Corona-Krise

Coronavirus: Polizei schließt in Berlin 63 Bars und Kneipen

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Berlin einzudämmen, schloss die Polizei am Sonnabendabend 63 Lokale, vor allem im Zentrum.

Das Halford Rock-Café an der Mainzer Straße in Friedrichshain wurde wie viele weitere Bars in der Gegend am Sonnabendabend von Polizisten geschlossen.

Das Halford Rock-Café an der Mainzer Straße in Friedrichshain wurde wie viele weitere Bars in der Gegend am Sonnabendabend von Polizisten geschlossen.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Am Sonnabend mussten per Erlass des Berliner Senats alle Kneipen, Bars und Clubs der Hauptstadt schließen. Viele Betreiber erfuhren davon aus den Medien. Die Berliner Polizei überprüfte nach eigenen Angaben am Abend mehr als 200 Lokale und Feierlichkeiten, auch um den Erlass bekannt zu machen.

Man habe sich von innen nach außen gearbeitet, sagte eine Polizeisprecherin. „Insbesondere in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte haben wir entsprechende Lokalitäten aufgesucht, aber auch Fitnessstudios oder Hochzeitsfeiern.“ Zusätzlich zu den Beamten der jeweiligen Abschnitte sei man mit 100 Kräften im Einsatz gewesen.

Polizei schließt 63 Bars wegen Corona: Betreiber und Gäste haben Verständnis

Insgesamt hat die Polizei nach eigenen Angaben 63 Lokalitäten geschlossen. „Den Aufforderungen ist man ausnahmslos nachgekommen. Es herrschte größte Zustimmung und Verständnis“, so die Sprecherin weiter. Besondere Vorkommnisse habe es keine gegeben.

Die Verordnung wurde am Spätnachmittag veröffentlicht. Die Polizei war ab 20 Uhr bis 1.30 Uhr nachts im Einsatz. „Wir werden weiterhin darauf achten, dass die Verordnung eingehalten wird“, sagte die Sprecherin. Stelle man etwas fest, werde man auf den Betreiber zugehen.

Norbert Cioma, Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, zeigte Verständnis für den Einsatz. „Es wäre allerdings wichtig, dass der Berliner Senat Wege findet, um die Kommunikation an alle Bürgerinnen und Bürger lückenlos zu gewährleisten.“ Denn es könne nicht Aufgabe der Beamten sein, „jede einzelne Bar abzugrasen“. Cioma nannte die Maßnahmen sehr einschneidend, aber nötig.

Corona-Schließungen: Senat beschloss drastischen Schritt am Sonnabend

Ursprünglich sollten die Maßnahmen erst am Dienstag In Kraft treten. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, entschied der Berliner Senat am Sonnabend, dass noch am selben Tag alle Kneipen, Bars, Clubs, Sportstätten, Schwimmbäder, Theater, Kinos, Konzerthäuser, Museen, Spielhallen und Bordelle bis zum 19. April schließen müssen.

In der Folge glich das sonst vor allem am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden belebte Zentrum der Hauptstadt einer Geisterstadt. Auch das komplette RAW-Gelände und die Warschauer Brücke in Friedrichshain, die sonst Tausende Feiernde anziehen, blieben fast menschenleer.

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