Corona in Berlin

Kalayci für Maskenpflicht in der Öffentlichkeit

Corona-Newsblog für Berlin: Derzeit sind 4458 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Aktuelle Entwicklungen, Nachrichten und Zahlen.

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland auf neuem Rekordwert

In der Corona-Pandemie explodieren die Infektionszahlen in Deutschland: Das Robert-Koch-Institut meldet 7334 weitere Fälle binnen eines Tages - das ist der höchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie.

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Berlin. Das Coronavirus breitet sich in Berlin weiter aus. In unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuelle Corona-Lage in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

Wir schließen dieses Newsblog. Alle weiteren Entwicklungen zu Corona in Berlin finden Sie in unserem neuen Newsblog.

13 Uhr: Hausärztin darf Corona-Sprechstunde im Hof abhalten

Die Behandlungen in der Außenstelle einer Hausarztpraxis am Mauerpark sind rechtens. Aus Angst vor Ansteckung hatten Bewohner eines Hauses an der Eberswalder Straße dagegen protestiert. Doch die Hausärztin darf ihre Corona-Sprechstunde im Innenhof des Gebäudes weiter fortsetzen. Hier den ganzen Artikel lesen!

12.35 Uhr: Gekippte Sperrstunde: Wirtschaftssenatorin Pop appelliert an Verantwortung der Wirte

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kommentierte das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zur Sperrstunde so: "Wir prüfen die Urteilsbegründung und werden im Senat über das weitere Vorgehen beraten. Jetzt appelliere ich an alle Wirte, weiterhin verantwortungsvoll zu sein und die vorgelegten Hygienekonzepte sehr genau zu beachten.“ Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, die erst seit Samstag geltende Sperrstunde halte einer rechtlichen Überprüfung nicht stand.

12.33 Uhr: Nach Sperrstunden-Urteil: FDP-Fraktionschef Czaja fordert Regierungserklärung

Sebastian Czaja, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, fordert den Senat nach dem Urteil zur gekippten Sperrstunde auf, eine Regierungserklärung zu den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzugeben. "Der Berliner Senat ist den Berlinerinnen und Berlinern Transparenz über seine Entscheidungen und die Einbeziehung der gewählten Volksvertreter schuldig", so Czaja.


„Die zugrunde liegenden Erkenntnisse und die darauf aufbauenden Abwägungen, die zu den bisherigen Einschränkungen der Freiheit der Berlinerinnen und Berlinern führte, waren in den letzten Monaten nicht immer nachvollziehbar. In Teilen haben Gerichte sie richtigerweise für nicht zulässig erklärt. Die Entwicklung der letzten Woche hat gezeigt, dass wir an einem entscheidenden Schritt in der Pandemiebekämpfung stehen“, sagte er.


„Jede Freiheitseinschränkung durch die Politik (muss) erklärt und ihre Notwendigkeit begründet werden. Diese Diskussion darf jedoch nicht allein im Roten Rathaus stattfinden. Sie muss zwischen den gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertretern im Abgeordnetenhaus von Berlin geführt werden. Das Parlament muss auch - und gerade in schwierigen Situationen wie dieser - die volle Hoheit über tiefgreifende Maßnahmen behalten", so der FDP-Fraktionschef.

12.20 Uhr: Startup „Getyourguide“ entlässt 90 Mitarbeiter

Die zweite Coronawelle ist mit voller Wucht auch auf das Berliner Reise-Startup „Getyourguide“ zugerollt. Das Unternehmen will mit 90 Mitarbeitenden fast ein Sechstel der Belegschaft entlassen. Zuerst hatte das Internetportal „Gründerszene“ darüber berichtet. „Der derzeitige Status der Erholung des Reisemarktes zeigt, dass wir unser Unternehmen an die aktuelle Realität anpassen müssen“, heißt es in einer Stellungnahme der Geschäftsführung. Man befände sich aktuell an einem Wendepunkt. Die Entscheidung sei bereits am Dienstag in der Belegschaft verkündet worden.

12 Uhr: Giffey will Kitas und Schulen unbedingt offen halten

Egal welche Maßnahmen als nächstes zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin und Deutschland ergriffen werden: „Es ist ganz wichtig, dass Kitas und Schulen offen bleiben“, sagte Bundesfamilienministerin und Berlins designierte SPD-Chefin Franziska Giffey am Freitag im Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer Berlin. „Wenn wir über Einschränkungen nachdenken, muss es so sein, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen die letzten sind, an die heran gegangen wird.“ Dort dürften Einschränkungen nicht wieder als allererstes erfolgen, wie es im Frühjahr der Fall war. Damals hatten Kitas und Schulen über Wochen geschlossen. Sie nun offenzuhalten, sei für die arbeitenden Eltern und damit für die Wirtschaft wichtig.

11.21 Uhr: Verwaltungsgericht kippt Sperrstunde in Berlin

Die mit der Berliner SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung verhängte Sperrstunde für Gaststätten hält einer rechtlichen Überprüfung nicht stand. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in zwei Eilverfahren entschieden. Das Alkoholverbot nach 23 Uhr bleibt aber bestehen.

"Für die Gastro-Sperrstunde fehlte von Anfang an jede vernünftige Begründung. Wir freuen uns daher, dass das Verwaltungsgericht jetzt ein Machtwort gesprochen hat," so Rechtsanwalt Niko Härting, der sechs Gastwirte vor Gericht vertreten hat.

Gegen die Sperrstunde, die von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens gegolten hatte, hatten sich die Antragsteller, insgesamt elf Gastronomen, in zwei Eilverfahren zur Wehr gesetzt. Dem hat die 14. Kammer des Verwaltungsgerichts nun stattgegeben. Das Urteil gilt allerdings nur für sie. Faktisch steht damit aber die Sperrstunde in Berlin vor aber dem Aus.

Zwar habe die Maßnahme das legitime Ziel gehabt, die Ausbreitung von Corona innerhalb der Bevölkerung zu verringern und damit eine Überlastung des öffentlichen Gesundheitssystems zu vermeiden. Nach den vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Daten hätten Gaststätten aber unter den bislang geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen keinen derart wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen gehabt, dass eine Sperrstunde als weitere Maßnahme erforderlich sei.

Auch die Gefahr einer alkoholbedingten „Enthemmung“ nach 23 Uhr besteht nach Auffassung des Gerichts nicht, weil die Verordnung ein von den Antragstellern nicht angegriffenes Alkoholausschankverbot nach diesem Zeitpunkt enthält – das also bestehen bleibt. Gastwirten könne nicht pauschal unterstellt werden, dass sie diese Vorgaben typischerweise nicht einhielten. Das Land Berlin hat die Möglichkeit, gegen den Beschluss Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einzulegen.

10.20 Uhr: Steigende Infektionszahlen in Brandenburg

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg erneut gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 153 neue Fälle innerhalb eines Tages. Am Vortag waren es 144 Neuinfektionen. Mit jeweils 20 neuen Fällen war die Zahl der Neuinfektionen in Cottbus und im Landkreis Mittelmark am höchsten. Cottbus gilt bereits seit Donnerstag als Risikogebiet, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über den kritischen Wert von 50 gestiegen war. Inzwischen liegt sie dort bei 70,2.

In Frankfurt (Oder) hat dieser Wert mit 41,6 die Warnschwelle von 35 überschritten. Damit gilt nun eine Maskenpflicht in Bürogebäuden, in der Gastronomie und in Aufzügen, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte.

Aktuell sind 966 Menschen in Brandenburg erkrankt, 105 mehr als am Donnerstag. 60 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, davon vier intensivmedizinisch beatmet. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen stieg um einen Fall auf 178. Als genesen gelten 4236 Personen, 47 mehr als am Vortag. Insgesamt wurden seit März in Brandenburg 5380 bestätigte Infektionen registriert.

5.03 Uhr: Deutlich weniger Gewerbe-Mietzuschüsse beantragt als erwartet

Mehrere hundert Gewerbetreibende haben in der Corona-Krise Mietzuschüsse bei der Investitionsbank Berlin beantragt. 349 Anträge auf insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro gingen bis Donnerstag bei der Förderbank des Landes ein, wie ein Sprecher mitteilte. Das ist aber nur ein Bruchteil dessen, was der Senat erwartet hatte. Das Land hatte 90 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Anträge sind nur noch am heutigen Freitag möglich.

Die Soforthilfe Gewerbemieten richtet sich an besonders hart von der Krise betroffene Mittelständler mit mehr als 10 und weniger als 250 Beschäftigten. Sie können einen Zuschuss in Höhe der Hälfte ihrer Mieten oder Pachten im April und Mai erhalten. Die Hürde für Hilfen ist jedoch hoch: Voraussetzung ist, dass im April und Mai der Umsatz um mindestens 60 Prozent zurückgegangen ist.

Im Durchschnitt haben die Anträge ein Volumen von rund 11.000 Euro. Das meiste Geld ist noch nicht ausgezahlt. 231 Anträge in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro sind noch in Bearbeitung, wie es bei der Bank hieß. Ausgezahlt wurden bislang 662.000 Euro an 73 Antragsteller. 45 Anträge sind abgelehnt worden.

4.31 Uhr: Kalayci für Ausweitung der Maskenpflicht

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat sich nach den Bund-Länder-Beschlüssen für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf bestimmte Orte im öffentlichen Raum ausgesprochen. „Es gibt Plätze und Straßen in Berlin, wo wir wissen, dass es einfach eng wird“, sagte die SPD-Politikerin.

An solchen Stellen mache das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Freien Sinn: „Unser Grundprinzip bei allen Maßnahmen ist ja, dass dort, wo Abstand halten nicht möglich ist, die Maske eingesetzt werden muss.“ Sie begrüße es, dass es sich um eine differenzierte, also zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahme handle - das sei weniger hart als in manchen anderen Ländern, wo eine Mund-Nase-Bedeckung generell im Freien getragen werden müsse.

