Krankheiten

Interesse an Coronavirus-Tests in Berlin bleibt groß

Das Coronavirus hält Berlin weiter auf Trab. An der Charité-Teststelle ist der Andrang groß. Ein neuer Service für Hausbesuche soll Kliniken und Praxen entlasten.

ILLUSTRATION - Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals.

ILLUSTRATION - Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals.

Foto: dpa

Berlin. Die neu eingerichtete Coronavirus-Untersuchungsstelle an der Berliner Charité hat am ersten Tag rund 100 Abstriche von besorgten Bürgen für Tests auf den Erreger genommen. "Die interne Maßnahme hat die Notaufnahmen zwar entlastet, aber die Nachfrage war wie zu erwarten sehr hoch", sagte die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl, am Mittwoch. Am Mittwoch habe der Andrang zunächst nicht nachgelassen.

Zingl betonte, dass nur Patienten mit starken Erkältungssymptomen die Untersuchungsstelle direkt aufsuchen sollten. Ohne Symptome machten die SARS-CoV-2-Tests mit Abstrichen aus dem Nasen-Rachen-Raum keinen Sinn. Befürchten Betroffene eine Ansteckung mit dem neuen Coronavirus, sollten sie zunächst die Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit (030/90282828) oder ihren Hausarzt anrufen.

Auch die Feuerwehr appellierte erneut, für Nachfragen zum neuen Corona​virus nicht den Notruf 112 zu nutzen, sondern die Hotline. Bei der großen Mehrzahl der Infizierten sorgt das Virus nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen lediglich für leichte Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwere Verläufe sind bisher in der Regel nur bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem bekannt - darunter Älteren und chronisch Kranken.

Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes plant derzeit an seinen Standorten in Tempelhof und Prenzlauer Berg ebenfalls Anlaufstellen für Coranavirus-Tests. Wann die Stellen eröffnen können, war am Mittwoch jedoch noch unklar.

Um Kliniken und Praxen zu entlasten, starteten die Kassenärztliche Vereinigung und die Berliner Feuerwehr am Mittwoch einen Fahrdienst für immobile Patienten mit schweren Erkältungssymptomen. Bei ihm kämen die Ärzte nach Hause oder ins Pflegeheim und können bei Bedarf auch Tests auf das neue Coronavirus anbieten, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Mittwoch mit. Im Einsatz sind nun zwischen 7.00 und 22.00 Uhr vier Feuerwehr-Fahrzeuge mit medizinischem Personal, das auch über Schutzkleidung verfügt.

Weitere Erkrankungsfälle wurden in Berlin bis zum Mittwochmittag nicht bekannt. Am Dienstag waren für die Hauptstadt insgesamt sechs Infektionen bestätigt. Eine vorübergehend geschlossene Grundschule nahm den Betrieb am Mittwoch wieder auf. An der Emmanuel-Lasker-Oberschule findet weiterhin kein Unterricht statt. Hier war ein Lehrer nach einer Klassenfahrt nach Südtirol erkrankt.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde in Berlin der Gesundheitskongress "Armut und Gesundheit 2020" wegen strengerer behördlicher Auflagen für Großveranstaltungen abgesagt. Der Kongress sollte vom 8. bis 10. März stattfinden. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus trifft auch Hotels und Gastronomen in Berlin: Unter anderem durch die Absage der Reisemesse ITB entgehen vielen Unternehmen Einnahmen.

Der Branchen-Landesverband Dehoga Berlin fordert deshalb kurzfristige Hilfen vom Land. Vorstellbar wäre zum Beispiel die Einrichtung eines Krisenfonds aus Mitteln der Übernachtungssteuer City Tax, sagte Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder.