Gegen Schließungen

Karstadt-Mitarbeiter geben nicht auf - Demo vor Signa-Sitz

Gegen die Schließung zahlreicher Kaufhäuser haben erneut Hunderte Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin demonstriert.

Stellenabbau bei Galeria Karstadt Kaufhof

Der Essener Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will offenbar 62 Häuser schließen. Tausende Stellen sollen gestrichen werden.

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Berlin. Die Mitarbeiter der angeschlagenen Kaufhaus-Kette Galeria Karstadt Kaufhof geben die Hoffnung nicht auf, doch noch Arbeitsplätze und Filialen retten zu können. Am Donnerstagmittag demonstrierten mehrere hundert Beschäftigte in Charlottenburg erneut für den Erhalt der Warenhäuser. Auch Karstadt-Mitarbeiter aus anderen Städten reisten zu der Kundgebung an.

Bei der Aktion ging es vor allem um die dabei ebenfalls bedrohten Karstadt-Sports-Filialen in Berlin und im ganzen Land, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Teilnehmer kamen vor der Berliner Zentrale der Eigentümerholding Signa zusammen, die dem österreichischen Investor René Benko gehört. Auch Politiker verschiedener Parteien wollten bei der Veranstaltung sprechen, unter ihnen war auch der Linke-Politiker Gregor Gysi.

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„Es ist doch klar, dass diese Sanierung zulasten der Beschäftigten geht, die jetzt die Zeche für eine misslungene Unternehmenspolitik und für die anstehende Sanierung zahlen sollen. Das ist nicht in Ordnung“, teilte Verdi-Landesbezirksleiter Frank Wolf mit.

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Insgesamt betreibt Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin elf Warenhäuser, von denen ursprünglich sechs geschlossen werden sollten. Auch die Filiale der beiden Karstadt-Sports-Häuser an der Joachimsthaler Straße steht vor dem Aus.

Galeria-Kaufhof-Filiale im Ringcenter gerettet

Ein Standort konnte inzwischen bei Verhandlungen zwischen dem Senat, Vermietern und Eigentümern gerettet werden. Dabei handelt es sich um die Warenhausfiliale im Ringcenter in Berlin-Lichtenberg. Für alle weiteren Standorte laufen die Gespräche weiter. Nach wie vor sei man „vorsichtig optimistisch“, hieß es am Donnerstag aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Die Kaufhäuser in Potsdam und Cottbus sind nicht betroffen.

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Der Warenhauskonzern war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. Inzwischen ist die Zahl bundesweit auf 50 gesunken.

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