Corona-Newsblog in Berlin

Coronavirus: Kalayci gegen Spahns Immunitätsausweis

In Berlin gibt es 6004 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die aktuellen Entwicklungen im Newsblog.

Strikte Kontaktsperren wegen Corona-Pandemie bröckeln

Die wegen der Corona-Pandemie bislang in Deutschland geltenden strikten Kontaktsperren bröckeln. Entgegen den Vereinbarungen von Bund und Ländern vom Donnerstag dürfen sich in Sachsen-Anhalt ab Montag wieder fünf Menschen außerhalb des eigenen Hausstands treffen. Auch das Saarland weicht teilweise von der Bundeslinie ab.

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Berlin. In unserem Newsticker halten wir Sie über die Entwicklungen zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

15.25 Uhr: Wir schließen dieses Newsblog, alle weiteren aktuellen News zu Corona in Berlin und Brandenburg finden Sie in unserem neuen Newsblog.

14.41 Uhr: Karstadt und Kaufhof vollständig offen - KaDeWe wartet noch

Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Berlin haben nach einem Gerichtsurteil bereits seit Sonnabend wieder auf ganzer Fläche geöffnet - das KaDeWe dagegen verzichtet zum Wochenbeginn auf diesen Schritt. Es öffnete zum Montag weiterhin nur die bereits zuvor erlaubten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, wie eine Sprecherin sagte. Allerdings bereite sich das Kaufhaus auf eine Öffnung der gesamten Fläche im Laufe dieser Woche vor.

Am Donnerstag hatte das Berliner Verwaltungsgericht die vom Senat verordnete Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter für das KaDeWe sowie für Galeria Karstadt Kaufhof in einem Eilverfahren gekippt. Die Richter waren mit den unterschiedlichen Vorgaben für Warenhäuser und Shopping-Center nicht einverstanden.

14.16 Uhr: Demokratie- und Europafest abgesagt

Das Berliner Demokratie- und Europafest 2020 findet wegen der Corona-Krise in diesem Jahr nicht statt. Angesichts der Entscheidung des Senats, bis zum 31. August keine Großveranstaltungen zu erlauben, müsse das Fest abgesagt werden, teilte die Senatsverwaltung für Kultur und Europa am Montag mit. Es war vorher bereits vom 16. Mai auf den 29. August verschoben worden.

13.35 Uhr: Ausgleich für Zoo-Jahreskartenbesitzer

Besitzer von Jahreskarten für Zoo, Tierpark und Aquarium können mit einem finanziellen Ausgleich für die Schließzeiten in der Corona-Krise rechnen. „Für die Jahreskarten-Abonnenten verlängert sich die Laufzeit automatisch um einen Monat. Für alle weiteren Jahreskartenbesitzer finden wir natürlich auch eine kulante Lösung“, kündigte Zoo-Sprecherin Katharina Sperling an.

Hier müsse von Fall zu Fall entschieden werden: „Ist die Jahreskarte innhalb der Schließzeit abgelaufen oder hat der Inhaber die vollen sechs Wochen "vepasst". Im letzteren Fall bekommen die Jahreskartenbesitzer wie unsere Abonnenten auch einen zusätzlichen Monat“, erklärte Sperling.

13.12 Uhr: Datenschützerin fordert sichere Lösungen für Digitalisierung

Berlins Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk fordert als Lehre aus der Corona-Krise einen konsequenten Ausbau digitaler Arbeitsmöglichkeiten für die Verwaltung. Nötig und wünschenswert sei dabei wegen des Datenschutzes, dass das Land Dienste etwa für Videokonferenzen, schnelle Kommunikation oder E-Learning selbst betreibe, erklärte Smoltczyk am Montag.

Zur Sicherstellung des Betriebs sei mangels erkennbarer Alternativen häufig auf Dienste und Software zurückgegriffen worden, die unsicher und datenschutzrechtlich nicht akzeptabel seien, führte sie aus. „Dies mag in einer Zeit der extrem beschleunigten und teilweise auch überstürzten Digitalisierung von Arbeit und Schule aufgrund einer Ausnahmesituation nachvollziehbar sein.“

13.08 Uhr: Polizei löst Dachparty in Kreuzberg auf und findet Drogen

Die Berliner Polizei hat in Berlin-Kreuzberg eine Dachparty aufgelöst und ist dabei auf Drogen gestoßen. Die Beamten fanden sie im Rucksack eines 25-Jährigen, der von der Feier flüchten wollte, wie die Beamten auf Twitter und in einer Mitteilung am Montag schrieben. Demnach feierten elf Menschen am Sonntag auf der Dachterrasse am Planufer. Es wurden Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und das Betäubungsmittelgesetz erstattet.

Insgesamt schrieb die Polizei am Sonntag bei stadtweiten Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln 17 Strafanzeigen. Zusätzlich ergingen 38 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Polizei war nach eigenen Angaben tagsüber mit 340 und in der Nacht mit 140 Kräften im Einsatz. Es seien 114 Menschen überprüft worden.

13.07 Uhr: Grüne bringen City-Maut wieder ins Spiel

Angesichts starker Einnahmeverluste bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) in der Corona-Krise versuchen die Grünen, eine alte Idee zur zusätzlichen Finanzierung von Bussen und U-Bahnen neu zu beleben. Fraktionschefin Antje Kapek brachte am Montag eine City-Maut für Autofahrer, die in die Innenstadt wollen, beziehungsweise eine verpflichtende Nahverkehrsabgabe für alle Berliner ins Spiel.

„Wir haben bereits jetzt eine Finanzierungslücke von 1,9 Milliarden Euro bei der BVG“, sagte Kapek dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montag). „Diese muss aus dem Haushalt gedeckt werden. Das zeigt aber auch, dass wir dringend eine dritte Finanzierungssäule für den ÖPNV brauchen - wie zum Beispiel eine Nahverkehrsabgabe oder Einnahmen aus einer City-Maut, die wir für Investitionen nutzen können.“ Klar sei: „Das Land muss die BVG retten“, so Kapek. „Der ÖPNV ist die Lebensader der Region.“

12.52 Uhr: Nach Überfall auf ZDF-Team: Polizei fahndet weiter nach Angreifern

Drei Tage nach dem brutalen Angriff auf ein ZDF-Kamerateam in Berlin sucht die Kriminalpolizei weiter nach den Tätern und ermittelt zu den Hintergründen. Die Untersuchung führt nach Angaben vom Montag weiterhin der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes (LKA). Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass die Täter dem linken Spektrum zuzuordnen sind.

Das siebenköpfige ZDF-Team der Satiresendung „heute-show“ hatte am Freitag bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln gefilmt. Danach wurde es in einer Seitenstraße von mindestens 15 Menschen angegriffen. Der Redakteur, der Kameramann und der Kameraassistent sowie drei private Wachleute wurden verletzt und wurden im Krankenhaus behandelt. Der Satiriker Abdelkarim blieb unverletzt.

Die Polizei nahm sechs Verdächtige fest und ließ sie wieder frei. Mindestens zwei von ihnen stehen weiter unter Verdacht. Zu drei der sechs zunächst festgenommenen Menschen lagen laut Polizei „Erkenntnisse im Bereich der politisch motivierten Kriminalität links“ vor. Aus Sicherheitskreisen hieß es, eine der polizeilich bekannten Personen sei seit 2015 als „Gewalttäter“ aus dem linken Spektrum bekannt. Von den insgesamt sechs Menschen, die von der Polizei zunächst festgenommen worden waren, leben nach dpa-Informationen vier in Berlin, zwei haben ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg.

12.25 Uhr: Schlangen vor den Friseursalons

Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie durften die Berliner Friseure am Montag wieder öffnen. Vor einigen Salons bildeten sich bereits am Morgen lange Schlangen. Viele Friseure hatten im Vorfeld online und telefonisch Termine vergeben und sind für die kommenden Tage oder sogar Wochen ausgebucht.

In den Salons gelten einige coronabedingte Regeln. Da sich der Mindestabstand von 1,50 Meter beim Schneiden nicht einhalten lässt, sollen sowohl Kunden als auch Friseure einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

12.02 Uhr: Kalayci will Teststrategie ändern

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat angekündigt, Testkapazitäten künftig stärker nutzen zu wollen. „Wir ändern unsere Test-Strategie gerade“, sagte Kalayci im Gesundheitsausschuss. Künftig sollen alle Patienten mit den typischen Symptomen auf Covid-19 grundsätzlich getestet werden. Das solle auch für alle Kontaktpersonen der Kategorien 1,2,3, gelten, unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen. Erste flächendeckende Testreihen seien erfolgt. So habe die Charité alle Mitarbeiter auf das Virus selbst und auf mögliche Antikörper getestet. „Das wäre erstmals eine repräsentative Erhebung“, sagte die Senatorin. Mehr dazu lesen Sie hier.

11.11 Uhr: Gesundheitssenatorin Kalayci gegen Immunitätsausweis

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich gegen den Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgesprochen, einen Immunitätsausweis für genesene Corona-Patienten einzuführen. „Den Immunitätsausweis sehe ich sehr kritiisch. Er kommt zur Unzeit“, sagte Kalayci im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Man habe in Deutschland eine geringe Durchseuchung. „Wir sind noch nicht immun." Zudem gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, wie lange ein Corona-Patient wirklich immun sei. So ein Ausweis setze auch falsche Anreize. Er diskriminiere besonders gefährdete Gruppen. „Wir wollen die Krankheit verhindern und setzen nicht auf Herdenimmunität“, so die Senatorin: „Das ist ein falscher Vorschlag, ich hoffe, dass er nicht kommt.“

11.03 Uhr: Ärztekammer beklagt weiter Probleme mit Schutzmasken

Bei der Versorgung mit spezieller Ausrüstung für den medizinischen Bereich bestehen nach Darstellung der Berliner Ärztekammer weiter Probleme. Das gelte etwa für Masken der Schutzstufen FFP2 und FFP3, sagte der Mediziner Thomas Werner aus dem Vorstand der Berliner Ärztekammer am Montag.

