Corona-Newsblog in Berlin

Müller: „Es werden noch harte Wochen auf uns zukommen“

| Lesedauer: 130 Minuten
Coronavirus: Das sollten Sie zu Intensivstationen wissen

Coronavirus: Das sollten Sie zu Intensivstationen wissen

Die Versorgung mit Intensiv-Betten in Deutschland ist gut. Doch sie soll für Coronavirus-Erkrankte weiter ausgebaut werden. Der Bund beschafft außerdem neue Beatmungsgeräte für Krankenhäuser. Die Fakten im Überblick.

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In Berlin gibt es 2993 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Alle Entwicklungen erfahren Sie hier im Newsblog.

  • Das Coronavirus breitet sich weiter in Berlin aus. 2993 Menschen haben sich nachweislich mit dem Virus infiziert, 17 Menschen sind bislang an Covid-19 gestorben.
  • Alle Informationen zum Coronavirus in Berlin erhalten Sie auch hier.
  • Die Gesundheitsverwaltung hat eine Hotline zum Coronavirus in Berlin geschaltet: Tel. 030 / 90 28 28 28. Außerdem gibt es einen Fahrdienst der Feuerwehr Berlin und der Kassenärztlichen Vereinigung für Verdachtsfälle bei Coronavirus-Infektionen: Tel. 116 117.

Berlin. Das Coronavirus breitet sich in Berlin aus. Die Berliner Morgenpost informiert Sie im Newsblog zur aktuellen Entwicklung rund um das Coronavirus und Covid-19 in Berlin und Brandenburg. Alle News zum Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie hier.

Wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt verbreitet:

+++ Donnerstag, 2. April 2020 +++

13.37 Uhr: Wir starten unser neues Newsblog

Alle weiteren Entwicklungen zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg finden Sie hier.

Die wichtigsten Corona-News am Donnerstag

Senat will Bußgeldkatalog für Verstöße gegen Corona-Regeln beschließen
Michael Müller zur Corona-Krise: "Wir sind noch nicht über den Berg"
Wirtschaftssenatorin Ramona Pop: Krise trifft Berlin mit voller Härte

13.12 Uhr: Justizsenator: Noch keine nachgewiesenen Infektionen in Gefängnissen

In den Berliner Justizvollzugsanstalten gibt es bisher keine nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus. „Wir haben noch keine positiven Fälle, weder bei den Gefangenen noch bei den Mitarbeitern“, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Donnerstag bei der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Es gebe aber Mitarbeiter in Quarantäne, etwa, weil sie Kontakt mit infizierten Personen gehabt hätten, so der Senator. „Und es gab auch den ein oder anderen Verdachtsfall bei den Gefangenen, die aber negativ gewesen sind“, sagte Behrendt.

13.05 Uhr: Linke erwägt kostenlose Taxis für Gesundheitspersonal

Die Berliner Linksfraktion erwägt, das derzeit brachliegende Berliner Taxigewerbe für einen kostenlosen Shuttle-Service im Gesundheitswesen zu nutzen. „ Damit helfen wir dem angeschlagenen Taxigewerbe und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt und zur Unterstützung in dieser schwierigen Krise", so der verkehrspolitische Sprecher Kristian Ronneburg. Viele Taxis hätten bereits in Eigeninitiative Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in den Fahrzeugen ergriffen. "Sie wollen ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten und stehen bereit. Diese Chance sollte Rot-Rot-Grün ergreifen“, hieß es weiter.

12.27 Uhr: Diakonie fordert Schutzausrüstung und Quarantänemöglichkeit für Obdachlose

Die Diakonie fordert Schutzausrüstung für Obdachloseneinrichtungen. „Bei allen Versorgungsbemühungen von Menschen mit Schutzausrüstung in systemrelevanten Berufen so ist eine Versorgung mit Schutzkleidung auch in der Obdachlosenarbeit dringend nötig", erklärte Diakoniedirektorin Barbara Eschen. Denn auch in den Einrichtungen wird mit vulnerablen Personengruppen gearbeitet, die sich nicht schützen können. Desweiteren fordert Eschen Quarantänemöglichkeiten für Obdachlose, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. „Wenn Menschen ohne Wohnung in Quarantäne müssen, braucht man unbedingt eine Möglichkeit, die Erkrankten sicher unterzubringen und medizinisch zu versorgen", erklärte Eschen.

