Zoo Berlin

So süß zeigen sich Pit und Paule den Zoo-Besuchern

Endlich können die Besucher den Panda-Nachwuchs im Berliner Zoo sehen. Die Bären-Brüder Pit und Paule zeigen sich sehr verspielt.

So süß spielen die beiden Pandas Pit und Paule
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  • Die Panda-Babys im Berliner Zoo sind seit Donnerstag für alle Besucher zu sehen. Am ersten Tag kamen 3000 Besucher, der große Ansturm blieb jedoch aus.
  • Gute Sicht auf die Pandas hat man nur von einem recht kleinen Bereich aus. Klopfen an den Scheiben und Fotografieren mit Blitzlicht sind nicht erlaubt.
  • Die Öffnungszeiten des Berliner Zoos: 9 bis 16.30 Uhr. Um Wartezeiten an den Kassen zu umgehen, empfiehlt der Zoo den Ticket-Kauf online (zoo-berlin.de/tickets) oder über die Ticket-Automaten der BVG.

Berlin. Der große Ansturm ist am Donnerstagmorgen ausgeblieben: Trotz Regenwetters sind zwar einige Besucher zu den Pandas im Berliner Zoo gekommen, lange Schlangen am Eingang oder am Gehege gab es aber keine. Tierfans hatten also viel Zeit, die flauschigen Bären zu fotografieren oder zu filmen. Die Zwillinge Meng Xiang und Meng Yuan selbst blieben vom Nieselwetter verschont: Sie bewohnen bisher nur die Innenanlage - eine Art Panda-Wohnzimmer hinter Glas. Für die Zoobesucher war es die erste Möglichkeit, dem Ende August geborenen Nachwuchs einen Besuch abzustatten.

Die Panda-Familie ist ab sofort täglich während der Öffnungszeiten zu sehen. Nur zum Wiegen, Messen und Trinken sind die kleinen Pandas gelegentlich hinter den Kulissen. Aber dann ist ja auch noch Panda-Vater Jiao Qing zu sehen, der mit der Aufzucht nichts zu tun und seinen eigenen Bereich hat. Für ihn hat sich seit die Zwillinge geboren wurden kaum einer interessiert, aber das wird sich wieder ändern. Voraussichtlich in zwei bis vier Jahren werden die Panda-Zwillinge – wie auch in der Natur – eigene Wege gehen und den Zoo Berlin verlassen.

Panda-Babys im Zoo Berlin: 3000 Besucher schauten sich den Nachwuchs an

3000 Besucher kamen am Donnerstag in den Zoo. „Davon war der Anteil der Jahreskarten-Gäste drei Mal so hoch wie an normalen Zootagen“, sagt Sprecherin Christiane Reiss. Der Zoo sei zufrieden mit dem ersten Tag und könne sich nun auf die nächsten Wochen vorbereiten.

Zu den ersten Besuchern gehörte Linda Navarro. Auch sie hatte mit mehr Besuchern gerechnet und war froh, dass es noch so entspannt war. „Ich staune ja, wie groß die beiden sind“, sagt die Charlottenburgerin, die eine Jahreskarte hat und regelmäßig in den Zoo kommt – „weil es eine so schön gepflegte Anlage ist“. Traurig findet die junge Frau aber, dass die Panda-Zwillinge Berlin wieder verlassen müssen. „Sie sollten hier bleiben“, meint Linda Navarro. Tatsächlich werden Pit und Paule nur zwei bis vier Jahre im Zoo zu sehen sein und dann entweder zurück in die Panda-Aufzuchtstation nach China gehen oder in einem anderen Zoo für Nachwuchs sorgen.

Besucher des Berliner Zoos werden von Pandas Pit und Paule bestens unterhalten

„Ich finde es okay, dass sie wieder zurückgehen“, entgegnet Angelika Heinich. Für die weitere Zucht der Großen Pandas sei das besser, so die Weddingerin. Eigentlich ist die Seniorin gekommen, um Meng Meng endlich wieder zu sehen. Denn die Panda-Mama hatte sich seit der Geburt der Zwillinge am 31. August mit dem Nachwuchs in den Ställen hinter den Kulissen aufgehalten. „Ich habe verfolgt, wie Meng Meng trächtig wurde und die ganze Zeit mitgezittert, dass es mit einem Panda-Babys klappt“, sagt Angelika Heinich. Zu schön sei es, dass es jetzt gleich zwei sind.

Die Zoo-Besucher vor dem Gehege fühlen sich bestens von Pit und Paule unterhalten. In der ersten Spielstunde geben die Bärenbrüder alles. Wie zwei kleine Strolche hecken sie ein Abenteuer nach dem anderen aus. Da taucht auf einmal eine schwarze Nase in einem Spalt auf, dann sind wieder nur die Ohren zu sehen. Immer wieder purzeln sie von Ästen und Felsen – nie tief und immer weich in Rindenmulch hinein. Aber kaum gefallen, sind sie schon wieder oben. Sie lassen sich nicht entmutigen.

Mutter Meng Meng zeigt ihre Dominanz

Nach 40 Minuten beendet Meng Meng das Spiel. Sie packt den Nachwuchs entschlossen im Nacken und schleppt ihn in eine Mulde, die von Felsen umgeben ist. „Damit zeigt die Mutter ihre Dominanz“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Es sei das Bedürfnis, die Kinder wieder kurz um sich zu haben.

