Verlängerung der U-Bahn

U7 bis Heerstraße: Machbarkeitsstudie für Spandau geplant

Es soll geprüft werden, ob eine U7-Verlängerung vom Rathaus Spandau zur Heerstraße Sinn macht. Auch eine Tramlinie ist möglich.

Eine Machbarkeitsstudie soll untersuchen, ob eine Verlängerung der U7 ab Rathaus Spandau zur Heerstraße Sinn macht.

Eine Machbarkeitsstudie soll untersuchen, ob eine Verlängerung der U7 ab Rathaus Spandau zur Heerstraße Sinn macht.

Foto: pa

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther will untersuchen lassen, ob eine Verlängerung der U-Bahnlinie 7 vom Rathaus Spandau zur Heerstraße Sinn ergibt. Dazu werde ihr Haus in Kürze eine sogenannte Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Spandau: Auch eine Tramlinie könnte in Frage kommen

Darin werde es ergebnisoffen unter anderem um die technische Machbarkeit und erste Einschätzungen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis und damit um die Frage gehen, wie viele Menschen von einer solchen neuen Anbindung profitieren würden. Alternativ könnte demnach auch eine Tramlinie in Frage kommen, wobei in Spandau derzeit gar keine Straßenbahn fährt.

CDU und FDP haben die Ankündigung zur Machbarkeitsstudie begrüßt. Gleichzeitig mahnten beide Oppositionsarbeiten am Freitag zügige Entscheidungen an. „Die angekündigte Machbarkeitsstudie darf nicht zum weiteren Bremsklotz werden“, erklärte der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici. „Die U-Bahn ist im Vergleich zur Tram das leistungsfähigere und schnellere Verkehrsmittel und beansprucht weit weniger Verkehrsfläche.“

Auch der FDP-Politiker Henner Schmidt nannte eine U7-Verlängerung in Spandau sinnvoll. Günther hatte zuvor gesagt, ihr Haus wolle die Machbarkeitsstudie in Kürze in Auftrag geben.

Im Koalitionsvertrag haben SPD, Linke und Grüne dem Ausbau der Straßenbahn Priorität eingeräumt - nicht zuletzt, weil das billiger ist und schneller geht. Allerdings wurden auch Machbarkeitsstudien für U-Bahn-Verlängerungen in Auftrag gegeben: Zur Verlängerung der U7 von Rudow in Richtung Flughafen BER, zur Verlängerung der U8 von Wittenau ins Märkische Viertel und zur Anbindung der geplanten Urban Tech Republic auf dem Gelände des dann geschlossenen Flughafens Tegel an die U6.

Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel laut BVG machbar

Alle drei Studien sollen laut Verkehrsverwaltung 2020 bewertet und vorgestellt werden. Während die BVG zu dem Schluss kam, dass die U8-Verlängerung machbar und sinnvoll sei, sind Ergebnisse der anderen beiden Untersuchungen noch nicht bekannt. Zuletzt forderte die SPD, den U-Bahn-Ausbau mit mehr Nachdruck zu verfolgen.

„Aus meiner Sicht gehören auch U-Bahnen zu einer wachsenden Stadt und Metropole dazu“, sagte Günther. „Deshalb finde ich es richtig, dass wir uns Gedanken machen, wie diese ausgebaut werden können – und ob das notwendig ist.“

U-Bahn-Bauten seien sehr „investitionsintensiv“ und dauerten schon wegen des umfangreichen Planungsbedarfs, aber auch im Bau sehr lange, so Günther. Daher müsse genau begründet werden, warum eine U-Bahn gebraucht werde und keine Tram. „Ich plädiere für eine nüchterne Betrachtung: Wie viele Leute sollen mit dem Verkehrsmittel fahren – und werden es so viele sein, dass eine U-Bahn eine angemessene Antwort darauf wäre oder eine Tram oder ein Bus“, sagte Günther. „Ich bin für eine offene Betrachtung der Verkehrsträger im ÖPNV-Kontext.“

Martin Hikel fordert Verlängerung der U7 ab Rudow

Der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Martin Hikel, plädiert für eine Verlängerung der U7 ab Rudow. „In Rudow sprechen wir über eine Verlängerung der U7. Buckow wächst mit seinem Brandenburger Nachbarn Großziethen zusammen. Wenn sie über die Stadtgrenzen laufen, sehen sie keinen Unterschied. Die Bebauung ist genauso dicht“, sagte Hikel der Berliner Morgenpost.

Lesen Sie auch: Martin Hikel - Darum sollte Berlin mit Brandenburg fusionieren

Jeden Morgen sei die Verkehrsader Buckower Damm verstopft. Deswegen müsse laut Hikel auch der Nahverkehr nach Brandenburg wachsen. „Die BVG sollte ihre Busse auch durch Brandenburg fahren lassen. Das tun sie momentan aber noch nicht. Darauf warten aber ziemlich viele Leute“, erklärt Hikel.

Auch interessant:

CDU-Fraktion fordert Express-U-Bahnen - das sagt die BVG

Express-U-Bahnen - Die CDU ist auf der falschen Spur