Coronavirus-Newsblog

Coronavirus in Berlin: 5265 Infizierte - 97 Todesopfer

| Lesedauer: 97 Minuten
So fühlt sich Covid-19 an: Eine Überlebende berichtet

So fühlt sich Covid-19 an: Eine Überlebende berichtet

Martina Hamacher war einer der ersten Coronavirus-Patienten in Deutschland; sie erkrankte schwer an Covid-19. Drei Wochen wurde die 60-Jährige auf der Intensivstation in der Uniklinik Aachen am Leben gehalten. Im AFPTV-Interview schildert sie, wie sie die schwere Zeit erlebt hat.

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5265 Menschen sind in Berlin mit dem Coronavirus infiziert, 97 sind gestorben. Alle aktuellen Entwicklungen im Newsblog.

Berlin. In unserem Newsticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus und zu Covid-19 in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Aktuelle Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

10.45 Uhr: Wir starten unseren neuen Corona-Newsticker

Wir setzen unser Corona-Newsblog für Berlin und Brandenburg an dieser Stelle fort.

10.40 Uhr: Verdienstausfälle können digital geltend gemacht werden

Ab sofort können Berlinerinnen und Berliner auch online einen Antrag auf Entschädigung gemäß § 56 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz geltend machen. Diese rechtliche Möglichkeit besteht grundsätzlich für Personen, die einen Verdienstausfall erlitten haben, weil sie auf Anweisung eines Berliner Gesundheitsamtes ein vorübergehendes Tätigkeitsverbot hatten oder in Quarantäne mussten.

Der Entschädigungsantrag wird online und papierlos eingereicht und bearbeitet. Dies geschieht über den sogenannten Digitalen Antrag, mit dem die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der Senatsverwaltung für Finanzen die Informationen direkt in der Elektronischen Akte verwenden können. Das führt zu einer wesentlichen Verfahrensbeschleunigung. Der Digitale Antrag kann über das Service-Portal Berlin abgerufen werden: für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unter https://service.berlin.de/dienstleistung/329421/ und für Selbstständige unter https://service.berlin.de/dienstleistung/329424/. Weitere Informationen gibt es auch auf den Seiten der Senatsverwaltung für Finanzen: https://www.berlin.de/sen/finanzen/presse/nachrichten/artikel.908216.php.

9.15 Uhr: Giffey fordert mehr Kita-Notbetreuung und "Spielplatz-Kümmerer"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Eltern entlasten, die wegen der Corona-Krise kleine Kinder zu Hause betreuen müssen. Giffey sprach sich am Dienstag im RBB-Inforadio dafür aus, mehr Eltern einen Zugang zur Kita-Notbetreuung zu ermöglichen. Das gelte insbesondere für Alleinerziehende, Eltern von Vorschulkindern und Familien in besonders belasteten sozialen Situationen. „Wir haben 3,5 Millionen Kita-Kinder in Deutschland, und hier müssen Lösungen gefunden werden, die zumindest eine Teilentlastung der Eltern ermöglichen - in kleinen Gruppen, in zeitlich begrenzten Betreuungsmöglichkeiten. Darüber wird jetzt die AG Kita aus Bund, Ländern und Expertinnen und Experten in dieser Woche beraten.“

Auch die „Spielplatzdebatte ist eine, die man führen sollte.“ Dort könnten Eltern die Kinder gut beaufsichtigen. Man könnte zudem die Zahl der Kinder pro Spielplatz begrenzen oder „Spielplatz-Kümmerer“ einsetzen, die darauf achteten, dass Hygiene-Regeln eingehalten werden. „Im Baumarkt sehen Sie das auch, da gibt es ja auch Menschen, die darauf achten, wie viele Menschen den Baumarkt betreten(...) Das muss bei Spielplätzen auch möglich sein. Das würde gerade in den großen Städten und Ballungsgebieten eine große Entlastung bringen.“

9.05 Uhr: Das ist die Corona-Bilanz der Berliner Polizei

Insgesamt 570 Einsatzkräfte der Berliner Polizei haben am Montag und in der Nacht zu Dienstag die Corona-Regeln in Berlin kontrolliert. Dabei wurden elf Objekte und 186 Personen im Freien überprüft. Die Beamten fertigten 17 Straf- und 49 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr, führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2409 objektbezogene Überprüfungen sowie 9813 Überprüfungen im Freien durch. In 893 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte dabei bisher 1153 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2097 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

8.33 Uhr: Vorerst keine Maskenpflicht in Brandenburg geplant

Anders als andere Bundesländer plant Brandenburg laut Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher bislang keine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum. Eine Maskenpflicht sei derzeit nicht vorgesehen, wichtiger sei weiterhin das Einhalten des Abstandsgebots von „mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter“, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich habe so ein bisschen Sorge, dass vielleicht so eine Maske dann auch so als Allheilmittel angesehen wird: "Jetzt kann man wieder eng an jeden ran gehen und die Maske schützt mich ja vor allem." Wir wissen, die Maske hat einen gewissen Schutzeffekt, aber sie schützt den Träger nicht sicher vor Infektion.“ Die Regierung empfehle aber das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr, wo Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden könnten.

