. "Oh, ist das traurig", sagt eine Frau, als sie stehenbleibt. Auch der Bus 109 zum Airport ist noch einmal voll, die Fahrgäste stehen den Gang entlang. Viele Menschen sind erneut unterwegs, um sich zu verabschieden, obwohl die Besucherterrasse gar nicht mehr geöffnet ist.

14 Uhr: Pankow feiert die "himmlische Ruhe"

Am Pankower Anger versammeln sich Tegel-kritische Bürgerinitiativen und Anwohner, um den Start des letzten Flugzeugs zu feiern. Aufgebaut haben sie ein Bett mit Kissen und Decke, das die "himmlische Ruhe" symbolisieren soll, die im Norden Berlins jetzt einkehrt. Auch die Fahrraddemonstration des VCD ist in Pankow eingetroffen.

13.57 Uhr: Deutschland-Chef von Air France bedankt sich

„Wir möchten uns bedanken, den letzten Flug von Tegel mit der Air France stattfinden zu lassen“, sagte der Deutschland-Chef der Fluggesellschaft Air France, Stefan Gumuseli. Air France war die erste Airline, die den Flugbetrieb in Tegel aufgenommen hatte, und ist eng verbunden mit der Geschichte des Flughafens. „Wir hoffen“, so Gumuseli, „dass der Esprit von Tegel zum BER umziehen kann.“

Für Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup war es klar, dass die Franzosen das Kapitel Tegel beenden sollten. „Es war für uns selbstverständlich, die Air France zu fragen für den letzten Flug.“ Die Airline sei sehr eng verbunden mit der Geschichte dieser Stadt.

13.31 Uhr: Müller, Lütke Daldrup und Bretschneider im Terminal C

Im Terminal C sind mittlerweile Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup und der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft FBB, Rainer Bretschneider, eingetroffen. Vor dem Abflug der Air-France-Maschine werden sie noch ein Grußwort halten.

13.27 Uhr: Warten auf den Start des letzten Fluges von Tegel

Michael und Gesine Hildebrand (61 und 54) aus Frohnau sind aus Nostalgie beim letzten Flug von Tegel mit dabei. „Wir haben schon vor einigen Wochen gebucht, das ist für uns ein besonderes Erlebnis.“ Geflogen sind beide schon viel, beruflich wie privat. „Ich bin bestimmt mehr als 1000 Mal von Tegel geflogen“, sagt Michael Hildebrandt. An Tegel schätzten die beiden die kurzen Wege „und die Freudlichkeit der Mitarbeiter.“ TXL sei wie Berlin - "ein bisschen provinziell, aber es hat immer alles funktioniert und es herrschte dieser persönliche Ton. Hier hat man sich immer als willkommener Gast gefühlt.“

Aus Paris werden die beiden direkt nach Berlin zurückkehren: „Dann testen wir mal den BER und die Verbindung zurück nach Hause.“

Vor den Abflug werden der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Flughafenchef Lütke Daldrup und die französische Botschafterin einige Abschiedswortde sagen. Die Bühne dafür ist mit Luftballons in den französischen Farben geschmückt.

Nach dem Start wird erwartet, dass AF1235 eine „Ehrenrunde“ über Tegel fliegt - und vielleicht auch zum Abschied „mit den Flügeln wackelt“. Ein großes Abschiedsfest gibt es coronabedingt nicht. Weil nach der Verschärfung der Kontaktbeschränkungen zuletzt sogar einige Ticktets storniert wurden, wählte die Airline kurzfristig ein kleineres Flugzeug.

13.16 Uhr: Fahrrademonstration in Tegel gestartet

Eine Fahrrademonstration des Verkehrsclubs VCD bewegt sich vom Airport Tegel zum Abschiedsfest der Flughafengegner am Dorfanger Pankow. Erste Station: der Kutschi, an dem nun Fahrradklingeln statt Turbinen erklingen. "Den Kurt-Schumacher-Platz kennt man nicht so", sagt der VCD-Landesvorsitzende Heiner von Marschall. Wie so viele Orte in der Einflugschneise sei er vom Lärm und Gestank befreit.

12.47 Uhr: Radfahrer demonstrieren am Flughafen Tegel

Am Flughafen Tegel versammeln sich die Teilnehmer einer Fahrraddemonstration. Mit der vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost organisierten Veranstaltung soll unter anderem auf die Klimakrise aufmerksam gemacht werden. Rund hundert Radfahrer sind bislang am Airport. Vom Flughafen Tegel soll es entlang der Einflugschneise über den Kurt-Schumacher-Platz sdirch Reinickendorf Ost zum Pankower Anger gehen.

13.01 Uhr: Labbadia - "Als hätten wir einen Titel gewonnen"

Hertha-Trainer Bruno Labbadia, der am späten Sonnabend mit der Mannschaft ein letztes Mal in Tegel gelandet ist: "Wir sind empfangen worden, als hätten wir einen Titel gewonnen. Die Feuerwehr hat Fontänen gemacht, so etwas kannte ich eigentlich nur von Werder Bremen. Die Menschen waren total herzlich, die Feuerwehr-Leute wollten mit uns sprechen." Labbadia über die Bedeutung des TXL für Hertha: "Für uns war die Nähe logistisch sensationell. Der BER bedeutet für uns jetzt immer einen längeren Weg."