Kalayci kündigte an, die Maßnahme bei der Senatssitzung am kommenden Dienstag vorzuschlagen. Eine Liste mit Orten, die für eine Maskenpflicht in Frage kommen, könne man im Fall eines Beschlusses mit den Bezirken erstellen. Die Senatorin nannte als Beispiel etwa die Schloßstraße in Steglitz, wo sich ältere Menschen und Familien drängten. Eine Maskenpflicht gilt in Berlin unter anderem schon in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen sowie in Büros - ausgenommen am eigenen Schreibtisch.

+++ Donnerstag, 15. Oktober +++

19 Uhr: Corona-Verstöße - Mitte macht "Neue Odessa Bar" dicht

Der Bezirk Mitte hat nach wiederholten Verstößen eine Bar dauerhaft geschlossen. Wie der Bezirk am Donnerstag mitteilte, sei im Rahmen der Kontrollen des Ordnungsamts am vergangenen Sonnabend eine Bar auf der Bezirksgrenze zwischen Mitte und Pankow geschlossen worden, nachdem Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt worden waren. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es sich dabei um die „Neue Odessa Bar“ auf der Torstraße handeln.

Laut Bezirk war die betroffene Bar bereits in der Vergangenheit auffällig geworden. Gegen den Betreiber sei ein Bußgeld in Höhe von 5000 Euro verhängt worden. Der Bezirk Mitte hatte bereits Anfang August öffentlich nach Gästen aus der Neuen Odessa Bar gesucht, nachdem sich dort eine Person aufgehalten hatte, die positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

16.57 Uhr: Senat berät über Ausweitung der Maskenpflicht

Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie könnte in Berlin eine Ausweitung der Maskenpflicht in Außenbereichen kommen. „Ob eine erweiterte Maskenpflicht auch auf einigen ausgewählten Plätzen, wo regelmäßig Menschen eng zusammenkommen und wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, ein Instrument sein kann, darüber werden wir im Senat am kommenden Dienstag beraten“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Dem Vernehmen nach stehen dabei zeitlich begrenzte Regelung im Raum, etwa auf Wochenmärkten oder vollen Einkaufsstraßen am Sonnabend. „Keiner kann sich sicher sein, dass die Maßnahmen, die wir beschlossen haben, so greifen, wie wir es uns erhoffen. Das werden wir erst zeitversetzt sehen und entsprechend bewerten“, sagte Müller. Berlin habe viele Maßnahmen, auf die sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt hatten, schon längst beschlossen.

„Sobald wir in einigen Tagen bis Wochen sehen, ob die Maßnahmen wirken, müssen wir sehen, ob wir hier noch weiter nachschärfen müssen. Das ist nicht ausgeschlossen und es hängt an jedem einzelnen von uns, das zu verhindern“, erklärte der Regierende Bürgermeister.

16.17 Uhr - 551 Neuinfektionen in Berlin - Inzidenz jetzt bei 78,3

In Berlin haben weitere 551 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit gab es seit Beginn der Pandemie im März 20.087 Infektionen, wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervorgeht. Weiterer zwei Menschen sind mit Covid-19 gestorben, die Zahl der Todesopfer steigt damit auf 238. 15.391 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der aktuell Infizierten steigt damit um 6,8 Prozent auf 4458. 239 Menschen werden mittlerweile in Krankenhäusern behandelt, davon 59 intensivmedizinisch.

Die Ampel für den R-Faktor steht mit 0,94 auf Grün, die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter und beträgt jetzt 78,3. Damit steht die dazugehörige Ampel weiter auf Rot. 4,6 Prozent der Intensivbetten sind mit Corona-Patienten belegt, die Ampel steht auf Grün.

Die meisten Neuzugänge meldet Mitte (+110), gefolgt von Neukölln (+98) und Tempelhof-Schöneberg (+95). Spandau und Steglitz-Zehlendorf haben keine neuen Infektionen gemeldet.

15.58 Uhr: Corona-Kontrollen nach 23 Uhr in Neukölln "faktisch unmöglich"

In Neukölln hat das Ordnungsamt die Überwachung der Infektionsschutzverordnung bereits seit März priorisiert. Dazu gehöre auch die Überwachung der Sperrstunde, teilt das Bezirksamt mit. Allerdings seien die Dienstzeiten der Außendienstkräfte auf 6 bis 24 Uhr festgelegt. Damit müssten die Außeneinsätze um 23 Uhr beendet werden, damit noch die notwendigen Abschlussberichte geschrieben sowie Material und Fuhrpark überprüft werden könnten. "Damit wird die Umsetzung der Überwachung der sog. Sperrstunde ab 23 Uhr 'faktisch unmöglich'".

Ein verlängerter Einsatz auf "freiwilliger Basis" in Abstimmung mit dem örtlichen Personalrat werde zusätzlich geprüft. Weiter heißt es: "Das Ordnungsamt macht schon heute regelmäßig Gebrauch von dieser freiwilligen Regelung. Das werde "im Einzelfall" auch bei der Überwachung der neuen Verordnung möglich sein. Ein verlängerter Einsatz auf freiwilliger Basis werde zusätzlich geprüft.

Der Bezirk rege an, dass der Senat zeitnah das Gespräch mit dem Hauptpersonalrat suche um - zumindest vorübergehend - eine landesweit einheitliche Handhabung zu erreichen. Bezirksbürgermeister Martin Hikel habe sich dahingehend vor wenigen Tagen mit einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller sowie Innensenator Andreas Geisel gewandt.

15.40 Uhr: Finanzsenator Kollatz: Personal in Gesundheitsämtern wird aufgestockt

In der Berliner Verwaltung wird das Personal zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgestockt. „Die Bezirke und das Land werden sicherlich noch in diesem Jahr, das heißt in den nächsten Wochen, eine mittlere dreistellige Zahl an Personen einstellen“, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Ein Großteil davon werde in den stark belasteten Gesundheitsämtern gebraucht.

Ziel sei zum einen, dort die gut 200 aktuell noch freien Stellen zu besetzen - nicht zuletzt, um bei der Nachverfolgung von Infektionen handlungsfähig zu bleiben. Weitere 60 Stellen sehe der erste Nachtragshaushalt vor.

Der Bund habe außerdem erst jüngst angekündigt, bundesweit 5000 Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu finanzieren. Davon entfielen dem Verteilungsschlüssel gemäß etwa 240 Stellen auf das Land Berlin. Insofern werde ein größerer Teil der in Berlin zu besetzenden Stellen für bis zu sechs Jahre durch den Bund finanziert.

15.26 Uhr: Corona-Kontrolle statt Parksünder aufschreiben

127 Berliner Ordnungsamtsmitarbeiter, die bislang ausschließlich für die Parkraumüberwachung zuständig waren, sollen bald auch die Einhaltung der Corona-Maßnahmen in Berlin kontrollieren. Das teilte die Innenverwaltung der Berliner Morgenpost mit. Im August hat die Innenverwaltung ein Programm initiiert, um Parkraumüberwachungskräfte für diese Aufgabe fortzubilden. 127 hätten sich bislang für die 10-tägige Fortbildung gemeldet. Insgesamt sollen 240 Dienstkräfte auf diesem Weg gewonnen werden. Am Freitag werden die ersten 20 Teilnehmer den Kurs abschließen und anschließend auch die Einhaltung der Corona-Regeln überwachen können. Kommende Woche startet der Kurs mit weiteren 20 Mitarbeitern. „Die Verwaltungsakademie Berlin ist bemüht, die Kurstaktungen zu intensivieren, damit auch zeitgleiche oder versetzte Kurse stattfinden können“, erklärte ein Sprecher der Innenverwaltung.

15.00 Uhr: Lichtenberg kontrolliert an Wochenenden bis 2 Uhr nachts

Auch im Bezirk Lichtenberg soll das Ordnungsamt künftig bis in die Nacht unterwegs sein. "Wir werden jetzt auch bis 2 Uhr nachts kontrollieren, dies aber eher an den Wochenenden", kündigt Ordnungsstadtrat Martin Schaefer (CDU) an. Corona-Kontrollen konnten bislang nur bis 22 Uhr durchgeführt werden. Lärmbeschwerden habe es auch in Lichtenberg zu nächtlicher Uhrzeit gegeben.

14.17 Uhr: Masken in Einkaufszentren - Zuschauerverbot bei FC Energie Cottbus

Nach zahlreichen Neuinfektionen innerhalb der letzten Woche hat die Stadt Cottbus schärfere Corona-Regeln erlassen. Ab sofort müsse in den großen Einkaufszentren eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Zudem dürfe das kommende Heimspiel des FC Energie Cottbus am 24. Oktober gegen den Berliner Athletik Klub 07 nur ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums hatte die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag mit 57,2 pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage die kritische Schwelle von 50 überschritten. Damit gilt Cottbus als Risikogebiet. Nach Angaben der Stadtverwaltung liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bereits bei 66.

14.09 Uhr: Ordnungsamt Treptow-Köpenick hat bereits verlängerte Dienstzeiten

Das Ordnungsamt Treptow-Köpenick hat schon am vergangenen Wochenende länger gearbeitet, wie Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) sagte. Verstöße gab es keine. „Bei uns sind alle lieb“, kommentierte Igel augenzwinkernd. Kontrolliert wird auch am kommenden Wochenende in kleinen Teams mit der Polizei – und zwar von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag, jeweils von 23 bis 2 Uhr nachts.

Eine flächendeckende Kontrolle im Bezirk sei kaum möglich, Schwerpunkte würden die Teams daher in Gebieten mit vielen Gaststätten wie etwa Oberschöneweide oder Alt-Treptow im Norden legen. Die Kontrollen am Wochenende hält Igel für ausreichend. Wenn sein Ordnungsamt unter der Woche Hinweise auf Verstöße gegen die Sperrstunde erhalte, reagiere man natürlich gleich darauf. „Aber die eigentlichen Probleme gibt es ja eher am Wochenende“, so Igel.