Werner, selbst Chirurg in Friedrichshain, äußerte sich in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses im Abgeordnetenhaus. Zum Thema Corona-Tests mahnte er an, von anlassbezogenen Tests wegzukommen - vielmehr müsse man sich zu einem konsequenten Screening hin entwickeln.

Generell sei die Zahl der Covid-19-Fälle in Berlin bisher beherrschbar gewesen, bilanzierte der Mediziner. Das sei aber eine Momentaufnahme. Niemand könne sagen, wie lange die Situation so bleibe.

10.41 Uhr: Kassenärzte: Nur noch eine Praxis geschlossen

Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Situation der niedergelassenen Ärzte laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) entspannt. Nur noch eine Praxis sei geschlossen, sagte der stellvertretende Vorstandschef der KV Berlin, Burkhard Ruppert, am Montag bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die KV sei inzwischen zum Versorger für Schutzmaterialien geworden: Ausrüstung im Wert von circa 20 Millionen Euro sei beschafft worden, damit hoffe man bis in den Herbst zu kommen. Tausende Praxen wurden laut Ruppert beliefert. Ende März beispielsweise waren laut früheren Angaben der KV mehr als 100 Praxen geschlossen gewesen - meist wegen Quarantänemaßnahmen, aber auch wegen fehlender Schutzausrüstung.

10.33 Uhr: Das ist die Bilanz der Polizeikontrollen

Zur Überwachung der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus führte die Polizei Berlin gestern und in der vergangenen Nacht wieder stadtweit Kontrollen durch.

Tagsüber waren rund 340 Einsatzkräfte und in der Nacht etwa 140 Polizistinnen und Polizisten zur Einhaltung der Verordnung eingesetzt. Die Kräfte überprüften 4 Objekte und 114 Personen im Freien. Dazu fertigten die Polizeikräfte 17 Straf- und 38 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2.589 objektbezogene Überprüfungen sowie 14.516 Überprüfungen im Freien durch. In 902 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte bisher 1.338 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2.730 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

9.10 Uhr: Auch Führerscheinprüfungen wieder möglich

Der TÜV Rheinland startet ab heute schrittweise wieder mit den Führerscheinprüfungen in Berlin. Los geht es zunächst mit den theoretischen Prüfungen, auch praktische Prüfungen können ab der ersten Mai-Woche wieder abgelegt werden. Dabei seien allerdings die Hygienevorschriften einzuhalten. So müssen Fahrschülerinnen und Fahrschüler eine geeignete Mund-Nase-Bedeckung tragen, heißt es.

7.45 Uhr: BVG fährt jetzt wieder im Normalbetrieb

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kehren ab diesem Montag zu ihrem Normalbetrieb zurück. Alle Busse und Bahnen haben wieder ihren regulären Takt aufgenommen, wie die BVG mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen ihr Angebot in den letzten Wochen ausgedünnt.

Einige Änderungen bleiben dennoch bestehen: Dazu zählen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Bus und Bahn, die Einhaltung des Mindestabstandes und der Hygienevorschriften. Der Vordereinstieg beim Bus und der Ticketverkauf beim Fahrpersonal wird weiter ausgesetzt. Tickets können per App oder am Automaten gekauft werden. Außer Betrieb bleibt die U-Bahnlinie U55 - auf der vor allem touristisch nachgefragten Linie stehen langfristig geplante Maßnahmen zur Anbindung an die U5 an.

7.31 Uhr: Reinickendorfs Amtsarzt macht Hoffnung auf offene Restaurants

Urlaub am Meer oder in den Bergen, eine Bratwurst im Biergarten oder ein Käffchen im Lieblingscafé - für Reinickendorfs sonst so kritischen Amtsarzt Patrick Larscheid sind das in Pandemie-Zeiten keine Utopien. „Entscheidend ist das Verhalten“, sagt er. „Das bedeutet, dass wir Abstand halten und die Kontaktzeiten zueinander reduzieren.“

Strand oder Badewiese am See - das sei alles machbar. „Aber die Betreiber müssen sich vorher einen Kopf über ein Konzept machen.“ Im Freien sei grundsätzlich alles weniger riskant als in geschlossenen Räumen. „Mir ist nicht klar, warum der Betrieb eines Biergartens untersagt werden sollte, wenn es eine geschickte Wegführung zu den Kiosken und Toiletten ohne dichte Warteschlangen gibt", sagte Larscheid.

7.25 Uhr: Hamsterkäufe beim Bäcker sind vorbei

Kunden verlangen beim Bäcker deutlich öfter Brot als vor der Corona-Krise. Die Umsatzeinbrüche in anderen Bereichen macht das allerdings nicht wett. Und das Kaufverhalten normalisiert sich wieder. „Es wird durchschnittlich mehr Brot gekauft, aber es gibt keine Hamstereffekte mehr, nicht mehr die einzelnen Kunden, die zehn Kilo kaufen, wie wir das am Anfang beobachten konnten“, sagte Johannes Kamm, Geschäftsführer der Bäcker-Innung Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Weil Geburtstags- und andere Familienfeiern ausfallen, sei andererseits die Nachfrage nach Kuchen und Torten deutlich geringer.

Wirtschaftliche Probleme haben nach Kamms Einschätzung vor allem die Betriebe im unmittelbaren Büroumfeld oder im Innenstadtbereich. „Auch wenn es inzwischen die ersten Lockerungen gibt, halten sich die Menschen dort noch zurück."

+++ Sonntag, 3.5.2020 +++

17.36 Uhr: Zahl der bestätigten Infektionen steigt auf 6004

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus um 34 auf 6004 angestiegen, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. 5091 Menschen davon gelten als genesen. Den höchsten Zuwachs verzeichnet Tempelhof-Schöneberg mit 9 zusätzlichen Fällen, gefolgt von Pankow (+8) und Marzahn-Hellersdorf (+5). Keine Neuinfektionen verzeichneten Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick.

511 Menschen werde im Krankenhaus behandelt, davon 152 intensivmedizinisch. 154 Erkrankte sind bislang gestorben, damit ist von Sonnabend zu Sonntag kein neuer Todesfall hinzugekommen. Zwei stammen aus der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, neun weitere waren 50 bis 59 Jahre alt, 17 60 bis 69 Jahre alt. Weitere 36 Verstorbene stammen aus der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen, und 90 waren 80 Jahre und älter.

16.49 Uhr: Verhaltener Start für Brandenburgs Museen

Am langen Mai-Wochenende haben verhältnismäßig wenige Besucher die Wiedereröffnung der ersten Schlösser und Museen nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen genutzt. Im Potsdamer Belvedere auf dem Pfingstberg seien von Freitag bis Sonntagmittag 160 Besucher gezählt worden, berichtete Sprecherin Andrea Lütkewitz. Bei dem meist kühlen und regnerischen Wetter sei es nicht zu Warteschlangen gekommen. Die Besucher hätten auch die Maskenpflicht ohne Diskussionen akzeptiert und auch im Schloss den Mindestabstand eingehalten.

„Die Menschen scheinen sich zu freuen, dass sie wieder etwas unternehmen können“, sagte Lütkewitz. „Unsere finanziellen Einbußen sind durch die Corona-Krise nach wie vor hoch und wir freuen uns über jeden Gast.“

15.49 Uhr: Müller offen für mehr Kompetenzen des Bundes

Michael Müller (SPD) hat sich offen dafür gezeigt, angesichts der unterschiedlichen Corona-Regeln der Bundesländer in künftigen Krisen Kompetenzen an den Bund abzugeben. „Für Krisenzeiten, in bestimmten Notsituationen, kann ich mir so etwas vorstellen“, sagte Müller am Sonntag im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Er nannte als Beispiele Flutkatastrophen, Stürme oder eine Pandemie wie die derzeitige. Dass dann der Gesundheitsschutz zentral koordiniert wird und zentral Maßnahmen entschieden werden, „das kann ich mir vorstellen“, sagte Müller.

14.46 Uhr: Müller kritisiert Sachsen-Anhalt für Corona-Lockerungen

Michael Müller (SPD) hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt für deren Lockerungen der Corona-Beschränkungen kritisiert. „Sachsen-Anhalt hat jetzt etwas losgetreten, was wir hoffentlich wieder einfangen“, sagte Müller am Sonntag im Interview mit dem Deutschlandfunk. Denn das Virus mache nicht an Landesgrenzen halt. „Sachsen-Anhalt würde auch den anderen Kollegen nichts Gutes tun, wenn die Lockerungen dort zu einer großen Infektionswelle führen“, kritisierte er.

Am Sonnabend hatte die schwarz-rot-grüne Landesregierung ein Bündel an Erleichterungen beschlossen. Unter anderem weicht das Land als erstes Bundesland überhaupt die Kontaktbeschränkungen auf. So können sich von Montag an Gruppen von bis zu fünf Menschen treffen - bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern.

14.30 Uhr: Leichter Anstieg der Corona-Infektionen in Brandenburg

Knapp zwei Wochen nach den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen steigt die Zahl der Covid-19-Infektionen in Brandenburg weiter nur leicht an. Insgesamt seien inzwischen 2989 laborbestätigte Fälle statistisch erfasst (Stand 3. Mai, 11 Uhr), teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Das ist ein Plus von 24 Fällen innerhalb von 24 Stunden. Gleichzeitig gelten nach Berechnungen des Landesgesundheitsamts rund 2240 Menschen als genesen, ein Plus von 20 Fällen gegenüber dem Vortag.

