Keine neue Kandidatur

Georg Pazderski zieht sich von Berliner AfD-Vorsitz zurück

Georg Pazderski (AfD) teilte in einer persönlichen Erklärung mit, er wolle nicht mehr für den Chefposten kandidieren.

5 Fakten zur AfD

Die rechtspopulistische Partei AfD führt die Opposition im Bundestag an. Der Verfassungsschutz führt Teile der Partei als „Verdachtsfälle“. Die wichtigsten Hintergrundfakten zur AfD hier im Video.

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Berlin. Die Berliner AfD braucht einen neuen Vorsitzenden. Beim Landesparteitag, der am 25. und 26. Januar 2020 stattfinden soll, wird Georg Pazderski nicht wieder für den Chefposten kandidieren. Das teilte der frühere Bundeswehr-Offizier den Parteimitgliedern in einer persönlichen Erklärung mit. Wo sich die AfD versammeln wird, steht noch nicht fest. Die Betreiber des für diese Veranstaltung vertraglich an die AfD gebundenen Ballhauses Pankow hatten der Partei aus Angst vor linken Gegendemonstranten abgesagt.

Nach sechs Jahren als Landeschef sehe er, dass er sich nicht länger mit vollem Einsatz auf beide Aufgaben als Landes- und Fraktionschef konzentrieren könne, sagte Pazderski. Auch seine Familie habe sich beklagt, von ihm die vergangenen sechs Jahre nur wenig gehabt zu haben. Er folge jetzt dem Motto „Ganz oder gar nicht“. Er wolle aber Chef der AfD-Parlamentarier im Abgeordnetenhaus bleiben, sagte der 68-Jährige. 2021 werde er sich wieder um ein Mandat bewerben.

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Ob er aber für das Berliner Landesparlament oder für den Bundestag antreten werde, habe er noch nicht entschieden. Eine Präferenz ließ Pazderski aber für die Bundesebene erkennen: Er wolle wieder mehr Außen- und Sicherheitspolitik machen, sagte er.

Georg Pazderski musste mit Gegenkandidaten rechnen

Pazderski musste für den Landesparteitag mit Gegenkandidaturen rechnen. So wird gemutmaßt, der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio könnte nach dem Vorsitz greifen. Noch hat aber kein AfD-Politiker offiziell sein Interesse an dem Posten erklärt.

Pazderski selbst nannte als mögliche Nachfolger die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch und den Berliner Parlamentarier Karsten Woldeit. Auch den Spandauer AfD-Stadtrat Andreas Otti bezeichnete Pazderski als „sehr guten Mann“. Es werde noch Gespräche über ein Personaltableau für die neue Parteispitze geben.

Pazderski erwartet für die neue AfD-Führung jede Menge Arbeit, die – anders als in der „Aufbauphase“ der Partei – lieber auf mehrere starke Schultern verteilt werden sollte. 2021 stünden mit den Wahlen zum Abgeordnetenhaus, zu den Bezirksverordnetenversammlungen und zum Bundestag gleich drei Wahlkämpfe bevor, die es vorzubereiten gelte. Auch der weitere Aufbau der Partei dürfte die neue Führung fordern. Die Mitgliederzahl in Berlin stagniert seit einiger Zeit und liegt derzeit bei 1566.