12.39 Uhr: Letzter Check-in in Terminal C

Letzter Check-in in Terminal C: für den letzte Flug von Tegel, Air France AF-1235 nach Paris.

12.25 Uhr: Hunderte Schaulustige warten auf den letzten Flug der Air France

Der Linienverkehr am Flughafen Tegel ist seit Sonnabendabend eingestellt, doch auch am Sonntagmittag kommen hunderte Schaulustige zum Airport. Sie warten auf den aller letzten Flug der Air France, der um 15 Uhr starten soll.

12.21 Uhr: Mit dem historischen Bus vom Bahnhof Zoo zum Airport

Zum Tegel-Abschied verstärkt die BVG mit historischen Bussen die Linie 109 vom Bahnhof Zoo zum Airport. „Noch bis 18 Uhr fahren wir hier“, sagt ein BVG-Mitarbeiter, ebenfalls in historischer Kluft. „Dann ist hier Ende.“

12.08 Uhr: TXL-Schichtleiterin: „Geweint haben wir gestern“

Gabi Schütze (62), Schichtleiterin der Luftsicherheit, und ihre Kollegen werden den allerletzten Flug AF1235 heute abfertigen. Die anderen arbeiten ab Montag am BER, Gabi Schütze geht nach 34 Jahren in Rente. Sie alle hätten Tegel gern behalten, trotzdem ist die Stimmung fröhlich: „Geweint haben wir gestern.“

11.40 Uhr: „Das ist einfach ein emotionaler Ort für mich"

Bianca Spitzack von Briesinsky ist noch einmal zum Flughafen Tegel gekommen, um sich zu verabschieden. „Ich bin von hier nach Amerika geflogen, nach Dubai, aber auch nach Köln“, sagt sie. „Das ist einfach ein emotionaler Ort für mich.“ Die 48-Jährige wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Nähe des Flughafens in Reinickendorf. „Ich hab zwar den Fluglärm“, sagt sie, „aber daran hatte ich mich gewöhnt. Jetzt muss ich eine Stunde zum Flughafen fahren. Ich hätte Tegel lieber behalten."

11.35 Uhr: Die allerletzte Tegel-Maschine steht bereit

Das ist er: Dieser A320 wird der letzte sein, der je vom TXL startet. Der Air-France-Flug A1235 wird um 15 Uhr nach Paris starten. Er hat eigens eine gelbe Sonderbeschriftung am Boden der Parkposition bekommen: „08.11.2020 Letzter Flug TXL-CDGAF1235 Air France“.

11.24 Uhr: Helene Fischer verabschiedet sich vom Flughafen Tegel

Schlagerkönigin Helene Fischer nimmt Abschied vom Flughafen Tegel. Am Sonntagvormittag veröffentlichte sie bei Instagram Bilder der letzten regulären Lufthansa-Maschine, die am Sonnabend am TXL startete. Dazu schrieb sie: "Gestern! Letzter Flug von Berlin-Tegel! Historischer Flughafen-Moment! Ich mochte dich, Tegel, du warst unkompliziert, unkonventionell, nicht besonders imposant und schön, aber man wusste, was man an dir hatte! Auf den letzten Drücker den Flieger zu kriegen ging nur mit dir! Goodbye! #dankeTXL"

11.05 Uhr: Mit historischen Bussen zum TXL

Überraschende Reise in die Vergangenheit: Die BVG fährt nach dem Ende vom Flughafen Tegel heute nochmal mit historischen Bussen den Airport an. Der Bus oben ist von 1975. Die regulären Linien zum Terminal sind bis auf die 109 eingestellt.

10.50 Uhr: "Eine kleine Show für die Menschen auf der Besucherterrasse"

Alexandra Jelitte ist von Treptow-Köpenick noch einmal zum Flughafen Tegel gefahren, das Parkticket im Parkhaus ist kostenlos, das hat ihr gefallen. „Ich habe mir fünf Stunden lang noch einmal angeschaut, wie Flugzeuge ankommen und abfliegen“, sagt die 51-Jährige. In den letzten Tagen vor der Schließung war die Stimmung noch einmal sehr anders, sagt sie. Der Flughafen habe sich zunehmend geleert, die Geschäfte sind geschlossen. „Dafür waren auf der Terrasse auch immer mehr Mitarbeiter, die noch einmal anstoßen wollen.“ Selbst Fremde hätten einander angesprochen und Geschichten erzählt. „Ich bin von Tegel nicht so oft geflogen“, sagt sie, „mal nach Mallorca, das weiteste war wohl Rostov am Don in Russland.“ Am besten habe Alexandra Jelitte gefallen, dass einige Mitarbeiter auf dem Rollfeld Paraden gefahren sind. „Das war wie eine kleine Show für die Menschen auf der Besucherterrasse."

10.38 Uhr: Den Anfang machte in Tegel ein französisches Düsenflugzeug

Mit dem Abflug der Air France 1235 heute um 15 Uhr schließt sich ein historischer Kreis: Vor 60 Jahren, am 6. Januar 1960, nahm die französische Fluggesellschaft den ersten regelmäßigen Linienflug nach Tegel auf. Die Geschichte des Flughafens schildern wir hier.

10.21 Uhr: Das ist für den letzten Flug vom Flughafen Tegel geplant

Nachdem am Sonnabend schon zehntausende Berliner von ihrem Lieblingsflughafen Abschied genommen haben, soll am Sonntag mit Flug AF1235 der Air France von Berlin-Tegel nach Paris Charles der wirklich allerletzte Flieger am Flughafen Tegel abheben - und eine Ära zu Ende gehen. Alle Informationen zum letzten Tegel-Flug finden Sie hier.

10.05 Uhr: Auch diese Bus-Linien sind ab heute Geschichte

Alle wichtigen Informationen zur Einstellungen der Bus-Linien finden Sie hier.

9.15 Uhr: Die Bundespolizei sagt Danke TXL

+++ Sonnabend, 7. November 2020 +++

22.14 Uhr: Der letzte Lufthansa-Flug entschwindet in die Nacht

21.42 Uhr: Letzter Lufthansa-Abflug mit Verspätung

Die Lufthansa-Maschine steht um 21.41 Uhr noch immer am Gate. Ursprünglich war der Abflug für 21.20 Uhr vorgesehen. LH1955 ist der letzte Linienflug der Lufthansa von TXL aus. Am Sonntag startet noch ein Flieger von Air France. Dann ist der Flughafen Tegel Geschichte.

21.32 Uhr: Herthas letzte Ankunft in Tegel

Nach dem Auswärtsspiel in Augsburg ist die Mannschaft von Hertha BSC in Tegel gelandet. Zum letzten Mal. Matheus Cunha und Trainer Bruno Labbadia bedanken sich.

21.14 Uhr: Crew bereitet sich auf den Abflug vor

Pilot Martin Hoell mit der Besatzung des letzten Linienflugs der Lufthansa ab Tegel: Hoell startet und landet bereits seit 30 Jahren in Tegel. Vor allem die Anzahl an Gästen und Flugbewegungen habe sich in der Zeit massiv verändert. Am Airport sei es schlicht voller geworden.

Hoell erinnert sich noch an seine erste TXL-Landung am 21. November 1990. "Man ist auch über den Alex geflogen und konnte noch genau Ost und West erkennen", erzählt er. Heute will Hoell um 21.20 Uhr die letzte Linienmaschine der Kranich-Airline ab Tegel starten. Ziel: München. Sein Eindruck zum Abschied: "Tegel hat sich nochmal von seiner schönsten Seite gezeigt."

21.05 Uhr: Zur Hochzeit nach Tegel

Rührende Szenen vor dem Schalter: Ein junges Brautpaar sucht mit seinen Trauzeugen den Ort auf, wo sich beide vor genau 10 Jahren kennen gelernt haben: Im Terminal A des Flughafens Tegel.

20.54 Uhr: Ein Flugticket mit Sammlerwert

Ein Fluggast des letzten Lufthansa-Linienflugs nach Tegel lässt die Crew nach der Landung unterschreiben. "Eine schöne Erinnerung", sagt der Passagier. Auch Kapitän Martin Hoell unterschreibt.

20.15 Uhr: Letzter Lufthansa-Flieger in Tegel gelandet

Gegen 20.10 Uhr ist letztmals ein Linienflugzeug der Lufthansa am Flughafen Tegel gelandet. Die Maschine vom Typ Airbus A350-900 fliegt gegen 21.20 Uhr zurück nach München. Das ist dann der letzte Linienflug der Airline ab Tegel.

19.50 Uhr: Tunnel zum Terminal C dient als Aussichtsplattform

Wer keine Zusage für die begrenzten Plätze auf der offiziellen Aussichtsplattform erhalten hat, nutzt die Scheibe des Verbindungstunnels zum Terminal C als Ausguck. Dutzende werfen hier einen letzten Blick auf das Tegel-Rollfeld. Dazu dröhnt aus Boxen auf einem Bollerwagen "Time to say goodbye", während nebenan Flugzeugtriebwerke aufheulen.

18.35 Uhr: Ein Ständchen für den Flughafen

"Gute Nacht Tegel - es ist Zeit für uns zu gehen", singt ein Trio von musikalischen Flughafen-Mitarbeitern um Stefan Wollenschläger. Sie marschieren vorbei vor der großen Anzeigetafel, die nur noch 13 Abflüge zeigt.

18.13 Uhr: TXL-Busse halten für Erinnerungsfotos

Busse der Linie TXL halten als beliebtes Motiv für Erinnerungsbilder her. Die Fahrer lassen Fotografen geduldig gewähren, auch wenn sich die Abfahrt verzögert. Manche halten nach der Abfahrt sogar noch einmal an, wenn ihnen Tegel-Fans zu verstehen geben, dass sie sich ein Selfie mit dem Gelenkbus auf der Rampe wünschen.

18.09 Uhr: "Time to say Goodbye" im TXL

17.59 Uhr: Ex-Air Berliner stoßen auf Tegel an

Eine Gruppe von ehemaligen Flugbegleitern der Air Berlin erhebt in der Abenddämmerung die Gläser vor Terminal A. "Wir sind hier, um uns vor unserer alten Homebase zu verabschieden", sagt Lucy Arnold. Es sei sehr schwer, nach dem Aus der Airline und der Pandemie in der Luftfahrt- und Touristikbranche wieder Fuß zu fassen. "Aber wir erwiesen unserem Flughafen noch einmal die Ehre. Es war eine gute Zeit."

17.29 Uhr: Herthas letzte Ankunft in Tegel

Hertha landet offenbar mit der (oder einer der) letzten Maschine in Tegel. Torwart Alexander Schwolow: "Das müssen wir noch mal genießen, denn von dort sind wir schnell zu Hause. Wenn wir in Zukunft aus dem Berliner Süden (nach Charlottenburg) rübergurken, zieht sich das."

16.46 Uhr: Schlange stehen für ein Foto mit Tegel-Schild

Beliebtes Motiv: Mit Schildern, auf denen #DankeTXL steht, können Besucher im Terminal A posieren und sich fotografieren lassen. Allerdings heißt es hier ebenfalls Schlange stehen. Auch Michael P. (ganz links) hat ein solches Abschiedsfoto gemacht. Er blicke auf die Schließung des Flughafens mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt er. „Es ist spannend, was hier entsteht, aber wir wohnen nicht weit von hier und dadurch haben wir jetzt einen ganz weiten Weg zum Flughafen. Das ist schon blöd“, sagt Michael P.

16.10 Uhr: Polizei löst Gedränge am Aussichtshügel auf

Nachdem sich über 100 Tegel-Fans auf dem Aussichtshügel an der Autobahn A111 in Reinickendorf versammelt haben, ist die Polizei erschienen. Die Beamten lösen das Gedränge auf, bitten die Anwesenden von der Autobahn-Mauer zu steigen und die Corona-Abstandstegeln einzuhalten. Anwesende, die nicht zum gleichen Haushalt gehören, sollen auseinander treten. Die meisten Schaulustigen bleiben trotzdem vor Ort.

16.07 Uhr: "Ich bin oft von hier geflogen"

Den Abschied von Tegel auf der Besucherterrasse wollte sich auch Philipp Idemann nicht entgehen lassen. „Ich bin oft von hier geflogen und wollte mir das nochmal alles angucken.“ Die Tickets habe seine Frau vor einer Woche besorgt. Idemann ist mit umfangreicher Kamera-Ausrüstung gekommen. Ein Planespotter sei er jedoch nicht. „Mich interessiert eher die Architektur.“

15.59 Uhr: Ex-„Air Berlin“-Chef Hunold: „Es waren verrückte Zeiten“

Die Geschichte der Air Berlin ist untrennbar mit dem Flughafen Tegel verbunden. Wir haben mit Joachim Hunold gesprochen, der die Fluggesellschaft aufbaute.

15.53 Uhr: Abschiedsbriefe an den TXL

An einer Wand im Terminal A haben Menschen Abschiedsbriefe und Plakate angebracht. "Mein lieber TXL, danke dass ich Dich 15 Jahre lang begleiten durfte und mit dir den besten Arbeitsplatz meines Lebens hatte", schreibt Marco S. Dass Tegel nun nicht mehr das Tor zur Welt sein solle, breche ihm das Herz. Auch auf einem anderen Plakat wird Trauer, Wut und Unverständnis über die Schließung des Flughafens geäußert.

15.36 Uhr: Die Pommes an der Ess-Bahn sind schon ausverkauft

Auch an der Ess-Bahn ist der Andrang zum Abschied noch einmal groß. Wer hier etwas essen will, muss warten - und bekommt inzwischen nur noch eine Currywurst, die Pommes sind bereits ausverkauft. "Wir sind zum Abschiednehmen in Tegel und da gehört das Essen dazu", sagt der Berliner Alexander. Außerdem gebe es hier zum Essen die besondere Romantik des Flughafens dazu.

15.24 Uhr: Andrang auf dem Tegel-Aussichtshügel

Großer Andrang auf dem Aussichtshügel an der Autobahn A111: Mehr als 100 Schaulustige versuchen zu erspähen, was auf dem Tegel-Rollfeld vor sich geht. Wegen des dichten Gedränges auf dem schmalen Hügel an der Meteorstraße, der bei Planespottern als Geheimtipp galt, tragen viele Mundschutz. Fotografen haben Kameras mit massiven Teleobjektiven aufgefahren. Autofahrer auf der A111 hupen bei Flugzeugstarts und winken den Zuschauern auf dem Hang.

