Homophobie

So viele Übergriffe gegen Schwule in Berlin wie noch nie

Teilnehmer einer Demonstration des Lesben- und Schwulenverband LSVD auf dem Wittenbergplatz in Berlin (Archivbild).

Teilnehmer einer Demonstration des Lesben- und Schwulenverband LSVD auf dem Wittenbergplatz in Berlin (Archivbild).

Foto: dpa

Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt registriert deutlich mehr Fälle. Über 150 Körperverletzungen wurden registriert.

Berlin. Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr so viele Angriffe und Beleidigungen gegen Schwule, lesbische Frauen und Transsexuelle gezählt wie nie zuvor. 559 Fälle wurden in der Jahresstatistik 2019 registriert - ein Anstieg von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Maneo am Freitag mitteilte. Im Jahr 2018 waren 382 Übergriffe erfasst worden. In den meisten Fällen waren 2019 Schwule und männliche Bisexuelle betroffen (395 Fälle).

83 Taten hätten sich gegen Transmenschen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter. Das Projekt erläuterte, dass die erhöhten Fallzahlen nicht bedeuten müssen, dass es mehr Übergriffe in der Hauptstadt gab. Denkbar sei auch, dass „mehr Fälle aus dem als sehr hoch einzuschätzenden Dunkelfeld ins Hellfeld“ geführt worden seien.

Bei den meisten Taten handelte es sich laut Maneo mit 176 Fällen um Beleidigungen. Demnach wurden auch 153 homo- beziehungsweise transfeindliche Körperverletzungen bei Maneo gemeldet, 2018 waren es noch 90 Fälle gewesen. Der Bericht wurde zum internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie am Sonntag veröffentlicht.

Wieviele Übergriffe es tatsächlich gab, ist ungewiss. „Das Dunkelfeld ist weiter hoch“, wurde Maneo-Leiter Bastian Finke in einer Mitteilung zitiert. Demnach nahm Maneo knapp 1000 Hinweise und Fälle entgegen.

( dpa/afp )