Lotto-Stiftung Berlin

Lotto-Geld für Berliner Wildbienenprojekt

Der Rahnsdorfer Bürgerverein erhält 3050 Euro und will die bedrohten Insekten schützen.

Auf einer 900 Quadratmeter großen Wiese in Rahnsdorf sollen möglichst ideale Lebensbedingungen für die bedrohten Insekten geschaffen werden.

Auf einer 900 Quadratmeter großen Wiese in Rahnsdorf sollen möglichst ideale Lebensbedingungen für die bedrohten Insekten geschaffen werden.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Berlin. Gion Voges kann sein Glück kaum fassen: Als Vorstandsvorsitzender des Bürgervereins für Rahnsdorf soll er rund 3050 Euro von der Lotto-Stiftung Berlin erhalten. Das Geld soll in das von der Initiative 2018 ins Leben gerufene Wildbienenprojekt fließen und werde dringend für den Bau eines Gartenhauses und dessen Gestaltung benötigt. „Ich freue mich natürlich sehr, denn für uns, als erstes Wildbienenprojekt in Berlin, ist das ein großer Erfolg“, so Voges.

Lotto-Stiftung Berlin: Sechs Millionen Euro werden insgesamt verteilt

Neben dem Wildbienenprojekt will die Lotto-Stiftung Berlin insgesamt 20 weitere gemeinnützige Projekte fördern. Rund sechs Millionen Euro sollen dafür verteilt werden. Das hat der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist, beschlossen. Rund 30 Millionen Tipps wurde dafür bei dem Gewinnspiel gespielt, wobei von jedem der bei Lotto Berlin eingesetzten Euro ein Fünftel, also 20 Cent, in die Stiftung fließen. „Das gesammelte Geld kommt dann unter anderem sozialen, karitativen, dem Umweltschutz dienlichen, kulturellen, jugendfördernden und sportlichen Vorhaben in Berlin zu Gute“, erklärt Stiftungssprecher Thomas Dumke.

Das Wildbienenprojekt des Rahnsdorfer Bürgervereins ist eines davon. Das Projekt will auf einer 900 Quadratmeter großen Wiese als Musterfläche möglichst ideale Lebensbedingungen für die bedrohten Insekten schaffen und so den Bestand aufrechterhalten und schützen, erklärt Voges. „Wildbienen sind sehr wichtig, zum Beispiel für die Befruchtung von Nutzpflanzen wie Obstbäumen“, so der Vorsitzende weiter. „Wir wollen verhindern, dass die Bestände weiter sinken und wir früher oder später wie in China unsere Pflanzen künstlich befruchten müssen.“

Zahlreiche Ehrenamtliche wenden viel Zeit auf

Diese Arbeit zu meistern, sei natürlich mit viel Zeit und Kraft verbunden. Vor allem die langen Wege auf der großen Wiesenfläche würden den zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitskräften, ohne die das Ganze laut Voges nicht möglich wäre, viel Aufwand und Zeit kosten. „Bisher mussten wir das gesamte Arbeitsmaterial und die Bewässerungstechnik, und davon haben wir ganz schön viel, in unseren privaten Fahrzeugen zur Wiese befördern.“ Das sei ein großer Aufwand, der ihnen nun in Zukunft durch den Bau eines Gartenhauses als Lager der Arbeitsgeräte erleichtert werde.

Das Gartenhaus soll aber auch der Information der Rahnsdorfer dienen. „Gartenfreunde sind bei uns herzlich willkommen und können Informationsmaterialien für die bienengerechte Gestaltung erhalten“, sagt Voges. Nach langem Kämpfen freue sich der Vorsitzende sehr, endlich finanzielle Unterstützung von der Berliner Lotto-Stiftung zu erhalten. Um so eine Förderung zu erhalten, müssen gemeinnützige Initiativen zunächst einen Antrag auf der Internetseite der Lotto-Stiftung Berlin stellen.

Der Stiftungsrat entscheidet dann, welches Projekt am Ende wie viel Geld aus dem Lotto-Topf erhalten soll. In diesem sitzen drei Vertreter des Senat und drei des Abgeordnetenhauses. Für den Senat sind das der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Linke). Für das Abgeordnetenhaus sind die Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh (SPD) und Burkard Dregger (CDU) sowie die Ex-Fraktionsvorsitzende Carola Bluhm (Linke) vertreten. „In der Regel treffen diese sich quartalsweise, also vier Mal im Jahr, und beraten über die Verteilung der Gelder“, erklärt Stiftungssprecher Dumke.

Auch das Hebbel am Ufer erhält eine Zuwendung

Auch das Theaterhaus Hebbel am Ufer soll finanzielle Unterstützung erhalten. 750.000 werden zur Verfügung gestellt. „Dieser Zuschuss soll zur Mitfinanzierung der ,Tanzplattform Deutschland 2022’ beitragen“, heißt es in der Pressemitteilung der Lotto-Stiftung. Durch dessen planmäßige Austragung im Frühjahr 2022 werde das HAU maßgebliche Impulse zum Kulturleben der Hauptstadt beitragen und seine überregionale Bedeutung stärken, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit dem Projekt wollen die Kooperationspartner, die aus insgesamt zehn Tanzveranstaltern bestehen, die ästhetische Vielfalt und verschiedenen Produktionsweisen sichtbar machen und verdichten sowie richtungsweisend für den zeitgenössischen Tanz in Deutschland sein.

„Hierbei handelt es sich um eines der spannendsten Projekte“, so Dumke. Seinen Angaben nach habe das Coronavirus zwar keinen Einfluss auf die Entscheidung des Stiftungsrates, aber mit Sicherheit auf die aktuelle Situation der Antragsteller der Projekte gehabt.