Regina aus Schildow ist mit ihrer Familie per Fahrrad angereist und blickt voller Wehmut auf ihre längste Reise ab Tegel zurück: über Amsterdam nach New York im Jahre 2003. Die Schließung von TXL sei ein Verlust, meint Regina. "So kurze Wege gibt es in Zukunft nicht mehr." Als eine Ex-Air-Berlin-Maschine aufsteigt, sagt eine Frau: "Toll hier. Aber wir haben den Sekt vergessen."

15.18 Uhr: Sentimentaler Abschied einer Air-Berlin-Maschine

Auch die Mitarbeiter der ehemaligen Air Berlin sagen „Tschüss Tegel“. Sie sind gekommen, um den Start einer Maschine im Air-Berlin-Design zu sehen und stoßen auf das Ende an. „Wir sind gekommen, um Abschied zu nehmen von der ehemaligen Base und den Kollegen“, sagt Markus Milic. Längst nicht alles sei gut gewesen in Tegel, sagt Anja Brauchmann. „Aber es war ein familiärer Flughafen.“

14.59 Uhr: So sieht die TXL-Zukunft nach der Schließung aus

Seit mehr als zehn Jahren wird die Nachnutzung des Flughafenareals und seiner Gebäude geplant. Das soll am Flughafen Tegel entstehen.

14.41 Uhr: "Tegel war immer unser Flughafen"

Unter denen, die ein Ticket für die Besucherterrasse ergattern konnten, sind Jessica Fromm und ihr zwölfjähriger Sohn Finley. „Ich finde es okay, dass der Flughafen schließt, für die Anwohner und aus ökologischer und ökonomischer Sicht ist es richtig“, sagt Fromm. „Aber ich bin Zehlendorferin und für uns in West-Berlin war das immer unser Flughafen. Es sind viele Emotionen damit verbunden und es hängen schon viele Erinnerungen dran.“ Viele Reisen hätten hier begonnen und geendet, zuletzt ging es im vergangenen Jahr über Paris nach New York. Auch durch die Architektur habe sie den Flughafen geschätzt. „Er so ist klein, kompakt und persönlich, etwas ganz anderes als zum Beispiel in Frankfurt. Dadurch liegt er mir schon echt am Herzen“, sagt Fromm.

14.17 Uhr: Sechseckige Brillen zum Tegel-Abschied

Jochen Köhn und Hans Joachim Paap gehören zu denen, die gemeinsam mit Architekt Volkwin Marg von Lübeck nach Tegel geflogen sind. Beide arbeiten für das Büro „Architekten von Gerkan, Marg und Partner“ – und Köhn hat zudem dafür gesorgt, dass einige Fluggäste mit einem besonderen Accessoire ausgestattet waren: mit sechseckigen Brillen, passend zur Form von Tegel. „Bei dem damaligen Eröffnungsfest für Tegel haben Volkwin Marg und Meinhard von Gerkan solche Brillen getragen“, erklärte Köhn. „Ich habe alte Fotos gefunden und dann letzte Nacht die Brillen nachgebastelt.“ Auch für Köhn war es ein besonderes Erlebnis, Tegel noch einmal am letzten Tag zu erleben. „Das war das Gründungsprojekt des Büros, und ich selbst bin auch schon seit 30 Jahren da.“ Nun arbeite man im Rahmen der „Urban Tech Republic“ an der Nachnutzungsplanung für das Gebäude.

13.59 Uhr: „In Tegel landen ist wie Heimkommen“

Der Flughafen TXL war nicht nur für Millionen Passagiere ein Erlebnis, sondern auch für viele Piloten, die hier starteten und landeten. Einer von ihnen erklärt hier, warum.

13.46 Uhr: Verabschiedung auf dem Parkdeck

Sabine und Werner Hoffmann gehören zu den Tegel-Fans, die den Airport vom Parkdeck des Einkaufszentrums "Der Clou" am Kurt-Schumacher-Platz aus verabschieden. Das Ehepaar aus Mitte hält die Schließung für eine Fehlentscheidung. "Die europäischen Städte können sich freuen, die drei Airports haben", sagt Sabine. In liebevoller Erinnerung behalten werden sie die Buslinie TXL, "auch wenn die Fahrt manchmal länger gedauert hat als der Flug".

13.36 Uhr: Die meisten Flieger am TXL drehen eine Runde über Berlin

Im Vergleich zur letzten Zeit gibt es am Sonnabend am Flughafen Tegel etwas mehr Flugverkehr und die Maschinen sind auch voller, heißt es von der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Viele Menschen würden den Tag für einen Abschiedsflug nutzen. Weit geht es mit den meisten Maschinen jedoch nicht. Die Mehrzahl der Flieger macht nur einen Rundflug über Berlin und landet wieder in Tegel oder fliegt zum BER.

13.21 Uhr: Currywürste für Tegel-Schaulustige

Corinna Brühl vom Alt-Berliner Imbiss am Kutschi verkauft heute noch einmal besonders viele Currywürste an Schaulustige, die sich hier aus nächster Nähe vom Flughafen Tegel verabschieden. Sie selbst wertet das Ende neutral und sagt: "Ich bin weder sonderlich fröhlich noch traurig." Schon in wenigen Tagen werde sie erfahren, was es für ihr Geschäft bedeutet, wenn die vollen Busse mit Umsteigern vom Flughafen am Kurt-Schumacher-Platz ausbleiben.

