Reise

Zu Pfingsten sind Ostsee-Ausflüge wieder möglich

Mecklenburg-Vorpommern schreibt eine Hotelbuchung vor. In Brandenburg sind dagegen Tagesausflüge erlaubt.

Die Körbe am Strand von Sellin stehen mit großem Abstand. Tagestouristen dürfen weiter nicht anreisen.

Die Körbe am Strand von Sellin stehen mit großem Abstand. Tagestouristen dürfen weiter nicht anreisen.

Foto: Stefan Sauer / ZB

Ein verlängertes Pfingstwochenende steht vor der Tür. Damit wächst auch die Lust der Berliner, in Zeiten langsamer Corona-Lockerungen endlich wieder einmal an die Ostsee oder nach Brandenburg zu fahren.

Die Ostsee-Ausflugsziele in Mecklenburg-Vorpommern dürfen zu Pfingsten nun auch wieder Besucher aus anderen Bundesländern empfangen. „An diesem Stichtag sind etwas mehr als 90 Prozent der Betriebe in unserem Bundesland geöffnet. Die Branche ist vorbereitet und vor allem sensibilisiert für alle erforderlichen Schutzmaßnahmen, um ein möglichst sicheres Reisen zu gewährleisten“, sagt Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Katrin Hackbarth vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern warnt zudem Ostseebesucher, die eine längere Reise planen, vor zu spätem Buchen. Momentan stehen nur etwa 60 Prozent der Betten für Reisende zur Verfügung. „Im letzten Jahr waren unsere Hotels zu Pfingsttagen zu 90 Prozent ausgebucht“, sagt Hackbarth. „Das Angebot wird dementsprechend knapp sein. Wir empfehlen Touristen, sich vorher umfassend auf Vergleichsportalen über die bestehenden Möglichkeiten zu informieren.“

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Verreisen an Pfingsten: Tagesausflüge sind nicht gestattet

Tagesausflüge an die Küste von Berlin oder aus anderen Bundesländern sind nicht gestattet. Die Landesverordnung sieht eine Hotelbuchung für mindestens eine Nacht vor. Tagestouristen, die unerlaubt nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen, droht deshalb ein Bußgeld in der Spanne von 150 bis 2000 Euro.

Berlins Nachbarbundesland Brandenburg kann hingegen problemlos in Tagesausflügen besucht werden – zumindest von maximal zwei Haushalten in einem Mindestabstand von 1,50 Meter zueinander. „Schon zu Christi Himmelfahrt war hier trotz der strengen Hygienemaßnahmen erstaunlich viel los“, sagt etwa Ernst Volkhardt, Geschäftsführer der „Tourismus-Marketing Templin“. „Wir erwarten deshalb zu Pfingsten wieder viele Besucher in Templin, so Volkhardt, „aber auch Übernachtungsgäste. Die Hotels der Region sind mit den Vorbuchungen dem Vernehmen nach weitestgehend zufrieden.“

Stefan Sühr kann das bestätigen. Sühr ist Direktor des bei Berlinern beliebten „Ahorn-Seehotel Templin“ am Lübbesee. Normalerweise sei das Hotel zu Pfingsten komplett ausgebucht, über die momentan 60 Prozent Belegung sei man aber unter den coronabedingten Umständen ziemlich glücklich.

Hoher zusätzlicher Personalaufwand notwendig

Dabei könnten durchaus noch mehr Gäste empfangen werden. Zwar gibt es vonseiten des Landes Brandenburg keine Maximalbelegung, aber unter den geltenden Hygieneregeln kann Sühr rund 75 Prozent seiner Kapazitäten anbieten. „Ansonsten können wir den geforderten Abstand etwa bei den Tischen in den Speisesälen nicht einhalten. Es dürfen auch nur Personen aus maximal zwei Haushalten in einem Zimmer wohnen.“ An einem Tisch dürfen laut Verordnung ebenso nur maximal zwei Haushalte im Abstand von 1,50 Meter zueinander sitzen, diese Regelung gilt nicht bei Personen eines einzigen Haushalts.

Die Auflagen zum Hotelbetrieb fordern dem „Ahorn“ dabei einen hohen zusätzlichen Personalaufwand ab, beispielsweise bei der Desinfektion der Zimmer und der öffentlichen Räumlichkeiten. Außerdem müssen die Abstands- und Hygieneregeln überwacht werden.