In Sachsen gilt seit Montag eine Maskenpflicht, mehrere andere Bundesländer wollen bald nachziehen. Auch der Senat in Berlin berät am Dienstag erneut über das Thema Maskenpflicht.

6 Uhr: Pop will Gutschein für jeden Deutschen

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat sich in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine stärkere Unterstützung für von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffene Branchen ausgesprochen. In dem Schreiben, das Pop nach Informationen der Berliner Morgenpost Ende der vergangenen Woche an ihren Kollegen geschickt hatte, regte die Politikerin an, insbesondere für Touristik- und Eventunternehmen, aber auch für die Hotel- und Gastronomiebranche Sonderregeln und -programme ins Auge zu fassen. „Ich möchte deswegen anregen, bei einem konjunkturstützenden Maßnahmenpaket in einer späteren Phase Gutscheine für Touristik- und Eventunternehmen vorzusehen, damit gezielt diese besonders betroffenen Branchen schnell wieder auf die Beine kommen“, schrieb die Senatorin. Weitere Details zum Plan einer Gutschein-Lösung lesen Sie hier.

+++ Montag, 20. April 2020 +++

Die wichtigsten Corona-News in Berlin am Montag

BVG fährt ab 4. Mai wieder im Normalbetrieb
Kalayci: In Corona-Krise nicht überm Berg
Drive-in für Corona-Tests auch in Mitte geplant
In Berlin bereiten sich Geschäfte auf Wiedereröffnung vor
IHK fordert neue Regeln für Sonntagsöffnungen
Maskenpflicht könnte für Bus und Bahn in Berlin kommen
Museen sollen ab 11. Mai wieder öffnen dürfen

22 Uhr: Eilantrag abgewiesen - Schülerin versuchte, Abitur zu stoppen

Die Schülerin, die per Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht versucht hat, das Abitur zu stoppen, weil die "Chancengleichheit" nicht gewahrt sei, ist gescheitert. Der Eilantrag wurde abgelehnt. Die Schülerin hatte argumentiert, gerade sozial benachteiligte Schüler hätten in der Corona-Zeit nicht die Möglichkeit gehabt, sich in Ruhe auf die Abiturprüfung vorzubereiten. Oft seien die Wohnverhältnisse dafür nicht gegeben.

Das Gericht sah die Antragstellung nicht als "hinreichend glaubhaft" an. Der Landesschülersprecher Miguel Góngora rief die Schüler auf "trotz der Entscheidung des Gerichts standhaft zu bleiben". Wer sich mit der Entscheidung der Senatorin Sandra Scheeres und der Senatsbildungsverwaltung, das Abitur zu diesem Zeitpunkt durchzuführen, unwohl oder gesundheitlich bedroht fühle, solle nicht zur Prüfung erschienen, so Góngora.

20.48 Uhr: 5265 Infizierte in Berlin - 97 Todesopfer

In Berlin sind 5265 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

5265 Infizierte in Berlin:

  • 2610 Personen sind männlich
  • 2649 weiblich
  • Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Die Anzahl der Patienten in den Krankenhäusern und dort auf den Intensivstationen hat die Senatsgesundheitsverwaltung noch nicht mitgeteilt.

97 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben.

Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt:

  • zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt
  • acht 50 bis 59 Jahre alt
  • acht verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt
  • 25 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt
  • 54 verstorbene Patienten waren 80 Jahre und älter

Der Altersmedian der Verstorbenen beträgt 81 Jahre.

An das LAGeSo übermittelte COVID-19 Fälle (Differenz zum Vortag) nach Bezirk:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf 620 (+5) / 531 genesen
  • Friedrichshain-Kreuzberg 427 (+2) / 362 genesen
  • Lichtenberg 198 (+2) / 136 genesen
  • Marzahn-Hellersdorf 221 (+5) / 144 genesen
  • Mitte 803 (+5) / 597 genesen
  • Neukölln 555 (+9) / 429 genesen
  • Pankow 551 (+5) / 446 genesen
  • Reinickendorf 419 (+0) / 279 genesen
  • Spandau 219 (+4) / 146 genesen
  • Steglitz-Zehlendorf 445 (+0) / 309 genesen
  • Tempelhof-Schöneberg 538 (+2) / 437 genesen
  • Treptow-Köpenick 269 (+1) / 199 genesen

20.35 Uhr: Berliner Museen sollen ab 11. Mai wieder öffnen dürfen

Die Museen in Berlin mit der berühmten Museumsinsel können vermutlich vom 11. Mai an wieder öffnen. Das sieht nach dpa-Informationen eine Vorlage vor, über die der Senat an diesem Dienstag entscheiden soll. Ebenfalls vom 11. Mai an sollen auch die Bibliotheken der Stadt ihren Betrieb zumindest in Teilen wieder aufnehmen können, wie es am Montag hieß. Sämtliche Schritte stehen unter dem Vorbehalt, dass die jeweiligen Häuser die hygienischen Voraussetzungen und die während der Corona-Krise geltenden Distanzregelungen erfüllen können.