13.07 Uhr: Architekt Volkwin Marg - "Tegel war immer ein Tor in die Freiheit."

Für Tegel-Architekt Volkwin Marg ist es ein besonderer Tag. "Es ist einzigartig, sowas erlebt kaum ein Architekt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass mein Partner Meinhard von Gerkan das auch sehen kann", sagte Marg der Morgenpost. Dieser habe jedoch heute nicht mitkommen können.

Dass der Abschied für viele Berliner emotional ist, habe einen Grund, sagte Marg. "Tegel war immer ein Tor in die Freiheit." Auch für den Architekten war der letzte Tag mit ein wenig Abschiedsschmerz verbunden.

"Wir haben lange Zeit gehabt, Abschied zu nehmen, während wir am BER gearbeitet haben. Trotzdem ist ein Stück Wehmut dabei", sagte Marg. Aber das Schöne sei, dass man hier zwar den alten Flughafen verabschiede, man aber auch den neuen Flughafen BER begrüßen könne - dorthin fliegt Marg nach seinem Besuch in Tegel weiter. Zudem sei es ja das Tolle, dass das denkmalgeschützte Flughafengebäude erhalten bleibe. "Der Flughafen wird eine neue Nutzung erfahren und der Mittelpunkt eines neuen Stadtzentrums werden."

12.46 Uhr: Was Eberhard Diepgen am TXL vermissen wird

Als der Bau des BER beschlossen wurde, war Eberhard Diepgen Regierender Bürgermeister. Im Interview erzählt er, was er an TXL vermissen wird.

12.43 Uhr: Engelbert Lütke Daldrup - "Ein Tag voller Wehmut"

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ließ es sich nicht nehmen, Tegel-Architekt Volkwin Marg am Flughafen zu überraschen. Mit Blick auf den Abschied fand er traurige Worte. „Es ist für mich ein Tag voller Wehmut. Das empfinde nicht nur ich, sondern alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Jahren den Flughafen Tegel am Laufen gehalten haben.“ Die Zukunft liege nun jedoch am BER. „Am Sonntag ist erstmals der ganze Flugverkehr am BER konzentriert. Wir rechnen mit 12.000 Gästen“, sagte Lütke Daldrup.

12.29 Uhr: Eine Rose für Tegel

12.11 Uhr: Großer Andrang auf der TXL-Besucherterrasse

Hunderte von Menschen sind zum Flughafen Tegel gekommen, um sich noch einmal zwischen Tower und Terminal A umzusehen. Der Andrang sei vor allem auf der Besucherterrasse groß gewesen, sagte Daniel Tolksdorf, Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, am Sonnabendmittag. Dort sind jeweils nur 100 Gäste zeitgleich erlaubt. Die für das Betreten der Terrasse notwendigen Tickets seien seit Tagen ausgebucht gewesen, sagte Tolksdorf.

Viele Familien mit Kindern seien vorbeigekommen und auch auffällig viele Besucher, die mit der Kamera und nicht mit dem Smartphone fotografieren wollten. Vielen sei es weniger um Selfies gegangen als darum, Erinnerungen an den Flughafen mit dem in Berlin seit Jahrzehnten vertrauten Kürzel TXL festzuhalten.

11.43 Uhr: Tegel-Architekt Volkwin Marg gelandet

Inzwischen sind auch Tegel-Architekt Volkwin Marg und Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup in Tegel angekommen. Marg ist extra von Lübeck angereist, um noch einmal den Flughafen zu besuchen. Ein Mitreisender hat für den Abschied extra sechseckige Brillen gebastelt, passend zur Architektur des Airports. Im Sommer hatte Marg der Berliner Morgenpost in einem Interview erzählt, was vom TXL bleibt.

11.35 Uhr: Planespotter an der Meteorstraße

11.33 Uhr: "TXL sagt Tschüß"

Wer heute einen der 40-minütigen Abschiedsflüge gebucht hat, bekommt ein besonderes Lebkuchenherz geschenkt: "TXL sagt Tschüß" steht darauf. Silvia Brügmann und ihr Mann haben dem 16-jährigen Sohn einen solchen Flug geschenkt. "Er liebt Flugzeuge und will mal Pilot werden", erzählt sie. Das Ganze sei quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Die Eltern sind unterdessen am Flughafen unterwegs und machen Abschiedsfotos. "Wir sind alles nochmal abgelaufen", berichten sie.

11.15 Uhr: Schnappschüsse zum Tegel-Abschied

Heute ein beliebter Ort, um die letzten startenden und landenden Flugzeuge in Tegel zu fotografieren: der Gang zum Terminal C. Aufgereiht nebeneinander stehen hier zahlreiche Menschen und halten alles, inzwischen sogar bei blauem Himmel und Sonnenschein, genau fest.