Insgesamt befanden sich 165 Infizierte in stationärer Behandlung, davon wurden 13 intensiv-medizinisch beatmet. Die Zahl der Sterbefälle blieb mit 151 gegenüber dem Vortag unverändert.

12.18 Uhr: Das ist die Polizeibilanz der Coronakontrollen

Zur Überwachung der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus führte die Polizei Berlin gestern und in der vergangenen Nacht wieder stadtweit Kontrollen durch.

Tagsüber überprüften rund 900 Einsatzkräfte, von denen etwa 300 am Rosa-Luxemburg-Platz eingesetzt waren, und in der Nacht etwa 190 Polizistinnen und Polizisten die Einhaltung der Verordnung. Es wurden 16 Objekte und 264 Personen im Freien überprüft. Dazu fertigten die Polizeikräfte 27 Straf- und 47 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2.585 objektbezogene Überprüfungen sowie 14.402 Überprüfungen im Freien durch. In 901 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte bisher 1.321 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2.692 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

10.44 Uhr: Extra Station für gesundheitlich geschwächte Gefangene

In den Berliner Gefängnissen hat nach Einschätzung der Justizverwaltung jeder vierte Inhaftierte gesundheitliche Schwächen. Gefangene mit einem hohen Risiko für eine Neuerkrankung seien älter als 65 Jahre und hätten etwa bereits Diabetes oder Herzerkrankungen, wie ein Sprecher der Justizverwaltung mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie sei ein Konzept zum Umgang mit gesundheitlich anfälligen Gefangenen erstellt worden.

Als Menschen der höchsten Risikogruppe wurden Inhaftierte etwa mit Tumorerkrankungen im höheren Lebensalter eingestuft. Eine akute Immunabwehrschwäche gelte aber unabhängig vom Lebensalter als hohes Risiko, an Corona zu erkranken.

Derzeit wird laut Justizverwaltung im Gefängnis Tegel eine extra Isolier-Station eingerichtet, in der langfristig Gefangene der höchsten Risikostufe leben sollen. Anliegen sei, bei diesen infektgefährdeten Menschen eine Ansteckung mit Krankheitserregern von vornherein zu vermeiden. Sie sollen extra Freistunden bekommen, nicht arbeiten müssen und von erfahrenen, nicht wechselnden Justizbediensteten betreut werden.

Derzeit müsse noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit Betroffene dorthin wechselten, sagte der Sprecher. Vielleicht seien die in Aussicht gestellten Hafterleichterungen ein Anreiz, dorthin zu wechseln.

9 Uhr: Berlins Kliniken streben behutsame Öffnung an

Nach der vorsichtigen Öffnung in vielen Lebensbereichen wollen auch Berlins Kliniken in der Corona-Pandemie ein Stück zurück zur Normalität. In Abstimmung mit der Berliner Krankenhausgesellschaft sei die Gesundheitsverwaltung dabei, einen Einstieg in den „normalen“ Krankenhausbetrieb vorzubereiten, sagte Sprecher Moritz Quiske.

Im Moment sind viele Betten leer, weil der befürchtete Corona-Effekt bisher ausgeblieben ist. Ob das so bleibt, lässt sich schwer kalkulieren. Es hängt von den künftigen Infektionszahlen ab - und damit von der Vernunft oder Sorglosigkeit der Berliner. Ob Krankenhäuser sichere Orte für geplante Operationen sind, die zur Zeit noch verschoben werden, ist ebenfalls eine Frage. Die Berliner Krankenhausgesellschaft ist da sicher, Amtsätzte sehen das kritischer. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Sonnabend, 02.05.2020 +++

Die wichtigsten Corona-News am Sonnabend

Berlin Trend zeigt: Fast 40 Prozent der Berliner haben Angst vor Ansteckung
Müller hofft auf Lockerung bei Restaurants vor Großveranstaltungen
Polizei zieht positive Bilanz nach dem 1. Mai

19.20 Uhr: Das ist ab dem 4. Mai in Berlin wieder erlaubt

Friseure dürfen ihre Salons ab dem 4. Mai wieder öffnen – aber mit einigen Einschränkungen. Trockenhaarschnitte sind vorerst tabu, auch gesichtsnahe Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege müssen ausfallen. Da sich der Mindestabstand von 1,50 Meter beim Schneiden nicht einhalten lässt, sollen sowohl Kunden als auch Friseure einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

50 Teilnehmer dürfen wieder gemeinsam in Gotteshäusern feiern – Gebetsvorsteher oder musikalische Leiter sind von der maximalen Teilnehmerzahl ausgenommen. Während der Veranstaltung dürfen keine Gegenstände zwischen den Gläubigen herumgereicht werden.

Die Staatsbibliothek und andere wissenschaftliche Bibliotheken beginnen wieder ihren Ausleihbetrieb. Die Einrichtungen aller Bezirke sowie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin wollen ihre Medien wie Bücher und Zeitschriften ab dem 11. Mai wieder zum Verleih bereithalten. Mehr zum Thema lesen Sie HIER!

17.45 Uhr: 5970 bestätigte Corona-Fälle in Berlin - 154 Tote

In Berlin gibt es derzeit 5970 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Kontaktpersonen werden weiterhin ermittelt, kontaktiert und isoliert. 2946 Personen sind männlich, 3015 weiblich. Bei neun Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 541 Personen, davon werden 159 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

154 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, neun 50 bis 59 Jahre alt, 17 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 36 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt und 90 Verstorbene waren 80 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81,5 Jahren. 5040 Covid-19-Patienten gelten als genesen.

17.30 Uhr: Kunden halten sich an Maskenpflicht

Die Kunden in den Berliner Geschäften halten sich nach Angaben des Handelsverbands Berlin-Brandenburg nahezu ausnahmslos an die Maskenpflicht. Mehr als 95 Prozent der Kunden trügen eine Maske, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Nils Busch-Petersen.

Seit vergangenem Mittwoch müssen die Menschen in Berlin beim Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um die Übertragung des Coronavirus einzudämmen. Die Pflicht gilt auch im öffentlichen Nahverkehr.

Busch-Petersen forderte vom Berliner Senat, dass auch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Die Begrenzung sei „willkürlich und völlig unsinnig“. Auf einer größeren Geschäftsfläche ließen sich die Corona-Regeln besser durchsetzen. Angesichts der guten Erfahrungen von diesem Wochenende sei er überzeugt, dass weitere Lockerungen möglich seien.

16.25 Uhr: Corona-Regeln - Polizei kontrolliert Hunderte Personen

Zur Überwachung der Corona-Regelungen hat die Polizei am Freitag und in der vergangenen Nacht wieder stadtweite Kontrollen durchgeführt. Die Einsatzkräfte überprüften 34 Objekte und 892 Personen im Freien. Dabei wurden 21 Straf- und 99 Ordnungswidrigkeitenanzeigen ausgestellt.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr kontrollierte die Polizei insgesamt 2569 Objekte und führte 14.138 Überprüfungen im Freien durch. In 900 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte bisher 1294 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2645 Ordnungswidrigkeiten gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

13.55 Uhr: Innensenator - Corona-Regeln in Kreuzberg nicht durchgesetzt

1. Mai: Hunderte Demonstranten trotzen Corona-Beschränkungen
1. Mai: Hunderte Demonstranten trotzen Corona-Beschränkungen

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat zugegeben, dass am 1. Mai in Kreuzberg die Corona-Regeln wegen der vielen Schaulustigen von der Polizei nicht konsequent umgesetzt werden konnten. Mehrere tausend Menschen hätten am Freitagabend offenbar gemeint, es gäbe keine Pandemie und man müsse sich das Geschehen in Kreuzberg aus nächster Nähe anschauen, teilte Geisel am Samstag mit. „Das ist kopfloser Aktionismus. Hier konnte der Infektionsschutz wegen der schieren Masse von Menschen nicht in der Form durchgesetzt werden, wie ich es mir gewünscht hätte."

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Allerdings habe die Polizei verhindert, dass Linksautonome mit mehreren hundert Menschen geschlossen durch die Straßen zogen. „Sie hat An- und Versammlungen konsequent unterbunden und es den Autonomen unmöglich gemacht, ihre Ziele zu erreichen.“ Daher könne man insgesamt von einem „erfolgreichen, gewaltfreien und friedlichen 1. Mai sprechen“. Geisel betonte: „Mit Blick auf den gesamten 1. Mai bin ich sehr zufrieden.“ Mehr dazu lesen Sie hier.

12.50 Uhr: Müller hofft auf Lockerung bei Restaurants

Michael Müller (SPD) hat am Sonnabend einen Öffnungsplan für Restaurants und Gaststätten in der Corona-Krise angemahnt. „Ich denke, dass die Gastronomie in der nächsten Phase dabei ist“, sagte Müller am Rande einer Gedenkveranstaltung zur Kapitulation Berlins am 2. Mai 1945. „Da gibt es Möglichkeiten.“ So könnten Tische auseinander gestellt werden, die Servicekräfte sollten Masken tragen und die Tische desinfizieren. Die Öffnung sollte man „in begrenztem Umfang“ hinbekommen, so Müller. Man könne mit der Außengastronomie beginnen und später „in eine weitere Phase eintreten“.

Es sei „kein guter Weg“ zu sagen, Restaurants und Gaststätten seien als letzte dran und würden erst mit Großveranstaltungen wieder freigegeben, sagte Müller mit Blick auf die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am 6. Mai. Bei dieser Konferenz müssten die Politiker eine „Perspektive formulieren, wann es losgeht“. Mehr dazu lesen Sie hier.