Die gut 170 staatlichen, städtischen und privaten Museen Berlins sind seit Mitte März geschlossen. Allein zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

19.33 Uhr: Berliner Senat will Lockerung der Corona-Beschränkungen beschließen

Der Berliner Senat berät am Dienstag (Pressekonferenz gegen 15.30 Uhr) über eine Lockerung der Beschränkungen wegen der Corona- Pandemie. Absehbar ist, dass Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche unabhängig von ihrem Sortiment unter Auflagen ab Mittwoch wieder öffnen dürfen. Berlins Einzelhandel kritisiert die Regelung als unlogisch und fordert gleiche Bedingungen für alle.

In einigen Bundesländern können auch größere Geschäfte öffnen, wenn sie ihre Flächen absperren und entsprechend verkleinern. Auf einen solchen Kompromiss könnte es nun auch in Berlin hinauslaufen. Super-, Bau- und Gartenmärkte, Drogerien, Apotheken, aber auch Buchhandlungen sind ohnehin offen, weil sie trotz Corona-Pandemie nicht schließen mussten.

Breiteren Raum dürfte in der Senatssitzung die Debatte über eine Maskenpflicht in Geschäften sowie in Bussen und Bahnen einnehmen. Nachdem einige Länder wie Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sowie diverse Kommunen dies bereits beschlossen haben, wird auch in Berlin darüber diskutiert.

In der Vorwoche hatte der Senat das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle in der U-Bahn oder im Supermarkt empfohlen, aber zunächst nicht vorgeschrieben.

19.08 Uhr: Keine BVV in Tempelhof-Schöneberg

In Tempelhof-Schöneberg wird es auch im April noch keine Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) geben. Der Ältestenrat, bestehend aus Mitgliedern der Fraktionen, habe sich am frühen Montagabend darauf geeinigt, wie BVV-Vorsteher Stefan Böltes (SPD) mitteilte. Geplant war die BVV-Sitzung für den 29. April. Dies ist somit die zweite Sitzung, die aufgrund des Coronavirus nicht stattfindet.

Der Ältestenrat hatte mehrere Optionen diskutiert, wie eine BVV vonstattengehen könne. Darunter war auch die Option, per Videokonferenz zu tagen. Die Mehrheit der Fraktionen lehnte die Vorschläge ab. Die Bezirke sind angehalten, alle zwei Monate zu tagen. Feststehe aber, so Böltes, dass die Ausschüsse ab Mai ihre Arbeit wieder aufnehmen werden. Man suche derzeit noch nach geeigneten Räumen, in denen der gebotene Abstand zwischen den Mitgliedern eingehalten werden könne. Noch unklar sei, wo die Mai-Sitzung der BVV stattfinden könnte und, ob man die Teilnehmerzahl dabei auf freiwilliger Basis reduziere.

17.16 Uhr: Virologe Drosten - Sorge vor unerwarteter Wucht der Infektionswelle

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich besorgt über möglicherweise bisher unbemerkte Effekte bei der Ausbreitung des Coronavirus geäußert. Noch zeigten sich verschleppte einzelne Fälle - zum Beispiel durch Reisen, Besuche oder Treffen aus Ausnahme-Gründen - nicht in den Zahlen, sagte Drosten am Montag im NDR-Podcast.

Neben dem örtlichen Phänomen rechne er noch mit einem anderen Effekt: mit der Zeit zunehmend betroffenen älteren Altersgruppen, etwa Infektionsketten unter 65- oder 70-Jährigen, „weil eben doch man sich im Freundeskreis hier und da noch mal weiter trifft“ oder weil Großeltern eben doch besucht würden. „Ich erwarte, dass es zu diesen Effekten kommt. Das sind Diffusionseffekte, die fast zwangsläufig sind“, sagte der Charité-Experte.

Wenn die sogenannte Reproduktionszahl nach Lockerung der Maßnahmen wieder über 1 kommen sollte - also ein Infizierter wieder mehr als einen anderen Menschen ansteckt -, könne die Epidemietätigkeit in nicht erwarteter Wucht wieder losgehen, sagte Drosten. Schon Ende vergangener Woche hatte er angesichts von Erkenntnissen aus der Spanischen Grippe vor der Gefahr einer zweiten Welle gewarnt, die nicht mehr nur an einzelnen Orten losrollt.

