Consumer Electronics Show

Automobilentwickler aus Berlin zeigt Zukunftstechnologien

Unternehmen aus Berlin zeigen auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas Neuheiten. Im Fokus steht die Mobilität.

Mithilfe der Technik des Berliner Entwicklungsdienstleisters IAV sollen Fahrer künftig einfacher den richtigen Weg finden können. Auf der CES in Las Vegas sucht die Firma auch nach neuen Kunden.

Mithilfe der Technik des Berliner Entwicklungsdienstleisters IAV sollen Fahrer künftig einfacher den richtigen Weg finden können. Auf der CES in Las Vegas sucht die Firma auch nach neuen Kunden.

Foto: IAV GmbH

Berlin. Automatisiert, vernetzt und intelligent ist die Technik, die ab diesem Dienstag bei der Consumer Electronics Show im US-Spielerparadies Las Vegas präsentiert wird. Der Automobilentwickler IAV aus Berlin zeigt auf der CES, die als eine der weltweit wichtigsten Messen für Unterhaltungselek­tronik gilt, gleich vier Neuheiten, die künftig die Mobilität mitbestimmen könnten. „Unsere Leistungen für komfortable Mobilität umfassen smarte Navigation, Sprachsteuerung, Klimatisierung sowie ein vernetztes Cargobike und machen deutlich, dass IAV die Entwicklung der zukünftigen Mobilität in all ihren Facetten vorantreibt“, sagte Carsten Rinka, bei IAV verantwortlich für den weltweiten Vertrieb, vor dem Start der Messe.

Neben IAV sind aus Berlin nach Angaben von Berlin Partner elf weitere Firmen vertreten. Die Standortmarketingagentur hat den Gemeinschaftsstand, mit dem Berliner Partner gemeinsam mit Brandenburg auf der Messe für die Region wirbt, organisiert. „Mit mehr als 4500 Ausstellern und 175.000 Besuchern aus 160 Ländern ist die CES das erste Branchenhighlight des Jahres. Mit den Ausstellern und ihren spannenden Projekten können wir hier die Hauptstadtregion als das präsentieren, was sie ist: der wichtigste Innovationsstandort in Deutschland“, sagte Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner am Montag der Berliner Morgenpost.

In diesem Jahr stehen bei der CES unter anderem vernetzte Geräte der Unterhaltungselektronik und selbstfahrende Autos im Mittelpunkt. Auch das Trendthema „Künstliche Intelligenz“ spielt bei zahlreichen Ausstellern eine zentrale Rolle. Auf großes Interesse dürfte auch ein Auftritt von Ivanka Trump stoßen. Die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump will in ihrer Funktion als „Beraterin des Weißen Hauses“ am Dienstag auf der Messe über die Zukunft der Arbeit sprechen. Die Fachbesucher-Show setzt traditionell den Jahresauftakt für die Tech-Industrie.

Neuartige Navigation hilft Fahrern durch den Verkehr

Entwicklungszulieferer IAV zeigt in Las Vegas unter anderem das neuartige Navigationskonzept „Smart Guide“. Die Suche nach der richtigen Route durch unbekanntes Gebiet werde danke der Technik zum Kinderspiel, verspricht der Hersteller. Die Routenführung werde durch „Smart Guide“ auf die Frontscheibe projiziert. Für den Fahrer erscheinen die Richtungsangaben dank Augmented Reality direkt auf der Fahrbahn. Die häufig ungenauen Sprachansagen herkömmlicher Navigationsgeräte würden dadurch überflüssig, so IAV.

Auch besonders komplexe Kreuzungen, Kreisverkehre oder mehrspurige Strecken sollen mit der Entwicklung einfach überwunden werden. Der Fahrer brauche nur den entsprechenden Markierungen zu folgen und kommt so sicher und rechtzeitig ans Ziel. „Das reduziert Stress, vermeidet abrupte Spurwechsel und trägt damit auch zur Unfallvermeidung bei“, schreibt IAV in einer Mitteilung.

Wie künftig Autos von reinen Fortbewegungsmitteln zu eher freundschaftlichen Tippgebern werden können, zeigt eine weitere Entwicklung des Berliner Unternehmens. Mithilfe des Sprachassistenten „Smart Speech“ von IAV lasse sich etwa das Navigations- aber auch das Entertainment-System bedienen. Darüber hinaus könne die Technik verschiedenen Personen auch individuelle Interessen und Vorlieben zuordnen. Befehle unbekannter Personen wiederum könnten komplett unterbunden werden. Das soll auch den Diebstahl von Fahrzeugen künftig erschweren. Geht es nach den IAV-Ingenieuren wird das Auto in naher Zukunft auch zum Einkaufs-Begleiter. Denn das System kann, so IAV, auch Produktangebote von Shoppingportalen erkennen, vorschlagen und auf Wunsch direkt eine Bestellung auslösen.

Firma zeigt, wie Kameradaten anonymisiert werden können

Auch bei anderen Berliner CES-Ausstellern steht die Mobilität im Mittelpunkt. Das Start-up Peregrine etwa verwendet Videoanalysen, um den Verkehr intelligenter, sicherer und gesünder zu machen. Dafür werden unter anderem bestehende Wahrnehmungssysteme in Autos verwendet und mithilfe eigener Technologie analysiert. Fahrer könnten so künftig auch vor Gefahrensituationen gewarnt werden.

Die zunehmende Videotechnik in Fahrzeugen, aber auch im öffentlichen Raum birgt aber auch Gefahren. Das Berliner Unternehmen Brighter AI hat daraus ein Geschäft gemacht. Auf der CES zeigt die Firma ein System, bei dem personenbezogene Merkmale wie Gesichter zwar anonymisiert werden, die Kameradaten allerdings erhalten bleiben. Datenpunkte wie Alter, Geschlecht, Emotionen und Kleidungsstil können daher ausgewertet werden, ohne die Identität eines Kunden zu offenbaren.