Unfälle

Dieses Jahr schon zehn Tote im Berliner Straßenverkehr

Schon zehn Verkehrsteilnehmer starben in diesem Jahr in Berlin. Vereine rufen zur Mahnwache für getötete Fußgänger und Radfahrer auf.

In Berlin kamen 2020 bereits zehn Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben.

In Berlin kamen 2020 bereits zehn Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben.

Foto: Jörg Krauthöfer / Funke Foto Services

Berlin. Der erste Monat im neuen Jahr ist vorbei – und in Berlin sind bereits zehn Menschen im Straßenverkehr gestorben. „Es ist ein katastrophaler Anfang für das Verkehrsjahr 2020“, urteilen die Vereine ADFC Berlin, Changing Cities, Fuss e. V. und VCD Nordost in einer gemeinsamen Mitteilung. Im Schnitt, so die Vereine, würde alle drei Tage ein Verkehrsteilnehmer in Berlin sterben.

Zuletzt verstarb am Mittwoch ein 83 Jahre alte Mann in Folge eines Verkehrsunfalls. Der Senior war in Neukölln an der Reuterstraße an der Ecke zur Lenaustraße auf die Fahrbahn gelaufen und wurde dort von einem Auto angefahren. Nach Angaben der Polizei zog er sich bei Aufprall und Sturz schwere Verletzungen an Kopf und Beinen zu.

Senioren sterben am häufigsten durch Verkehrsunfälle

Ragnhild Sørensen von Changing Cities kommentiert: „Der Neuköllner Unfall zeigt erneut die Brutalität eines Verkehrssystems, dem immer wieder Menschen zum Opfer fallen – und diejenigen mit eingeschränkter Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit sind am stärksten betroffen.“ Im Vorjahr starben vierzehn Senioren über 70 auf Berlins Straßen. Sie seien laut Changing Cities demnach im Straßenverkehr die am stärksten gefährdete Gruppe.

In diesem Jahr starben bereits zwei Radfahrerinnen in Berlin nach Verkehrsunfällen. Am 8. Januar wurde eine Radfahrerin am Kottbusser Tor in Kreuzberg von einem Lastwagen erfasst. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Am 20. Januar geriet eine Radfahrerin in Treptow-Köpenick unter einen BVG-Bus und starb.

Vereine rufen zur Mahnwache auf

Die Vereine rufen für Sonnabend, 1. Februar, um 17:30 Uhr zu einer Mahnwache für die getöteten Verkehrsteilnehmer auf. Die Demonstration soll an der Lenaustraße Ecke Reuterstraße in Neukölln stattfinden. Außerdem fordern die Vereine umfassende Maßnahmen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern. Roland Stimpel von FUSS e.V. fordert: „An allen Kreuzungen muss die Sicht frei sein, auch wenn dafür Parkplätze entfallen.“ Außerdem müssten Zebrastreifen Standard an Kreuzungen werden.

Im vergangenen Jahr verstarben in Berlin 25 Fußgänger durch Verkehrsunfälle – so viele wie schon lange nicht mehr. 2018 kamen 19 Menschen, die zu Fuß unterwegs waren, ums Leben. 2017 wurden 13 Fußgänger getötet, 2016 waren es 21. Die Zahl der Radfahrer, die im Berliner Straßenverkehr starben, ging hingegen zurück. Kamen 2018 insgesamt elf Radfahrer bei Unfällen ums Leben, waren es im vergangenen Jahr sechs. Insgesamt kamen 40 Menschen 2019 in der Hauptstadt durch Unfälle ums Leben.