Überblick

Berliner Parks zwischen Drogen, Feiern und Erholung

In den Parks der Stadt liegen Entspannung und Anspannung dicht nebeneinander. Der Corona-Lockdown hat das noch verstärkt.

In der  Nacht zum 26. Juli räumten Polizisten in der Hasenheide eine Party mit 3000 Teilnehmern.

In der Nacht zum 26. Juli räumten Polizisten in der Hasenheide eine Party mit 3000 Teilnehmern.

Foto: Pudwell

Berlin ist international für Parks und Grünanlagen bekannt. Allerdings stimmt vielerorts das Gleichgewicht zwischen Entspannung und Belästigung nicht mehr. Der Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie und dessen Folgen haben dies verstärkt. Beschwerden und Polizeieinsätze rund um die Erholungsorts gab es jedoch schon zuvor.

Neben regem Cannabis-Handel ist die Hasenheide für Open-Air-Partys bekannt. Vor allem im Zuge der Clubschließungen. Ende Juli kamen dort 3000 Menschen zusammen. Die Polizei löste das Fest auf. In der Nacht zum vergangenen Sonntag feierten 200 Menschen mit DJ und Musikanlage. Abstandsregeln wurden nicht eingehalten, auf Masken verzichtet. Gegen drei Uhr erschien die Polizei, beendete die Party und beschlagnahmte einen Lautsprecher.

„Massive Übernutzung“ im Großen Tiergarten

Im Juni schlug das Bezirksamt Mitte Alarm. Berlin. Der Große Tiergarten werde „massiv übernutzt“. Das zeige sich an immer breiteren Trampelpfaden, zertretenen Pflanzen, beschädigten Uferbereiche und zurückgelassenem Müll. Der Bezirk Mitte beklagt eine „massive Übernutzung“ des Großen Tiergartens. Schäden am Pflanzenbestand sei teils „irreversibel“, abgesperrte Bereiche wie Sondergärten werden betreten, Absperrungen zerstört“.

Selbst am Stadtrand werden Grünflächen zu improvisierten Partyzonen. In der Königsheide in Johannisthal stellten Veranstalter abends einen Tresen sowie einen Benzingenerator ihr Soundsystem auf.

Polizeieinsatz mit 80 Beamten und mehreren Anzeigen

Dauerärgernis im Volkspark Friedrichshain liefert wildes Grillen. Vielerorts sind Plätze aufgrund von Brandgefahr während der heißen Sommermonate geschlossen. Statt des bisher dafür ausgewiesenen Platzes auf dem kleinen Bunkerberg hat der Bezirk eigens eine beaufsichtigte Stelle im Park eingerichtet.

Der jüngst erweiterte Mauerpark ist seit jeher ein Ort für laute Musik und vor allem Live-Musiker. Das spaltet seit jeher Besucher und Anwohner, die etwa zum Pfingstwochenende einen Polizeieinsatz mit 80 Beamten und mehreren Anzeigen auslösten.

Der Görlitzer Park in Kreuzberg ist neben weiteren kriminalitätsbelasteten Orten im weiteren Umfeld Einsatzfeld einer seit Anfang des Jahres arbeitenden Brennpunkt- und Präsenzeinheit der Polizei. Seitdem gab es erhebliche Erfolge wie die Sicherstellung von acht Kilo Marihuana sowie Ecstasy, Kokain und Amphetamin bei zwei Einsatzen im März. Die Anwohnerschaft indes teilt sich auf in jene, die sich nicht am Drogenhandel stoßen, und jene, die den Park meiden.