Drosten betonte auch, dass die Zahl der Infizierten in der Charité in Berlin seit Wochen zunehme. In den Intensivstationen werde es immer ein bisschen voller. Das sei ein Effekt, der ihn sorgenvoll stimme. Als Erkenntnis aus einer Studie mit epidemiologischen Modellierungen sagte der Virologe, dass Patienten am Tag vor Beginn der Symptome am stärksten infektiös seien. Die überwiegende Infektionstätigkeit sei dann nach vier Tagen mit Symptomen vorbei.

17.10 Uhr: Maskenpflicht könnte in Berlin kommen

In Bussen und Bahnen in Berlin könnte wegen der Corona-Pandemie künftig eine Maskenpflicht gelten. Entsprechende Überlegungen wurden der Deutschen Presse-Agentur am Montag aus Koalitionskreisen bestätigt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) plädiere für eine solche Regelung, hieß es. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet. Schon vor einer Woche hatte Müller erklärt, er könne sich eine Maskenpflicht „für bestimmte Situationen“ vorstellen.

Bei der Bund-Länder-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war am vergangenen Mittwoch dann eine „dringende Empfehlung“ beschlossen worden, eine Maske - genauer gesagt einen einfachen Mund-Nasen-Schutz - in Geschäften oder Verkehrsmitteln zu tragen. Der Berliner Senat hatte sich dieser Empfehlung einen Tag später angeschlossen. Inzwischen haben Sachsen und Bayern eine Maskenpflicht beschlossen, außerdem diverse Kommunen. Daher geht die Debatte darüber auch in Berlin weiter. Der Senat berät am Dienstag darüber.

Ein Nasen-Mund-Schutz kann nach Auskunft von Virologen verhindern, dass der Träger das Coronavirus auf andere überträgt. Nicht zu verwechseln ist ein solcher Schutz mit medizinischen Masken, mit der sich auch der Träger vor Ansteckung schützen kann.

17.08 Uhr: IHK fordert neue Regeln für Sonntagsöffnungen

Angesichts der Corona-Krise hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin Erleichterungen für den Einzelhandel mit Blick auf Sonntag- und Feiertagsöffnungen gefordert. Das Land Berlin sollte, so die Kammer, für mindestens zwei Jahre die Öffnungszeiten für den Einzelhandel flexibilisieren. Dies würde den von den Folgen der Corona-Pandemie massiv betroffenen Einzelhändlern zusätzliche Perspektiven eröffnen, die dramatischen Umsatzverluste zumindest teilweise auszugleichen, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Dazu müsste lediglich die im März vom Senat verabschiedete Allgemeinverfügung zu den Ausnahmen von der Sonn- und Feiertagsarbeit erweitert werden, so die IHK Berlin.

Die Senatsverwaltung für Arbeit teilte auf Morgenpost-Anfrage mit, ein etwaiges Vorhaben, den Verkauf an Sonntagen durch Änderung des Berliner Ladenöffnungsgesetzes zuzulassen, verstieße gegen das Grundgesetz und sei daher nicht realisierbar. „Eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes wird es nicht geben. Wir werden garantiert nicht diejenigen, die jetzt in der Pandemie unter hohem Risiko die Läden am Laufen halten, zum Dank nach der Pandemie zur Sonntagsarbeit zwingen. Ich halte es für sehr problematisch, wenn jetzt schon die Ersten um die Ecke kommen, um im Schatten der Corona-Krise die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schleifen“, sagte Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Mehr dazu lesen Sie hier.

16.28 Uhr: Verdi - Bergmann-Klinikum-Beschäftigte kritisieren Kommunikation

Die Kritik an der lückenhaften Kommunikation des Potsdamer Klinikums Ernst von Bergmann zum schweren Ausbruch von Corona-Infektionen in der Einrichtung reißt nicht ab. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bezeichnete die Stimmung unter den Beschäftigten des Klinikums nach Angaben eines Sprechers als „derzeit sehr angespannt.“ Besonders beklagt werde die intransparente Informationspolitik, da die Beschäftigten viele Informationen erst über die Medien erfahren hätten und nicht von der Klinikleitung, sagte der Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Gesundheit und Soziales, Torsten Schulz, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Beschäftigte berichteten laut der Gewerkschaft von der Angst vor Ansteckung mit Covid-19 und der Sorge über nicht ausreichende Schutzausrüstung. Schulz forderte die lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse der vergangenen Wochen. Aussagen von Beschäftigten deuteten darauf hin, dass es scheinbar zu falschen oder verspäteten Entscheidungen gekommen sei.

Zum Schutz der Beschäftigten und Patienten am Klinikum forderte der Gewerkschaftssprecher eine konsequente Umsetzung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Zudem müsse genügend Personal in allen Bereichen des Krankenhauses eingesetzt werden - besonders in den Bereichen Pflege, Reinigung und Patientenversorgung, sagte Schulz.

