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Der Boden- und Sicherheitsdienstleister Wisag will an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel rund die Hälfte der Arbeitsplätze streichen. „Der dramatisch eingebrochene Luftverkehr in Berlin und die Schließung von Tegel zwingen uns zu einem Stellenabbau über alle unsere Berliner Gesellschaften hinweg“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Das Magazin „Business Insider“ hatte zuvor berichtet, 800 von 1500 Stellen könnten betroffen sein. „Genaue Zahlen können wir heute nicht nennen, die Größenordnung ist jedoch im Ansatz richtig“, hieß es von Wisag. Das Unternehmen stehe am Anfang der Gespräche mit den Beteiligten und Gewerkschaftsvertretern, „um möglichst viele Arbeitsplätze in Berlin erhalten zu können“.
Die Gewerkschaft Verdi teilte am Freitag mit, von der Ankündigung der Wisag überrascht worden zu sein. „Auch die Beschäftigten sind bisher vom Arbeitgeber nicht informiert“, teilte ein Sprecher des Landesbezirks Berlin-Brandenburg mit. Die Gewerkschaft fordere Wisag auf, „die Beschäftigten und die Gewerkschaft unverzüglich über seine Pläne aufzuklären und die Ankündigung, Gespräche führen zu wollen, in die Tat umzusetzen“. Dies sei bislang nicht geschehen.
Auch Easyjet baut massiv Personal in Berlin ab
Als Berlin-Abfertiger von Lufthansa und Easyjet ist Wisag von den aktuellen Kürzungen der Fluggesellschaften direkt betroffen. Easyjet hatte zuletzt angekündigt, die Hälfte seiner 1.500 Arbeitsplätze in Berlin streichen zu wollen. Auch die Zahl der in der deutschen Hauptstadt stationierten Maschinen soll von 34 auf 18 sinken. Dem Umbau sollen auch die innerdeutschen Easyjet-Verbindungen zum Opfer fallen. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt planen wir keine Inlandsflüge in Deutschland“, hieß es von der Airline.
Die Bodendienstleister, die direkt von den Fluggesellschaften beauftragt und bezahlt werden, hätten aber laut „Business Insider“ schon vor der Pandemie kaum Rücklagen bilden können. Zwischen Auftraggeber und -nehmer herrschten auch schon vor Corona extreme Preiskämpfe, schreibt das Portal. Bei der Abfertigung sei seit Jahren auch um Cent-Beträge gefeilscht worden.
Der Luftverkehr an den beiden Hauptstadtflughäfen war während der Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommen. Früher bedienten die Beschäftigten in Tegel im Tagesschnitt 150.000 Passagiere, zwischenzeitlich waren es wegen Corona mitunter nur 1.000. Inzwischen erholen sich die Fluggastzahlen wieder, doch aus Sicht der Betreiber wird es noch einige Jahre dauern, bis das Niveau aus dem Jahr 2019 wieder erreicht wird.
dpa/ba