14.08 Uhr: Ordnungsamt Neukölln plant vorerst keine verlängerten Dienstzeiten

In Neukölln wird regelmäßig kontrolliert, das Ordnungsamt plant vorerst aber keine verlängerten Dienstzeiten. Darüber entscheiden müsste Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der allerdings gerade im Urlaub ist.

13.46 Uhr: Verwaltungsgericht - Knapp 200 Verfahren zu Corona-Regelungen

Die Corona-Regelungen haben dem Verwaltungsgericht in der Hauptstadt bislang viel Arbeit eingebracht. Allein bei der 14. Kammer, die für das Infektionsschutzrecht zuständig ist, seien bis zu diesem Donnerstag 196 Verfahren eingegangen, sagte Vize-Sprecher Dominic Hörauf der dpa. Überwiegend seien Eilanträge gegen die Corona-Eindämmungsverordnung des Senats eingereicht worden, nur in seltenen Fällen Klagen. 151 Fälle seien bislang erledigt worden. Auch andere Kammern des Gerichts haben demnach mit den Corona-Regelungen zu tun, etwa wenn es um das Versammlungs- oder Schulrecht gehe.

Aktuell stehen Entscheidungen zur Berliner Sperrstunde von 23.00 bis 6.00 Uhr in zwei Eilverfahren aus. Zuletzt wies das Gericht den Antrag von Eltern ab, die durchsetzen wollten, dass ihr Schulkind vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit wird. Das Gericht habe die Ansicht der Schule bestätigt, die ein „unspezifisches Attest“ für das Kind nicht akzeptiert habe, so der Sprecher. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über den Fall berichtet.

13.43 Uhr: Hertha plant nach wie vor mit 5000 Zuschauern gegen Stuttgart

Hertha BSC rechnet wie geplant vorerst mit 5000 Zuschauern im Olympiastadion an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Der Verein stehe im engen Austausch mit den Behörden, diese hätten bestätigt, dass es nach wie vor so durchführbar sei, sagte Hertha-Sprecher Marcus Jung am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zu der Partie mit Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz.

Jung stellte aber angesichts der Infektionszahlen vor allem auch in Berlin klar: „Wir beharren nicht auf irgendwas.“ Sollte sich an der Einschätzung der Behörden etwas ändern, werde Hertha kurzfristig reagieren. Derzeit würden die Behörden und das Gesundheitsamt von einem sehr geringen bis keinem Infektionsrisiko ausgehen.

13.20 Uhr: Ministerpräsident Woidke: "Wir setzen alles daran, damit Kitas und Schulen offenbleiben"

Das Brandenburger Kabinett will am Dienstag über strengere Corona-Beschränkungen für private Feiern und Gaststätten entscheiden. Geplant sei, dass ab 35 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche nur bis zu 25 statt derzeit 50 Menschen in öffentlichen Räumen und 15 statt 25 Menschen zuhause privat feiern dürfen, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit.

Cottbus ist als erste Region in Brandenburg ein Corona-Risikogebiet mit mehr als 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Am Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Hotspots hält das Land fest.

13.12 Uhr: Ordnungsamt kontrolliert in Spandau bis Mitternacht

Ordnungsstadtrat Stephan Machulik (SPD) berichtet, dass es in Spandau derzeit bis 0 Uhr Kontrollen vom Ordnungsamt gibt. Eine Verlängerung der Zeiten, wie in Charlottenburg-Wilmersdorf, wurde aber auch in dem Bezirk ins Auge gefasst: "Wir arbeiten gerade an einer Lösung bis 1 Uhr, um gerade die Sperrstunde noch effektiver zu kontrollieren", so der Stadtrat.

12.55 Uhr: Sommerschule in Berlin auch im Herbst

Berliner Schüler können in den derzeit laufenden Herbstferien wegen der Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachholen. Dazu werde die sogenannte Sommerschule auch in den beiden Herbstferienwochen bis zum 23. Oktober angeboten, teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag mit.

Das Angebot gibt es demnach an etwa 400 allgemeinbildenden Schulen, 7000 Schülerinnen und Schüler sind angemeldet. Während im Sommer viele Kinder aus unteren Klassen dabei waren, hat sich das nun zugunsten der Schüler aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10 verschoben. Während der Herbstschule unterrichten Mitarbeiter von Bildungsträgern die Kinder und Jugendlichen eine oder zwei Wochen lang, etwa in Deutsch, Mathematik oder Fremdsprachen. Die Teilnahme ist freiwillig.

11.45 Uhr: Corona lässt in Berlin die Exporte einbrechen

Die coronabedingte Schließung von Produktionsanlagen, die Unterbrechung von Lieferketten und der allgemeine Nachfrageeinbruchs belasten den Welthandel stark. Laut der Investitionsbank (IBB) wurde durch die Wirtschaftskrise auch die positive Exportentwicklung in Berlin jäh gestoppt. Hier den ganzen Artikel lesen!

11.18 Uhr: Neukölln ist bundesweit größter Corona-Hotspot

Der Amtsarzt von Berlin-Neukölln befürchtet eine Entwicklung wie in seinem Bezirk auch in anderen Großstädten. „Was wir jetzt schon in Neukölln erleben, sind nur die Vorboten von dem, was wir wahrscheinlich in allen Metropolen des Landes erleben werden. Neukölln ist der Sensor für das ganze Land“, sagte Nicolai Savaskan dem „Tagesspiegel“.

Er verglich die Situation in Neukölln mit einem Waldbrand: „Wir haben nicht mehr einen Brandherd, sondern multiple Glutnester - nicht Dutzende, sondern Hunderte.“ Bei 70 Prozent der Fälle sei der Infektionsherd nicht mehr zu finden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir seit Wochen ein asymptomatisches Infektionsgeschehen hatten, das im Verborgenen lief“, sagte Savaskan. In seinem Bezirk sei aber durchaus sehr proaktiv getestet worden, weshalb man vielleicht auch ein klareres Bild der Lage habe.

Der Amtsarzt sprach sich für eine risikobasierte Pandemiebekämpfung aus - „im Sinne des Schutzes aller vulnerablen Gruppen“. Das heiße, dass man empfehlen würde, „dass Risikogruppen gesondert den öffentlichen Raum betreten und mit Schutzausrüstung ausgestattet werden“. Auch eine neue Informationskampagne hält er für nötig: „Alle neuen Maßnahmen werden nur so erfolgreich sein, wie sie auch verstanden und, wichtiger noch, akzeptiert werden.“ Im Bezirk fange man teilweise bei Beratungen wieder bei Null an, weil etwa Quarantäne-Regeln nicht bekannt seien.

Nach Daten der Berliner Gesundheitsverwaltung wurden in Neukölln in den vergangenen sieben Tagen 571 Neuinfektionen erfasst. Das sind 173,1 pro 100.000 Einwohner - die als kritisch definierte Schwelle liegt bei 50. Auch im Vergleich mit Corona-Hotspots im ganzen Bundesgebiet ist Neukölln laut Robert Koch-Institut führend.

11.10 Uhr: Brandenburg übernimmt Corona-Regeln - Beherbergungsverbot bleibt

Für private Feiern sollen in Brandenburg bei einem starken Anstieg der Corona-Infektionen künftig schärfere Regeln gelten. Die Vereinbarungen von Bund und Ländern sollten übernommen werden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Dominik Lenz, am Donnerstag in Potsdam. Die Landesregierung werde zudem das Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Hotspots erst einmal beibehalten. Bund und Länder beschlossen am Mittwoch, dass spätestens ab 35 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche nur bis zu 25 Menschen in öffentlichen Räumen und 15 zuhause privat feiern dürfen. Derzeit liegen die Grenzen bei 50 beziehungsweise 25 Menschen.

11.05 Uhr: Cottbus ist als erste Region in Brandenburg Risikogebiet

Als erste Region in Brandenburg zählt die Stadt Cottbus zu den bundesweiten Risikogebieten mit mehr als 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Der Wert liege bei 57,2, teilte das Gesundheitsministerium mit. Ab dem Wert von 50 sollen künftig schärfere Corona-Regeln gelten.

11.08 Uhr: Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf kontrolliert bis 2 Uhr

Das Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf wird künftig bis 2 Uhr morgens kontrollieren, ob sich Gastwirte an die Sperrstunde halten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bezirksamts hervor. Bislang kontrollierte das Ordnungsamt täglich bis 22 Uhr. Nun habe es seine Dienstzeiten „auf freiwilliger Basis“ erweitert, heißt es in der Pressemitteilung, um „die Sperrzeit“ für Gastronomen zu durchzusetzen. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen Gastwirte momentan nur bis 23 Uhr ihre Lokale öffnen. Die Dienstzeiten des Ordnungsamtes in Charlottenburg-Wilmersdorf werden zunächst bis zum 31. Oktober 2020 verlängert, eventuell sogar bis zum 15. November 2020.

11.07 Uhr: Nun beschlossen - Gastronomen erhalten bis zu 3000 Euro Corona-Soforthilfe

Berliner Gastronomen, die wegen der nächtlichen Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, können bis zu 3000 Euro staatliche Soforthilfe erhalten. Das Geld soll als Zuschuss für Mietkosten fließen, wie der Senat bei einer Schaltkonferenz am Donnerstagvormittag beschloss.

Beschlüsse darüber hinaus fasste der Senat am Donnerstag nicht. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, über die am Mittwoch auch beim Treffen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten wurden, sollen bei der regulären Senatssitzung am nächsten Dienstag besprochen und gegebenenfalls beschlossen werden.

