Bauarbeiten

Zu viele Unfälle: Straße in Neukölln wird abgesenkt

Immer wieder bleiben Lkw unter Neuköllner Brücke stecken. Nun soll die Straße darunter abgesenkt werden.

Die Niemetzstraße unter der S-Bahn-Brücke wird abgesenkt.

Die Niemetzstraße unter der S-Bahn-Brücke wird abgesenkt.

Foto: Nina Kugler

Berlin. Neukölln hat eine Problembrücke: Über die Niemetzstraße in Rixdorf führt die S-Bahn-Trasse. Alle paar Minuten fährt hier unter anderem die Ringbahn entlang, um Fahrgäste zwischen den Haltestellen Neukölln und Sonnenallee zu befördern. Doch wie so oft liegt das Problem tiefer: Denn die Brücke ist lediglich 3,80 Meter hoch – und damit zu niedrig für manch einen Lkw oder Bus. Die Folge: Immer wieder bleiben die unter der Brücke stecken.

Im Sommer beispielsweise versuchte ein Fahrer eines mit Wasserstoff beladenen Gefahrguttransports, unter der Brücke an der Niemetzstraße hindurchzufahren. Der Lkw war allerdings höher als die Brücke. Prompt rissen Teile des Anhängers ab, der beschädigte Rest des Transporters blieb unter der S-Bahn-Trasse stecken. Erst die Feuerwehr konnte den Lkw befreien und die Ladung sichern.

Brücken in Berlin haben keine genormte Höhe

In der Vergangenheit gab es gleich mehrere Unfälle dieser Art: Meist waren es Lkw, die sich unter der Brücke verhakten – obwohl mit Hinweisschildern auf die Durchfahrtshöhe von 3,80 Metern beidseitig hingewiesen wird. Das Problem: In Berlin haben Brücken keine genormte Höhe. Die Deutsche Bahn, die für die Problem-Eisenbahnbrücke von Rixdorf verantwortlich ist, hat jedenfalls genug. Und plant die Straße, die unter der Brücke durchführt, abzusenken. Das teilte Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit. Bereits seit dem Jahr 2015 plane die Bahn die Straße unter der Brücke abzusenken.

Die Bauarbeiten sollen nun voraussichtlich im Februar 2022 beginnen. Dann soll die Niematzstraße 70 Zentimeter abgesenkt werden. Da auf der Brücke Gleise verlaufen, kann sie nicht einfach angehoben werden. Die Straßenabsenkung dürfte daher deutlich kostengünstiger ausfallen als der Neubau einer höheren Bahnbrücke. Im Zuge der Umbaumaßnahmen, so Hikel weiter, solle auch die Straßenbreite vergrößert werden – von aktuell etwa 14 Meter auf etwa 23 Meter. Dafür sollen breitere Gehwege sowie Fahrradwege gebaut werden. Das Land Berlin und die Bahn werden sich die Kosten für den Umbau teilen. Über die Höhe der Kosten wurde indes noch nichts bekannt gegeben.

1,3 Milliarden Euro für Sanierung von maroden Brücken

In Berlin wird aktuell an vielen Brücken gebaut. Die Senatsverkehrsverwaltung erklärte 2017, dass sich nur 230 oder gut ein Viertel der rund 830 Brücken, die vom Land unterhalten wurden, in einem sehr guten oder guten Zustand befänden. Von 553 Brücken wird der Zustand als befriedigend oder ausreichend eingestuft. 42 Brücken sind demnach in einem nicht ausreichenden oder einem ungenügenden Zustand. Zur Sanierung stehen etwa 1,3 Milliarden Euro bereit. Ähnlich sieht es bei den 252 Überführungen in Berlin aus, die sich im Bundeseigentum befinden. Nur jede fünfte bekam demnach die Note gut oder sehr gut.