Berlin-Service

Informationsstelen bieten bessere Orientierung für Touristen

Knapp 220 Stelen sollen in Berlin installiert werden. Sie bieten Informationen zur Geschichte, zu ÖPNV-Anschlüssen und Taxiständen.

Am Breitscheidplatz steht bereits eine Informationsstele. In den nächsten Jahren werden knapp 220 Informationsstelen in ganz Berlin stehen.

Am Breitscheidplatz steht bereits eine Informationsstele. In den nächsten Jahren werden knapp 220 Informationsstelen in ganz Berlin stehen.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Sie bieten Informationen zu bedeutenden Kirchen, Plätzen und Sehenswürdigkeiten, eine Übersichtskarte, aber auch Service-Hinweise wie ÖPNV-Anschlüsse, Taxistände oder die nächstgelegene Toilette beziehungsweise Polizeistation. Acht der so genannten Informationsstelen gibt es derzeit in Berlin – unter anderem auf dem Alexanderplatz, vor dem Schloss Charlottenburg, am Breitscheidplatz oder in der Köpenicker Altstadt. Nach Angaben der Senatsumweltverwaltung werden in den kommenden Jahren bis zu 210 Informationsstelen hinzukommen. Das geht aus einer Anfrage des Abgeordneten Florian Swyter (FDP) hervor.

Auch für Menschen mit Sehbehinderung geeignet

Vorrangig sollen die Stelen an tourismusrelevanten Standorten stehen. Wo eine Stele installiert wird, wurde anhand von Besucherströmen geschätzt – je mehr Besucher, desto wichtiger der Standort. Das wird in der Regel in der Nähe von S- oder U-Bahnhöfen sein, also dort, wo Touristen ihren fußläufigen Weg Richtung Sehenswürdigkeit starten. Die meisten Bahnhöfe haben aber nicht nur einen Ausgang, weshalb dort mehrere Stelen zu finden sein werden – der Bahnhof ist dann der Quellort und die Ausgänge die Startpunkte.


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Informationsstelen sind barrierefrei und für Menschen mit Sehbehinderung

„Um dem Informationsbedarf der Touristen besser zu entsprechen, wird eine zusätzliche Standortvariante für die Infostelen unabhängig vom ÖPNV entwickelt – die Zielort-Stele“, sagt ein Sprecher der Senatsumweltverwaltung. Die digitalen Stelen bieten ein touristisches Informationsangebot, das durch ein Display mit Touchscreen abgerufen werden kann. Neben der Umgebungskarte gibt es Informationen zu verschiedenen standortspezifischen Themen, die für Nutzer von Interesse sind und über Buttons wie zum Beispiel „meistbesucht“ oder „unvermutet“ abrufbar sind. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen ist seitlich ein Audiomodul integriert, mit dem alle Inhalte des Displays als Audioinformation abrufbar sind.

Das Projekt wird um die 17 Millionen Euro kosten

Die Grün Berlin GmbH war mit der Installation der ersten Stelen beauftragt, Mitte 2020 wird das Projekt evaluiert. Dann soll entschieden werden, ob sie sich bezüglich Informationsangebot, Design und Nutzbarkeit bewährt haben. Die Informationen für die bereits installierten Stelen kamen vom Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V. in Zusammenarbeit mit „Visit Berlin“ und den jeweiligen Bezirken.

17 Millionen Euro stehen für die Umsetzung zur Verfügung. Die Informationsstelen werden zu 90 Prozent durch Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und zu rund 10 Prozent durch Landesmittel finanziert. Die GRW-Mittel stellen die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und der Bund zur Verfügung, den Eigenmittelanteil die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.