12.54 Uhr: Polizeipräsidentin: Tausende unvernünftige Menschen am 1. Mai

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat eingeräumt, dass sich zahlreiche Menschen am Abend und in der Nacht des 1. Mai in Kreuzberg nicht an die Corona-Regeln und das Verbot von Ansammlungen gehalten haben. „Natürlich sind mehrere hundert bis mehrere tausend Menschen auf den Straßen unvernünftig gewesen. Das muss man sagen“, stellte Slowik am Samstag im RBB-Inforadio fest. Sie betonte gleichzeitig, die Polizei habe „ab 20 Uhr sehr deutlich gemacht, dass wir konsequent die Eindämmungsverordnung durchgesetzt haben. (...) Ich glaube, das konnten wir deutlich machen.“ Mehr dazu lesen Sie hier.

11.33 Uhr: Berliner CDU zum 1. Mai trotz Corona-Krise: Hass und Dummheit auf der Straße

Die Berliner CDU hat nach dem 1. Mai die Demonstranten und Schaulustigen in Kreuzberg scharf kritisiert. Trotz Corona-Krise und Infektionsgefahr habe sich erneut auf Berlins Straßen „blindwütiger linksradikaler Hass und Gewalt“ entladen, teilte der CDU-Fraktionsvorsitzende und Innenpolitiker Burkard Dregger mit. „Die Angriffe auf Journalisten und Polizei sowie bisher ungeklärte Brandanschlage auf sechs Fahrzeuge überschatten die Bilanz zum 1. Mai.“

Die Polizei habe unerlaubte Demonstrationen „erfolgreich verhindert, größere Ansammlungen leider nicht“. Für die „Dummheit“ dieser Protestierer und Schaulustigen könne „angesichts des Infektionsrisikos niemand Verständnis haben“. Die CDU forderte, alle Polizisten mit Kontakt zu Rechtsbrechern sollten die Möglichkeit eines sofortigen Corona-Tests erhalten. Mehr dazu lesen Sie hier.

11.09 Uhr: Keine bestätigten Corona-Infektionen mehr in Cottbus

In Cottbus gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung keine labordiagnostisch bestätigten Fälle von Corona-Infektionen mehr. Die vorerst letzten drei Infizierten seien am Samstag als genesen eingestuft worden, teilte die Stadt mit. Auch im Carl-Thiem-Klinikum, das die Menschen in der Region Südbrandenburg versorgt, werde derzeit kein Patient wegen einer Corona-Infektion stationär betreut (Stand 10 Uhr). Seit dem Beginn der Corona-Krise waren in Cottbus 39 Infizierte registriert worden. Bereits seit dem 12. April war kein weiterer Fall hinzu gekommen.

8.43 Uhr: Fast 40 Prozent der Berliner haben Angst vor Ansteckung

Viele Berliner fürchten sich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus. 38 Prozent der Bürger gaben an, sie machten sich „sehr große“ oder „große“ Sorgen, dass sie selbst oder Familienmitglieder sich anstecken könnten. 39 Prozent verspüren eine „weniger große Sorge“, nur wenig Sorge machen sich 23 Prozent.

Der Berlin Trend von Infratest dimap im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau belegt, dass die Gefühlslage in Bezug auf die gesundheitlichen Risiken durch alle Gruppen der Bevölkerung recht ähnlich ist. So liegen sowohl die jüngeren Menschen unter 39 Jahren als auch die zur Risikogruppe zählenden Älteren über 65 Jahren ziemlich genau auf den Durchschnittswerten. Mehr dazu lesen Sie hier.

8.40 Uhr: Ökonomische Auswirkungen - Junge Menschen machen sich große Sorgen

Der Berlin-Tend zeigt: Die Jungen zwischen 18 und 39 machen sich zu 28 Prozent große oder sehr große Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft. Von den Älteren über 65 sagten das nur zwölf Prozent. Dafür bezeichnen in der Altersgruppe, die sich überwiegend aus Rentnern und Pensionären zusammensetzt, 62 Prozent ihre Angst vor persönlichen wirtschaftlichen Schäden aus der Krise als „klein“.

Auch unter den weniger hoch gebildeten Berlinern scheint die Sorge vor ökonomischen Nachteilen weniger ausgeprägt zu sein als unter den höher Gebildeten. 52 Prozent der Befragten mit Volksschulabschluss bezeichneten ihre Sorgen als „klein“. Im mittleren Niveau, also mit Realschulabschluss, sind nur 40 Prozent derart gelassen. Unter Abiturienten ist die Zuversicht wieder etwas größer (47 Prozent). Mehr dazu lesen Sie hier.

8.39 Uhr: Eingeschränkte Bürgerrechte - Bürger halten es für vertretbar

Die Bürgerrechte in der Pandemie einzuschränken, halten vier von fünf Berlinern für vertretbar. 82 Prozent gaben an, es sei angemessen, im Kampf gegen das Virus das Demonstrationsrecht und die Reisefreiheit einzuschränken und Gottesdienste zu untersagen. 16 Prozent der Befragten sehen das anders. Mehr dazu lesen Sie hier.

8.34 Uhr: 5936 Infizierte in Berlin

5936 Menschen sind in Berlin mit dem Coronavirus infiziert. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 4978 Personen sind genesen.

5936 Infizierte

  • 2927 Personen sind männlich
  • 3000 weiblich
  • bei neun Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 527 Personen, davon werden 160 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

152 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben

Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt:

  • zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt
  • neun 50 bis 59 Jahre alt
  • 17 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt
  • 35 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt
  • 89 verstorbene Patienten waren 80 Jahre und älter

Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81,5 Jahren.

An das LAGeSo übermittelte COVID-19 Fälle (Differenz zum Vortag) nach Bezirk:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf 680 (+0) /584
  • Friedrichshain-Kreuzberg 467 (+4) / 419
  • Lichtenberg 255 (+4) / 181
  • Marzahn-Hellersdorf 298 (+7) / 235
  • Mitte 872 (+1) / 762
  • Neukölln 650 (+10) / 541
  • Pankow 611 (+10) / 502
  • Reinickendorf 458 (+2) / 368
  • Spandau 240 (+2) / 197
  • Steglitz-Zehlendorf 488 (+2) / 412
  • Tempelhof-Schöneberg 604 (+7) / 512
  • Treptow-Köpenick 313 (+6) / 265

8.31 Uhr: Erste Berliner Ausstellungen wieder zugänglich

Nach Wochen ohne öffentlich sichtbare Kunst öffnen erste Ausstellungen in der Corona-Krise wieder ihre Türen für Besucher in Berlin. Zunächst sind es Galerien, die in der Hauptstadt zugänglich sind. Sie gelten nicht nur als Präsentationsräume für die Arbeiten meist von Gegenwartskünstlern, sondern sind auch Verkaufsräume wie andere Shops. Deswegen können Galeristen bereits Interessierte in ihre Räume lassen - sofern die allgemein geltenden Regeln von Abstand und Hygiene eingehalten werden können.

7.02 Uhr: Abgeordnetenhaus - Ausschüsse kehren zurück

Im Berliner Abgeordnetenhaus ist nach wochenlang reduziertem Betrieb wieder mehr Leben zu erwarten. Ab diesem Monat tagten alle Fachausschüsse des Parlaments - aber mit Abstand und Schutzmaßnahmen, sagte Sprecher Ansgar Hinz der Deutschen Presse-Agentur. „Corona ist noch nicht vorbei.“

Wegen der Pandemie waren etliche Ausschüsse in Zwangspause. Innen-, Gesundheits- und Hauptausschuss berieten zwar weiter, aber nicht alle Mitglieder konnten wegen der Abstandsgebote und Kontaktbeschränkungen teilnehmen, die Öffentlichkeit durfte nicht direkt in die Sitzungen. Das werde vorerst auch so bleiben müssen, so der Sprecher. Die Sitzungen sollen übertragen werden, wie bereits bei den eingeschränkten Beratungen. Die Untersuchungsausschüsse würden aber nicht gestreamt. Für jede Woche soll es eine aktuelle Übersicht zu den Details der Sitzungen geben.

4.31 Uhr: Brandenburgs Hebammen haben Umsatzeinbußen

Die Corona-Krise bedeutet für die Hebammen in Brandenburg nicht nur Mehrbelastung, sondern auch Umsatzeinbußen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Internationalen Hebammentags am 5. Mai. „Insbesondere die freiberuflich tätigen Hebammen haben durch die Krise zum Teil deutliche Fallzahleinbußen zu verzeichnen“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse. Wegen Angst vor Ansteckung würden Hebammenleistungen weniger nachgefragt. Die Vorsitzende des Hebammenverbands in Brandenburg, Beatrice Manke, sagte, die Einkommensverluste bewegten sich bei mancher Hebamme zwischen 30 und 50 Prozent. Hinzu kämen Mehrkosten für Schutzkleidung.

+++ Freitag, 1.5. - So verlief der 1. Mai in Berlin unter Corona-Auflagen +++

21.55 Uhr: Kreuzbergs Straßen leeren sich

Die Straßen von Kreuzberg SO36 rund um die Oranienstraße leeren sich zusehends. In der Mariannenstraße und am Heinrichplatz sind noch einige hundert Menschen versammelt, die meisten tragen keine Masken und ignorieren die Abstandsregeln. Behelmte Polizisten in Einsatzanzügen haben die Kreuzung Mariannen-/Naunynstraße abgeriegelt. Das strafbewehrte Verbot von Ansammlungen der Eindämmungsverordnung des Senats setzt die Polizei nicht durch, offenbar um eine Eskalation und Gewalt zu verhindern.

21.52 Uhr: Polizeipräsidentin Slowik zieht positive Bilanz

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat am Abend des 1. Mai eine positive Bilanz gezogen. Bei allen genehmigten Versammlungen hätten sich die Teilnehmer an die Regeln gehalten. „Meinungsfreiheit wurde so ausgeübt, wie es in den Zeiten von Corona auszuüben ist.“

Bei der nicht genehmigten Versammlung am Rosa-Luxemburg-Platz am Nachmittag habe die Polizei rund 80 Menschen vorläufig festnehmen müssen. Den Versuch, sich ab 18 Uhr in Kreuzberg zu versammeln, habe man unterbinden können. „Was wir nicht unterbinden konnten, ist, dass Menschen sich angesammelt haben - leider so unvernünftig waren“, so Slowik weiter. Allerdings sei der Übergang von flanierenden Menschen zu denen, die in einer Gruppe stehen, fließend.

