Demonstrationen

Fast 2000 Berliner protestieren gegen Rassismus

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Unter dem Motto „Nein zu Rassismus“ zogen am Sonnabend 2000 Demonstranten durch Berlin. Der Protest verlief laut Polizei störungsfrei.

Berlin.  Unter dem Motto „Nein zu Rassismus“ sind in Berlin am Sonnabend fast 2000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei zählte 1800 Teilnehmer. Der Protestzug setzte sich gegen 14.15 Uhr am Gendarmenmarkt in Mitte in Bewegung und erreichte nach knapp zwei Stunden den Großen Stern. Die Demonstration verlief laut Polizeisprecherin Anja Dierschke störungsfrei. „Es gibt Bilder von oben, die zeigen, dass die Abstände weitestgehend eingehalten wurden und der Mund-Nasen-Schutz getragen wurde.“ War das nicht so, hätten die Protestierenden auf die Ansprache durch die Polizei „gut reagiert“. Dennoch habe die Polizei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Hygienekonzept eingeleitet, berichtete die Polizei am Sonntag.

Autokorso mit Rechten von der Messe zum Hauptbahnhof

Auch alle weiteren Proteste am Sonnabend seien ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen, so die Polizeisprecherin. Ein Fahrradkorso mit rund 150 Teilnehmern fuhr unter dem Motto „Black Lives Matter“ ab 14 Uhr vom Hermannplatz in Neukölln zur US-Botschaft am Pariser Platz. Er sei störungsfrei verlaufen, so die Polizei am Sonntag.

Außerdem zog der rechte Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner Attila Hildmann ab 13 Uhr mit einem Autokorso von der Messe in Westend zum Hauptbahnhof. Die Polizei zählte rund 130 Teilnehmer. Weil bei der dortigen Abschlusskundgebung Abstände nicht eingehalten worden seien, habe man mehrfach Durchsagen machen müssen, so Dierschke weiter. „Dafür wurden wir dann ausgebuht.“ Die Polizei berichtete am Sonntag von zwei Strafermittlungsverfahren wegen wechselseitiger Beleidigung.

Am Forum des Bundeskanzleramts habe es zudem gegen 14 Uhr eine Kundgebung von rund 80 Teilnehmern unter dem Motto "Für deutsche Kultur in Deutschland" gegeben, die gegen 18 Uhr durch den Veranstalter beendet worden sei. Hier seien ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung sowie ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetzt eingeleitet worden, da ein Teilnehmer Pfefferspray bei sich gehabt habe. Bei einem anderen Teilnehmer sei bei den Kontrollen ein messerähnlicher Gegenstand gefunden worden.

Bei einer anderen Kundgebung von Rechten vor dem Bundeskanzleramt kam es laut der Sprecherin zu einem Gerangel. Zwei Fotografierende sollen aneinandergeraten sein. „Das konnte aber durch den Einsatz der Beamten vor Ort schnell beendet werden“, sagte Dierschke. Die Polizei war über den ganzen Tag mit 600 Kräften im Einsatz – auch am Rande des DFB-Pokalfinales im Olympiastadion am Abend. Dieser Einsatz verlief störungsfrei.