Protest

Corona-Demo: Polizei ermittelt zu Boxschlägen gegen Frau

Während der Demo leistete eine Frau bei der Festnahme Widerstand. Ein Polizist boxt ihr auf den Rücken. Das Video sorgt für Aufregung.

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Die versuchte Erstürmung des Bundestages durch rechtsextreme Demonstranten hat breite Empörung ausgelöst. Zu dem Vorfall kam es am Rande der Proteste in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen.

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  • Videos von Festnahmen auf der Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Berlin sorgen für Aufregung.
  • Vor allem in Telegram-Gruppen kursiert die Fake-News, eine Frau sei nach dem Polizeieinsatz gestorben.
  • Die Berliner Polizei hat nun auf die Falschmeldungen reagiert: Die Frau wurde demnach leicht verletzt und verzichtete auf eine ärztliche Behandlung. Gegen die beteiligten Beamten werde ermittelt.

Berlin. Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) ermittelt wegen eines Vorfalls bei den Berliner Corona-Demonstrationen, bei dem ein Polizist eine Festgenommene geschlagen hat. Es bestehe der Verdacht der Körperverletzung im Amt, teilte die Berliner Polizei am Montag mit. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die 60-Jährige am frühen Sonntagnachmittag von Einsatzkräften an der Siegessäule im Tiergarten festgenommen. Sie soll sich an einer unerlaubten Ansammlung beteiligt und sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht entfernt haben.

Anschließend soll sie sich nach Angaben der Polizei auf den Boden gekauert, einem Polizisten in den Bauch getreten und versucht haben, einen weiteren zu beißen, als die Beamten sie wegtragen wollten. Ein Beamter habe sie mit der Faust auf den Rücken geschlagen, als sie sich weiter gewehrt habe.

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Corona-Proteste in Berlin: Videos zeigen Festnahme einer Frau

Videos, die den Vorfall zeigen, seien der Polizei bekannt, sagte ein Polizeisprecher. „Behauptungen, nach denen die Frau gestorben ist, stimmen nicht.“ Bei der Festnahme ist die 60-Jährige der Polizei zufolge leicht verletzt worden. Sie habe auf eine angebotene ärztliche Behandlung verzichtet und sei gegangen. Ermittelt werde durch das Kommissariat für Beamtendelikte beim Berliner LKA.

Auf Filmen im Internet ist zu sehen, wie die Frau halb auf dem Bauch auf der Straße liegt, schreit und von vier Polizisten festgehalten wird. Die Polizisten versuchen anfangs vergeblich, ihr die unter dem Bauch festgeklemmten Arme auf den Rücken zu ziehen. Ein Polizist boxt ihr zweimal in die Mitte des oberen Rückens zwischen die Schulterblätter. Im Internet kursierten Behauptungen, sie sei nach dem Einsatz gestorben.

„Nein, wir haben am Wochenende keine Frau umgebracht“, teilte die Polizei Berlin in einem „(F)AktenCheck“ auf Facebook mit. „Ja, es gab anlässlich der Demos am Wochenende Situationen, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen Zwang anwenden mussten - durch Ziehen, Schubsen, Festnahmegriffe aber auch durch Faustschläge oder den Einsatz von Pfefferspray“, heißt es dort weiter. „Kein Polizist, keine Polizistin übt gerne Zwang aus. Er ist immer das letzte Mittel, wenn einer Aufforderung nicht nachgekommen wird, obwohl das dringend erforderlich ist.“

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Demonstration in Berlin: Weiteres Video zeigt Festnahme einer Schwangeren

Ebenfalls im Internet kursierte laut Polizei ein Video, das die Festnahme einer Schwangeren am Sonntag ebenfalls im Bereich an der Siegessäule zeigt. Sie hat den Angaben zufolge versucht, eine Absperrung zu durchbrechen und soll anschließend einen Beamten geschlagen und angespuckt haben.

„Einsatzkräfte brachten die Frau zu Boden und nahmen sie fest“, teilte die Polizei mit. „Sanitäter eines Rettungswagens stellten keine Verletzungen fest.“ Einen Transport in ein Krankenhaus habe sie abgelehnt. Gegen sie werde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte durch einen tätlichen Angriff und Körperverletzung ermittelt. Hinweise darauf, dass die Frau ihr Kind verloren habe, wie in den sozialen Medien behauptet worden sei, gibt es der Polizei zufolge nicht.

„Solche Einsätze dauern meist eine längere Zeit und sind für Umstehende vorhersehbar“, erläuterte die Polizei in ihrem Facebook-Post. „Daher ist es ein Leichtes und inzwischen offenbar auch üblich, dabei das Handy zu zücken und das Geschehen aufzunehmen.“ Ein immer wiederkehrendes Problem sei, dass solche Videos meist stark verkürzt und aus dem Kontext gerissen würden.

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