Corona in Berlin

Berlins Schulen öffnen wieder am 27. April

Jetzt steht es fest: Als Erste kehren in Berlin die Zehntklässler in die Schulen zurück, dann Gymnasiasten und Sechstklässler.

Schulen in Deutschland öffnen "schrittweise" ab 4. Mai wieder

Die Schulen in Deutschland sollen ab dem 4. Mai "schrittweise" wieder geöffnet werden. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in Berlin bei Beratungen zum weiteren Vorgehen bei den Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie.

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  • Berliner Zehntklässler sollen am Montag, 27. April in die Schule zurückkommen
  • Am 4. Mai sollen die elften Klassen an Gymnasien, die neunten und zwölften Klassen an den Integrierten Sekundarschulen (ISS) und die sechsten Klassen an den Grundschulen
  • Die Abiturprüfungen sollen bereits am 20. April starten
  • Die MSA-Prüfungen im Fach Deutsch werden auf den 3. Juni verschoben

Berlin. In Berlin sollen die Schulen wieder öffnen. Als Erstes sollen die Zehntklässler am Montag, 27. April, zurückkommen, teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Donnerstag auf Twitter mit. Dann stehen die Vorbereitungen auf die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) an.

Im nächsten Schritt beginnen am 4. Mai die elften Klassen an Gymnasien, die neunten und zwölften Klassen an den Integrierten Sekundarschulen (ISS) und die sechsten Klassen an den Grundschulen. Die Abiturprüfungen sollen bereits am 20. April starten, während die Schulen ansonsten noch geschlossen sind.

Senatorin Scheeres verteidigt Entscheidung zu Abi-Prüfungen

Los gehe es zunächst mit dem Fach Latein, zwei weitere Abi-Prüfungen folgten dann im Lauf der Woche, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstagmorgen im Interview mit dem RBB-Inforadio.

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Scheeres verteidigte die Entscheidung, an den Abiturprüfungen festzuhalten. Es gehe darum, dass die Berliner Jugendlichen an den Hochschulen in ganz Deutschland studieren könnten. An der Entscheidung hatte unter anderem von Seiten der Berliner Schülervertreter Kritik gegeben.

Eine Prüfung für den Mittleren Schulabschluss im Fach Deutsch soll verschoben werden. „Da sollte am 30. Mai schon die Prüfung stattfinden“, sagte Scheeres im RBB. „Und wir verlegen sie auf den 3. Juni. Damit die Schülerinnen und Schüler noch genügend Lernzeit haben.“

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Corona: Hygiene-Maßnahmen müssen eingehalten werden

Die Senatorin versicherte, in den Schulen werde auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geachtet. So müssten beispielsweise die Tische der Schüler 1,50 Meter auseinander stehen, es müsse auch genügend Seife für regelmäßiges Händewaschen zur Verfügung stehen. „Und es ist wichtig, dass die Schulen sehr gut gereinigt sind. Das werden auch die Schulträger gewährleisten.“

Elternausschuss: Viele offene Fragen bei Schulöffnung

Der Berliner Landeselternausschuss findet die ab 27. April geplante schrittweise Wiedereröffnung der Schulen im Grundsatz richtig, sieht aber auch noch viele offene Fragen. „Natürlich werden viele Familien froh darüber sein, dass sie endlich ihren Alltag wieder anders als bisher gestalten und Eltern wieder arbeiten gegen können“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Norman Heise, am Donnerstag. „Aber da gibt es auch Eltern, die Ansteckungsgefahr fürchten und sich fragen, wie soll das funktionieren mit den hygienischen Bedingungen an den Schulen.“

Geklärt werden müssen nach Einschätzung von Heise nunmehr räumliche und organisatorische Fragen, da Klassen wegen des Abstandsgebots wohl nicht mehr komplett unterrichtet werden können. Auch zusätzliche Reinigungsintervalle oder die Bereitstellung von ausreichend Desinfektionsmittel müssten sichergestellt werden. Und: „Auch die Jahrgänge, die zunächst noch nicht starten, brauchen eine Perspektive.“ Zudem müsse die Notbetreuung ausgeweitet werden.

GEW: "Normaler" Unterricht in diesem Schuljahr nicht möglich

Eine Rückkehr zum gewohnten Schulunterricht ist aus Sicht der Berliner Vorsitzenden der Bildungsgewerkschaft GEW, Doreen Siebernik, in diesem Schuljahr unwahrscheinlich. Auch wenn die Schulen am 27. April schrittweise wieder öffnen sollen, rechne sie nicht damit, dass vor den Sommerferien wieder alle Schüler wie zuvor unterrichtet werden, sagte Siebernik am Donnerstag. In jedem Fall werde es zunächst Unterricht in kleineren Lerngruppen geben, zum Beispiel im Wochenwechsel.

„Wir haben jetzt eine so besondere Situation. Da sollte die Notengebung nicht im Mittelpunkt stehen“, sagte Siebernik. „Man muss als erstes die zurückliegenden vier Wochen mit den Schülern aufarbeiten.“ In der Einstiegsphase sei es deshalb wichtig, dass sie soziale Bindungen knüpften, aber nicht, Diktate oder Mathe-Arbeiten zu schreiben.

Toiletten und Türklinken müssen häufiger gereinigt werden

Während der Corona-Krise sollten die Berliner Schulen, wenn sie wieder offen sind, häufiger gereinigt werden, forderte Siebernik. Es müsse sichergestellt sein, dass Reinigungskräfte auch während des Tages arbeiteten und zum Beispiel die Toiletten putzen oder auch Türklinken abwischen könnten.

Bevor die Schulen öffnen, müsse außerdem geklärt sein, wie sich das Mittagessen in den Schulen künftig organisieren lasse. Aber auch, wie Kinder in den Pausen einerseits die Möglichkeit bekommen könnten, sich zu bewegen, andererseits die Ansteckungsgefahr möglichst klein gehalten werde.

Dass die Senatsbildungsverwaltung an den Abschlussprüfungen festhält, sieht Siebernik kritisch. „Die MSA-Prüfungen durchzuziehen, bringt viele Ungerechtigkeiten mit sich.“ In der Zeit der Schulschließung sei die psychische Belastung für viele Schüler groß. „Wir haben viele besorgte Mails von Eltern, Kollegen und Schülern bekommen“, so die GEW-Vorsitzende. „Wenn man dieses Jahr auf die MSA-Prüfungen verzichten würde, geht die Welt nicht unter.“ Stattdessen könnten Durchschnittsnoten auf Basis der vergangenen zwei Schuljahre gebildet werden.