Wirtschaftsförderung

Berlin bekommt neues Mode-Zentrum in Oberschöneweide

Mode ist in Berlin ein Wirtschaftsfaktor. Das Haus des Lehrers am Alexanderplatz soll zum Showroom für regionale Modelabels werden.

Models werden in Berlin für die Fashion Week geschminkt (Archivbild).

Models werden in Berlin für die Fashion Week geschminkt (Archivbild).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin möchte die Sichtbarkeit, Vermarktung und die Produktionsbedingungen für lokale Mode-Labels verbessen. Das soll in einem neuen Gründer- und Technologiezentrum, einem sogenannten Mode-Hub, geschehen.

Als Standort ist Oberschöneweide vorgesehen, denn die dortige Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) bildet Modedesigner, Materialwissenschaftler, IT-Spezialisten und Betriebswirte aus, die in einem solchen Zentrum zusammen wirken sollen. Die Idee ist, Berlin als Standort für Mode zu etablieren, die „smart and sustainable“, also klug und nachhaltig produziert wird. Es geht aber auch um gemeinsamen Einkauf und Vermarktung für die meist kleinen Berliner Designunternehmen.

Als permanentes Schaufenster für die regionale Textilwirtschaft soll noch ein prominenter Ort in der Mitte der Stadt hinzu kommen. Ins Auge gefasst sind dafür nach Informationen der Morgenpost Flächen im Haus des Lehrers am Alexanderplatz, das der landeseignen Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gehört. Das Gebäude ist derzeit noch weitgehend an andere Unternehmen vermietet.

Oberschöneweide ist als Hauptstandort geplant

Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft sagte, an der genauen Ausgestaltung und Konzeption des Hubs werde derzeit gearbeitet. Klar ist aber, dass es dafür Geld gibt. Die Wirtschaftsverwaltung von Senatorin Ramona Pop (Grüne) hat im neuen Doppelhaushalt 2020/2021 die Mittel vorgesehen.

In diesem Jahr stehen dafür 200.000 Euro bereit, 2021 sind sogar 400.000 Euro eingeplant. Die Förderung solle vor allem innovativen und nachhaltigen Modeproduktionen in der Stadt ein Gesicht geben, heißt es aus dem Hause Pop. Dort ist eine Stelle für das Mode-Hub ausgeschrieben. Gesucht wird eine Person, die das Konzept weiter konkretisiert und einen Betreiber finden soll.

Mitinitiatorin des Vorhabens ist die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Nicole Ludwig. Am Montag will die Politikerin beim Neujahrsempfang des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie das Vorhaben erstmals öffentlich präsentieren. Bei einem Runden Tisch vor Weihnachten hatten sich Interessierte auf gemeinsame Vorstellungen verständigt.

Erste Schritte sind längst erfolgt. So hat das Regionalmanagement Oberschöneweide, ein Tochterunternehmen des Adlershofer Technologiepark-Betreibers Wista, eine Studie darüber erstellen lassen, wie ein Mode-Hub in der Nachbarschaft der HTW umzusetzen sei. Geleistet haben diese Arbeit im vergangenen Jahr die Professorinnen Elisabeth Eppinger, Fachfrau für nachhaltige Mode, und Monika Fuchs, die sich unter anderem mit Textilien im Alltag befasst.