In Kreuzberg waren mehrere Hundert bis zu 1000 Menschen unterwegs, sagte Slowik. Man habe aber jegliche Versammlungen unterbinden können und sei bis in die späteren Abendstunden in den „relevanten Bereichen“ vertreten. In Kreuzberg wurden bis zum Abend 50 Menschen festgenommen und sechs davon dem Haftrichter vorgeführt. Dabei sei es überwiegend um Landfriedensbruch gegangen. Nur eine Polizistin sei am Rande des Einsatzes verletzt worden. Der 1. Mai sei in diesem Jahr deutlich friedlicher verlaufen.

Bilder vom 1. Mai 2020 in Berlin

21.32 Uhr: Weiter viel Polizei an der Mariannenstraße

An der Mariannenstraße ist die Polizei weiter präsent. Umstehende bepöbeln sie, vereinzelt gibt es Festnahmen.

21.06 Uhr: Weitere Festnahme an der Naunynstraße

An der Ecke Manteuffel- und Naunynstraße wird im Menschenpulk Feuerwerk entzündet. Die Polizei geht in die Gruppe und nimmt einen Mann fest. Darüber kreist wieder der Hubschrauber.

21.00 Uhr: Mann blendet Polizei mit Laserpointer

Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, habe ein Mann das Team der Einsatzdokumentation der Polizei im Bereich des Görlitzer Bahnhofs vorsätzlich mit einem Laserpointer geblendet. Er sei festgenommen worden.

20.35 Uhr: Festnahmen am Mariannenplatz

Auf dem Mariannenplatz heizt sich die Stimmung nach vereinzelten Festnahmen durch die Polizei etwas auf. Die Lage ist aber weiterhin unter Kontrolle.

20.34 Uhr: Geisel - "Schlichte Unvernunft"

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat den Aufzug von Demonstranten scharf kritisiert. „Dass sich Menschen in solchen Größenordnungen mit so geringem Abstand versammeln, ist schlichte Unvernunft“, sagte Geisel in der RBB-Abendschau am Freitag mit Blick auf die geltenden Corona-Einschränkungen. Die Polizei versuche, Gewaltausbrüche zu verhindern.

Mehrere tausend Menschen waren nach Angaben von Beobachtern in dem Stadtteil unterwegs. Es habe den Versuch von Linksautonomen gegeben, eine Demonstration von der Oranienstraße starten zu lassen, sagte Geisel. „Die Autonomen beziehungsweise eine ganze Menge erlebnisorientierte Menschen sind unterwegs (...)“, so der Senator.

20.08 Uhr: Polizisten am Mariannenplatz

Am Mariannenplatz ist der Endpunkt der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demo. Auch hier sind zahlreiche Polizisten im Einsatz.

19.55 Uhr: Der Görlitzer Park ist abgesperrt

Im Görlitzer Park ist kein Hineinkommen mehr. Polizisten erklären an den Ausgängen Wiener Straße, gegen 19.30Uhr habe das Bezirksamt den Park geschlossen. 'Wenn Sie in den Park wollen: Das geht nicht', sagt einer der Sicherheitsangestellten in gelber Weste zu einem Radfahrer. 'Wenn Sie auf die andere Seite wollen, müssen Sie außen herum fahren.'

19.46 Uhr: Zahlreiche Menschen am Mariannenplatz

Am Mariannenplatz, wo früher das Myfest stattfand, haben sich zahlreiche Menschen versammelt.

19.43 Uhr: Immer wieder wird Pyrotechnik gezündet

19.34 Uhr: Innensenator Geisel spricht von "Katz-und-Maus-Spiel"

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach am frühen Abend von einem „Katz-und-Maus-Spiel“. Auf der Oranienstraße seien etwa 1000, in und um den Görlitzer Park 3000 Menschen unterwegs. Ziel der Polizei sei es zu verhindern, dass sich ein Demonstrationszug formiert und sich in Bewegung setzt. Kleine Gruppen versuchten durchzusickern, sagte Geisel.

Er räumte ein, dass angesichts der vielen Menschen in diesem Gebiet die nötigen Abstände und der Infektionsschutz nicht eingehalten werde. Zuvor hatte der Senator zwar hartes Durchgreifen gegen solche Menschenansammlungen angekündigt. Das blieb in SO 36 zunächst jedoch aus.

Der Polizeiführer verzichtete aber zunächst darauf, den Infektionsschutz durchzusetzen und diese Straftaten zu ahnden. Das würde die Kräfte von vier Hundertschaften binden, die Identitäten der Beteiligten festzustellen, sagte der Senator. Es sei wichtiger gewesen, die Bewegung der Autonomen zu stoppen, sagte Geisel. Wobei es nicht leicht sei zu entscheiden, wer sich entfernen und nach Hause gehen und wer sich den ungenehmigten Aufzügen anschließen wolle.

Der Versuch, auf dem Oranienplatz eine Demonstration zu starten, sei gescheitert. Da es in diesem Jahr kein Myfest gebe, bestünden für die Autonomen die Möglichkeit, sich in einem ziemlich großen Gebiet in Kreuzberg zu bewegen. „Wir werden durchgreifen, aber auch harte Auseinandersetzung mit vielen Verletzten verhindern“, so der Senator.

Der Sozialdemokrat räumte auch ein, dass viele Polizisten ohne Mundschutz unterwegs seien und die Abstände nicht einhielten. Jeder Beamte habe Schutzausrüstung erhalten, könne aber selbst entscheiden, wann er die anlegen wolle.

19.27 Uhr: Demonstranten erreichen Kottbusser Brücke

Mehrere Demonstranten sind mittlerweile zur Kottbusser Brücke an der Grenze zu Neukölln gekommen. Die Polizei versucht, den Verkehr auf der Straße aufrecht zu erhalten. Von einem Hausdach in der Nähe wird Feuerwerk gezündet. Auch aus den Reihen der Demonstranten werden Böller gezündet. Die skandieren währenddessen unter anderem: „Ganz Berlin hasst die Polizei.“

19.26 Uhr: Polizei versucht, Aufzug zu unterbinden

Die Polizei meldet über Twitter, es gebe in verschiedenen Bereichen von Kreuzberg immer wieder größere Ansammlungen von Menschen. Mit zeitweisen Absperrungen udn Lautsprecherdurchsagen versuche man, einen nach "Covid19-VO" unzulässigen Aufzug zu unterbinden.

18.50 Uhr: Polizei sperrt Wiener Straße

Einige Maskierte laufen vom Treff am Görlitzer Bahnhof die Wiener Straße entlang. Die Polizei ist schneller und sperrt die Straße ab. Der nicht angemeldete Demo-Zug kommt nicht weiter.

Zuvor hatte es bereits Absperrungen am Görlitzer Bahnhof gegeben.

18.43 Uhr: Insgesamt nun 5936 Corona-Fälle in Berlin

Auch am 1. Mai-Feiertag hat der Berliner Senat die aktuellen Zahlen zu Corona-Erkrankungen veröffentlicht. Demnach sind in Berlin drei weitere Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Insgesamt sind es 152 Tote.

55 neue Infektionen wurden in den letzten 24 Stunden bestätigt, 60 waren es am Tag zuvor. 5936 Corona-Fälle gibt es insgesamt in Berlin.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 160 und damit zwei weniger als am Donnerstag. Insgesamt liegen 527 Menschen in Krankenhäusern, 39 weniger als tags zuvor. Wegen der Gefahr durch die Corona-Pandemie hatte die Polizei angekündigt, auch am 1. Mai die Abstandsregeln scharf durchzusetzen.

18.23 Uhr: Start der Demo-Aktion an der Oranienstraße

Über Twitter hat der "Revolutionäre 1. Mai" zum Start der Aktion an der Oranienstraße aufgerufen. Wie die Polizei twitterte, hätten sich viele Menschen rund um den Oranienplatz versammelt.Die Einsatzkräfte seien vor Ort. Auch aus der Luft verschaffe man sich mithilfe des Hubschraubers einen Überblick.

Unser Reporter vor Ort zählt mehrere hundert Menschen, die auf den Oranienplatz gekommen sind - darunter augenscheinlich auch viele Schaulustige. Sie stehen dicht an dicht. An Abstand ist nicht zu denken. Einige halten Transparente in die Luft und werden von der Polizei aufgefordert, diese runter zu nehmen. Auch auf der Oranienstraße sind zahlreiche Schaulustige.

18.16 Uhr: Polizei sieht bislang ruhigen Verlauf des 1. Mai in Berlin

Der erste Mai stehe unter dem Zeichen des Infektionsschutzes und sei bislang ruhig verlaufen, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am frühen Abend auf dem Kreuzberger Oranienplatz. „Im Bereich des Rosa-Luxemburg-Platzes gab es eine angemeldete und genehmigte Versammlung.“ Weitere Menschen, die zu der sogenannten „Hygienedemo“ hinzuströmen wollten, habe man davon abhalten müssen. „Dadurch gab es einzelne Ansammlungen - etwa im Bereich der Rosa-Luxemburg-Straße mit rund 70 Personen.“ Der Aufforderung, Abstand einzuhalten und den Ort zu verlassen, seien die Menschen nicht nachgekommen. Daher habe es vereinzelt vorläufige Festnahmen gegeben.

Die Polizei ist mit 5000 Kräften im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. „Wir haben natürlich einen Fokus auf Friedrichshain-Kreuzberg und Teile Neuköllns“, so Cablitz weiter.

18.02 Uhr: Hubschrauber über dem Kottbusser Tor

Am Kottbusser Tor in Kreuzberg haben sich zahlreiche Menschen eingefunden. Die Stimmung ist eher angespannt. Ein Grund: Über dem Bereich steht ein Hubschrauber in der Luft, der erheblichen Lärm verursacht. Einige Menschen zeigen nach oben, müssen wegen der Geräusche lauter sprechen.

17.39 Uhr: Angriff auf ZDF-"heute show"-Team, fünf Personen verletzt

Im Rahmen der Demonstration auf dem Rosa-Luxemburg-Platz hat eine mehrköpfige Gruppe gegen 16.45 Uhr ein Team des ZDF angegriffen und dabei fünf Personen verletzt, zwei davon schwerer. Das bestätigte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Vier der Verletzten kamen in ein Krankenhaus, eine verletzte Person wollte nicht in eine Klinik gebracht werden. Der Angriff erfolgte laut Zeugen unvermittelt und ohne Vorwarnungen in der Rochstraße in Mitte.

Das Kamerateam und weitere Mitarbeiter waren vor Ort, um über die Demonstration vor der Volksbühne zu berichten. Das ZDF bestätigte den Zwischenfall am Abend in einer Mitteilung. „Das Team, das im Auftrag des ZDF unterwegs war, war nach Dreharbeiten auf dem Weg zu seinen Fahrzeugen. Dabei erfolgte der Angriff. Weitere Details sind noch nicht bekannt“, erklärte der Mainzer Sender. Demnach war das Kamerateam für das Satireformat „heute-show“ unterwegs.

Polizisten vor Ort konnten sechs Personen festnehmen, fünf Männer und eine Frau. Zu den Motiven des Angriffs konnte die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen.

17.06 Uhr: Müller hofft auf Perspektive für Gastronomie in kommender Woche

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hofft nach einer Schaltkonferenz von Bund und Ländern auf erste Öffnungsperspektiven für geschlossene Restaurants und Hotels in der kommenden Woche. „Mir ist vor allem wichtig, dass wir uns darauf verständigen konnten, dass für den Hotel- und Gastronomiebereich bis zur nächsten Konferenz Rahmenbedingungen für mögliche Öffnungen erarbeitet werden“, erklärte Müller am Donnerstagabend nach der Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Länderchefs.

Die nächste derartige Konferenz ist für kommenden Mittwoch (6. Mai) geplant. „Ich erwarte, dass wir dann gemeinsam mit Bund und Ländern einen Phasenplan beschließen können, damit sich dieser für Berlin so wichtige Wirtschaftssektor entsprechend vorbereiten kann“, so Müller. „Diese Forderung habe ich für Berlin auch deutlich formuliert. Es geht hier schließlich auch um Arbeitsplätze.“

17 Uhr: Polizei in Kreuzberg in Wartestellung

Die Polizei ist auf dem Kreuzberger Oranienplatz in Wartestellung. Die Beamten sprechen vereinzelt Personen an, die gegen das Abstandsgebot verstoßen. Sie werden aufgefordert, weiter zu gehen. Die meisten leisten dem bereitwillig Folge. Die Situation ist friedlich.

16.49 Uhr: Genehmigte Gegen-Demonstration vor der Volksbühne

Während die Anhänger der sogenannten "Hygiene-Demo", für die keine Genehmigung vorlag, vor den Absperrungen der Polizei bleiben muss, dürfen Anhänger des Bündnisses "Reclaim Rosa-Luxemburg-Platz" ihre genehmigte Demonstration vor der Volksbühne abhalten. Sie protestieren gegen die Rechtspopulisten der "Hygiene-Demo".

16.44 Uhr: Klinikum Ernst von Bergmann soll bis Juli wieder in den Regelbetrieb

Nach dem Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann soll das Krankenhaus bis Juli wieder in den Regelbetrieb zurückgeführt werden. Spätestens Ende Mai soll die Klinik schon wieder regulär vom Rettungsdienst angefahren werden können, sagte Geschäftsführer Tim Steckel am Freitag bei einer Pressekonferenz. „Denn Potsdam und die Region brauchen uns als Schwerpunktversorger“, sagte Co-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Ziel sei der bestmögliche Schutz für Patienten und Mitarbeiter. „Dafür werden wir Abläufe und Zuordnungen im Haus grundlegend überarbeiten und aus unseren Erfahrungen lernen.“ Oberstes Ziel sei es, das Vertrauen der Patienten zurückzugewinnen.

16.40 Uhr: Anhänger von Hygiene-Demo wollten auf Rosa-Luxemburg -Platz gelangen

Laut Polizeisprecher Thilo Cablitz wollten rund 70 Personen gegen 15.30 Uhr von der Rosa -Luxemburg-Straße kommend auf den Platz vor der Volksbühne gelangen. Die Polizei hatte den Platz allerdings abgesperrt und konnte die Menge daran hindern. Dabei kam es zu Freiheitsentziehungen. Auf dem Platz selbst demonstrieren lediglich weniger als 20 Anhänger der "Bergpartei". Ihre Demonstration war genehmigt worden.

16.29 Uhr: Polizei führt Teilnehmer der "Hygiene-Demo" ab

Polizisten führen im Umfeld des Rosa-Luxemburg-Platzes immer wieder Menschen ab, die sich an der laut Eindämmungsverordnung illegalen Ansammlung beteiligen - hier an der Alten Schönhauser Allee. Den Platz vor der Volksbühne, den Rosa-Luxemburg-Platz, wo sich Teilnehmer der "Hygiene-Demos" in den vergangenen Wochen immer samstags versammelt hatten, hat die Polizei abgesperrt, um große Menschenansammlungen zu verhindern.

16.07 Uhr: Einige hundert Menschen bei Demonstration gegen Corona-Verordnung

Am Rosa-Luxemburg-Platz haben sich am 1. Mai erneut einige hundert Menschen für eine Demonstration gegen die Corona-Eindämmungsverordnungen zusammengefunden. Dutzende Gegner der Maßnahmen kamen nachmittags zur Volksbühne in den Ortsteil Mitte. Die Versammlung war nicht erlaubt.

Der Platz vor der Volksbühne war von der Polizei mit Gittern abgesperrt worden. Sie begann direkt am Nachmittag, die Menschen auf der Rosa-Luxemburg-Straße über Lautsprecher zum Gehen aufzufordern, vereinzelt wurden Menschen von Beamten hinter die Absperrungen geführt, um Identitäten feststellen und Strafanzeigen zu stellen. Vereinzelt wurde Yoga gemacht und Plakate hochgehalten. Bereits an Sonnabenden in den Wochen zuvor hatten hunderte Menschen demonstriert, unter ihnen auch Rechtspopulisten, Antisemiten und Anhänger von Verschwörungstheorien. Vergangenen Sonnabend hatten sich etwa 1000 Menschen versammelt.

15.22 Uhr: BVG ab Montag wieder mit Normalfahrplan

Busse und U-Bahnen in Berlin fahren ab Montag wieder im gewohnten Takt. Es gelte weiterhin, wegen der Corona-Pandemie Abstände einzuhalten und nach Möglichkeit Fahrten zu Stoßzeiten zu meiden, teilte die BVG am Freitag mit. Die BVG hatte wegen eingebrochener Fahrgastzahlen in den vergangenen Wochen weniger Fahrten angeboten, so dass Nutzer zum Teil länger als gewohnt auf öffentliche Verkehrsmittel warten mussten. Bei der U-Bahn etwa wurde zunächst ein Zehn-Minuten-Takt statt fünf Minuten eingeführt.

15.19 Uhr: Grüne Mai-Demo im Urbanhafen

Der grüne Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg veranstaltet eine Bootsdemonstration im Urbanhafen in Kreuzberg unter dem Motto: „Wir halten uns über Wasser: Abstand halten, Solidarisch bleiben!“.

Dazu Doro Marquardt aus dem Geschäftsführenden Ausschuss (GA): „Der 1. Mai ist auch in Zeiten der Corona-Krise politisch. Deswegen protestieren wir gerade heute für die Rechte von Arbeitnehmer*innen, besonders in der Pflege, im Supermarkt oder bei der Kinderbetreuung. Momentan zeigt sich ganz besonders, dass diese Berufe in denen größtenteils Frauen arbeiten systemrelevant sind. Wir fordern nicht nur in Zeiten von Corona eine gerechte Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für diese Menschen.“

15.17 Uhr: Polizei - Menschen in Parks halten Abstand

Auch am 1. Mai sind wieder zahlreiche Menschen in Berliner Parks unterwegs. Wie die Polizei auf Twitter mitteilt, würden die meisten den Abstand einhalten und bedankt sich dafür.

15.03 Uhr: Immer mehr genesene Corona-Patienten in Brandenburg

Der Anteil der Corona-Patienten in Brandenburg, die als genesen gelten, nimmt stetig zu. Am Freitag stieg die Zahl der registrierten Genesenen auf 2210, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Das entspricht einem Anteil von rund 76 Prozent der Infizierten. Am Vortag lag diese Quote noch bei rund 72 Prozent.

Offiziell sind in Brandenburg 2921 Corona-Fälle bestätigt, 36 mehr als noch am Donnerstag. Fast 600 Infizierte und damit die meisten im Bundesland wurden in Potsdam gezählt. Die Zahl der gestorbenen Patienten erhöhte sich innerhalb von einem Tag um drei auf 148. 45 der Toten waren aus Potsdam.

14.31 Uhr: So liefen die Corona-Kontrollen der Polizei

Zur Überwachung der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus führte die Polizei Berlin gestern und in der vergangenen Nacht wieder stadtweit Kontrollen durch.

