Flughafen

BER sorgt für Arbeitsplätze und steigende Mieten

Bezirksbürgermeister Oliver Igel erwartet rund 85.000 neue Arbeitsplätze sowie 40.000 neue Einwohner im direkten Umfeld des BER.

Blick in die Abflughalle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg Willy-Brandt.

Blick in die Abflughalle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg Willy-Brandt.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin. Am 30. Oktober dieses Jahres soll es soweit sein: geplant ist für diesen Tag der Start des ersten Flugzeugs vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Für den Südosten Berlins, insbesondere den Bezirk Treptow-Köpenick, bedeutet das eine Standortaufwertung. In den vergangenen neun Jahren sind bereits Bürokomplexe, ebenso wie Technologiezentren rund um den Flughafen entstanden.

In direktem Umfeld des Flughafens befinden sich mit Adlershof und Schöneweide zudem zwei der elf Berliner Zukunftsorte, sagt Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick. Er erwartet rund 85.000 neue Arbeitsplätze sowie 40.000 neue Einwohner im direkten Umfeld des BER. „Es ist absehbar, dass uns die Attraktivität unseres Bezirkes in diesem Zusammenhang vor enorme Herausforderungen stellt.“

Insbesondere in die Infrastruktur werde investiert, um diese Herausforderungen anzugehen und zukunftsträchtig zu bleiben. Beispiele hierfür seien die Verlängerung der Autobahn A100 ebenso wie der Ausbau der sozialen Infrastruktur, etwa in Form von Kitas.

Auch die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide sei hinsichtlich des Wachstums des Bezirks und umliegender Gemeinden „von enormer Bedeutung, ein Paukenschlag“, lautet die Einschätzung von Rainer Schorr, Geschäftsführer der Gesellschaft PRS Family Trust. Tesla werde ebenso wie der BER neue Arbeitsplätze schaffen. Einer von der Gesellschaft in Auftrag gegebenen Studie zufolge sind die Grundstückspreise seit 2018 in Flughafennähe bereits um rund 60 Prozent gestiegen.

Quadratmeterpreise bewegen sich Richtung Innenstadtniveau

Dies bemerken auch ansässige Unternehmen. Der Immobilienentwickler FAY Projects aus Mannheim hat schon vor neun Jahren begonnen, einen Bürokomplex zu errichten. „In den nächsten Monaten erwarten wir einen kleinen Nachfragerückgang aufgrund der aktuellen Situation“, erklärt Geschäftsführer Clemens Rapp. Langfristig zeichne sich jedoch ab, dass sich die Quadratmeterpreise in Richtung Innenstadtniveau entwickeln würden, von momentan 18,10 Euro Kaltmiete auf rund 30 Euro.

Besonders profitiert auch das Technologie- und Wissenschaftszentrum Adlershof von der Nähe zum BER. „Die Achse Flughafen – Innenstadt hat sich weltweit als attraktive Lage für Unternehmensansiedlungen bewiesen“, sagt Mareike Lechner, Vorständin der immobilien-experten-ag. Diese entwickelt drei Projekte mit zusammen rund 150.000 Quadratmetern in Adlershof. Hierzu gehört auch ein Kongresshotel. Gefährdet sieht Lechner dieses auch durch die Corona-Pandemie und die Abnahme von Geschäftsreisen nicht.