15.31 Uhr: Berliner IHK fordert neue Regeln für Sonntagsöffnungen

Angesichts der Corona-Krise hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin Erleichterungen für den Einzelhandel mit Blick auf Sonntag- und Feiertagsöffnungen gefordert. Das Land Berlin sollte, so die Kammer, für mindestens zwei Jahre die Öffnungszeiten für den Einzelhandel flexibilisieren. Dies würde den von den Folgen der Corona-Pandemie massiv betroffenen Einzelhändlern zusätzliche Perspektiven eröffnen, die dramatischen Umsatzverluste zumindest teilweise auszugleichen, hießt es am Montag in einer Mitteilung.

Dazu müsste lediglich die im März vom Senat verabschiedete Allgemeinverfügung zu den Ausnahmen von der Sonn- und Feiertagsarbeit erweitert werden, so die IHK Berlin. Die Verfügung war am Sonntag ausgelaufen. „Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten unterstützt die Selbstheilungskräfte“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. „Jetzt ist die Zeit für pragmatische, zielführende Lösungen. Die Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten würde zudem die Kundenströme entzerren und hilft vor allen kleinen Einzelhändlern neben den Stammkunden auch neue Zielgruppen zu erschließen“, so Eder weiter. Einzelhändler, die gezwungenermaßen in der Krise Kredite zum Überleben aufnehmen mussten, benötigten nun dringend zusätzliche Einnahmeperspektiven, um diese Schulden auch abzahlen zu können, betonte er.

15.20 Uhr: Ärzte und Pflegepersonal für Berlin - Neue Kräfte in der Corona-Krise

In der Corona-Krise stehen Berlin nun 1100 zusätzliche Ärzte und 400 zusätzliche Pflegekräfte zur Verfügung. Das teilte die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung am Montag mit. Gelungen sei dies durch Maßnahmen bei den Prüfungen von inländischen Pflegekräften und Ärzten und bei den Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Fachkräften.„Ich freue mich sehr, dass es trotz der Corona-Krise gelungen ist, zusätzliches pflegerisches und medizinisches Personal für Berlin zu gewinnen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

15.13 Uhr: Geschäfte bereiten sich auf Wiedereröffnung vor

Nach wochenlanger Schließung in der Corona-Krise bereiten sich viele Berliner Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels auf die Wiedereröffnung vor. „Waren werden ausgepackt und die größeren Geschäfte schauen, wo sie absperren können, um die Verkaufsfläche zu verkleinern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Montag. Während in vielen Bundesländern kleinere und mittlere Geschäfte bereits zu Beginn dieser Woche wieder öffnen konnten, müssen sich Bürger und Händler in der Hauptstadt noch einige Tage gedulden.

Hier will der Senat am Dienstag zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Am Mittwoch oder am Donnerstag könnte es dann auch in der Hauptstadt soweit sein.

14.20 Uhr: Berliner CDU fordert rasche Öffnung von Gaststätten und Hotels

Die Berliner CDU fordert eine rasche Wiedereröffnung der wegen des Coronavirus seit Wochen geschlossenen Restaurants und Hotels. Gerade die Gastronomie sei für Berlin von besonderer Bedeutung und könne lange Schließungen wirtschaftlich nicht verkraften, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Strategiepapier der Hauptstadt-Union.

„Neben dem Einzelhandel sollten auch gastronomische Einrichtungen stufenweise wieder öffnen können, und zwar unter strikter Wahrung der Grundregeln von gebotenem Abstand und Hygiene“, schreiben CDU-Chef Kai Wegner und der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger in dem Papier. Standards und Fahrplan könnten gemeinsam mit dem Branchenverband Dehoga verabredet werden. „Begrenzungen der Öffnungszeiten halten wir in diesem Zusammenhang nicht für sinnvoll.“

14.08 Uhr: Zehntausendste Lebensmitteltüte ausgeliefert - Tafel am Anschlag

Die Berliner Tafel hat am Montag die zehntausendste Lebensmitteltüte ausgeliefert. Der wegen der Corona-Krise neu eingerichtete Lieferservice arbeite am Anschlag, sagte Sabine Werth, Vorsitzende der Berliner Tafel, am Montag. Die solidarische Essensversorgung würde bald an ihre Grenzen kommen, wenn sich das Ausmaß der Einkommensausfälle und Kündigungen zeige. „Wenn jetzt nochmal Tausende Menschen anrufen, müssen wir sagen: Geht nicht, tut uns Leid.“ Mit einer Forderung nach mehr Unterstützung für finanziell schwache Menschen richtete sie sich an die Politik: „Es kann nicht die Sache der Tafeln sein, das im ganzen Land zu lösen.“

Seit drei Wochen läuft das neue Corona-Programm, nachdem 42 der 45 Ausgabestellen in Berlin schließen mussten. Die Tüten werden nun von Ehrenamtlichen nach Hause geliefert oder an Ausgabestellen mit dem erforderlichen Mindestabstand verteilt. Dafür mussten zusätzlich Autos angeschafft, die Lebensmittelsammlungen ausgebaut und eine extra Halle für die Verpackung der täglich 500 bis 800 Tüten eingerichtet werden. Mehr als 800 Tüten am Tag seien aber nicht möglich, so Sabine Werth.

