Prozess in Berlin

Goldmünzen-Prozess: Verurteilte haben Revision eingelegt

Der Prozess um die gestohlene Goldmünze geht in die nächste Runde. Nun muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen.

So konnte die Münze in Millionenwert aus dem Bode-Museum geklaut werden

Unbekannte haben die Münze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum geklaut. Die Täter sollen gegen 3.30 Uhr durch das Fenster auf der Rückseite eingestiegen sein. Dort grenzt das Haus an die Gleise der Stadtbahn.

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Berlin. Der Prozess um die gestohlene Goldmünze „Big Maple Leaf“ geht in die nächste Runde. Laut Lisa Jani, Sprecherin der Berliner Strafgerichte, haben die Anwälte aller drei Verurteilten Revision eingelegt. Damit gehe die Sache nun zum Bundesgerichtshof. Die Staatsanwaltschaft habe bislang von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht. Die Revisionsfrist läuft allerdings erst an diesem Donnerstag aus.

Während einer der vier Angeklagten am vergangenen Donnerstag freigesprochen wurde, sah es das Gericht bei den anderen als erwiesen an, dass sie im März 2017 am Diebstahl der Münze aus dem Berliner Bode-Museum beteiligt waren. Wissam und Ahmed R., die beide zu einer polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie aus Neukölln gehören, erhielten jeweils viereinhalb Jahre Jugendhaft. Dennis W., ein ehemaliger Wachmann des Museums, der als Tippgeber fungiert haben soll, bekam drei Jahre und vier Monate Jugendhaft. Die Verteidigung hatte in allen Fällen Freisprüche gefordert, die Staatsanwaltschaft höhere Haftstrafen.

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Es sei die „spektakulärste Straftat in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg“ gewesen, hatte Staatsanwalt Thomas Schulz-Spirohn bei seinem Plädoyer Ende Januar gesagt. Er forderte zwischen fünf und sieben Jahre Haft für alle vier Beschuldigten. Das Berliner Landgericht blieb in seinem Urteil jedoch hinter den Forderungen des Anklägers zurück. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft laut Landgericht bis Mittwochnachmittag keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt.

Prozess um Goldmünze: Bundesgerichtshof in Leipzig muss übernehmen

Nachdem das Verfahren nach 13 Monate und 41 Verhandlungstage in Berlin zu Ende ging, muss sich nun der Bundesgerichtshof in Leipzig damit befassen. Die Verteidiger der Angeklagten hatten vor dem Urteil Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie zwei der drei Männer waren, die in der Nacht zum 27. März 2017 in das Bode-Museum eindrangen und die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem Materialwert von fast vier Millionen Euro stahlen. Ahmeds 25 Jahre alter Bruder Weyci R. wurde freigesprochen, da seine Täterschaft nicht nachweisbar war. Bei dem 21 Jahre alten ehemalige Museumswächter Dennis W. soll ein Vermögen von 100.000 Euro eingezogen werden, bei Wissam und Ahmed R. eines von 3,3 Millionen. Das kann allerdings erst geschehen, wenn das Urteil rechtskräftig ist.

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