Leinenpflicht

Hundebesitzer werden diese Woche stärker kontrolliert

Berlins Ordnungsämter überprüfen bei einem Schwerpunkteinsatz diese Woche die Einhaltung der Leinenpflicht und andere Regeln für Hunde.

Vorbildlich: Dieser Hund ist angeleint und scheint auch zu gehorchen.

Vorbildlich: Dieser Hund ist angeleint und scheint auch zu gehorchen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Robert Guenther

Berlin. Mit einer großangelegten Schwerpunktaktion wollen die Berliner Ordnungsämter in dieser Woche gezielt gegen Hundehalter vorgehen. Von Montag bis Sonntag soll unter anderem kontrolliert werden, ob die Besitzer die Leinenpflicht bei ihren Haustieren einhalten. Die Ordnungshüter wollen zudem prüfen, ob bei den Tieren die Hundesteuerplakette sowie der nötige Chip vorliegt, teilte das Bezirksamt Mitte mit, das die Aktion für alle Bezirke koordiniert.

Auch auf Spielplätzen wollen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs sein, um das dortige Hundeverbot zu überwachen. Ziel der Aktionen sei es, Hundebesitzer für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu sensibilisieren. „Gerade in einer Großstadt wie Berlin kann ein gedeihliches und friedfertiges Miteinander nur dann gelingen, wenn sich alle an die gesellschaftlichen und rechtlichen Normen halten und diese respektieren“, teilte das Bezirksamt Mitte mit.

Hunde in Berlin - In Berlin gilt eine allgemeine Leinenpflicht

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in ganz Berlin die allgemeine Leinenpflicht für Hunde in der Öffentlichkeit. Die meisten Vierbeiner sind davon allerdings ausgenommen, wenn sie bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes im Juli 2016 gehalten wurden. Sie gelten dann als sogenannte „Bestandshunde“. Schätzungen zufolge sollen etwa 80 Prozent der rund 108.700 angemeldeten Hunde in Berlin in diese Kategorie fallen.

Wer seinem Hund freien Auslauf gönnen möchte, kann einen sogenannten Hundeführerschein beantragen. Mit diesem darf der Vierbeiner auf unbelebten Straßen, Plätzen oder Brachflächen frei laufen. Seit Jahresbeginn haben die Berliner Behörden 145 Hundeführerscheine ausgestellt. Die Bezirke erheben für die Ausstellung ganz unterschiedlich hohe Gebühren. Während die meisten Bezirke in der Regel 41 Euro für die Bearbeitung verlangen, können Hundebesitzer den Schein etwa in Reinickendorf schon ab einem Entgelt von 20,50 Euro erhalten.

In Parks müssen alle Hunde immer angeleint sein. Auf Spielplätzen hingegen ist es grundsätzlich verboten, die Vierbeiner mitzunehmen. Erwischt das Ordnungsamt einen Besitzer, der seinen Hund trotz Leinenzwangs frei umherlaufen lässt, wird für die Herrchen und Frauchen seit 1. Januar ein Bußgeld von 150 Euro fällig. Insgesamt verhängten die Bezirke in der ersten Jahreshälfte 690 Bußgelder gegen Hundebesitzer, wie aus der Antwort auf eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Taschner (Grüne) hervorgeht. Ein Großteil davon wegen Verstoßes gegen die Leinenpflicht.

Manche Bezirke verhängen gar keine Bußgelder für Hundehalter

In manchen Bezirken fielen die Kontrollen demnach jedoch ganz aus. In Spandau überprüften Ordnungsamtsmitarbeiter Hundebesitzer in den ersten sechs Monaten gar nicht. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gab an, dass keine Verstöße bekannt geworden seien – was nicht für allzu intensive Kontrollen spricht. Die meisten Fälle fehlender Leinen stellten die Ordnungshüter in den Bezirken Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf mit 149 beziehungsweise 121 Verstößen fest.

Im Bezirk Mitte, der die Schwerpunktaktion koordiniert, verhängte das Ordnungsamt bis Mitte September 44 Bußgelder gegen Hundebesitzer, die die Leinenpflicht bei ihren vierbeinigen Haustieren nicht einhielten. Wie Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) auf Anfrage der CDU mitteilte, gab es in Berlins zentralstem Bezirk zuletzt 3316 Hunde von denen 579 verpflichtend eine Leine tragen müssen. Bei der am Montag startenden Kontrolle werden über die Woche verteilt bis Sonntag mindestens 20 Beschäftigte des Allgemeinen Ordnungsdienstes Mitte im Einsatz sein, teilte das Bezirksamt mit. Dies entspräche etwa 50 Prozent aller Außendienstkräfte des Bezirks.

Schärfere Kontrollen von Hundehaltern im Frühjahr "großer Erfolg"

Die gemeinsame Schwerpunktaktion der Berliner Bezirke ist nicht die erste ihrer Art. Im Mai 2019 kontrollierten die Ordnungsämter berlinweit ordnungswidriges Verhalten von Radfahrern. Koordiniert wurde die Maßnahme damals von Treptow-Köpenick. Die Aktion im Frühjahr sei „ein großer Erfolg“ gewesen, wie die Bezirke im Nachhinein konstatierten. Auch deshalb kommt es nun zur Fortsetzung. Die Ordnungsämter wollten durch die gemeinsame Aktion ihr Profil in der Öffentlichkeit schärfen und für ihre Aufgaben werben, wie der Bezirk Mitte mitteilte.

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