12.22 Uhr: Geisel gegen Sperrung von Parks und Plätzen

Innensenator Andreas Geisel lehnt die Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ab, Parks und größere Plätze in der Stadt zu schließen, um Menschenansammlungen gerade bei schönem Wetter zu verhindern. „Natürlich ist das schöne Wetter, dass uns bevorsteht, eine Herausforderung“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Aber zuletzt hätten sich die allermeisten Berliner verantwortungsbewusst verhalten. „Deshalb bin ich jedenfalls der Auffassung, dass wir die Verordnungen nicht ständig verschärfen können, solange die Akzeptanz in der Bevölkerung so hoch ist.“ Gleichwohl werde der Senat über die GdP-Forderung reden.

11.48 Uhr: Müller: „Es werden noch harte Wochen auf uns zukommen“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in der Corona-Krise die Berliner weiter um Geduld gebeten. „Es werden noch harte Wochen auf uns zu kommen“, sagte Müller. „Ich appelliere an alle Berlinerinnen und Berliner, die Ausgangsbeschränkungen ernst zu nehmen.“ Dazu gehöre auch, auf Verwandtenbesuche zu verzichten. Man habe in den Nachbarländern gesehen, wie schnell die Lage eskalieren könne. „Es dient unser aller Gesundheit.“ Mehr dazu lesen Sie hier.

Nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel (SPD) halten sich die meisten Berliner an die Ausgangsbeschränkungen. Seit dem 14. März wurden 2000 Objekte überprüft, 830 davon mussten geschlossen werden. Die Zahl gehe aber deutlich zurück. Am gestrigen Mittwoch seien noch 31 Objekte überprüft und vier geschlossen worden. Es wurden nur noch 39 Verstöße im Freien geahndet. Vor diesem Hintergrund warnte Geisel vor einer weiteren Verschärfung der Einschränkungen. „So lange die Akzeptanz so hoch ist, ist das nicht angesagt.“

11.41 Uhr: Berlin zahlt 1,3 Milliarden Euro an Kleinunternehmer aus

In Berlin haben bislang 140.000 Kleinst- und Kleinunternehmer von den Hilfsprogrammen zur Bekämpfung der Coronakrise profitiert. Insgesamt seien bereits 1,3 Milliarden Euro ausgezahlt. „Das ist eine echte Leistung“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Donnerstag. „Berlin liefert, wenn es darauf ankommt.“

Insgesamt profitierten bereits 350.000 Menschen. Berlin hat sich mit den landeseigenen Hilfsprogrammen vor allem auf kleine Unternehmen und Selbstständige konzentriert, weil es in der Stadt besonders viele davon gibt. Nach Angaben der Wirtschaftssenatorin ist die Berliner Wirtschaftsstruktur besonders kleinteilig. 80 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter.

Dennoch will sich der Senat nach Angaben Pops zusammen mit dem Bund über weitere Hilfen für mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeiter verständigen.

11.05 Uhr: Zehn Todesfälle in Brandenburg

Die Zahl der Menschen, die nach einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, ist in Brandenburg auf zehn gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Infektionen erhöhte sich laut Ministerium innerhalb von 24 Stunden um 128 auf insgesamt 1107 (Stand: 8.00 Uhr). 76 Menschen werden demnach im Krankenhaus behandelt, davon werden 17 intensivmedizinisch betreut.

10.57 Uhr: Kostenloser Berlkönig-Service für Gesundheitspersonal wird ausgeweitet

Der Ruftaxi-Dienst Berlkönig weitet angesichts der Corona-Pandemie seine kostenlosen Sonderfahrten für Mitarbeiter im Berliner Gesundheitswesen aus. Die Fahrten werden ab Freitag in der Zeit zwischen 21 und 8 Uhr angeboten, zudem werde das Bediengebiet erweitert, um mehr Krankenhäuser ansteuern zu können. Alles zu den Sonderfahrten des Berlkönigs erfahren Sie auch hier.