Tagsüber überprüften rund 250 Einsatzkräfte und in der Nacht etwa 500 Polizistinnen und Polizisten die Einhaltung der Verordnung. Es wurden 15 Objekte und 495 Personen im Freien überprüft. Dazu fertigten die Polizeikräfte acht Straf- und 27 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2.550 objektbezogene Überprüfungen sowie 13.741 Überprüfungen im Freien durch. In 899 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte bisher 1.281 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2.573 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

12.53 Uhr: Virtueller CSD unter dem Motto „Don’t hide your Pride!“

Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin soll in diesem Jahr in einer digitalen Version viele regionale Künstler und Gruppen einbinden. Unter dem Motto „Don’t hide your Pride!“ („Verstecke deinen Stolz nicht“) sollen am 25. Juli einzelne Gruppen mit kurzen Beiträgen in einem Stream nacheinander auftreten, als würden sie am Publikum vorbeiziehen, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Zuschauer sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, sich beim Feiern im Stream zu präsentieren. Der CSD darf als Großveranstaltung wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden.

12.03 Uhr: DGB demonstriert vor dem Brandenburger Tor

Wegen der Corona-Pandemie hat der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB) am Tag der Arbeit nicht wie sonst mit Kundgebungen, sondern mit einer symbolischen Aktion für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Am Freitagmorgen stellten sich DGB-Vertreter mit einem großen Banner mit dem diesjährigen Slogan „Solidarisch ist man nicht alleine!“ vor das Brandenburger Tor.

11.47 Uhr: Autokorso durch Villenviertel in Grunewald findet statt

Am Nachmittag des 1. Mai soll es bunte Protestaktionen im Villen-Stadtteil Grunewald geben. Erst am späten Donnerstagabend gab das Oberverwaltungsgericht endgültig grünes Licht für einen Autokorso mit acht Fahrzeugen von Neukölln nach Grunewald mit maximal 20 Teilnehmern. Die Initiative "Quarantänemanagement Grunewald" will auf diese Weise gegen Gentrifizierung demonstrieren. Der Autokorso soll das Villenviertel gegen 14 Uhr erreichen.

11.33 Uhr: Hubschrauber der Polizei kreist über Friedrichshain

10.26 Uhr: Umfrage - Probleme beim Homeschooling in Pankow

Bei 55 Prozent der Familien mit Schulkindern hat sich seit der Corona-Schließung noch keine Lehrerin und kein Lehrer direkt gemeldet, um beim „Homeschooling“ zu unterstützen. Das ergab eine Online-Umfrage des Bezirkselternausschusses Pankow, auf die 4202 Eltern geantwortet haben. Weitere Herausforderung: Bei 27 Prozent der Familien fehle zu Hause ein Drucker, um die Arbeitsblätter für den Nachwuchs auszudrucken. Und wo mehrere schulpflichtige Kinder im Haushalt wohnen, gibt es auch Probleme – bei 31 Prozent steht zwar ein Computer im Haushalt, aber eben nur einer.

Wenn sich beispielsweise Video-Schulstunden der Kinder zeitlich überschneiden, wird es eng. „Pankow ist im Vergleich ein privilegierter Bezirk, das ist uns bewusst", sagt Juliane Bartel, Vorsitzende des BEA Pankow. Aber die Schwierigkeiten seien auch hier groß. „Viele Eltern haben uns geschrieben, wie aufreibend es für sie ist, parallel HomeOffice, HomeCare, Jobängste und Fernunterricht zu wuppen.“

10.15 Uhr: Videobotschaft von Polizeipräsidentin Barbara Slowik

Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat sich mit einer Videobotschaft an die Polizisten und Demonstranten gewandt. Sie wünscht allen einen friedlichen 1. Mai und betont, dass dieses Jahr der Infektionsschutz über allem stehe. "Halten Sie die gebotenen Abstandsregeln ein, halten Sie die Hygieneregeln ein und wenn Sie können, bleiben sie zu Hause. Den Kolleginnen und Kollegen, die heute auf den Straßen Berlins und in der Gefahr für die eigene Gesundheit, die Bevölkerung vor weiteren Infektionen schützen und die Versammlungen, die wir genehmigen konnten, begleiten, möchte ich herzlich danken. Kommen Sie gesund und wohlbehalten aus diesem Einsatz zurück."

Lesen Sie auch: Polizeipräsidentin: "Corona verändert den 1. Mai"

10.11 Uhr: Ankündigung Treffpunkt für Demonstration in Kreuzberg

Im Twitter-Account zum sogenannten Revolutionären 1. Mai wurde am Vormittag ein Treffpunkt angekündigt: "Kommt um 18:00 Uhr in die Oranienstraße", hieß es. Weiterhin steht dort: "Am 1.Mai nehmen wir uns die O-Straße. Pünktlich um 18 Uhr werden wir uns in und um diese Straße in Kreuzberg 36 versammeln. Bald darauf geht es weiter".

Dabei wollen die Demonstranten Abstand zueinander halten und gleichzeitig ihre Forderungen auf Transparenten, Pappschildern und mit Sprechchören präsentieren, unter anderem die Evakuierung des griechischen Flüchtlingslagers Moria. Die Initiatoren hoffen auf eine vierstellige Zahl von Menschen. „So sind wir alle trotz der Abstände doch gemeinsam auf der Oranienstraße präsent.“

Um 18.20 Uhr soll ein neuer Versammlungsort für 18.40 Uhr über das Internet bekannt gegeben werden. „Wir werden uns zerstreuen – auf verschiedene Wege, Neben- und Seitenstraßen. Und wir kommen dann von allen Seiten pünktlich auf den neuen Ort zu.“ Die Veranstalter betonten: „Wir nehmen dabei die Schutzmaßnahmen ernst.“

+++ Donnerstag, 30.4. +++

Die wichtigsten Corona-News am Donnerstag

Ohne Maske kein Einlass mehr in Berliner Geschäfte
Corona-Notfallklinik in Berlin fertiggestellt
Kollatz: fünf Milliarden Euro neue Schulden
Polizeipräsidentin: "Corona verändert den 1. Mai"

22.45 Uhr: Polizei sieht sich für 1. Mai gut aufgestellt

Für den 1. Mai sieht sich die Polizei gut aufgestellt. Etwa 5000 Kräfte werden im Einsatz sein. 1400 davon sollen aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei kommen. Rund 20 Versammlungen mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern wurden laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) genehmigt. Am Donnerstagabend hatte das Verwaltungsgericht noch grünes Licht für einen Autokorso mit 20 Teilnehmern gegeben.

Der Feiertag stehe in diesem Jahr ganz im Zeichen der Corona-Krise und des Infektionsschutzes, sagte der Innensenator im Abgeordnetenhaus. Die Polizei werde mit Augenmaß vorgehen, „sie wird verhältnismäßig vorgehen, aber sie wird auch konsequent vorgehen“.

Bereits zuvor hatte Geisel im RBB-Inforadio betont, die Politik der ausgestreckten Hand und Deeskalation durch die Polizei werde „diesmal nicht so einfach funktionieren“. Auch für den Abend des 1. Mai hatten linke und linksradikale Gruppen zu spontanen Protestaktionen aufgerufen.

21.10 Uhr: Polizei löst Ansammlung von Menschen an Rigaer Straße auf

Die Berliner Polizei hat eine Ansammlung von Menschen an der Rigaer Straße Ecke Liebigstraße in Friedrichshain aufgelöst. Dort hatten sich etwa 70 Personen, die meisten von ihnen augenscheinlich aus dem linksalternativen Milieu, eingefunden. Diese verstießen teils gegen die Corona-Abstandsregeln und missachteten die Aufforderung der Beamten, den Ort zu verlassen. In dem Haus an der Liebigstraße 34 wurden Bengalo-Feuer gezündet. Die Polizei nahm mehrere Menschen fest.

21.03 Uhr: Polizeieinsatz an der Rigaer Straße

An der Rigaer Straße Ecke Liebigstraße in Friedrichshain haben Polizisten Position bezogen. Dort haben sich auch Personen aus dem linksalternativen Milieu eingefunden. Am Abend blieb es aber zunächst ruhig. Die Polizei hatte zuvor schon am Potsdamer Platz eine Versammlung von Menschen beobachtet, die die Corona-Regeln missachteten. Mehr dazu lesen Sie hier.

20.10 Uhr: Verstöße gegen Corona-Regeln - Polizeieinsatz am Boxhagener Platz

Am Vorabend des 1. Mai haben sich trotz der Corona-Beschränkungen einige Dutzend Menschen am Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain versammelt. Sie trugen schwarzen Mund-Nasen-Schutz oder dunkle Kapuzen und Schals, einige auch Sonnenbrillen - und standen auf Abstand. Auf Balkonen umliegender Häuser waren Lautsprecher aufgestellt. Von einem Balkon wurden politische Reden skandiert.

Die Polizei wertete die Ansammlung als Verstoß gegen die Corona-Regeln, wie eine Sprecherin sagte. Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik war vor Ort und machte sich ein Bild von der Lage.Kommunikationsteams der Polizei forderten die Versammelten zum Weggehen und Verlassen des Ortes auf.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte für den 1. Mai angekündigt, nicht genehmigte Versammlungen schnell und konsequent aufzulösen. Die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen sei derzeit eine Straftat. Linke und linksradikale Gruppen hatten spontane Proteste angekündigt.

Im Twitter-Account zum sogenannten Revolutionären 1. Mai war angekündigt worden, in der Walpurgisnacht wolle man den „Belagerungszustand“ durch die Polizei in Friedrichshain brechen. „Kommt deshalb zahlreich am 30. April in den Friedrichshainer Südkiez (...) damit wir uns die Straßen zurückholen, die der Senat mit seinen hässlichen Wannen verstopft“, hieß es im Internet.