10.56 Uhr: Corona machte Top-Transfers für Union möglich

Trotz vieler negativer Folgen hatte die Corona-Krise einen positiven Effekt auf den Transfersommer des 1. FC Union Berlin. „Ich weiß nicht, ob Spieler wie Joel Pohjanpalo oder Loris Karius oder Max Kruse für uns ein Thema gewesen wären, wenn es Corona nicht gegeben hätte. Denn wir haben klar gesagt: Das geht bei uns, und hier ist Ende“, sagte Profifußball-Geschäftsführer Oliver Ruhnert der Zeitung „Welt“. Auf Transfers für den Fußball-Bundesligisten bezogen habe „Corona nicht nur geschadet, sondern auch geholfen“, sagte Ruhnert, ergänzte aber auch: „So schlimm diese ganzen damit einhergehenden Probleme in Bezug auf das Virus auch sind.“

10.49 Uhr: Hertha BSC: Matteo Gouendouzi positiv auf Corona getestet

Hertha-Spieler Matteo Gouendouzi ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der 21jährige sei symptomfrei und ihm gehe es gut, teilte der Verein mit. Nach seiner Rückkehr von der französischen U21-Nationalmannschaft wurde bei ihm am Dienstag ein Corona-Test durchgeführt. Da das Ergebnis positiv ausfiel, wurde noch am Mittwochabend ein zweiter Test durchgeführt. Das Ergebnis am Donnerstagmorgen zeigte dann ebenfalls ein positives Ergebnis. Das bedeutet, dass Mattéo Guendouzi nun bis zum Ablauf einer zehntägigen Quarantäne isoliert bleibt. Weitere Maßnahmen seien nicht nötig, da er bisher keinen Kontakt mit der Mannschaft oder anderen Mitarbeitern um das Team herum hatte, hieß es seitens des Vereins.

9.04 Uhr: Michael Müller - Es kommt auf jeden Einzelnen an

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen in der Corona-Krise hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erneut auch an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert. Es werde gerade im privaten Bereich darauf ankommen, dass die Menschen den Ernst der Lage wieder erkennen: „Wer seine Oma, seinen Opa oder andere Familienmitglieder nicht gefährden will, der macht jetzt einfach auch keine Feiern mit 30, 40 Leuten im privaten Raum bei sich zuhause“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im RBB-Inforadio. Man könne und wolle nicht vor jede Wohnungstür einen Polizisten stellen.

„Wir gehen hier keinen deutschen Sonderweg“, betonte der Regierende. Man dürfe sich nicht in Sicherheit wiegen, sondern müsse die Entwicklung in Ländern betrachten, „die sich erst mal zurückgelehnt haben“. Dort seien die Zahlen explodiert. „Das darf uns nicht passieren, wenn wir alle miteinander weiter einschneidende Maßnahmen verhindern wollen. Es kommt jetzt auf jeden und jede Einzelne an.“

8.43 Uhr: Corona-Prämie für Pflegekräfte wird aufgestockt

Berlin stockt die Corona-Prämie des Bundes für Pflegekräfte auf bis zu 1500 Euro steuer- und abgabenfrei auf. Für den Landesanteil der Corona-Prämie stellt das Land Berlin insgesamt 18,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der gestaffelte Anspruch richtet sich nach Arbeitszeit und Tätigkeit der Pflegekräfte. Die volle Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung.

Pflegesenatorin Dilek Kalayci: „Über die einmalige Corona-Prämie hinaus benötigen Pflegekräfte vor allem eine verlässliche Zusage für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne. Deshalb setzt sich der Berliner Senat auf Bundesebene seit längerem für die Einführung eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags ein. Mit dem Berliner Pakt für die Pflege arbeite ich gemeinsam mit allen Verantwortlichen an der Steigerung von Auszubildendenzahlen und attraktiveren Arbeitsbedingungen.“

8 Uhr: Eine Person für eine Stunde: Wieder Corona-Regeln für Krankenhaus-Besuch

Wegen des Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen in Berlin sollen ab Samstag Besuchsregeln für die Krankenhäuser in der Stadt gelten. Eine entsprechende Verordnung hat die Senatsgesundheitsverwaltung erlassen. Einmal am Tag sollen Patienten demnach von einer Person Besuch bekommen können - für eine Stunde. Menschen mit Symptomen, die auf Covid-19 hinweisen, dürfen nicht zu Besuch in Kliniken kommen.

Für den Besuch bei Schwerstkranken und Sterbenden sind keine Einschränkungen vorgesehen. Auch Seelsorge ist weiter möglich. Für Geburten gilt künftig, dass sich die Frauen einen Menschen aussuchen dürfen, der sie begleitet. Die Verordnung soll laut Gesundheitsverwaltung am Freitag im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes veröffentlicht werden und am Samstag in Kraft treten.

5.01 Uhr: Finanzsenator Kollatz kündigt Verstärkung für Gesundheitsämter an

In der Berliner Verwaltung wird das Personal zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgestockt. „Die Bezirke und das Land werden sicherlich noch in diesem Jahr, das heißt in den nächsten Wochen, eine mittlere dreistellige Zahl an Personen einstellen“, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Ein Großteil davon werde in den stark belasteten Gesundheitsämtern gebraucht.

Ziel sei zum einen, dort die gut 200 aktuell noch freien Stellen zu besetzen - nicht zuletzt, um bei der Nachverfolgung von Infektionen handlungsfähig zu bleiben. Weitere 60 Stellen sehe zudem der erste Nachtragshaushalt vor. Der Bund habe außerdem erst jüngst angekündigt, bundesweit 5000 Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu finanzieren. Davon entfielen dem Verteilungsschlüssel gemäß etwa 240 Stellen auf das Land Berlin. Insofern werde ein größerer Teil der in Berlin zu besetzenden Stellen für bis zu sechs Jahre durch den Bund finanziert.

3.02 Uhr: Senat berät über Corona-Hilfe und Bund-Länder-Beschlüsse

Der Berliner Senat berät am Donnerstag über die Ergebnisse des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder zur Corona-Krise. Erwartet wird zudem ein Beschluss zu der geplanten Soforthilfe für Berliner Gastronomen, die wegen der seit Samstag geltenden nächtlichen Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind. Sie sollen bis zu 3000 Euro Zuschuss für Mietkosten bekommen können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen verständigt. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

+++ Mittwoch, 14. Oktober +++

23.31 Uhr: Müller sieht bei Beherbergungsverbot ein Umsetzungsproblem

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat das Beherbergungsverbot in manchen Bundesländern für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen kritisiert. Er sehe ein Umsetzungsproblem, sagte Müller am Mittwoch nach Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Im Falle der Hauptstadt etwa gehe es nicht nur um die Beziehungen zwischen Berlin und Brandenburg, um Pendlerströme und die Frage, wohin Berliner nun noch reisen dürften. „Sondern es kommen ja auch viele Menschen in die Stadt und bringen möglicherweise Infektionen mit.“ Müller nannte den Politik- oder Kulturbetrieb.

„Was wäre dann die Konsequenz?“, so Müller. „Die Stadt war in ihrer Geschichte mehrfach abgeriegelt, das ist für mich keine Option.“ Insofern seien „vernünftige Verabredungen“ nötig. „Nicht nur das Problem erkennen, nicht nur eine Maßnahme beschließen, sondern gemeinsam sehen, wie man die Umsetzung tragen kann. Das ist nicht nur für Berlin, das ist für die Großstädte nicht so einfach.“ Bei dem Treffen konnten sich Bund und Länder nicht auf eine gemeinsam Linie zum Beherbergungsverbot einigen.

23.15 Uhr: Regierender Bürgermeister: Einschränkungen in Corona-Krise zumutbar

Michael Müller hält die Einschränkungen für die Deutschen in der Corona-Krise für zumutbar. „Ich weiß, was wir vielen Menschen zumuten“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister nach den Beratungen im Kanzleramt. „Aber was können wir eigentlich noch tun, um jedem begreiflich zu machen: Wir sind in einer weltweiten Krise. Und in einer weltweiten Krise gibt es Einschränkungen.“ Und diese könnten erheblich dramatischer sein, als das, was Bund und Länder bisher beschlossen hätten.

Für viele sei es schon eine Einschränkung, „nicht mehr bis 24 Uhr die Kneipe offen zu haben, sondern nur noch bis 23 Uhr und - wer weiß - vielleicht in zwei oder drei Wochen nur noch bis 20 Uhr“, so Müller. „Aber die Gesundheit steht im Vordergrund. Und da ist so ein Weg auch mitzutragen.“

22.57 Uhr: Müller sieht "entscheidende Phase" in Pandemie

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält die kommenden Wochen für besonders wichtig für den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. „Wir sind jetzt in einer entscheidenden Phase“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Wenn wir weitergehende, tiefgreifende Maßnahmen vermeiden wollen (...), kommt es jetzt wahrscheinlich genau auf die nächsten Wochen an.“

Mit Blick auf die Beschlüsse des Treffens - eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie - sprach Müller von wichtigen Schritten nach vorne. Während viele Menschen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Regeln akzeptierten und sich an sie hielten, gebe es andere Bereiche „eher im privaten Raum“, wo einige die Regeln nicht achteten und damit viele andere gefährdeten. „Das haben wir uns vorgenommen.“

Müller wies darauf hin, dass viele der Maßnahmen in Berlin bereits beschlossen seien. „Aber es ist ganz klar, es muss auch umgesetzt und kontrolliert werden. Wir werden diese Kontrollpflichten sehr ernst nehmen.

21.35 Uhr: Senat berät am Mittwoch nicht mehr über Soforthilfen

Der Berliner Senat berät am Mittwochabend nicht mehr über neue Soforthilfen für Gastronomen und mögliche andere Maßnahmen in der Corona-Krise. Grund sei die lange Dauer des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten der Länder in Berlin, hieß es aus der Senatskanzlei. Das Treffen im Kanzleramt hatte gegen 14 Uhr begonnen und dauerte am Abend an. Nun will sich der Senat voraussichtlich am Donnerstag zusammenschalten, wie es weiter hieß.