13.56 Uhr: Charité-Virologe Christian Drosten ausgezeichnet

Der in der Coronakrise weithin bekannt gewordene Virologe Christian Drosten wird in diesem Jahr mit einem Sonderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes ausgezeichnet An Drosten gehe der einmalige „Sonderpreis für herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid19-Pandemie“, teilten die Organisatoren mit. Drosten erkläre den Menschen auf anschauliche, transparente und faktenbasierte Weise, was die Wissenschaft wisse, wie sie arbeite und welche Unsicherheiten bestünden.

Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Der Preis soll nach derzeitiger Planung am 30. Juni in Berlin verliehen werden.

13.39 Uhr: Dieter Hallervorden macht Vorschläge für Wiedereröffnung der Theater

Dieter Hallervorden, Intendant des Schlosspark-Theaters, hat in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) Vorschläge gemacht, unter welchen Bedingungen vor allem Privattheater in der Corona-Krise wiedereröffnen können. Mit seinen Anregungen wolle er Mitarbeiter motivieren und helfen, die Existenzängste von Schauspielern zu überwinden. Zu seinen Vorschlägen zählt, jede zweite Reihe im Zuschauerraum freizuhalten, die Häuser nach jeder Vorstellung zu desinfizieren und die Gastronomie geschlossen zu halten.

12.46 Uhr: BVG fährt ab 4. Mai wieder im Normalbetrieb

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erhöhen angesichts gelockerter Corona-Beschränkungen schrittweise ihr Fahrangebot. Alle Busse und U-Bahnen sollen ab dem 4. Mai wieder im regulären Takt verkehren, wie die BVG auf Anfrage der Berliner Morgenpost mitteilte. Schon seit dem heutigen Montag fahren drei Linien wieder regulär. Alles zu den Corona-Plänen bei der BVG lesen Sie hier.

12.28 Uhr: Berlin will Pflegekräfte auf Coronavirus testen

In Berlin ist eine repräsentative Testung von Pflegekräften auf das neue Coronavirus geplant. Nächste Woche solle das Vorhaben in Zusammenarbeit mit den Untersuchungsstellen anlaufen, kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses an. Wie viele Menschen getestet werden sollen, blieb offen. Einbezogen werden sollen Mitarbeiter aus dem stationären und ambulanten Bereich.

In einem zweiten Schritt könne man selbstverständlich auch „in die Fläche“ gehen, sagte Kalayci auf die Frage, ob etwa auch Bewohner getestet werden sollen.

In Berlin können derzeit laut Kalayci knapp 50 000 Tests pro Woche durchgeführt werden. Um Ausbrüche in Pflegeheimen und Krankenhäusern wie in anderen Bundesländern zu vermeiden, wolle man einen Schwerpunkt auf Tests bei medizinischem Personal und auch von Pflegekräften legen.

12.12 Uhr: 61 Verstöße gegen Corona-Verordnung in Mitte

Bei einer Sonderkontrolle am Freitagnachmittag hat das Ordnungsamt in Mitte mehrere Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Insgesamt handelt es sich um 61 Vergehen, teilt das Bezirksamt am Montag mit. Die Kontrolle umfasste den Park am Weinbergsweg und die Umgebung, den Volkspark Rehberge und das Gelände am Plötzensee.

Besonders viele Verstöße gegen die Eindämmungsverordnung gab es im Park am Weinbergsweg und der Umgebung. Nach Angaben des Bezirksamts zählte das Ordnungsamt dort 40 Vergehen. Am Volkspark Rehberge und am Plötzensee sind es 21 gewesen. In 16 Fällen zahlten die Personen noch vor Ort ein Verwarnungsgeld von 55 Euro. In den weiteren Fällen zeigten sich die kontrollierten Personen dem Bezirksamt zufolge uneinsichtig, weshalb Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet wurden.

Den Ordnungsamtsmitarbeitern ist bei der Kontrolle auch ein Geschäft am Weinbergsweg aufgefallen, das Sitzgelegenheiten zum Essen und Trinken aufgestellt hat. Gegen den Besitzer wurde Strafanzeige erstattet.

11.59 Uhr: Senatorin: Drive-in für Corona-Tests auch in Mitte geplant

Ein Drive-in für Corona-Tests soll laut Berlins Gesundheitssenatorin auch im Bezirk Mitte entstehen. Der Festplatz solle zum Testplatz werden, sagte Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss. Die Pläne des Bezirks sähen dies nach ihrem Kenntnisstand als Erweiterung im Rahmen der Kontaktnachverfolgung vor. Es sollen dort demnach bestimmte Kontaktpersonen von Infizierten getestet werden.

Sie nehme an, dass es sich um ein ähnliches Konzept handle wie im Bezirk Neukölln: mit Tests nur mit Termin und nicht für jeden, der vorfährt, so Kalayci. Weitere Bezirke könnten nachziehen oder sich zu solchen Vorhaben zusammenschließen, sagte Kalayci. Sie würde dies begrüßen.

