Von Pankow bis Spandau

Berlins Kieze leuchten wieder beim Festival of Lights

Heute beginnt in Berlin das Festival of Lights. Die Veranstalter setzen während der Pandemie auf Entzerrung und digitale Angebote.

Berlin. Ab Freitag wird es vielerorts bunt in Berlin: Das Festival of Lights startet in seine 16. Ausgabe. Bedingt durch die Pandemie findet es in diesem Jahr in etwas anderer Form als gewohnt statt. Schon die Planung während der Corona-Krise sei langwieriger und komplizierter gewesen als sonst. „Wir haben versucht, immer optimistisch zu bleiben, weil wir den Menschen etwas Schönes bieten wollten“, heißt es aus dem Organisationsteam.

Um das beliebte Lichtkunstfestival trotz Corona-Pandemie stattfinden zu lassen, setzen die Veranstalter vor allem auf die Verteilung der Inszenierungen im ganzen Stadtraum und ergänzende digitale Angebote. Mehr als 100 Kunstwerke werden an mehr als 80 Orten in allen Bezirken auf einer Fläche von insgesamt 168 Quadratkilometern zu sehen sein. Beteiligt an der Gestaltung waren 40 Künstler aus acht Ländern.

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Festival of Lights in Berlin: Menschenaufläufe sollen vermieden werden

Gezeigt werden vor allem stimmungsvolle Lichtbilder; längere Shows gibt es hingegen nur vereinzelt und an ausgewählten Orten. Ziel dabei ist, dass Zuschauer möglichst nur kurz verweilen und sich keine großen Gruppen bilden. „Um die Menschenaufläufe zu vermeiden und Mindestabstände einzuhalten, setzen wir in diesem Jahr auf Entzerrung“, erklärt Birgit Zander, Gründerin und Leiterin vom Festival of Lights. „Wir laden dazu ein, die Stadt in abendlichen Spaziergängen neu zu entdecken.“

Auswahl gibt es genug: Ob an den Rathäusern von Pankow, Köpenick, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg, Spandau, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf, am Amtsgericht Neukölln, an der Tchoban Foundation, dem Schloss Köpenick, der Elisabethkirche oder dem Borsigturm, überall können Lichtinstallationen bestaunt werden. 62 Illuminationen werden über den gesamten Festival-Zeitraum bis zum 20. September zu sehen sein, 24 sind dagegen zeitlich begrenzt. Diese temporären Lichtinszenierungen sollen mithilfe von mobiler Projektionskunst in Lastwagen von Ort zu Ort ziehen – eine weitere Besonderheit des diesjähriges Festivals.

Ein Beispiel dafür ist der Berliner Bär, der ab dem 12. September durch die Stadt wandern wird. Hintergrund ist der neue Markenauftritt des Landes Berlin unter dem Motto #WirSindEinBerlin, der an diesem Tag mit einer ersten Kampagne startet. Teil des neuen Logos ist der Berliner Bär, der von der Senatskanzlei auch eine eigene Lichtshow bekommt. „Das Logo soll dort erstrahlen, wo es hingehört – in den Kiezen, bei den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Senatssprecherin Melanie Reinsch. Angefangen am 12. September mit dem Roten Rathaus in Mitte erscheint der Bär im Laufe der folgenden Woche auf mehreren Rathäusern, der Postbrücke Wilhelmsruher Damm, den Mauern von Tchoban Foundation und auf dem Theater an der Parkaue.

Noch mehr Spaß mit der "Festival of Lights App"

Neu ist außerdem die „Festival of Lights App“ mit integriertem Newsservice und „Augmented Reality“. Bei diesem Angebot lassen sich mit Hilfe eines Smartphones Standbilder zum Leben erwecken. Zielt man mit der Kamera auf eine Projektion, erscheint auf dem Bildschirm eine kurze Animation zu dieser. Ab dem 11. September steht die App zum Herunterladen bereit.

Die Festival-Website bietet zusätzlich virtuelle 3D-Shows sowie Livestreams, sodass man die Lichtinstallationen sehen kann, ohne selbst vor Ort zu sein. Die virtuellen Video-Inszenierungen gibt es erstmalig, „für alle, die nicht reisen möchten, aber trotzdem nicht auf ‚ihr Festival of Lights‘ verzichten möchten“, sagt Zander.

Neben den vielen Neuerungen sind aber auch Klassiker der vergangenen Jahre, wie das Brandenburger Tor, der Fernsehturm, der Berliner Dom, der Potsdamer Platz oder die Museumsinsel, wieder Teil des Festivals. Und auch der traditionelle Fotowettbewerb findet statt. Gesucht werden Aufnahmen der beleuchteten Gebäude sowie Impressionen rund um das Festival. Die besten 30 Einsendungen werden prämiert.

Es sei besonders herausfordernd und nur dank vieler Helfer möglich gewesen, das Festival auch in diesem Jahr auf die Beine zu stellen. Festival-Leiterin Zander spricht von einer „einzigartigen Gemeinschaftsaktion“. „Für Kunst und Kultur im öffentlichen Raum und für das Gemeinwohl, das positive Lebensgefühl und die Hoffnung der Menschen“, so Zander. Passend dazu ist auch das diesjährige Motto: „Together we shine – Zusammen leuchten wir“. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schreibt in seinem Grußwort zum Festival, das Motto ließe sich auch als „Aufruf für Zusammenhalt und Solidarität, für Rücksicht und Respekt“ verstehen.

Für Besucher des Festivals gelten die bekannten Hygieneregeln: Die Organisatoren bitten, den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Passiert das nicht, drohen Konsequenzen: Versammeln sich zu viele Personen auf einem Platz, könne es sein, dass die Polizei dazu auffordere, die Lichter auszuschalten, bis sich die Menschengruppe wieder verringert hätten, heißt es.

Festival of Lights, 11.-20. September, Kernzeiten der Illuminationen sind täglich von 20 bis 24 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.festival-of-lights.de.