Strukturreform

Polizei startet neue Abteilung für Einsätze in Brennpunkten

Mehr Polizisten auf dem Alexanderplatz, im Görlitzer Park, am Kottbusser Tor, an der Warschauer Brücke und in Neukölln.

Polizeibeamte kontrollieren im Görlitzer Park einen mutmaßlichen Drogendealer. Die neue Abteilung soll in Brennpunkten aktiv werden. (Archivbild)

Polizeibeamte kontrollieren im Görlitzer Park einen mutmaßlichen Drogendealer. Die neue Abteilung soll in Brennpunkten aktiv werden. (Archivbild)

Foto: Paul Zinken / dpa

Seit Anfang des Jahres ist eine neue Polizeieinheit, die Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) an sieben Tagen in der Woche an wesentlichen Brennpunkten und an touristisch hoch frequentierten Bereichen in der Stadt unterwegs. Dazu gehören der Bereich Alexanderplatz, der Görlitzer Park und das Kottbusser Tor. Ebenfalls deutlich stärker im Fokus der Polizei werden die Warschauer Brücke und Nord-Neukölln liegen. In diesen Bereichen sollen ab sofort zusätzlich 65 Polizisten als Angehörige der neuen Einheit eingesetzt werden. Bis Ende April wird die Einheit auf 125 Polizisten ausgebaut, heißt es bei der Polizei und der Senatsinnenverwaltung.

Mehr Präsenz und Kriminalitätsbekämpfung

Mit der Strukturreform der Polizei Berlin erfolgte unter anderem ein Neuzuschnitt der örtlichen Direktionen 1 bis 6. Damit sollen die wesentlichen Brennpunkte und die Bereiche, die von vielen Touristen besucht werden, künftig noch intensiver in den polizeilichen Fokus genommen werden. Diese Ausrichtung ermögliche es, sichtbare Präsenz und Kriminalitätsbekämpfung dort zu konzentrieren, wo ein gesteigerter Bedarf bestehe, heißt es. Ein entscheidender Baustein der Polizeireform ist der Aufbau der BPE.

Uniformierte Polizisten die sich im Kiez auskennen

„Es geht darum, tatsächlich effizient und sichtbar umzusetzen, was seit Jahren gefordert wird: mehr Blau auf der Straße und das insbesondere dort, wo wir eine besondere Kriminalitätsbelastung feststellen“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. „Wir setzen deshalb auf uniformierte Polizistinnen und Polizisten, die sich mit der Zeit im Kiez auskennen und dort auch bekannt sind.“

Mit dem Einsatz der BPE in Gebieten mit besonderer polizeilicher Relevanz wird nach Angaben der Polizeipräsidentin auch die sichtbare Präsenz im innerstädtischen Bereich erhöht. Dadurch werden auch Ressourcen der Bereitschaftspolizei frei, die dann gezielt und lageorientiert für alle anderen Schwerpunkte in der gesamten Stadt zur Verfügung stehen.

„Eine moderne Hauptstadt-Polizei, die für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger da ist, muss gut organisiert auftreten. Die Polizeireform schafft dafür die besten Voraussetzungen“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD). „Ein wichtiger Pfeiler ist die neue Brennpunkteinheit. Sie wird sichtbar für die Bürgerinnen und Bürger an den Hotspots der Kriminalität präsent sein und für mehr Sicherheit sorgen.“

Lehren aus dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz gezogen

Wie die Innenverwaltung am Montag mitteilte, wird die Abteilung 8 „Islamistischer Extremismus und Terrorismus“ ihre Arbeit am Dienstag im Landeskriminalamt aufnehmen. Das LKA 8 ist eine zweite Staatsschutzabteilung, die sich auf Islamistischen Extremismus und Terrorismus fokussiert. Sie wird aus dem bisherigen Dezernat LKA 54 „Politisch motivierte Ausländerkriminalität (Islamismus)“ gebildet und besteht künftig aus drei Dezernaten. Zeitgleich wird bei der Amtsleitung des LKA Berlin eine Staatsschutzkoordination eingerichtet. „Mit der Gründung des LKA 8 und der Einrichtung des Anti-Terrorzentrums in der Ringbahnstraße haben wir die Lehren aus dem schrecklichen Anschlag auf dem Breitscheidplatz gezogen und den richtigen Weg eingeschlagen“, sagte Geisel.