Ursprünglich wollte der Senat am Abend grünes Licht geben für einen Mietzuschuss von bis zu 3000 Euro für Berliner Gastronomen, die wegen der nächtlichen Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind.

17.45 Uhr: Mehr als 100 Neuinfektionen in Brandenburg

Die Zahl der bestätigten neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus schnellt in Brandenburg in die Höhe. Dabei ist die Marke von 100 neuen Fällen erstmals seit dem 24. April übertroffen worden. Von Dienstag bis Mittwoch seien 112 zusätzliche Infektionen hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die meisten neuen Infektionen meldete der Landkreis Oberhavel mit 17, gefolgt von Potsdam mit 12.

17.15 Uhr: IHK-Chefin: Zweiten Lockdown unbedingt verhindern

Die Berliner IHK-Chefin Beatrice Kramm hat sich für eine personelle Stärkung der Gesundheitsämter und empfindliche Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht und die Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. „Ein zweiter genereller Lockdown muss unbedingt verhindert werden, denn das würde für viele Berliner Betriebe das wohl endgültige Aus bedeuten", so Kramm weiter. Es sei darüber hinaus bedauerlich, dass bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten bisher keine einheitliche Regelung zum Beherbergungsverbot gefunden worden sei. "Wieso jemand aus Bayern in Berlin übernachten kann, aber eine Berlinerin oder ein Berliner in Bayern nicht, entzieht sich jedweder Logik und verunsichert die Wirtschaft", erklärte Kramm am Mittwoch in einem Statement.

16.23 Uhr: 503 Neuinfektionen in Berlin - Inzidenz steigt auf 76,3

In Berlin haben sich weitere 503 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit steigt die Zahl aller Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 19.536. Aktuell sind in Berlin 4174 Menschen infiziert, 15.126 gelten als genesen. Die Zahl der Todesopfer ist nicht weiter gestiegen, sie bleibt bei 236.

Den höchsten Zuwachs an Neuinfektionen vermeldet Mitte (+95), gefolgt von Neukölln (+87) und Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Friedrichshain-Kreuzberg (jeweils +62).

224 Menschen werden zurzeit wegen Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, davon 59 intensivmedizinisch.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt jetzt bei 76,3, die entsprechende Corona-Ampel steht auf Rot. Der 4-Tage-R-Wert ist unter 1 gefallen, er liegt bei 0,92, die Ampel steht auf Grün. Der Prozentsatz der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten steigt auf 4,5 Prozent, die Ampel steht auf Grün.

15.50 Uhr: Ramona Pop begrüßt Wirtschaftshilfen des Bundes

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop hat erfreut auf die Ankündigung des Bundes reagiert, Unternehmen in der Corona- Krise weiter zu helfen. „Der Corona-Herbst bringt weitere Einbußen insbesondere bei Gastronomie, Hotellerie und Veranstaltungsbranche“, erklärte die Grünen-Politikerin am Mittwoch.

Frühere Versprechen der Bundesregierung und aller Parteien seien klar gewesen: Gesunde Unternehmen sollen durch die Krise kommen und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Es wäre nicht verständlich, wenn nun auf halbem Weg der Bazooka die Power ausginge“, meinte Pop. Sie verwies darauf, dass Berlin bereits eigene Hilfen konzipiert habe.

13.15 Uhr: Umstrittene Kampagne wird gestoppt

Die umstrittene Kampagne der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin wird gestoppt. Das berichtet die BZ. Demnach soll es weitere Zeitungsanzeigen und eine Plakatierung in Friedrichshain-Kreuzberg nicht geben. „Wenn sich Leute persönlich getroffen fühlen, war das nicht beabsichtigt. Das tut uns leid", sagte Sprecher Christian Tänzler am Mittwoch der BZ.

Auf dem Plakat ist eine ältere Frau zu sehen, die eine auffällige Mund-Nasen-Bedeckung trägt und den Betrachtern den Mittelfinger entgegenstreckt. Mit dem Motiv sollte für die Einhaltung der Corona-Regeln geworben werden. Der Text darüber und daneben lautet allerdings: „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.“ Ein Versehen? Nein, sagte Tänzler am Dienstag. Der Widerspruch sei gewollt. „Das ist bewusst so gemacht.“

10.50 Uhr: Erstmals seit April mehr als 100 neue Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neu festgestellter Ansteckungen mit dem Coronavirus schnellt auch in Brandenburg in die Höhe. Die Marke von 100 neuen Fällen wurde zum ersten Mal seit dem 24. April übertroffen. Von Dienstag bis Mittwoch seien 112 zusätzliche Infektionen hinzugekommen, teilte die Landesregierung am Mittwoch mit. Die Zahl der registrierten Ansteckungen seit März übertraf die 5000er-Grenze und liegt bei 5083. Die meisten neuen Infektionen meldete der Landkreis Oberhavel mit 17, gefolgt von Potsdam mit 12. Derzeit gelten 763 Menschen als erkrankt. Geschätzt 4143 sind genesen.

10.40 Uhr: Gesundheitsämter suchen Personal - oft auch befristet

Gesundheitsämter sind in der Pandemie häufig unterbesetzt. Die Bezirksämter schätzen die Arbeitsbelastung überwiegend als permanent hoch ein und versuchen derzeit, Stellen für die Kontaktnachverfolgung befristet zu besetzen, wie eine dpa-Umfrage ergab. Michael Müller hatte am Freitag von berlinweit 200 offenen Stellen gesprochen.

Im Bezirksamt Pankow sind rund 20 Stellen unbesetzt. Für die Kontaktnachverfolgung sollen 18 befristete Stellen besetzt werden. Die Arbeitsbelastung in Charlottenburg-Wilmersdorf schätzt das Bezirksamt als „enorm“ ein. Im Gesundheitsamt sind den Angaben zufolge gut 20 Stellen nicht besetzt, für die Kontaktnachverfolgung werden ebenfalls Mitarbeiter befristet eingestellt. Das Bezirksamt Mitte hat aktuell 8 offene Stellen, in den kommenden Wochen sollen 36 Stellen zur Kontaktnachverfolgung besetzt werden. Im Bezirksamt Spandau sind 23 Stellen offen, 15 Stellen sollen befristet für einen „Corona-Stab“ besetzt werden. Im Bezirksamt in Neukölln sind den Angaben zufolge 13,5 Stellen nicht besetzt, 26 befristete Stellen sind eingerichtet, das Besetzungsverfahren läuft.

10.09 Uhr: Kein Online-Formular für Corona-Verstöße in Berlin

Berlin plant kein Online-Formular, mit dem Verstöße gegen Corona-Regeln gemeldet werden können. Das teilte eine Senatssprecherin am Mittwoch auf Anfrage mit. Ein solches Formular der Stadt Essen ist auf heftige Kritik gestoßen. Auf der Facebookseite von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) heißt es dazu: „Dieses Denunziationsportal ist mit Sicherheit rechtswidrig und sollte sofort gelöscht werden.“ Auch von dem Grünen-Digitalexperten Dieter Janecek kam Kritik: „Verwaltungen sollten Bürger nicht mit Formularen ermuntern, andere Bürger zu denunzieren“, sagte er der „Bild“, die am Mittwochmorgen über das Formular und die Reaktionen darauf berichtet hatte.

Die Stadt Essen verteidigte das Formular: Es diene der „Kanalisierung von Informationen, die das Ordnungsamt sonst telefonisch oder per E-Mail erhält. Zu keiner Zeit haben wir das Formular beworben oder aktiv dazu aufgefordert, Verstöße zu melden“, twitterte die Stadt.

9.30 Uhr: Corona-Teststelle am Flughafen Tegel schließt

Fluggäste können von diesem Donnerstag an keine Corona-Tests mehr am Flughafen Tegel vornehmen lassen. „Vor dem Hintergrund der kommenden Schließung Tegels werden Reisende aus Risikogebieten an den Zentralen Omnibusbahnhof und den Hauptbahnhof verwiesen“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch. Man halte das für zumutbar. Der Flughafen geht am 8. November vom Netz, der Berliner Flugverkehr wird dann in Schönefeld konzentriert. Die Teststelle in Tegel war zum Ende der Urlaubssaison Ende Juli in Betrieb gegangen.

8.54 Uhr: Staatskapelle Berlin sagt Tournee ab

Die Staatskapelle Berlin und ihr Chefdirigent Daniel Barenboim haben ihre für November geplante Tour durch Europa coronabedingt abgesagt. Es habe sich gezeigt, dass die vom 6. bis 22. November geplante Tournee nach Paris, Athen und Wien nicht möglich sei, hieß es in einer Mitteilung der Staatsoper Unter den Linden vom Mittwoch. Grund sei auch die „komplexe Situation mit Reisen in drei Staaten, mit jeweils unterschiedlichen Reise- und Quarantäneregelungen“. Geplant waren Konzerte mit einem Beethovenzyklus im Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag des Komponisten.

Die Konzerte sollen nach Möglichkeit an den jeweiligen Orten nachgeholt werden. „Im Moment setzen wir alles daran, in Berlin weiterhin so viel Kultur wie möglich für unser Publikum realisieren zu können“, hieß es.

6 Uhr: Corona-Regeln missachtet - Polizeieinsatz in Neuköllner Café

In Neukölln sind mehrere Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt worden. An der Hermannstraße wurden in einem Café nach Beginn der Sperrstunde gegen 23.20 Uhr noch Gäste bewirtet. Das Personal trug keine Masken. Kontaktdaten wurde nur unzureichend aufgenommen. Für den Außenbetrieb des Cafés lag keine Genehmigung vor. Als die Polizei anrückte verließen etwa fünf Gäste fluchtartig das Lokal, die auch nicht in der Gästeliste aufgeführt waren. Augenzeugen berichteten, dass die Betreiber des Cafés äußerst aggressiv auf den Einsatz reagierten. Das Café soll bereits in der Vergangenheit durch Verstöße gegen die Corona-Regeln und wegen illegalen Glücksspiels aufgefallen sein.

