Nahverkehr

Berliner S-Bahn bei der Pünktlichkeit weiter auf Kurs

Die Berliner S-Bahn ist so gut unterwegs wie lange nicht. Die Erneuerung der bestehenden Flotte läuft allerdings nur schleppend an.

Alexander Kaczmarek, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn (li.) informiert S-Bahnfahrgäste im Berliner Hauptbahnhof.

Alexander Kaczmarek, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn (li.) informiert S-Bahnfahrgäste im Berliner Hauptbahnhof.

Foto: Joerg Krauthoefer / FUNKE Foto Services

Berlin. Reger Betrieb herrschte am Mittwochnachmittag rund um die Stehtische auf der oberen Zwischenebene im Hauptbahnhof. Dort warteten Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB), S-Bahn-Chef Peter Buchner und weitere DB-Führungskräfte, um mit Fahrgästen über die Qualitätsoffensive der S-Bahn ins Gespräch zu kommen.

Im Gepäck hatten sie gute Nachrichten. Die Berliner S-Bahn ist 2020 so gut unterwegs wie seit vielen Jahren nicht. Nachdem der mit dem Senat vereinbarte Zielwert von 96 Prozent pünktlicher Züge bereits 2019 knapp übertroffen wurde (96,1 Prozent), fuhren die Bahnen in diesem Jahr eine durchschnittliche Pünktlichkeit von über 97 Prozent ein. „Wir sind bei einer Pünktlichkeit, die vor drei Jahren niemand für möglich gehalten hätte“, sagte Kaczmarek. An manchen Tagen läge der Wert bei über 99 Prozent. Auch die Zuverlässigkeit ist dieses Jahr besser geworden. Die Zahl der Fahrzeugstörungen sank um 7,8 Prozent im Vergleich zu 2019.

Eine Rolle spielt dabei auch die Corona-Krise, die zu deutlich weniger Betrieb in den Bahnen geführt hat. „Natürlich bedeuten weniger Zugfahrten und Fahrgäste weniger Störeinflüsse“, sagte S-Bahn-Chef Buchner. Jedoch sei der Verkehr nur um zehn Prozent reduziert worden und seit Mai wieder im Regelbetrieb. „Der Hauptgrund für die gute Performance sind unsere vielen Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebs.“ Seit 2018 läuft bei der DB die Qualitätsoffensive „S-Bahn Plus“, die mittlerweile deutliche Wirkung zeigt. Der Konzern investiert dafür 30 Millionen Euro.

Weniger gut läuft es bei der Umrüstung der Baureihe 481. Damit die Wagen länger und zuverlässiger eingesetzt werden können, wird die gesamte Flotte von 500 Fahrzeugen bis Ende 2024 runderneuert. Bislang haben allerdings erst 20 Viertelzüge die Werkstatt verlassen. „Da hängen wir immer noch hinterher“, sagte Peter Buchner.