10.41 Uhr: Berliner Abgeordnetenhaus prüft Plenarsitzungen in der Messe

Das Berliner Abgeordnetenhaus sucht in der Corona- Krise nach alternativen Räumen, weil es im Preußischen Landtag wegen der Kontaktbeschränkungen recht eng ist. Parlamentspräsident Ralf Wieland hat bei der Messe Berlin angefragt, ob sich womöglich eine Messehalle zeitweise für Parlamentssitzungen eignet, wie sein Sprecher am Donnerstag sagte. „Wir prüfen vorsorglich, ob es möglich ist, einen größeren Tagungsraum zu organisieren“, so der Sprecher, nachdem „Bild“ und „B.Z“ zuerst berichtet hatten. Eine Antwort der landeseigenen Messegesellschaft liege noch nicht vor.

Das Abgeordnetenhaus hat 160 Mitglieder, normalerweise sitzen die Abgeordneten in den Plenarsitzungen dicht an dicht. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus gelten neue Bestimmungen, unter anderem sitzen Abgeordnete in großem Sicherheitsabstand. Folge: Nur etwa die Hälfte passt noch in den Plenarsaal. Sollte es auswärtige Sitzungen geben, wäre das nur eine zeitlich befristete Übergangslösung.

10.27 Uhr: CDU fordert Ausweitung der finanziellen Hilfen

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag über die wirtschaftlichen Hilfen für Kleinst- und Kleinunternehmer debattiert. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger hat vom Senat eine Ausweitung der Liquiditätshilfen gefordert. Das derzeitige Ausmaß reiche nicht aus, um die Notlage für viele Unternehmen zu mildern. „Da muss nachgesteuert werden“, sagte Dregger.

Die CDU fordert außerdem eine Ausweitung der Programme auch für mittelständische Unternehmen. „Die Kreditvergabe für sie ist auf 100 Millionen Euro begrenzt worden, das geht so nicht“, sagte Dregger. Die CDU kritisierte außerdem die geplante Erhöhung des Vergabemindestlohns auf 12,50 Euro und forderte das Abgeordnetenhaus auf, auf die für den Vormittag geplante Verabschiedung zu verzichten.

Davor hatte Clara West (SPD) die Hilfsmaßnahmen des Senats verteidigt. In keinem Bundesland seien schneller Hilfsgelder für Kleinunternehmen und Soloselbstständige auf den Weg gebracht worden – bislang hätten 130.000 Selbstständige davon profitiert.

09.54 Uhr: Wieder Verstöße gegen Corona-Regeln

Rund 160 Polizisten haben in der Nacht zu Donnerstag überprüft, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Wie die Behörde mitteilte, wurden vier Objekte und 38 Personen im Freien kontrolliert. Es wurden 25 Straf- und 83 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Bei den Kontrollen am Mittwoch (zwischen 6 und 18 Uhr) überprüften 275 Beamte zwölf Objekte sowie 42 Personen im Freien. Es wurden elf Straf- und 26 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr führte die Polizei Berlin damit insgesamt 1982 objektbezogene Überprüfungen sowie 1406 Überprüfungen im Freien durch. In 830 Fällen wurden Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Beamten dabei bisher 898 Straften und seit dem 23. März 2020 462 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest.

06.42 Uhr: Standesämter sind trotz Corona-Krise arbeitsfähig

In Berlin sind die Standesämter nach Einschätzung der Senatsinnenverwaltung auch in der Corona-Krise arbeitsfähig. Allen Standesämtern sei bewusst, dass mit den vorhandenen Ressourcen insbesondere Geburtsbeurkundungen und Sterbefallbeurkundungen bearbeitet werden müssten, teilte die Senatsverwaltung für Inneres auf Anfrage mit.

Die Arbeitsfähigkeit Berliner Standesämter sei außerdem auch dann gegeben, wenn ein oder zwei Standesbeamte ausfallen sollten. In Brandenburg seien in kleineren Kommunen im Standesamt dagegen oft nur zwei Standesbeamte tätig. Kommt es dort etwa wegen eines Corona-Falls zu Personalausfällen, sei das gesamte Standesamt nicht mehr arbeitsfähig. In Brandenburg soll die Arbeitsfähigkeit der Standesämter deshalb mit Hilfe einer Eilverordnung sichergestellt werden, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Laut der Verordnung dürfen Gemeinden und Städte flexibler Standesbeamte aus anderen Kommunen einsetzen. Solche Maßnahmen sind aus Sicht der Innenverwaltung in Berlin nicht erforderlich.