+++ Dienstag, 13. Oktober +++

20.42 Uhr: IHK-Präsidentin - 3000 Euro reichen nicht

Berlins IHK-Präsidentin Beatrice Kramm bezweifelt, dass die vom Berliner Senat geplante neue Soforthilfe für Gaststätten und Bars eine große Hilfe ist. „Viele Barbetreiber sind Einzelunternehmer, da geht es schlicht und ergreifend um ihre wirtschaftliche Existenz. 3000 Euro sind besser als nichts, ganz definitiv, aber sie werden nicht helfen, um über diesen Winter zu kommen“, sagte Kramm am Dienstag der RBB-„Abendschau“.

Der Senat hat sich am Dienstag auf entsprechende Soforthilfen wegen der neuen Sperrstunde verständigt und will sie voraussichtlich am Mittwoch beschließen. Er will Schankbetrieben Mietkosten von bis zu 3000 Euro erstatten. Kramm sprach sich deutlich gegen die Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr aus. „Ich glaube nicht, dass die Sperrstunde das geeignete Mittel ist. Wichtig ist, dass man nochmal hinguckt, wo findet Infektionsgeschehen besonders statt“, so die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer.

Die Sperrstunde sei sogar geeignet, das Infektionsgeschehen noch zu verstärken. „Denn die Leute werden nicht aufhören zu feiern. Sie werden in Parks gehen, sie werden sich privat zurückziehen. Und es ist viel schwerer, das zu kontrollieren.“

Verordnungen und Regeln müssten schlicht durchgesetzt werden, verlangte Kramm. „Und wie werden sie am besten durchgesetzt? Ich sage es sehr ungern, aber es ist so: mit harten Strafen.“ Das habe sich auch bei der Maskenpflicht im ÖPNV gezeigt. Konsequentes Achten auf Einhaltung der Regeln forderte sie auch mit Blick auf die Gastronomie: „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Regeln, die vorhanden sind und die gut sind und gemeinsam mit uns entstanden sind, durchgesetzt werden - und das im Grunde genommen um jeden Preis.“

16.13 Uhr: 706 Neuinfektionen, zwei weitere Todesopfer

In Berlin haben sich 706 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie aus den Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung hervorgeht. Zwei weitere Menschen sind mit Covid-19 gestorben, die Zahl der Todesopfer steigt in Berlin auf 236. 14.881 Menschen gelten inzwischen als genesen, insgesamt sind aktuell 3916 Menschen mit dem Virus infiziert.

Die Corona-Ampel für den R-Wert ist mit 1,09 wieder auf Grün, die 7-Tage-Inzidenz steigt dagegen weiter und liegt jetzt bei 71,5 Infizierten pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage. 201 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt, davon 49 intensivmedizinisch.

Die meisten Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden meldet Neukölln (+172), gefolgt von Mitte (+109) und Friedrichshain-Kreuzberg (+63).

15.52 Uhr: Dehoga und Polizei warnen vor gefälschtem Aufruf im Internet

Der Deutsche Hotel- und Gaststätten-Verband Berlin warnt vor gefälschten Plakaten, die in sozialen Medien aufgetaucht seien. Mit einem Kopf der Polizei Berlin versehen, auf dem steht: "Polizei Berlin ... bittet um Ihre Mithilfe" heißt es unter der Überschrift "Sperrstunde schützt Leben": "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Einhaltung der Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr ist unverzichtbar zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Hefen Sie mit: Melden Sie Gaststätten, die nach 23h geöffnet sind! Die geltenden Regeln retten Leben. Ihre Missachtung ist eine Straftat, kein Kavaliersdelikt. Melden Sie uns Verstöße." Es folgt eine Telefonnummer der Polizei Berlin. Darunter heißt es weiter: "Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V (DEHOGA) hat für jede Überführung eines Täters eine Belohnung von bis zu 500 Euro ausgesetzt."

Der Dehoga Berlin weist nun darauf hin, dass es sich um eine Falschmeldung handele, weder der Dehoga noch die Polizei würden zu solchem Handeln aufrufen. Man solle beachten, dass das Verbreiten, dazu gehöre auch das Teilen dieses Beitrags, eine Straftat seien. Der Dehoga ist demnach bereits im engen Austausch mit der Polizei, um User, die diese Nachricht verbreiten würden, anzuzeigen. Auch die Polizei warnte vor den Fake-News: „Wir haben die Einhaltung der #Covid19-#Sperrstunde auch mit im Auge. Und wir rufen NICHT zu Hinweisen aus der Bevölkerung inkl. Belohnung auf“, twitterte die Polizei am Dienstag.

15.42 Uhr: Fehlende Masken - Landtagspräsidentin droht mit Zwangsgeld

Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke hat wegen fehlender Corona-Masken in mehreren Fällen ein Zwangsgeld gegen Abgeordnete angedroht. „Nicht alle Abgeordneten halten sich an diese Vorschriften“, sagte Liedtke der Zeitung „Der Prignitzer“ aus Perleberg (Mittwoch). Gegen Abgeordnete könne sie aus rechtlichen Gründen nur ein Zwangsgeld verhängen. Zunächst werde eine Warnung ausgesprochen. Wer sich dann erneut nicht daran halte, dem werde die Zahlung auferlegt. „Diese Verfahren habe ich jetzt eingeleitet.“ Ein Bußgeld könne gegen Mitarbeiter der Fraktionen nach einer Anhörung ergehen. „Auch von dieser Möglichkeit habe ich bereits Gebrauch gemacht“, sagte sie.

Seit dem 23. September gilt im Brandenburger Landtag eine verschärfte Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz, nachdem sich ein Mitarbeiter der AfD-Fraktion mit dem Coronavirus infiziert hatte.

15.28 Uhr: Neukölln warnt vor Corona-Infos von "Ärzten für Aufklärung"

Das Bezirksamt Neukölln warnt vor irreführenden Informationen über die Corona-Pandemie durch die Gruppierung „Ärzte für Aufklärung“. An mehreren Orten im Bezirk seien Handzettel in Umlauf gebracht worden, die Verschwörungstheorien bedienten, teilte das Bezirksamt mit. Auf den Zetteln werde unter anderem vor einem angeblichen „Zwang zur Impfung“ gewarnt.

Die Bundesregierung hatte mehrfach betont, dass keine Impfpflicht gegen das Coronavirus eingeführt werden soll. Außerdem werden auf den Zetteln Hinweise gegeben, wie man eine „echte Pandemie“ von einer „fake Pandemie“ erkennen könne. Damit würden gezielt mit den Ängsten der Empfängerinnen und Empfänger gespielt und Verschwörungsmythen reproduziert, kritisierte das Bezirksamt.

15.20 Uhr: Müller will nochmals über Beherbergungsverbote sprechen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will den übrigen Länderchefs am Mittwoch seine Kritik am Beherbergungsverbot noch einmal erläutern. Dann treffen sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beratungen im Kanzleramt. Berlin lehne das von der Mehrzahl der Bundesländer beschlossene Beherbergungsverbot nach wie vor ab, sagte eine Senatssprecherin am Dienstag. Danach sind Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen bei Reisen in viele Teile Deutschlands aus Risikogebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen nur möglich, wenn die Urlauber einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können.

Das gilt für Berlinerinnen und Berliner sogar für das Nachbarland Brandenburg. „Das Beherbergungsverbot macht keinen Sinn und schafft nur Verwirrung und Unverständnis“, sagte Müller der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „taz“.

13.20 Uhr: Corona-Entschädigung: Charlottenburger Wirt scheitert vor Gericht

Der Betreiber der Charlottenburger Kneipe „Klo“ ist am Dienstag vor dem Berliner Landgericht gescheitert. Die Kammer wies seine Klage gegen das Land Berlin zurück. Wie alle Berliner Gastronomen hatte er im Frühjahr wochenlang schließen müssen und wollte für die entgangenen Umsätze entschädigt werden. Niko Härting, Anwalt des Wirts, nannte die Entscheidung „enttäuschend“. Es ist der erste Fall zu Entschädigungsansprüchen wegen Corona. Der Wirt gibt seine Umsatzeinbußen mit 40 Prozent an. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

12.15 Uhr: Reallöhne in Berlin und Brandenburg gesunken

Die Reallöhne der Berliner und Brandenburger sind gesunken. Im April, Mai und Juni lagen sie in Berlin durchschnittlich 2,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, in Brandenburg betrug das Minus 1,4 Prozent, wie das Amt für Statistik beider Länder am Dienstag mitteilte. Das sei jeweils der stärkste Rückgang seit mehr als zehn Jahren.

Maßgeblich dazu beigetragen habe die Kurzarbeit. Das Kurzarbeitergeld wird in der Verdiensterhebung nicht mitgerechnet. In Berlin waren nach Daten der Arbeitsagentur im Juni rund 183.000 Menschen in Kurzarbeit, in Brandenburg 72.000.

10.56 Uhr: Zwei weitere Corona-Tote in Brandenburg

In Brandenburg sind zwei weitere Corona-Patienten gestorben. In den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree sei jeweils ein Todesfall hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Damit sind seit März 176 Menschen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Von Montag auf Dienstag kamen landesweit 90 neu nachgewiesene Infektionen hinzu. Derzeit gelten 688 Menschen als erkrankt, das sind 53 mehr als am Montag. Seit März wurden offiziell 4971 Infektionen gezählt.

