Trotz Protesten von Landwirten will Brandenburg seine Nitrat-Messungen weiter durchführen wie bisher. Die Verschärfung der umstrittenen neuen Düngeverordnung sei kein Grund, die Messstellen zu überprüfen, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums mit. Agrarumweltstaatssekretärin Silvia Bender sprach sich jedoch für bundesweit einheitliche Kriterien zur Messung aus.
Nitrat kann unter anderem durch landwirtschaftliche Düngemittel ins Grundwasser gelangen. Bei den Messstellen in Brandenburg werde differenziert, wer für zu hohe Nitratwerte verantwortlich sei, sagte die Sprecherin. Ist es die Landwirtschaft, werde ein sogenanntes rotes Gebiet ausgewiesen. Dann herrschen besonders strenge Düngeregeln.
"Um rote Messstellen wurden immer dann keine roten Gebiete ausgewiesen, wenn die Belastung nachweislich nicht auf die Landwirtschaft zurückgeht, sondern zum Beispiel auf Altlasten", sagte Bender.
Weil Nitratwerte im Grundwasser schon seit Jahren zu hoch sind, hat die EU-Kommission Deutschland beim Europäischen Gerichtshof verklagt und Recht bekommen. Auf Druck der EU verschärft die Bundesregierung nun das Düngerecht. Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht. In hoher Konzentration kann Nitrat schädlich für die Umwelt, Menschen und Tiere sein.
dpa