Das ist der Moment, an dem Klaus Quiller zu den anderen Tieren im Zoo geht, um später noch einmal zu den Pandas zurückzukommen. Der 55-Jährige aus Hamburg ist zufällig in Berlin zu Besuch und hatte von den Bärenbrüdern gehört. Quiller wollte sofort die Chance am Morgen nutzen, sie zu sehen, „denn zum Glück ist es noch nicht so voll“. Das werde sich in den Schulferien nächste Woche sicherlich ändern. Was er an den Pandas so faszinierend findet: „Die schwarzen Augen, das weiße Fell und ihre Tapsigkeit, die so unbeholfen wirken lässt.“ Einfach zuckersüß.

Pit und Paule untersuchen ihr neues Gehege im Zoo

Bereits am Mittwoch hatten die beiden Pandy-Babys ihr neues Zuhause untersucht. Es war kein triumphaler Einzug: Auf dem Arm von zwei Tierpflegern wurden die fünf Monate alten Panda-Zwillinge in das Gehege getragen, das bislang Panda-Mama Meng Meng allein gehörte. Ab sofort muss sie es mit ihrem Nachwuchs, den Bärenbrüdern Meng Xiang und Meng Yuan – genannt Pit und Paule – teilen. Denn endlich ist es so weit: Der Nachwuchs kann die Kinderstube hinter den Kulissen verlassen und im im gläsernen Showroom auf Ausflugstour gehen. Niedlichkeitsfaktor garantiert.

„Wir wollen die kleinen Pandas nicht länger dem Publikum vorenthalten“, sagte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem am Mittwoch bei der ersten Vorab-Präsentation der Tiere. Mit Besucherschlangen werde künftig am Panda-Gehege gerechnet. „Aber das hat der Zoo schon bei Knut ganz gut gepackt“, sagte Knieriem. Er appellierte nur an die Besucher, sich nicht zu laut zu verhalten und nicht an die Glasscheiben zu klopfen. Im Nieselwetter Pandabären beobachten? Das war am Donnerstag wohl nicht für alle Berliner verlockend: Schlangen am Eingang oder vor dem Gehege gab es zunächst keine.

Panda-Babys im Zoo Berlin: noch sehr unbeholfen, aber gerade deshalb besonders amüsant

Wie tiefenentspannt Pandas sind, bewiesen die Jungtiere, nachdem sie von den Pflegern auf der Holzbank abgesetzt wurden. In Zeitlupentempo drehten sie ihre Köpfe und blickten sich um. Angst, dass Pit und Paule aus dem Bild laufen könnten, mussten die Fotografen nicht haben. Schließlich tapste der eine langsam los, ließ sich von der Bank gleiten, verschwand darunter und kroch wieder hervor. Der andere machte sich Richtung Kletterfelsen auf.

Das war der Moment, an dem das Schauspiel der Bärenkinder begann: kraxeln, plumpsen, aufrappeln, kopfüber stecken bleiben, am Ast baumeln, abrutschen, sich balgen. Alles noch sehr unbeholfen, aber gerade deshalb besonders amüsant. Mutter Meng Meng hielt sich anfangs im Hintergrund und ließ die beiden den Panda-Spielplatz erkunden. Doch nach einer knappen Stunde „sammelte“ sie ihren Nachwuchs ein und zog sich mit den beiden in einer Kuhle zurück, damit sie eine Pause machen konnten. Der eine schlief sofort ein. Mittagsruhe.

Pit und Paule sind die ersten Pandas, die in Deutschland geboren wurden

Pit und Paule sind die ersten Großen Pandas überhaupt, die in Deutschland geboren wurden. Am 31. August 2019 kamen sie auf die Welt, nicht einmal 200 Gramm schwer. Weil Pandas immer nur ein Jungtier in der Natur großziehen – die Energie aus der Bambusnahrung reicht nicht für zwei – wurden die Babys abwechselnd der Mutter zum Stillen gegeben.

Das andere war in der Zeit im Brutkasten, den die Charité zur Verfügung gestellt hatte. Die große Frage war, wie Meng Meng sich verhält, wenn sie merkte, dass sie eigentlich zwei Kinder hat. Aber auch das lief wie bei Pandas – entspannt. Es habe keinen Moment der Verwirrung gegeben, sagt Knieriem. Sie hätte beide problemlos akzeptiert.

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Die Panda-Babys Pit und Paule verschlafen noch etwa die Hälfte des Tages

Jetzt wiegen die Panda-Brüder mehr als zehn Kilogramm. Noch trinken sie täglich Milch. „Sie haben auch gelernt, aus der Flasche zu trinken und sie selbst zu halten“, sagt der Zoo-Direktor. Im Sommer beginnen sie, Bambus zu essen. Etwa die Hälfte des Tages verschlafen sie noch, aber die Spielzeit nimmt immer mehr zu. Dabei zeigen sie auch schon ihre unterschiedlichen Charaktere: Pit (Meng Xiang) ist gemütlich, verträumt und bei seinen Erkundungstouren noch zurückhaltend. Paule (Meng Yuan) ist wesentlich aktiver. Ihm ist kein Felsen zu hoch, jedes Astloch interessiert ihn. Paule ist einfach ein Entdecker. Um sie zu unterscheiden, gibt es nur ein einziges Merkmal: Pit hat eine etwas längere Schnauze als Paule.

Für den ersten Ausflug der Panda-Jungtiere wurde die große Kletterlandschaft aus Holz auf drei kleine Kletterstationen zurückgebaut. Auch das Wasserbecken ist leer und geschlossen, damit keiner hineinfällt. In den nächsten vier bis acht Wochen wird das die kleine Welt der Panda-Zwillinge sein. In dieser Zeit wird die Außenanlage vorbereitet. Im Frühjahr, wenn beide sicher klettern können, dürfen die kleinen Bärenjungs auch ins Freie.

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