Corona-Hotspots in Brandenburg sind die Stadt Cottbus und der Kreis Oder-Spree. Die Zahl der Kommunen, in denen wegen vieler neuer Ansteckungen schärfere Corona-Regeln gelten, stieg damit nicht. Cottbus zählte 40,1 neue Ansteckungen je 100 000 Einwohner auf sieben Tage, Oder-Spree 38.

6.32 Uhr: Gericht entscheidet über Corona-Entschädigung für Wirt

Am Landgericht soll am Dienstag entschieden werden (13 Uhr), ob ein Berliner Gastronom Anspruch auf finanzielle Entschädigung für die Corona-Kneipenschließung hat. Der Charlottenburger Wirt will erreichen, dass das Land Berlin für entgangene Umsätze während des Lockdowns von Mitte März bis Mitte Mai zahlt, wie der Anwalt mitteilte. Es sei der erste Fall zu Entschädigungsansprüchen wegen Corona.

Nach Medienberichten betreibt der Wirt seine Kneipe "Klo" an der Leibnizstraße seit 47 Jahren. Sie ist demnach besonders bei Touristen beliebt. Mit der Corona-Pandemie sei der Umsatz um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

+++ Montag, 12. Oktober +++

19.46 Uhr: Regierungspapier - Berlin überfordert mit Kontaktnachverfolgung

Das Land Berlin sowie vier Landkreise kamen zuletzt mit der Verfolgung von Kontakten von Corona-Infizierten nicht mehr hinterher. Das geht aus einem vertraulichen Regierungspapier zur Infektionslage in Deutschland hervor, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Es ist auf den Montag datiert, die Angaben zur Überlastung geben allerdings den Stand vom 6. Oktober wieder. „Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen absehbar nicht mehr sichergestellt“ steht zur Erläuterung auf einer Karte, in der die betroffenen Kreise und das Land Berlin markiert sind.

Unterstützungsbedarf meldeten demnach neben Berlin der schleswig-holsteinische Landkreis Pinneberg an, der Lahn-Dill-Kreis und der Kreis Offenbach in Hessen sowie der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

In allen Fällen gab es demnach Engpässe bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Berlin zusätzlich unter anderem auch bei der Betreuung und Überwachung von Menschen in Quarantäne und der Entnahme von Abstrichen für Tests. Als Reaktion sollte das Robert Koch-Institut Mitarbeiter in Berliner Behörden entsenden, der Lahn-Dill-Kreis leitete die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern ein.

16.36 Uhr: 252 Neuinfektionen - zwei rote Ampeln

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 234. 252 neue Infektionen wurden bestätigt, 247 waren es gestern. 3441 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 3434 waren es gestern. 14.652 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 44, fünf Patienten mehr als gestern. Insgesamt liegen 182 Menschen in Krankenhäusern, 22 Personen mehr als gestern gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,20 auf Rot. Der Wert für Neuinfektionen ist mit 63,2 weiter auf Rot, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

15.43 Uhr: Berliner CDU: Müller ist schuld an Beherbergungsverboten

Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger hat dem Senat vorgeworfen, schuld an den Beherbergungsverboten zu sein, die für viele Berliner das Verreisen in den Herbstferien unmöglich machen. Der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, beklage die Verbote, trage aber selbst die Verantwortung dafür, kritisierte Dregger am Montag. „Der Senat hat es zu verantworten, dass die Infektionszahlen den vereinbarten Grenzwert übersteigen.“ Denn er setze die Infektionsschutzregeln in Berlin nicht ausreichend durch.

„Der Regierende Bürgermeister hat zu verantworten, dass Berlin als Ganzes dem Beherbergungsverbot unterliegt, obwohl viele Bezirke noch unterhalb der Risikogrenze liegen und zumindest für diese auch heute gar kein Beherbergungsverbot bestehen müsste“, argumentierte Dregger. Und Müller sei es auch zuzuschreiben, dass es für reisewillige Berliner nicht möglich ist, sich in der Stadt innerhalb von 48 Stunden auf Corona testen zu lassen und die Testergebnisse zu bekommen, um dem Beherbergungsverbot zu entgehen.

13.41 Uhr: Innensenator sieht Versammlungsbegrenzungen skeptisch

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat sich für Zurückhaltung bei der Einschränkung der Versammlungsfreiheit ausgesprochen. „Jeder weiß, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit wieder einen großen Eingriff bedeuten würde. Da darf es keine Schnellschüsse geben. Daher haben etwaige Überlegungen bislang keine Rolle bei den Beratungen gespielt“, sagte der SPD-Poltiker am Montag. „Für alle ist es aktuell eine schwierige Phase. Wir müssen schauen, dass wir nicht wieder in eine Situation wie im Frühjahr geraten“, sagte der Senator mit Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen. „Der Senat berät regelmäßig über die Corona-Lage in der Stadt und hat auf die neuen Anstiege entsprechend reagiert und Maßnahmen beschlossen.“ Die Berliner Polizeipräsidentin, Barbara Slowik, hat sich im Falle weiter steigender Infektionszahlen für eine erneute Einschränkung der Versammlungsfreiheit ausgesprochen.

13.30 Uhr: Brandenburgs SPD-Fraktionschef stellt Corona-Übernachtungsverbot infrage

Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn hat Zweifel am Übernachtungsverbot der eigenen Koalition für Gäste aus deutschen Corona-Hotspots in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. „Wenn die Infektionen vor allem bei privaten Feiern entstehen oder durch Ausbrüche in Krankenhäusern, dann sollten Besuchsregeln in den Einrichtungen wirksamer sein als ein Übernachtungsverbot für urlaubende Familien“, sagte Stohn am Montag in Potsdam laut Mitteilung. Ein abgesagter Urlaub senke auf dem Land nicht die Zahl der Infektionen im privaten Umfeld. „Wir sollten die Maßnahmen deswegen den aktuellen Entwicklungen anpassen und das Beherbergungsverbot überprüfen.“

12.28 Uhr: Oder-Spree und Cottbus bleiben Corona-Hotspots in Brandenburg

Die strengeren Corona-Regeln mit Maskenpflicht in Büros und Gaststätten bleiben im Landkreis Oder-Spree und in Cottbus bestehen. Von Sonntag bis Montag verschärfte sich die Corona-Situation in Oder-Spree sogar. Dort lag die Zahl neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bei 40,8 nach 38 am Sonntag, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Für Cottbus lag die Zahl weiter bei 37,1, nach Angaben der Stadt aber schon bei 40. Für Brandenburg lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bei 15,3 - und damit nur wenig höher als am Sonntag.

12.07 Uhr: Brandenburgs Gastgewerbe prüft Vorgehen gegen Beherbergungsverbot

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Brandenburg prüft juristische Schritte gegen ein coronabedingtes Beherbergungsverbot. „Wir werden prüfen (...), dass wir eine einstweilige Verfügung für Brandenburg ansetzen gegen das Beherbergungsverbot“, sagte Brandenburgs Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nicht sinnvoll, wenn Gäste tagsüber eine Hochzeitsfeier feiern könnten, aber nicht übernachten dürften, wo sie niemanden ansteckten. Der Verband rechnet wegen des Übernachtungsverbots für Gäste aus Corona-Hotspots mit großen wirtschaftlichen Ausfällen. Die Hoteliers bekämen bereits massenhaft Stornierungen herein.

11.28 Uhr: Berlin plant keine kostenfreien Corona-Tests für Urlauber

Kostenlose Corona-Tests für Berliner, die in den Herbstferien in Deutschland verreisen wollen, sind nicht absehbar. „Dazu ist bisher nichts geplant“, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag auf Anfrage mit. In den meisten Bundesländern dürfen Urlauber aus Gebieten mit Neuinfektionszahlen über der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner pro Woche nur dann beherbergt werden, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. In Berlin, wo der Wert am Sonntag bei 61,3 lag, haben die Herbstferien am Montag begonnen.

11.13 Uhr: In Berlin-Mitte muss Quarantäne nicht mehr angeordnet werden

Im Bezirk Mitte müssen sich Menschen, die engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten und Symptome zeigen unverzüglich in Quarantäne begeben. Diese Allgemeinverfügung erließ das Bezirksamt Mitte am Montag. Sie betrifft lediglich Personen, die in Mitte wohnen. Eine Quarantäne müsse nicht mehr im Einzelfall vom Gesundheitsamt angeordnet werden. Sie trete durch die Allgemeinverfügung automatisch in Kraft, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt werden. Betroffene Personen seien Kontaktpersonen der Kategorie 1, die Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion zeigen und die auf einen Test warten. Zudem fallen positiv getestete Personen unter die Allgemeinverfügung. Der Bezirk Mitte erhofft sich dadurch eine Verlangsamung der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie.

9.10 Uhr: IHK-Präsidentin sieht Sperrstunde kritisch

Die Präsidentin der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), Beatrice Kramm, hat sich im Inforadio des RBB kritisch zu der vom Senat verordneten Sperrstunde für Gastronomen geäußert. "Das ist etwas, das wir in Berlin noch nicht gesehen haben", sagte Kramm dem Sender am Montagmorgen. Von der Wirksamkeit einer Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr sei sie noch nicht überzeugt. "Gerade die Gastronomen und Barbesitzer haben sich viele Gedanken gemacht, wie sie Hygienekonzepte entwickeln können“, sagte Kramm. Partys ließen sich nicht nur in Bars, sondern auch in privaten Räumen feiern, so die IHK-Präsidentin weiter. Zu den von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) angekündigten Kompensationen für Gastronomen erklärte Kramm: "Maßnahmen, die mit der Gießkanne ausgeschüttet werden, sind nicht unser Ziel."

