147 306 Verkehrsunfälle wurden in Berlin im vergangenen Jahr von der Polizei registriert. Das war ein leichter Anstieg um zwei Prozent, wie aus der am Dienstagabend veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik 2019 der Polizei hervorgeht. Die Zahl der Unfälle war in den vergangenen Jahren parallel zur wachsenden Bevölkerungszahl der Hauptstadt gestiegen.
Positiv ist, dass im vergangenen Jahr weniger Menschen als im Vorjahr bei Unfällen verletzt wurden. Es gab 15 458 leicht verletzte Menschen (minus 172) und 2299 Schwerverletzte (minus 243). 40 Menschen starben. Das war im Verhältnis zur Einwohnerzahl der niedrigste Wert aller Bundesländer. Darunter stellten die Fußgänger die größte Gruppe (24). Dazu kamen sieben Autofahrer, sechs Radfahrer, zwei Motorradfahrer und ein weiterer Verkehrsteilnehmer.
Mehr als die Hälfte der Unfalltoten waren Rentner, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung deutlich niedriger ist. Die Zahl der Unfälle mit der Beteiligung von Senioren stieg seit 2014 von rund 14 700 auf 17 500. Die häufigste Unfallart war der Auffahrunfall, weil der Abstand nach vorne zu gering und die Reaktionszeit zu lang war.
Die häufigsten Gründe für Unfälle waren Fehler beim Abbiegen und Missachten der Vorfahrt. Mit einigem Abstand folgten eine zu hohe Geschwindigkeit, unaufmerksame Fußgänger und Alkoholeinfluss.
Bei den Radfahrern wurden 5469 Unfälle registriert (minus 3,13 Prozent). Bei 52 Prozent dieser Unfälle waren die Radfahrer die Hauptschuldigen. Oft fuhren sie dabei auf der falschen Straßenseite. Die häufigste Unfallursache von Autofahrern gegenüber Radfahrern war das falsche Abbiegen.
Die neuen E-Tretroller waren seit dem 15. Juni 2019 in 284 Verkehrsunfälle verwickelt, die der Polizei bekannt wurden. Dabei wurden 145 Menschen leicht und 32 schwer verletzt. Bei knapp 90 Prozent dieser Unfälle waren laut Polizei die Fahrer der E-Roller schuld.
Die Polizei erwischte 1 149 405 Fahrer, die zu schnell unterwegs waren. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2018 (829 049). Ein Grund war, dass in Berlin inzwischen mehr feste Blitzanlagen stehen als noch vor einigen Jahren. Die Polizei setzt auf mehr "Überwachungsdruck", dafür wurde "der Einsatz von Laser- und Radar-Technik noch einmal erhöht und der Bestand an Überwachungsanlagen weiter ausgebaut".
Wegen verbotener Autorennen wurden 362 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei beschlagnahmte 186 Autos und 197 Führerscheine.
Berliner Polizisten waren an 1235 Unfällen beteiligt. Bei weit mehr als der Hälfte dieser Unfälle (800) waren die Streifenwagenbesatzungen die Verursacher. Polizeifahrzeuge absolvierten allerdings auch rund 760 000 Einsätze, davon rund 160 000 mit Blaulicht und Sirene. Bei diesen Fahrten gab es 137 Unfälle. Die häufigsten Unfallursachen waren zu dichtes Auffahren auf das vordere Fahrzeug und fehlende Aufmerksamkeit beim Rückwärtsfahren.
Die Zahl der Menschen, die durch Unfälle mit Polizeiautos verletzt wurden, gab die Polizei nicht bekannt. In den ersten Monaten dieses Jahres starben zwei Fußgänger bei derartigen Unfällen.
Die Veröffentlichung der Unfallstatistik war bereits vor einer Woche angekündigt worden. Warum Polizei und die Senatsverwaltungen für Verkehr und Inneres nun länger brauchten, wurde nicht erläutert.
dpa