11.08 Uhr: Tegel-Fans sichern sich Morgenpost-Magazine

Auf das Tegel-Magazin der Berliner Morgenpost habe es in den letzten Tagen noch einmal einen echten Run gegeben, berichten die Mitarbeiter am Stand der Morgenpost vor der Besucherterrasse. Firmen hätten teilweise gleich 25 Stück gekauft, sodass jetzt nur noch knapp 40 Exemplare zu haben seien. Auch Marvin Keller und Ali Emali haben sich noch zwei Magazine gesichert. Für die beiden geht es heute noch auf die Besucherterrasse. "Wir haben viel Zeit hier in Tegel verbracht, viel fotografiert. Wir sind Luftfahrtenthusiasten", sagt Emali. Am neuen BER waren sie auch schon, der eigne sich aber leider weniger gut zum Fotografieren. "Deshalb genießen wir es nochmal hier", sagt Emali. Das Tegel-Magazin der Berliner Morgenpost erhalten Sie auch in unserem Online-Shop.

11.01 Uhr: So lief die TXL-Eröffnung

Ein Blick in die Vergangenheit: Am 1. November 1974 eröffnete der neue Flughafen Tegel. Der erste planmäßige Flug, durchgeführt von Dan-Air mit einer BAC 1-11, erreichte um sechs Uhr morgens von Teneriffa aus das Terminal. Die „Abendschau“ berichtete:

10.50 Uhr: Maschine im Air-Berlin-Design startet zum Abschied

Ein Bild mit Symbolwert: Zum Abschied von Tegel startet nochmal eine Maschine im Air-Berlin-Design. Die mittlerweile insolvente Airline hatte über Jahrzehnte ihren Heimatflughafen in Tegel. Aktuell werden laut einem Flughafenmitarbeiter mit der Maschine zum Abschied des Flughafens Rundflüge angeboten.

10.43 Uhr: Taxifahrer - "Ich habe noch nie so viele Menschen hier gesehen"

Durch die vielen Besucher waren die letzten beiden Wochen für die Taxifahrer in Tegel nach der Flaute durch die Corona-Pandemie nochmal erfolgreich. "Ich habe noch nie so viele Menschen hier gesehen", sagt Taxifahrer Sebastian. Das Ende von Tegel findet er traurig, seit zehn Jahren fahre er zu dem Airport. "Ich habe hier sehr viele interessante Menschen gefahren, auch manche bekannte Persönlichkeiten", sagt Sebastian, der heute auch noch Fotos im Flughafen machen will.

Vor allem macht die Schließung aber das Geschäft vieler Kollegen schwieriger. "Hier gab es die Möglichkeit, auch weitere Touren zum Beispiel nach Wannsee zu machen, das passiert dir in der Stadt vielleicht einmal im Jahr", sagt Sebastian. Er selbst sei einer der Glücklichen, die eine BER-Berechtigung bekommen haben.

10.41 Uhr: Schließung Tegels "ein Denkmal demokratischer Ignoranz"

Kritisch zur Schließung des Flughafens Tegel äußert sich Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der FDP im Abgeordnetenhaus. „Mit dieser Entscheidung hat sich der Senat ein Denkmal demokratischer Ignoranz errichtet. Die Schließung von Tegel missachtet und verrät die Interessen Berlins.“ Etwa eine Million Berlinerinnen und Berliner hätten bis zuletzt für die Offenhaltung des Flughafens gekämpft, so Czaja, „denn Tegel ist und bleibt nicht nur ein Stück Berlin, sondern war auch immer die Cashcow der Flughafengesellschaft“.

10.28 Uhr: „Wir sind traurig. Das ist unser geliebter Flughafen"

Ein bisschen wehmütig ist Bärbel Hauck. Seit 2014 arbeitet sie in Tegel, die meiste Zeit davon bei den Sicherheitskontrollen. „Wir sind traurig. Das ist unser geliebter Flughafen.“ Besonders geschätzt habe sie die angenehme Atmosphäre in Tegel. Der Flughafen ist sehr übersichtlich, alles ist einfach zu finden.“ Für sie ist mit dem Betriebsende allerdings noch nicht ganz Schluss am Airport. „Wir bleiben hier länger in Tegel für die Nachbewachung.“ Denn auch wenn künftig keine Flieger mehr in Tegel starten, wird der Flughafen noch bis zum 4. Mai 2021 betriebsbereit gehalten, sollte es am BER zu Problemen kommen.