8.56 Uhr: Polizeipräsidentin bringt weitere Versammlungsbegrenzungen ins Spiel

Die Berliner Polizeipräsidentin, Barbara Slowik, hat sich im Falle weiter steigender Infektionszahlen für eine erneute Einschränkung der Versammlungsfreiheit ausgesprochen. „Wenn die Zahlen sich aber so weiterentwickeln sollten, denke ich, muss man dringend auch wieder darüber nachdenken, die Versammlungsfreiheit vorsichtig erneut einzuschränken, vielleicht wieder auch auf zum Beispiel 100 Personen“, sagte sie. „Und mir ist sehr bewusst, welch hohes Gut die Versammlungsfreiheit ist, gerade in diesen Zeiten der Corona-Pandemie. Das ist auch unbestritten.“ Versammlungen seien auch in dieser Situation nach wie vor möglich, „aber eben nur begrenzt.“

Große Versammlungen und Demonstrationen führten dazu, dass Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet an einem Ort zusammen kämen und auch aus dem übrigen Land und dem Ausland Menschen anreisten, so Slowik. Auch die eingesetzten Sicherheitskräfte kämen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Große Versammlungen führen wirklich dazu, Menschen sehr konzentriert zu durchmischen. Das ist einfach so. Und das glaube ich, wird man irgendwann noch mal überdenken müssen.“ Allein im September seien in Berlin 1054 Versammlungen angemeldet worden, von denen mehr als 700 tatsächlich stattgefunden hätten. „Keine Stadt in Deutschland hat auch nur annähernd vergleichbare Zahlen.“

7.23 Uhr: Weihnachtssingen bei Union gefährdet

Das traditionelle Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin mit über 28 000 Fans ist aufgrund der derzeitigen Corona-Auflagen akut gefährdet. Der Fußball-Bundesligist teilte auf Anfrage der „Bild“-Zeitung mit, dass die endgültige Entscheidung über die Austragung der 18. Auflage noch aussteht und noch ein wenig Zeit bleibe. „Das Weihnachtssingen wird nicht auf jeden Fall durchgeführt, sondern dann, wenn es sich sinnvoll durchführen lässt“, hieß es vom Verein aus dem Stadion An der Alten Försterei.

+++ Sonntag, 11. Oktober +++

19.45 Uhr: Müller: Beherbergungsverbote machen keinen Sinn

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat angekündigt, dass die von vielen Bundesländern beschlossenen Beherbergungsverbote bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch noch einmal beraten werden. „Jetzt sehen wir bundesweit, wie die Zahlen mindestens insgesamt in allen Großstädten nach oben gehen. Beherbergungsverbote zum Beispiel zwischen Berlin und Brandenburg machen doch gar keinen Sinn“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Wir haben Hunderttausende Pendler jeden Tag. Die begegnen sich im Einzelhandel, im Nahverkehr, auf der Arbeit. Und dann darf ein Berliner aber zwei Tage nicht im Spreewald übernachten. Das macht alles keinen Sinn.“

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. An dieser Regelung gibt es jedoch vermehrt Kritik.

19.35 Uhr: Hertha-Präsident: Ohne Investoren-Gelder „ins Trudeln gekommen"

Hertha BSC würde die Corona-Krise ohne die hunderten von Millionen Euro von Investor Lars Windhorst auch hart treffen. Der Präsident des Berliner Fußball-Bundesligisten, Werner Gegenbauer, sagte dem „Kicker“ (Montag): „Wir wären sicher ernsthaft ins Trudeln kommen - was nicht heißt, dass wir das Trudeln nicht abgefangen hätten. Aber selbstverständlich wäre das ein ernsthaftes Thema geworden.“

16.34 Uhr: 247 neue Corona-Infektionen in Berlin, Inzidenz bei 61,3

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle liegt bleibt bei 234. 247 neue Infektionen wurden bestätigt, 273 waren es gestern. 3434 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 3292 waren es gestern. 14.407 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 39, ein Patient weniger als gestern. Insgesamt liegen 160 Menschen in Krankenhäusern, eine Person mehr als gestern gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,29 auf Grün. Der Wert für Neuinfektionen ist mit 61,3 weiter auf Rot, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

Den mit großem Abstand höchsten Sieben-Tage-Wert pro 100.000 Einwohner in der Hauptstadt erreicht weiter der Bezirk Neukölln mit 147,3 - vor Mitte mit 103,2. Insgesamt wächst die Anzahl der Bezirke mit einem Wert von 50 und mehr: Auch Steglitz-Zehlendorf (50,0) und Spandau (52,2) gehören inzwischen dazu. Unterdurchschnittlich fallen die Zahlen hingegen bisher in den östlichen Bezirken aus: von Pankow (29,8) über Treptow-Köpenick (24,1) und Lichtenberg (22,1) bis Marzahn-Hellersdorf (21,1).

Die Fallzahlen nach Bezirken:

16.03 Uhr: Querdenken am Brandenburger Tor - Weniger Teilnehmer als angemeldet

Eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen am Brandenburger Tor in Berlin ist laut Polizei deutlich kleiner ausgefallen als angekündigt. Angemeldet gewesen seien 2500 Teilnehmer von Querdenken-Gruppen aus mehreren Städten, gekommen seien rund 200, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Mit Ausnahme einzelner Verstöße gegen die Maskenpflicht sei alles unauffällig verlaufen.

13.31 Uhr: Beherbergungsverbot - Berliner Familie von Polizei ermahnt

Ein anonymer Hinweisgeber hat der Polizei gemeldet, dass sich eine vierköpfige Familie aus Berlin über das Wochenende in einem Ferienhaus in Neuruppin eingemietet habe. Beamte seien am Freitagabend diesem Hinweis auf einen Verstoß gegen das Beherbergungsverbot nachgegangen, berichtete die Polizeidirektion Nord am Sonntag. Einen negativen Corona-Test habe die Familie nicht nachweisen können.

Das Ferienhaus stehe aber in einem ländlich gelegenen Ortsteil der Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ohne direkte Nachbarhäuser, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Außerdem hätten die beiden kleinen Kinder bereits geschlafen. Daher sei die Familie von den Beamten über die geltenden Abstands- und Hygieneregeln belehrt worden, habe aber in dem Ferienhaus bleiben dürfen. Die Polizei habe das zuständige Gesundheitsamt informiert, das nun über mögliche Konsequenzen entscheiden müsse.

13.10 Uhr: Corona-Ansteckungen steigen stark - Hotspots Cottbus und Oder-Spree

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg am Wochenende stark gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag (Stand: 11.00 Uhr) 36 neue Covid-19-Ansteckungen innerhalb eines Tages, nach 97 neuen Fällen am Vortag. Die meisten Neuinfektionen meldete am Sonntag die Stadt Cottbus mit neun Fällen. Dort überstieg die Zahl der Ansteckungen mit 37,1 pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen die kritische Marke von 35, ab der verschärfte Corona-Regeln gelten.

Am Sonntag hatte bereits der Landkreis Oder-Spree die neuen Restriktionen mit einer Ausweitung der Maskenpflicht auf Bürogebäude und in Gaststätten sowie einer Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern in Kraft gesetzt. In dem Landkreis lag die so genannte 7-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 38,0 und am Samstag bei 39,1.

11.31 Uhr: Linksfraktion kritisiert Beherbergungsverbot für Berliner

Die Linksfraktion im Brandenburger Landtag hat das von der Landesregierung erlassene Beherbergungsverbot für Berliner als „puren Aktionismus“ kritisiert. „Etwa 300.000 Brandenburger pendeln täglich nach Berlin, rund 90 000 Berliner pendeln täglich nach Brandenburg“, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Fraktion, Andreas Büttner, am Sonntag. Gerade zu Beginn der Herbstferien ein Beherbergungsverbot auszusprechen, sei politisch das falsche Signal und werde kein Verständnis bei den Menschen wecken, meinte er.

Zudem sei es ein „vollständig sinnloser Schlag gegen die Tourismuslandschaft in Brandenburg“, kritisierte Büttner. Wichtig sei es, die Menschen für die Hygieneregeln zu sensibilisieren. „Es ist nicht entscheidend, ob oder wohin man reist, sondern wie man reist“, betonte der Linkspolitiker.

11.17 Uhr: Landkreis Oder-Spree setzt verschärfte Corona-Regeln in Kraft

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen hat der Landkreis Oder-Spree am Sonntag die Regeln verschärft. Dazu gehört eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Bürogebäude und in Gaststätten sowie eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, wie der Landkreis auf seiner Webseite mitteilte. Hintergrund ist, dass die Zahl der Neuinfektionen am Samstag mit 39,1 pro 100.000 Einwohner den kritischen Schwellenwert von 35 überschritten hatte. Damit gelten im Landkreis nach der neuen Verordnung der Landesregierung die zusätzlichen Restriktionen.

11.05 Uhr: Erneut Verstöße gegen Sperrstunde und Corona-Verordnung in Berlin

In der zweiten Nacht mit der neuen Sperrstunde in Berlin musste die Polizei erneut Lokale schließen und größere Gruppen auflösen. „Wir kontrollieren die Corona-Verstöße derzeit im Rahmen unseres normalen Dienstes. Schwerpunkteinsätze gibt es an diesem ersten Wochenende noch nicht“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Genaue Zahlen zu den Verstößen und den eingesetzten Beamten lagen demnach zunächst nicht vor.

Mehrere größere Menschenansammlungen wurden aufgelöst, teilte die Polizei per Twitter mit. So seien 50 Menschen bei einem Spätverkauf am Kottbusser Tor entdeckt worden und 20 vor einer Bar in Friedrichshain. Im Freien dürfen sich nach der neuen Infektionsschutzverordnung von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen versammeln. Ebenfalls in Friedrichshain wurde die Polizei aus einer großen Gruppe heraus mit Eiern beworfen. „Die Kollegen wurden aber nicht getroffen“, sagte die Sprecherin.

11 Uhr: Wir starten unser neues Newsblog zur Corona-Pandemie in Berlin

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