„In unserem Hotel gilt eine Maskenpflicht für Personal und Gäste, außer an den Tischen selbst“, sagt Sühr. „Wir halten an unseren Buffets fest, jedoch werden die Kunden hier derzeit bedient.“ Sühr ist froh, dass seine Besucher für diese Maßnahmen größtenteils Verständnis zeigen. „Es herrscht eine positive Grundstimmung vor Ort. Das Personal ist glücklich, wieder zu arbeiten, und die Gäste sind glücklich, wieder hier sein zu können. Wir versuchen, unseren Kunden trotz der Bedingungen so viel Normalität wie möglich zu bieten“, so Sühr. Im Moment dürfen zwar nur Hotelgäste das Hauptgebäude des „Ahorn-Hotels“ betreten, zu Pfingsten sind aber Streichelzoo, Kinderspielplatz, Biergarten und Liegestrand am Badesee auch für Ausflugstouristen geöffnet. Strandbäder dürfen in Brandenburg nur zum Pfingstwochenende öffnen, wenn sie über ein Sicherheits- und Hygienekonzept verfügen, das für maximal 150 Strandgäste überprüft und umgesetzt werden muss.

Auch Campingplätze bereiten sich auf Besucher vor

Die Ausflugsregion Templin rüstet sich auch an anderen Orten wieder. Ab 15. Juni etwa öffnet laut Geschäftsführer Volkhardt das beliebte Spaßbad „NaturThermeTemplin“ seine Pforten für Besucher. Bereits ab dem Pfingstwochenende hat der Wildwest-Freizeitpark „El Dorado“ auf. „Es werden zwar nicht alle Shows und Attraktionen besucht werden können“, so Volkhardt, „dafür aber ist der Eintritt an Pfingsten frei, und es gibt ein gesondertes Programm. Es kann auch schon vor Ort – unter den gegebenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen – übernachtet werden.“

Diese Hygienemaßnahmen betreffen natürlich auch andere Bereiche des Tourismus in Brandenburg, etwa Campingplätze oder Ferienwohnungen. Kai Köllner, Inhaber des Campingplatzes Wusterhausen, ist froh, dass seit der Pfingstwoche wieder die öffentlichen Sanitäranlagen für Campinginteressierte geöffnet werden dürfen: „Zuvor durften nur Dauercamper anreisen, die über ein WC, Waschbecken oder einen Kanalanschluss bei uns verfügten oder Touristencamper mit einem autarken Klo.“

In den Gemeinschaftsräumen wird jedes zweite Waschbecken abgesperrt, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Abstandslinien auf dem Boden sorgen dafür, dass bei Wartezeiten ebenfalls darauf geachtet wird. „Ich habe zusammen mit dem Reinigungsteam ein neues Hygiene- und Desinfektionskonzept erarbeitet“, sagt Köllner, „es wird außerdem eine zusätzliche Reinigungskraft ab Pfingsten angestellt, um die nicht unwesentliche Mehrarbeit zu schaffen.“ In Wusterhausen stehen den Campern mindestens 100, größtenteils 120 Quadratmeter pro Parzelle zur Verfügung, was zusätzlich dabei hilft, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Wer eine längere Ostseereise plant, sollte rechtzeitig buchen

Ferienwohnungen und -zimmer dürfen in Brandenburg vermietet werden, solange sie über sanitäre Anlagen verfügen. Henry Michael Zielske, der eine Ferienwohnung am Potsdamer Park Sanssouci besitzt, muss für die Hygieneanforderungen tief in die Tasche greifen: „Ich beschäftige eine professionelle Reinigungskraft, die entsprechend den geforderten Vorgaben die Reinigung vornimmt und sie durch desinfizierende Maßnahmen erweitert“, so Zielke. Das erzeuge Mehrkosten von zehn bis zwölf Euro pro Buchung, die dem Gast nicht berechnet werden.

Zielke hofft, dass bisherige Buchungen bestehen bleiben, die Menschen sich trotz Lockerungen weiter an die Vorgaben halten und die noch vorhandenen Kapazitäten angefragt werden.