06.21 Uhr: Luftqualität in Berlin schwankt trotz Corona-Einschränkungen

Die Corona-Krise hat an den Berliner Straßen noch nicht nachweislich zu besserer Luft geführt. Obwohl seit Mitte März deutlich weniger Autos unterwegs sind, schwankten die Schadstoffwerte stark, wie aus Daten des Senats hervorgeht. Relativ sauber war die Luft demnach bis etwa zum 17. März, dem Tag an dem sämtliche Schulen schlossen. Dann aber stieg die Konzentration von Schadstoffen wie Feinstaub oder Stickstoffdioxid, obwohl weniger Autos fuhren. Grund ist, dass der Wind nachließ, der die Schadstoffe zuvor großflächig verteilt hatte.

Anfang vergangener Woche wurden die Werte wieder besser, wie die Umweltverwaltung mitteilte. „Die Luftgütemesswerte sind gefallen, sicherlich auch, weil deutlich weniger Verkehr war, aber vor allen Dingen wegen der zunehmenden Windgeschwindigkeit.“ Der Wind war es auch, der Ende vergangener Woche an nahezu allen Messstellen die Feinstaubbelastung über die Tagesgrenzwerte steigen ließ, in dem er die Partikel in die Stadt trug.

06.13 Uhr: Mundschutz statt Seiden-Krawatten: Manufaktur stellt Produktion um

Angesichts der Corona-Pandemie hat die Berliner Krawattenmanufaktur Auerbach ihren Betrieb auf die Herstellung von Schutzmasken umgestellt. Seit etwa einer Woche fertigen die Näherinnen einfache Mund- und Nasenmasken. Gefertigt werden die Masken aus Baumwollstoffen, die ein Berliner Unternehmen liefert. „Für unsere Krawatten und Einstecktücher verwenden wir normalerweise Seidenstoffe aus Italien, die jetzt aber nur schwer zu bekommen sind“, sagt sagt Lesley Liebold, Assistent der Geschäftsleitung. Baumwolle sei für die Gesichtsmasken aber auch besser geeignet, weil man sie waschen könne.

So nähen Sie sich selbst einen Mundschutz
So nähen Sie sich selbst einen Mundschutz

Besonders beliebt seien derzeit gemusterte Stoffe, etwa im schottischen Karo-Design. Einige Käufer ließen sich zu ihren Masken auch passende Krawatten oder Schleifen als Sonderanfertigungen herstellen. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, stellt das Unternehmen derzeit auch Näherinnen in Heimarbeit ein. „Aktuell beschäftigen wir neben sieben festen Näherinnen 15 Aushilfskräfte. Ende der Woche können es aber auch schon 25 sein“, sagt Liepold. Angesichts des Bedarfs an Atemschutzmasken haben auch andere Nähereien den Betrieb bereits umgestellt. Mehrere Theaternähereien fertigen den einfachen Mund- und Nasenschutz. Auch die Modeschule Berlin hat bereits mit der Produktion begonnen.

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05.32 Uhr: Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln in Berlin geplant

Der Berliner Senat will am heutigen Donnerstag einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Einschränkungen, um das Coronavirus einzudämmen, beschließen. Der Katalog soll sich im Wesentlichen am Brandenburger Strafenkatalog orientieren, den die dortige Landesregierung am Dienstag verabschiedet hat.

Wer in Brandenburg gegen die Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus verstößt, muss ab diesem Donnerstag mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Bußgeldkatalog, den das Kabinett am Dienstag beschloss, ermöglicht Strafen von bis zu 25.000 Euro. Wer trotz des Verbots an einer öffentlichen Veranstaltung teilnimmt, dem droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro. Die Veranstalter müssen mit 500 bis 2500 Euro rechnen. Wer den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhält, der muss mit einer Strafe zwischen 50 und 500 Euro rechnen. Die Kommunen können die Höhe des Bußgelds festlegen. Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte am Dienstag aber betont, die Polizei wolle die Menschen zunächst aufklären.

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Die Brandenburger dürfen seit Montag vergangener Woche draußen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts bei 1,5 Meter Abstand unterwegs sein. Das Betreten öffentlicher Straßen und Plätze ist nur bei Ausnahmen erlaubt wie zum Arbeiten, Einkaufen oder für Arztbesuche. Die meisten Läden sind geschlossen, aber nicht Supermärkte, Apotheken, Banken, Poststellen und Tankstellen. Das Kabinett verlängerte die Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April. Der Landtag beschloss am Mittwoch einen Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro für kleine Unternehmen, Eltern von Kita-Kindern und für Krankenhäuser.

Ausgangsbeschränkungen gelten mindestens bis 19. April
Ausgangsbeschränkungen gelten mindestens bis 19. April

+++ Mittwoch, 1. April 2020 +++

Die wichtigsten Corona-News am Mittwoch

Berlin verdoppelt Intensivbetten bis Ende April
Berliner Messehalle wird zu Covid-19-Klinik
Bezirksbürgermeister steckt sich absichtlich an
Keine Details mehr zu Sterbefällen in Berlin
Polizei-Gewerkschaft fordert Schließung von Parks
Bergmann-Klinikum schließt für Neuaufnahmen

21.53 Uhr: Corona-Klinik-Projektleiter: Es gibt mehrere Engpässe

Beim Krankenhausprojekt auf dem Berliner Messegelände ist noch nicht jedes Problem gelöst. „Es gibt mehrere Engpässe, und die haben wir jetzt im Blick, und wir werden uns drum kümmern, dass wir einen Engpass nach dem anderen abbauen“, sagte Projektleiter Albrecht Broemme, der frühere Chef des Technischen Hilfswerks (THW), am Mittwochabend in der Fernsehsendung „rbb-Spezial“. Für das Reservekrankenhaus zur Versorgung von Coronavirus-Patienten für den Fall, dass andere Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen könnten, baut Berlin eine Halle auf dem Messegelände um.

Zu den Engpässen zählt aus Broemmes Sicht unter anderem das Pflegepersonal. „Wir brauchen die Leute ja noch nicht heute, aber wir fangen heute an mit dem Rekrutieren“, sagte er. „Wer sich also melden möchte und meint, er könne das tun, ist willkommen.“ Ein Problem sei natürlich, dass es in der Branche ohnehin einen Pflegenotstand gebe. Außerdem fehlt es Broemme zufolge auch an medizinischen Geräten. „Und wir brauchen die schnell“, sagte der Projektleiter. „Ich muss unheimlich viel Druck machen.“ Seine Hauptaufgabe sei zusammenzuführen, zu koordinieren und Druck zu machen, ohne Hektik zu verbreiten.

Sorgen um einen Mangel an Schutzmasken macht sich Broemme dagegen nicht: „Bis wir in Betrieb gehen, wird es in Deutschland Masken in Hülle und Fülle geben, die kommen ja flugzeugweise an“, sagte er. „Und mein großer Wunsch ist, dass die Masken dort eingesetzt werden, wo man sie auch braucht und nicht dort, wo man sie nur gerne hätte.“

Wie dringend das Reservekrankenhaus gebraucht wird, sobald es fertig ist, ist nach Broemmes Einschätzung offen: „Mein großer Wunsch ist, dass wir bald fertig werden, einen Termin nenne ich noch nicht“, so der Projektleiter. Seine allergrößte Freude wäre dann, dass kein Patient käme, weil die anderen Krankenhäuser es doch alleine schafften.

21.04 Uhr: Neue Corona-Zahlen: 2993 bestätigte Infektionen, 17 Tote

In Berlin gibt es derzeit 2993 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das sind 216 mehr als noch am Dienstag. 17 Personen sind an der Lungenkrankheit gestorben. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwochabend mit. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

1568 Personen sind männlich, 1415 weiblich. Bei zehn Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 479 Personen, davon werden 104 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

20 Uhr: Zahl der Intensivbetten in Berlin wird bis Ende April verdoppelt

In Berlin soll die Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsgeräten in allen Krankenhäusern bis Ende April nahezu verdoppelt werden. Dies kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwoch gegenüber der Berliner Morgenpost an. Derzeit gebe es an allen Berliner Krankenhäusern genau 1045 Betten, so die Gesundheitssenatorin. „Bis Ende April werden die Kliniken die Zahl der Intensivbetten auf 2267 erhöhen, davon 1857 Intensivbetten mit Beamtungsgeräten“, sagte Kalayci. „Das Ziel war die Verdoppelung, die Kliniken sind gut vorbereitet auf die Covid-19-Patienten.“ Das neue Krankenhaus auf dem Messegelände sei deshalb „ein Reservekrankenhaus“, so die Senatorin.

Bilder der Corona-Krise: Berlin steht still