19.55 Uhr: 60 weitere Corona-Fälle in Berlin bestätigt

In Berlin gibt es derzeit 5881 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das sind 60 mehr als gestern. Zwei weitere Menschen sind mit oder an dem Coronavirus gestorben.

2897 Personen sind männlich, 2975 weiblich. Bei neun Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 566 Personen, davon werden 162 intensivmedizinisch behandelt, sechs mehr als gestern. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

149 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, neun 50 bis 59 Jahre alt, 15 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 35 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt und 88 verstorbene Patienten waren 80 Jahre und älter.

19.25 Uhr: Auch Karstadt und Kaufhof dürfen auf ganzer Fläche öffnen

Auch die Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Berlin dürfen nach einer Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts wieder auf ganzer Fläche öffnen. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage. Die Warenhäuser, die alle zur österreichischen Signa-Holding des Investors René Benko gehören, hatten einen Eilantrag gestellt, weil sie in der Corona-Krise zwar öffnen dürfen - aber nur einen Bruchteil ihrer Verkaufsfläche.

19.14 Uhr: Demonstration am Leopoldplatz ohne Zwischenfälle

Die angemeldete Demonstration am Leopoldplatz in Wedding ist gegen 19 Uhr ohne Zwischenfälle beendet worden. Das teilte die Berliner Polizei beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Polizei dankte den Teilnehmern für die Einhaltung der Corona-Regeln.

17.36 Uhr: Corona-Infekt-Ambulanz Havelhöhe schließt

Aufgrund der rückläufigen Inanspruchnahme und der jetzt offiziellen Covid-19-Praxen in Berlin schließt das Medizinische Versorgungszentrum Havelhöhe die Corona-Infekt-Ambulanz zum 1. Mai. Sollte von Seiten der Senatsverwaltung, der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin oder des Gesundheitsamtes Spandau bei veränderter Infektionslage der Bedarf einer Wiedereröffnung angezeigt sein, werde diese umgehend veranlasst, teilte das Krankenhaus am Donnerstag mit.

17.33 Uhr: Fast jedes dritte Berliner Unternehmen meldet Kurzarbeit an

In Berlin hat seit Beginn der Corona-Pandemie fast ein Drittel aller Unternehmen (32 Prozent) Kurzarbeit angemeldet. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Danach haben bis Ende April 32.201 der insgesamt 99.734 Betriebe in der Stadt Kurzarbeitergeld bei der BA beantragt. Besonders betroffen sei das Gastgewerbe. „Es ist an der Zeit, dass die Politik jetzt überlegt, wie die Branche wieder langsam anlaufen kann. Aber der Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste muss an oberster Stelle stehen“, sagt Sebastian Riesner von der NGG-Region Berlin-Brandenburg.

17.15 Uhr: 20 Demonstranten bei "Wedding solidarisch" am Leopoldplatz

Am Leopoldplatz in Wedding haben sich 20 Demonstranten versammelt. Es handelt sich um Vertreter der Gruppe "Wedding solidarisch". Sie wenden sich unter anderem gegen "Mietenwahnsinn" und "Kapitalismus". An der Ecke Nazarethstraße und Müllerstraße hat die Polizei einen Bereich mit Flatterband abgesperrt, in dem die Demonstranten ihre Kundgebung abhalten dürfen. Ein Demonstrationszug wurde untersagt. Einige Schaulustige haben sich zudem eingefunden. Angemeldet ist die Veranstaltung bis 19 Uhr. In den Vorjahren zogen in der Walpurgisnacht Tausende Demonstranten durch Wedding. Ein solcher Aufzug wurde wegen der Corona-Bestimmungen in diesem Jahr untersagt.

Rund 200 Einsatzkräfte sichern die Kundgebung, unter ihnen auch Einsatzkräfte der Bundespolizei. Insgesamt sind in der Walpurgisnacht rund 1000 Polizisten im Einsatz, wie eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost sagte.

17.11 Uhr: Kältehilfe-Notübernachtung wird zur Unterkunft für Obdachlose

Am 30. April enden planmäßig die Angebote der Berliner Kältehilfe. In der Notübernachtung Storkower Straße in Pankow müssen die etwa 100 Bewohnerinnen und Bewohner das Haus allerdings nicht verlassen. Das landeseigene Gebäude wird zu einer ganztägigen Unterkunft für obdachlose Menschen in Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow und dem sozialen Träger GEBEWO, der die Einrichtung weiter betreiben wird.

Ab Mai werden die 100 Betten im Gebäude von zwei auf fünf Etagen verteilt, maximal zwei Personen schlafen in Zimmern, sodass es möglich ist, mehr als zwei Meter Abstand zu halten. Bei einem Corona-Verdachtsfall gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Isolation. Alle Vorkehrungen zum Infektionsschutz wurden getroffen.

Die Gäste werden mit warmen Mahlzeiten versorgt, es gibt eine psychosoziale und sozialpädagogische Betreuung, um mit den Gästen Wege aus der Obdachlosigkeit zu finden und mögliche Ansprüche auf soziale Leistungen zu prüfen.

16.33 Uhr: KaDeWe darf auf ganzer Fläche öffnen

Das KaDeWe darf nach einer Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts vorerst wieder auf der gesamten Fläche öffnen. Das Verbot für die Öffnung größerer Verkaufsflächen gelte vorerst nicht für „ein großes Berliner Kaufhaus“, teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag mit. Das habe das Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren entschieden. Das KaDeWe begrüßte die Entscheidung am Donnerstag und kündigte an, ab kommender Woche wieder vollständig zu öffnen.

Dabei müsse es aber die geltenden Hygienevorschriften beachten, betonten die Richter, die dem Antrag des zur Signa-Holding gehörenden Warenhauses stattgaben. Mehr dazu hier.

16.22 Uhr: Etwa 20 Versammlungen am 1. Mai genehmigt

Die Berliner Polizei sieht sich für den 1. Mai gut aufgestellt. In diesem Jahr gehe es zuerst darum, den Infektionsschutz durchzusetzen, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus.

Nicht genehmigte Versammlungen würden konsequent aufgelöst, bekräftigte der SPD-Politiker. Rund 5000 Polizisten, auch aus anderen Bundesländern, werden in Berlin im Einsatz sein. Rund 20 Versammlungen mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern wurden laut Geisel genehmigt.

15.44 Uhr: Das ist die Bilanz der gestrigen Corona-Kontrollen

Die Berliner Polizei hat stadtweit am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag die Einhaltung der Corona-Verordnung kontrolliert. Nach ihren Angaben wurden 22 Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Tagsüber überprüften rund 440 und nachts etwa 250 Beamte die Beachtung der Auflagen und Vorschriften. Es seien sechs Objekte und 215 Menschen im Freien kontrolliert worden.

Laut Polizei wurden seit dem 14. März 2535 Objekte sowie 13 246 Menschen im Freien überprüft. Die Bilanz: 1273 Straftaten und 2546 Ordnungswidrigkeiten; in 899 Fällen wurde die Schließung von Objekten angeordnet.

15.24 Uhr: Naturkundemuseum öffnet am 12. Mai wieder

Ab dem 12. Mai öffnet das Museum für Naturkunde seine Türen wieder für Besucher. Der Sauriersaal, die Präparationsausstellung und die Biodiversitätswand seien dann wieder zugänglich, teilte die Museumsverwaltung mit. Interaktive Ausstellungselemente blieben aber vorerst geschlossen.

Für die Wiedereröffnung gelten Schutz- und Hygieneregeln. So darf die Ausstellung nur allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts besucht werden. Im Museum muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Besucher müssen mindestens zwei Meter Abstand zueinander halten. Die Anzahl der Besucher wird begrenzt.

Der Ticketverkauf erfolgt online ab dem 7. Mai und mit je 300 Karten für zwei Zeitfenster pro Tag. Gruppenbuchungen sind nicht möglich.

15.18 Uhr: Bezirke öffnen Spielplätze zum langen Wochenende - einige Ausnahmen

Gute Nachrichten für Berliner Familien: Pünktlich zum langen Wochenende haben fast alle Bezirke ihre Spielplätze am Donnerstag geöffnet. In Einzelfällen müssen Kinder noch ein wenig Geduld haben. Pankow öffnet zum Beispiel erst knapp 100 seiner 224 Plätze. Die weiteren Anlagen sollen stufenweise in den kommenden Wochen folgen. Friedrichshain-Kreuzberg hat die Öffnung für den 1. Mai angekündigt, Tempelhof-Schöneberg für den 4. Mai.

Hinweisschilder sollen Nutzer der Spielplätze an die Hygiene- und Abstandsregeln erinnern. Vor allem erwachsene Begleitpersonen sollen darauf achten, dass sie 1,50 Meter Abstand zu anderen einhalten. Wenn eine Anlage überfüllt ist, darf sie demnach nicht betreten werden. Pankow hat dazu laut Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) jeweils eine maximale Nutzerzahl für seine Spielplätze festgelegt.

Friedrichshain-Kreuzberg will die Situation entspannen, indem jeweils sonntags bis zu 30 Straßen in der Nachbarschaft von Spielplätzen für Fahrzeuge gesperrt werden. Am 3. Mai sollen insgesamt 19 Straßen für Kinder freigegeben werden, unter anderem am Boxhagener Platz und im Samariter-Kiez. Nachbarschaftsinitiativen sind dazu aufgerufen, die Durchsetzung der „temporären Spielstraßen“ zu unterstützen.

In der vergangenen Woche hatten sich die Berliner Bezirke darauf geeinigt, dass sie die Spielplätze nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder freigegeben werden. Bundesweit sollen die Spielplätze ebenfalls wieder öffnen. Das hieß es in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs am Donnerstagnachmittag, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. >> Zum Bericht über die Situation auf den Spielplätzen im Südwesten Berlins.

Bilder der Corona-Krise in Berlin