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Panda-Zwillinge in Berlin: So geht’s Pit und Paule

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Die Bärenbrüder sind ein halbes Jahr alt und seit einem Monat im Innengehege zu sehen. Zu Ostern entdecken sie die Außenanlage.

Berlin.  Pit ist mal wieder am Schlafen. Gemütlich hängt er in einer Astgabel, als sich sich sein Bärenbruder Paule von hinten annähert und ihn so unsanft anstupst, dass der Baumstamm wackelt. „Hey spiel mit mir“ – soll das ruppige Wecken bedeuten. Pit, noch schlaftrunken, plumpst dabei von seiner Astgabel.

Pfleger Marcel Kröhl kann darüber nur lachen. „Die Pandas haben einen Rundum-Airbag“, sagt Kröhl. Mit ihrem dicken Fell könne ihnen gar nichts passieren. Paule hat sein Ziel erreicht: Pit will Vergeltung, beide beginnen zu balgen.

Ein halbes Jahr sind die Pandazwillinge im Zoo jetzt alt und seit einem Monat mit ihrer Mutter Meng Meng im Innengehege hinter Glas zu sehen. „Sie werden aktiver und spielen immer mehr“, sagt der Pfleger. Aus diesem Grund ist auch schon die nächste Etappe in Sicht: Wenn alles gut läuft, sollen die beiden Panda-Jungs zu Ostern auf die Außenanlage gelassen werden.

„Noch fehlt ihnen eine Impfung gegen Staupe“, sagt Zoosprecherin Philine Hachmeister. Und im Außenbereich müssten Bauarbeiten beendet werden, damit alles sicher ist, wenn die Jungtiere rauskämen. Aber man hoffe, die Arbeiten bis Ostern zu schaffen. Denn damit würden künftig die Besucherströme entzerrt werden. Wie nicht anders zu erwarten, war es kein normaler Februar für den Zoo.

„An einem Tag war die Schlange vor dem Gehege fast 100 Meter lang“, sagt Philine Hachmeister. 17.000 Besucher wurden an diesem Tag im Februar gezählt. „Das wäre auch in der Hauptsaison ein Rekord“, so die Sprecherin. Viele seien in den Winterferien angereist, um die Pandas zu sehen. Aus Russland, Skandinavien und den USA würden sich zum Beispiel Gruppen anmelden und Führungen zu den Pandas buchen.

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Pandas in Berlin: Die Jungtiere fangen an, am Bambus zu knabbern

Auch am Donnerstagmittag stehen die Besucher in mehreren Reihen vor dem Glasgehege. Die beiden Kleinen, die mit richtigen Namen Meng Xiang und Meng Yuan heißen, aber von den Pflegern ihre kurzen Spitznamen bekommen haben, bieten wieder einmal beste Unterhaltung. Während Panda-Mama Meng Meng eine Bambuspflanze nach der anderen knackt, raufen und necken sich die Bärenjungs, sie klettern auf den Stämmen herum und versuchen auch schon mal, an einem Bambuszweig zu knabbern.

„Noch sind sie Babys und trinken nur Milch“, erläutert Marcel Kröhl. Sie seien eben bei der Entwicklung auch nicht die schnellsten. Mit zehn Monaten etwa würden sie anfangen, Bambus zu fressen, aber dann zunächst nur die Blätter. Dennoch: 13 Kilogramm bringt jeder schon auf die Waage. Zu ihrer Geburt am 31. August 2019, waren es nicht einmal 200 Gramm. Ausgewachsen werden sie etwa 100 Kilogramm wiegen.

Mittlerweile können die Pfleger die beiden sehr genau unterscheiden. Nicht nur am Äußeren: Paule hat eine kürzere Schnauze als Pit. Aber die Jungtiere haben auch sehr verschiedene Charaktere. „Paule ist der aktivere, Pit ist eher ruhig, schläft viel und sucht gern die Nähe seiner Mama“, sagt der Pfleger. Meng Meng sei eine sehr gute Mutter. Sie sorge für Ordnung und gehe auch mal dazwischen, wenn die Pandazwillinge zu sehr raufen. Ist ein Bärenjunge hungrig, schnappt ihn sich Meng Meng und schleppt ihn in den Stall, damit er in Ruhe trinken kann.

Panda-Baby Pit bekommt sein Fläschchen
Panda-Baby Pit bekommt sein Fläschchen

Jeden Tag beim Panda-Talk um 11 und 16 Uhr können die Besucher alles über die Elterntiere Jiao Qing und Meng Meng sowie die beiden Jungtiere erfahren. Am Donnerstag wollte eine Frau wissen, wie lange der Nachwuchs bei der Mutter bleibt. Zwei bis drei Jahre werden es insgesamt sein, so Marcel Kröhl. Solange sind sie auch im Zoo zu sehen. Dann geht es zurück nach China.