10.10 Uhr: BVG-Busfahrer - „Ich wollte unbedingt hier heute fahren“

Froh, noch letzte Touren zum Flughafen Tegel machen zu können, ist BVG-Busfahrer David Iliev. „Ich wollte unbedingt hier heute fahren“, sagt er. Dafür ließ er nichts unversucht. „Ich habe ein bisschen Ärger bekommen, weil ich den Dienst selbstständig getauscht habe.“ Am Ende konnte er aber doch seine Abschiedstouren fahren. Heute steuert Iliev die Linie 128, an dieser habe er früher auch gewohnt. „Ich bin ein Reinickendorfer und der Flughafen Tegel gehört da einfach dazu.“

9.50 Uhr: Eine letzte Fahrt in der Buslinie TXL

Eine letzte Fahrt in der Buslinie TXL: Zum Abschied des Flughafens Tegel wollen sich das viele nicht entgehen lassen. Rund 15 Personen sitzen am Morgen im Bus, manche von ihnen noch mit schweren Koffern. Tobias Heim hingegen hat nur einen kleinen Rucksack dabei - obwohl er gleich fliegen wird. Er gönnt sich einen Abschiedsflug von Tegel nach München und zurück. „Ich bin über 700 mal von Tegel geflogen.“ Geschätzt hat Heim die nahe Distanz von Zuhause. „Mit dem Taxi waren es 25 Minuten, mit den Öffentlichen 50.“ In den vergangenen Jahren sei es teils ziemlich voll gewesen, beim Boarding dauerte es dann entsprechend lange. „Da hat man schon mal gedacht, dass man den Flug verpasst.“ Auch vom Koffer-Chaos bei Air Berlin war er 2017 betroffen. „Wir haben zwei, drei Tage auf unser Gepäck gewartet.“ Das sei aber längst vergessen. „Ich will das heute nochmal genießen.“

9.40 Uhr: Abschied vom Flughafen Tegel - Alles wird dokumentiert

In Tegel sind heute zahlreiche Menschen mit Kameras unterwegs, alles wird dokumentiert - vom Bus, auf dem "Danke TXL" steht, über das Terminal A bis zur Ess-Bahn. Auch Klaus Schmidel ist auf dem Flughafen für letzte Fotos - ausgestattet mit zwei Handys und drei Kameras. "Vorige Woche bin ich noch ein letztes Mal von Tegel geflogen, nach Düsseldorf und gleich wieder zurück", erzählt er.

Obwohl Schmidel in Schönefeld wohnt und die dortige Landebahn aus dem Fenster sehen kann, hat Tegel eine besondere Bedeutung für ihn wegen vieler Reisen, die hier begonnen haben. Nur für die Besucherterrasse habe er leider kein Ticket mehr bekommen. So dürfte es einigen gegangen sein - die Tickets für die Terrasse, die heute das letzte Mal öffnet, waren schon vor einiger Zeit ausgebucht.

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9.25 Uhr: Flughafen Tegel verliert erst am 4. Mai 2021 seine Lizenz

Ab 8. November gilt für Tegel die amtliche Aussage „Aerodrome closed“. Endgültig seine Lizenz verlieren wird der Airport aber erst am 4. Mai 2021. Dann wird es sechs Monate her sein, dass am 4. November 2020 die neue Südbahn des BER mit einer Landung eines Quatar Airways-Fliegers in Betrieb geht. Die Flughafengesellschaft ist für sechs Monate verpflichtet, Tegel betriebsfähig zu halten. Erst nach Ablauf dieser Frist gehen Gelände und Gebäude an das Land Berlin über. Alle Details zum Abschied vom Flughafen Tegel und zur Stand-by-Regelung lesen Sie hier.

9.10 Uhr: Abschiedsflug-Passagiere treffen in Tegel ein

Schon vor neun Uhr sind am Flughafen die ersten Passagiere eingetroffen, die heute einen der 40-minütigen Abschiedsflüge von Sundair unternehmen: Carsten mit seinem Sohn Jano und seinem Vater Joachim Seeger starten um 11 Uhr ein letztes Mal von Tegel. "Wir kommen aus dem Norden hier, ich bin mit dem Flughafen groß geworden. Wir sind immer von hier in den Urlaub geflogen", erzählt Carsten Seeger. Bereits in den 1970er-Jahren ging es das erste Mal nach Mallorca, auch die erste Reise in die USA begann in Tegel.

Er fühle sich dem Flughafen sehr verbunden, sagt Joachim Seeger. "Ich wäre auch dafür gewesen, dass er offen bleibt. Ich werde nervös, wenn ich morgens um 6 Uhr nichts rauschen höre." Und selbst wenn er nicht selbst geflogen sei, sei er manchmal nach Tegel gekommen und habe die Flugzeuge beobachtet, "wenn ich ein bisschen Fernweh hatte".

8.59 Uhr: Hunderte Gäste auf der TXL-Besucherterrasse erwartet

Auf der Besucherterrasse werden an diesem Samstag Hunderte Gäste erwartet. Sämtliche Karten dafür sind vergeben. Am Sonntag wird die Terrasse nicht mehr geöffnet. Auch der Rest des Flughafens steht der Öffentlichkeit dann nicht offen, was mit der Corona-Seuche begründet wird.

8.40 Uhr: Feuerwehr soll Maschinen mit Wasserfontänen verabschieden

Bei den letzten Starts der Fluggesellschaften in Tegel verabschiedet die Feuerwehr die jeweiligen Maschinen mit Wasserfontänen. Die Lufthansa setzt wegen der hohen Nachfrage noch einmal ein Großflugzeug ein, eine Airbus 350-900 mit rund 300 Sitzen. Den offiziellen letzten Flug bestreitet Air France am Sonntag.