Natur

Buchsbaumzünsler profitiert vom milden Winter in Berlin

Der Buchsbaumzünsler befällt Buchsbäume in ganz Berlin. Heiße Sommer und milde Winter tragen zur Verbreitung des Schädlings bei.

Raupen des Buchsbaumzünslers.

Raupen des Buchsbaumzünslers.

Foto: dpa

Berlin. Gemütliches Überwintern für den Buchsbaumzünsler: Bei anhaltend milden Temperaturen dürfte Berlins Buchsbäumen ein harter Frühling bevorstehen. Ohne lang anhaltenden Frost können die Larven des Schädlings auf den Pflanzen überleben, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf Anfrage. Mindestens minus zehn Grad und lang anhaltender Frost ohne Schnee seien nötig, damit der Buchsbaumzünsler erfriert. "Wenn der Winter mild bleibt, sehe ich für die Buchsbäume ein weiteres Jahr der erheblichen Gefahr."

Die pflanzenfressende Raupe, die 2014 erstmals in Berlin entdeckt worden war, werde mittlerweile in nahezu jedem Bezirk gefunden, hieß es - in Privatgärten wie in öffentlichen Parks und Gärten.

Für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten stellt der Buchsbaumzünsler ein weiterhin "großes Problem" dar: Nach Angaben der Stiftung starben in Brandenburgs historischen Parkanlagen 70 bis 80 Prozent der Buchspflanzen ab. In Berlin seien beispielsweise die Buchsbäume im Schlossgarten Schönhausen seit 2018 befallen.

Buchsbaumzünsler breitet sich aus - Winter in Berlin nicht mehr kalt genug

Schon der vergangene Winter in Berlin sei nicht kalt genug gewesen, erklärte Ehlert. Die Bedingungen seien zwar lokal sehr unterschiedlich: "Es hängt auch von der Luftfeuchtigkeit ab, Trockenheit macht den Larven mehr aus. Wenn es hingegen eine wärmende Humusschicht gibt, reichen minus zehn Grad nicht aus." Dass mildere Winter die Ausbreitung des aus Asien eingeschleppten Schädlings begünstigen, stehe aber fest.

In außergewöhnlich heißen Sommern wüchsen den Buchsbäumen außerdem längere Triebe, wo die Raupen leichter eindringen - ebenfalls ein Faktor, der die Buchsbäume schwäche, so Ehlert. Generell sorgten die globalisierten Handels- und Reiserouten immer wieder für neue Schädlinge: "Pro Jahr haben wir etwa acht neue Arten, die in Berlin auftauchen", sagt Ehlert. "Die wären früher gar nicht von A nach B gekommen."

Für Buchsbäume gibt es Schutzmaßnahmen: Die Umweltverwaltung rät betroffenen Gartenbesitzern auf ihrer Homepage unter anderem, Buchsbäume regelmäßig zu kontrollieren, um einen etwaigen Befall frühzeitig zu erkennen und die überwinternden Jungraupen durch einen frühzeitigen Schnitt bis spätestens Ende Mai zu entfernen.