Klimaschutz

German Zero will Deutschland bis 2035 klimaneutral machen

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Isabell Jürgens
Die Initiative German Zero setzt sich für ein klimaneutrales Deutschland bis spätestens 2035 ein. Von links: Angelika Zahmt, Hannah Lübbert, Klaudia Kelleh und Heinrich Strößenreuther.

Die Initiative German Zero setzt sich für ein klimaneutrales Deutschland bis spätestens 2035 ein. Von links: Angelika Zahmt, Hannah Lübbert, Klaudia Kelleh und Heinrich Strößenreuther.

Foto: Isabell Jürgens

Heinrich Strößenreuther, Chef-Lobbyist für den Fahrradverkehr in der Hauptstadt, meldet sich mit „German Zero“ zurück.

Berlin.  Den Berlinern ist Heinrich Strößenreuther vor allem als Initiator des Volksentscheids Fahrrad bekannt, der maßgeblich dafür sorgte, dass das Berliner Abgeordnetenhaus im Juni 2018 das erste Mobilitätsgesetz Deutschlands mit einer starken Betonung des Fahrradverkehrs beschlossen hat. Nun meldet sich Strößenreuther auf der politischen Bühne zurück – mit einer Kampagne die noch deutlich umfassendere Ziele hat. Mit dem gemeinnützigen Verein „German Zero“, will Strößenreuther dafür sorgen, dass Deutschland bis zum Jahr 2035 klimaneutral wird. Am Dienstag stellte Strößenreuther das Projekt in Berlin vor.

„Die Klimakrise wartet nicht auf uns“, sagte Strößenreuther. Es sei zwar begrüßenswert, dass sich Union, SPD und Grüne auf Bundesebene auf höhere CO2-Preise verständigt hätten. „Doch das ist lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, so der 51-Jährige weiter. Weil die Bundesregierung, die eigentlich bereits 2015 ein umfangreiches Gutachten für den Klimaschutz in Auftrag hätte geben müssen, dieses nicht getan habe, habe sich die Initiative gegründet. „Wir haben die einen 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland erarbeitet, denn Klimaneutralität bis 2035 ist notwendig und machbar“, so Strößenreuther.

Pool von 150 aktiven Unterstützern

Den Klimaplan, so der Aktivist weiter, sei im intensiven Austausch mit Politik- und Umweltexperten entstanden. Er beantworte zwar nicht alle Fragen, sei aber der bislang umfassendste Maßnahmenkatalog zur Rettung des Klimas in Deutschland, betonte der frühere Bahn-Manager und Greenpeace-Campaigner. Aufgelistet sind in dem knapp 70-seitigen Papier zahlreiche Vorschläge, wie die Bereiche Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft grundsätzlich klimagerechter werden sollen. Zudem soll Klimaschutz im Grundgesetz verankert werden und ein Gesetzestext vorgelegt werden, „der nicht mehr und nicht weniger leistet, als die deutschen Ziele des Abkommens von Paris einzuhalten und umzusetzen“.

In den kommenden Monaten will German Zero für diese Ziele mit einer breit angelegten Kampagne die Unterstützung in der Bevölkerung suchen. Strößenreuther ist sich sicher, dass das gelingt: Seit German Zero Mitte des Jahres die Arbeit aufgenommen hat, habe sich um das bisher fünfköpfige Team der hauptamtlichen Geschäftsstelle ein aktiver Pool von 150 aktiven Unterstützern gebildet, An nur einem Abend sei es gelungen, rund 500.000 Euro einzuwerben, die die Arbeit in diesem Jahr absichern. Im kommenden Jahr sollen mindestens sechs Millionen Euro eingeworben werden. Die Gesamtkosten der Kampagne bis einschließlich 2022 belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro, so Strößenreuther.