ARD-Krimi

Corinna Harfouch wird neue "Tatort"-Kommissarin in Berlin

Harfouch soll ab 2022 an der Seite von Mark Waschke spielen. Meret Becker wird den "Tatort" verlassen.

Corinna Harfouch.

Corinna Harfouch.

Foto: pa

Berlin. Da ist dem Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) mal wieder ein richtiger Coup gelungen. Corinna Harfouch wird neue Kommissarin im Berliner „Tatort“, wie der Sender am Mittwoch bekannt gab. Die Berliner Schauspielerin wird an die Stelle von Meret Becker treten, die, wie berichtet, die Krimireihe verlassen wird, weil sie sich neuen künstlerischen Aufgaben widmen will. Mark Waschke aber wird dem Berliner „Tatort“ treu bleiben. Harfouch und Waschke werden also gemeinsam ermitteln. Und das Beziehungsgefüge der Kommissare wird dabei noch einmal völlig aufgemischt.

Die Kommissare Karow (Waschke) und Rubin (Becker) haben sich ja in den ersten Folgen sehr zusammenraufen müssen und auch später immer wieder heftige Spannungen miteinander gehabt. Dem ist in den letzten Folgen eine fast spielerische Note hinzugekommen, die auch durchaus etwas Anbändelndes hatte. Mit Corinna Harfouch wird das wohl eher nicht passieren. Die 65-Jährige dürfte gegenüber dem 47-Jährigen eher eine mütterliche Position einnehmen. Und wie man sich vorstellen kann: eine mütterlich-strenge. Diese Rollentemperatur jedenfalls ist man von Harfouch gewohnt. Und das dürfte ein ganz reizvolles Konfliktpotenzial für das künftige Team bieten.

"Tatort" aus Berlin - Corinna Harfouch ist eine echte Berliner Größe

Die Personalie ist in jeder Hinsicht eine glückliche zu nennen: Corinna Harfouch ist eine der größten und auch mehrfach preisgekrönten Schauspielerinnen Deutschlands. Und eine echte Berliner Größe obendrein. Die große Mimin hat an allen wichtigen Bühnen des Landes gespielt, hat große Triumphe am Berliner Ensemble und später am Deutschen Theater (DT) gefeiert. Unvergessen etwa ihre Titelfigur in Frank Castorfs „Des Teufels General“ an der Volksbühne, ihr Ehekrieg mit Ulrich Matthes in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ am DT oder die deutsch-schwedische Koproduktion der Ingmar-Bergman-Adaption „Persona“.

Daneben ist Harfouch auch ein großer Kinostar mit Filmen wie „Solo für Klarinette“, „Der Untergang“, „Im Winter ein Jahr“ oder gleich mehreren Produktionen mit dem Regisseur Matthias Glasner. Zuletzt war sie in Jan-Ole Gersters „Lara“ zu sehen. Im Fernsehen dagegen ist die Harfouch eher selten und nur in sehr ausgewählten Produktionen zu erleben. Für Kriminalfilme gar ist sie ein ganz neues und noch unverbrauchtes Gesicht.

Sender überrascht über Zusage von Corinna Harfouch zum "Tatort"

„Es war unser Wunsch“, ließ RBB-Intendantin Patricia Schlesinger am Mittwoch verlauten. Aber es sei für den Sender „trotzdem eine Überraschung gewesen“, dass man auch die Zusage erhalten habe. „Sie beherrscht wie keine andere Schauspielerin ein Stilmittel, das in Deutschland im Film selten Anwendung findet: Understatement“, schwärmt die Sender-Chefin. Man werde nun in den nächsten Monaten ein Konzept für das neue Ermittler-Paar erarbeiten. „Wir sind gespannt“, so Schlesinger, „wie viel Geheimnis und Überraschungen die beiden in den Berliner ,Tatort’ einbringen werden.“ Auch Corinna Harfouch ist gespannt auf die neue Herausforderung und freut sich, „zusammen mit Mark Waschke in Berlin zu arbeiten“.

Der Fernsehzuschauer wird sich allerdings noch eine ganze Weile gedulden müssen, bis er die beiden erstmals zusammen sehen wird. Meret Becker und Mark Waschke ermitteln noch in vier Fällen zusammen. Ihre nächste Folge, „Das nächste Verbrechen“, wird am 15. März ausgestrahlt. Corinna Harfouch wird ihre Dienstmarke also erst in zwei Jahren das erste Mal zücken.