Gesundheit

Neue Corona-Klinik braucht bis zu 800 Mitarbeiter

Die Planungen für das Behandlungszentrum Jafféstraße in den Messehallen schreiten voran. Einige Fragen sind aber weiter offen.

In der Messehalle 26 soll die Corona-Klinik entstehen.

In der Messehalle 26 soll die Corona-Klinik entstehen.

Foto: Joerg Krauthoefer

Berlin. Für das in einer Berliner Messehalle geplante Corona-Behandlungszentrum werden Hunderte Mitarbeiter benötigt. Er rechne damit, dass 600 bis 800 Kräfte mit verschiedenen Qualifikationen, darunter Ärzte und Pfleger, für den Schichtdienst erforderlich seien, sagte Projektleiter Albrecht Broemme am Freitag.

Das Personal könne aus anderen Krankenhäusern abgezogen werden. Denkbar sei auch, dass Beschäftigte aus Beleg- und Rehakliniken wegen der abgesagten nicht dringlichen Eingriffe verfügbar seien. Auch Studenten rief er auf, sich zu melden.

Kostenschätzung am Mittwoch im Abgeordnetenhaus

Obwohl bislang kein öffentlicher Aufruf gestartet worden ist, gebe es bereits zwischen 30 und 40 freiwillige Meldungen – etwa von Menschen, die wie er im Ruhestand seien, so Broemme weiter. „Generell spüre ich, dass es eine große Bereitschaft gibt zu helfen“, sagte Broemme, Berlins ehemaliger Feuerwehrchef und pensionierter Präsident des Technischen Hilfswerks (THW). Der Umbau einer Messehalle in das „Behandlungszentrums Jafféstraße“, so mittlerweile der offizielle Name, soll in der kommenden Woche beginnen.

Platz soll für bis zu 1000 schwer erkrankte Patienten sein, die dort intensivmedizinisch versorgt werden sollen. Das Zentrum ist als Überlauf gedacht, falls die übrigen Krankenhäuser ausgelastet sind. Wieviel Geld für den Bau, der durch Messebauer ausgeführt werden soll, in die Hand genommen werden muss, könne er noch nicht sagen, so Broemme. „An der Kostenschätzung arbeiten wir.“ Spätestens am Dienstag wolle man sie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) und dann am Mittwoch dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses vorlegen.

Ferner sei noch unklar, in welchem Maße benötigtes medizinisches Gerät wie Beatmungsmaschinen zur Verfügung stehen. „Zuerst müssen die vorhandenen Krankenhäuser aufgefüllt werden, weil die zuerst mit mehr Betten funktionieren müssen“, sagte Broemme. Bei Verbrauchsgütern wie Schutzmasken und Desinfektionsmittel zeigte sich der Projektleiter allerdings optimistisch. Er gehe davon aus, dass die Lieferketten aus China bald wieder funktionieren.

Auch wann das provisorische Krankenhaus genau in Betrieb gehen wird, ließ Broemme offen. „Termine nenne ich nicht – nur dass die Einweihung elf Uhr sein wird.“ Sich aber auf ein Datum festzulegen, sei „Kaffeesatzleserei“. Es solle möglichst schnell gehen. Fest stehe jedoch, dass er sich in ein paar Wochen wieder seiner Gartenarbeit widmen wolle, sagte Broemme, der erst im Dezember in den Ruhestand gegangen war.

Land Berlin will nicht Krankenhausträger sein

Die Bundeswehr sei bislang noch nicht tätig geworden, so der Ex-THW-Chef weiter. „Wenn wir merken, dass wir die Fähigkeit der Bundeswehr brauchen, wird es ein gezieltes Amtshilfeersuchen geben.“ Das sei bislang noch nicht erforderlich gewesen, denn bei der Planung sei die Armee bislang nicht benötigt worden. Ein Offizier habe lediglich beraten.

Eine weitere Herausforderung sei es, einen Träger für das Krankenhaus zu finden. Das Land Berlin übernehme diese Rolle nicht, erklärte der Ex-Feuerwehrchef der Hauptstadt. Die Suche solle in der kommenden Woche starten. „Das ist keine Dorfklinik und kein Kreiskrankenhaus, das ist mehr“, sagte Broemme. Entsprechend herausfordernd sei auch der Betrieb.

Ein gesteigertes Infektionsrisiko für die Mitarbeiter des Behandlungszentrums sieht Broemme nicht. Jedem müsse bewusst sein, wo er arbeite. Ein Feuerwehrmann gehe auch in ein brennendes Haus. Mit der entsprechenden Schutzausrüstung sowie unter Einhaltung der gebotenen Hygieneregeln erwarte er keine Probleme.

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