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Quarantäne für Neuköllner Wohnblöcke endet Freitagabend

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln ist das Ende der Quarantäne in Sicht. Insbesondere enge räumliche Verhältnisse hatten die Maßnahme für Betroffene zu einer Belastung gemacht.

Berlin. Zahlreiche Bewohner der unter Quarantäne gestellten Wohnblöcke in Berlin-Neukölln dürfen vom späten Freitagabend (23.59 Uhr) an wieder ihre Häuser verlassen. Davon ausgenommen seien allerdings die Haushalte, in denen noch jemand aktiv infiziert ist, sagte ein Sprecher des Bezirksamts am Donnerstag auf Anfrage. Wie viele Haushalte das betrifft, stand zunächst nicht fest. Am Donnerstag wurden die Bewohner der Häuser dem Sprecher zufolge über das Ende der Quarantäne informiert. Für noch aktiv Infizierte werde die individuelle Quarantäne verlängert, hieß es.

Insgesamt sind 369 Haushalte in sieben Wohnblöcken von der 14-tägigen Maßnahme betroffen. Mit Stand vom Donnerstagabend (17.00 Uhr) wurden dort 101 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, von denen 39 Kinder unter 18 Jahren waren. Insgesamt wurden 860 Tests vorgenommen.

Nennenswerte Probleme während der Quarantäne habe es nicht gegeben, auch wenn Anwohner wiederholt Sorge über Quarantänebrecher geäußert hätten, sagte der Bezirkssprecher und berief sich auf Lageberichte von Polizei und Ordnungsamt. Tatsächlich gingen etwa Sozialarbeiter in den Wohnblöcken ein und aus, hieß es. Vermutet wird, dass der Ausbruch im Zusammenhang mit einer christlichen Gemeinde steht.

Seit dem 18. Juni hat das Bezirksamt nach eigenen Angaben mit einer Supermarktkette, dem Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz gemeinsam die Versorgung der Bewohner an den sieben Standorten bis zum Ende der Quarantäne organisiert. Bei zwei großen Lieferungen an alle Haushalte seien rund zehn Tonnen Lebensmittel und Getränke verteilt worden.