Am Sonnabend war bekannt geworden, dass das Bezirksamt Neukölln auf dem Parkplatz vor dem Estrel-Hotel an der Sonnenallee mehrere Zelte für einen Drive-in aufbauen will.

11.53 Uhr: Gesundheitsausschuss: SPD uneinig über Lockerungen

In der SPD-Fraktion gibt es erhebliche Differenzen über die weiteren Schritte zur Lockerungen der Corona-Auflagen. Während der gesundheitspolitische Sprecher Thomas Isenberg im Gesundheitsausschuss ausdrücklich davor warnte, Kindertagesstätten wieder zu öffnen und eine zu schnelle Lockerung der Auflagen aus „unverantwortlich“ bezeichnete, widersprach sein Fraktionskollege Lars Düsterhöft ausdrücklich.

„Wir lassen die Familien im Stich“, sagte der Sozialdemokrat. „Wir geben den Menschen keinerlei Aussichten auf Besserung.“ Für Familien gebe es keinerlei Optionen, außer dass ihr Kind irgendwann unter die Notbetreuung falle. „Aber ihr dürft shoppen gehen“, sagte der Abgeordnete. Das sei „falsche Prioritätensetzung“. Auch die SPD-Abgeordnete Bettina König forderte „mehr Flexibilität“ bei der Kita-Betreuung.

11.24 Uhr: Krankenhäuser für Patienten ohne Corona sicher

Menschen mit akuten gesundheitlichen Beschwerden sollen trotz der Pandemie Notaufnahmen aufsuchen. Krankenhäuser seien auch für alle nicht an Covid-19 erkrankten Patienten sicher, betonte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci im Gesundheitsausschuss. Es dürfe nicht sein, dass Menschen aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus den Besuch beim Arzt oder in der Notaufnahme scheuten. „Das dürfen wir nicht hinnehmen.“

Berlin werde genau hinschauen, was etwa im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann schiefgelaufen sei. Dort hatte es einen schweren Ausbruch von Corona-Infektionen mit zahlreichen Todesfällen gegeben.

11.17 Uhr: Mehr Einsätze wegen häuslicher Gewalt in der Coronakrise

In Berlin haben die Einsätze der Polizei wegen Fällen häuslicher Gewalt in der Coronakrise zugenommen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nannte im Gesundheitsausschuss Zahlen. So sei in der Woche vor den Kontaktsperren vom 9. bis 15. März 254 Mal der Funkwagen wegen Verdachts auf häusliche Gewalt gerufen worden. In der Woche vom 6. bis 12. April seien die Beamten 332 Mal wegen solcher Delikte ausgerückt. Bei den Ermittlungsverfahren wegen Gewalt im häuslichen Umfeld gebe es jedoch einen leichten Rückgang. Die Notfalltelefone verzeichneten eine normale Nachfrage.

11.12 Uhr: Corona-Kontrollen: Polizei fertigt 19 Straf- und 126 Ordnungswidrigkeitsanzeigen

Zur Überwachung der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus hat die Berliner Polizei am Sonntag und in der Nacht zu Montag wieder stadtweit Kontrollen durchgeführt.

Tagsüber überprüften rund 400 Einsatzkräfte und in der Nacht etwa 130 Polizisten die Einhaltung der Verordnung. Es wurden 22 Objekte und 328 Personen im Freien überprüft. Dazu fertigten die Polizeikräfte 19 Straf- und 126 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Seit dem 14. März 2020 führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2398 objektbezogene Überprüfungen sowie 9627 Überprüfungen im Freien durch. In 887 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte dabei bisher 1136 Straftaten und seit dem 23. März 2020 2048 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

11.04 Uhr: Erste E-Tretroller kehren zurück auf Berlins Straßen

Ein großer Vermieter von E-Tretrollern stellt seine Fahrzeuge trotz der Corona-Krise wieder zurück auf die Berliner Straßen. Nach einer mehrwöchigen Pause würden jetzt zunächst 100 sogenannte E-Scooter zum Ausleihen bereit sein, teilte die Firma Lime am Montag mit.

Mitte März hatten Lime und einige andere Vermieterfirmen ihre Roller eingesammelt. Das Berliner Unternehmen Tier hatte seine Fahrzeuge allerdings auch in den vergangenen Wochen auf den Straßen gelassen, obwohl deutlich weniger Menschen im Verkehr unterwegs waren und die Touristen als Hauptzielgruppe fehlten.

Die neuen E-Tretroller durften seit dem 15. Juni 2019 in Deutschland auf Straßen und Radwegen gefahren werden. In Berlin waren E-Tretroller im vergangenen Jahr laut Statistik in 284 Unfälle verwickelt. Dabei wurden 145 Menschen leicht und 32 schwer verletzt. Bei knapp 90 Prozent dieser Unfälle waren laut Polizei die Fahrer der E-Roller schuld.

10.55 Uhr: So viel Schutzausrüstung wurde bereits nach Berlin geliefert

Staatssekretär Martin Matz, Chef des Krisenstabes, berichtete von Fortschritten bei der Beschaffung von Schutzausrüstung. Erhebliche Mengen seien nach Berlin geliefert worden, auch mit logistischer Hilfe der Bundeswehr. Hilfreich sei auch die enge Kooperation mit dem kommunalen Klinikkonzern Vivantes, der eine gute Verbindung zu einem Lieferanten in Shanghai habe. Mehr als elf Millionen Mund-Nasen-Schutz-Masken, 732.000 professionelle FFP-Masken, 2,8 Millionen Handschuhe, 370.000 Schutzbrillen und 310.000 Kittel seien für die Senatsverwaltung eingetroffen und würden an Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeheime verteilt. Die Preise lägen bisweilen fünf- oder sogar siebenmal so hoch wie in normalen Zeiten. Während es bei den Masken ganz gut aussehe, den Bedarf für drei Monate zu decken, gebe es bei Kitteln noch Probleme, räumte Matz ein.

Mehrere Abgeordnete berichteten aber von einer Personalversammlung von Vivantes und Charité. Dort hätten im Video-Chat zahlreiche Beschäftigte über anhaltenden Mangel an Schutzausrüstung beklagt. Kittel würden nicht mehr für jedes Krankenzimmer gewechselt, sondern müssen acht Stunden lang getragen werden. Auch eine FFP-Maske müsse über eine ganze Schicht getragen werden.

10.45 Uhr: Millionen-Kompensationen für Berliner Krankenhäuser

Berlins Krankenhäuser haben nach Angaben der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) als finanzielle Kompensation für ihr Engagement in der Corona-Krise bereits Abschlagszahlungen über 53 Millionen Euro vom Bund erhalten. Das Geld wird als Gegenleistung dafür gezahlt, dass die Kliniken ihre Betten für Corona-Patienten frei halten. Hinzu kommen 11,2 Millionen Euro für den Aufbau zusätzlicher Intensivbetten.

Die nächsten Zahlungen für die 14. Kalenderwoche sind für den 22. April geplant. Die Senatorin kündigte Nachbesserungen an. „Es kann nicht sein, dass Krankenhäuser pandemiebedingt in finanzielle Schwierigkeiten kommen“, sagte Kalayci. Vor allem die großen, leistungsstarken Krankenhäuser wie die Universitätsklinik Charité klagen schon lange darüber, dass die finanziellen Ausgleichszahlungen nicht ausreichten. Noch seien in Berlin 500 Intensivbetten oder 36 Prozent der Gesamtkapazitäten frei, sagte Kalayci.

10.23 Uhr: Gesundheitssenatorin Kalayci: "Wir sind mitnichten über den Berg"

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat am Morgen im Gesundheitsausschuss vor verfrühtem Optimismus in der Coronakrise gewarnt. „Wir sind mitnichten über den Berg. Die guten Zahlen sind absolut keine Entwarnung.", sagte Kalayci. Die Senatorin stellte die Zahlen für Berlin in einen bundesweiten Zusammenhang. Bundesweit seien inzwischen 3,1 Prozent aller Infizierten an Covid-19 verstorben, in Berlin liege die Sterbe-Rate bei 1,8 Prozent, die Tendenz sei steigend. Die Zahl der Infizierten verdoppele sich in der Stadt alle 20 bis 21 Tage und damit langsamer als im Bundesgebiet. Jeder Infizierte stecke im Bund im Durchschnitt 0,8 Menschen an (Reproduktionszahl), in Berlin liege dieser Wert bei 0,6.

„Das sind ganz gute Zahlen, aber nur eine Momentaufnahme“, so die Senatorin. Die Zahl müsse „ langfristig unter eins“. Pro 100.000 Einwohner gebe es in Berlin 138 Infizierte, im Bund 168 (Inzidenz). In den besonders sensiblen Bereichen Krankenhäuser und Pflegeheimen seien in Berlin bisher 514 Infektionsfälle bekannt.

7.25 Uhr: Non scholae, sed vitae discimus - Schüler schreiben Latein-Abitur

Trotz zuletzt heftiger Kritik von Schüler- und Elternvertretern beginnen heute in Berlin die Abiturprüfungen. Zunächst stehen vor allem die schriftlichen Arbeiten in Latein an, teils aber auch in anderen Fächern. Nach fünf Wochen Schließung sind die 14.600 Abiturienten die ersten, die wieder in ihre Schulen zurückkehren. Die Abiturprüfungen werden in etwa 150 staatlichen Schulen und einigen weiteren Einrichtungen freier Träger abgehalten - unter bislang nie da gewesenen Umständen. Um eine Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren, gelten dort zahlreiche Abstands- und Hygieneregeln.

Bilder der Corona-Krise in Berlin