Die Berliner Amtsanwaltschaft bearbeitet die Verbrechen, die die meisten Berliner betreffen: darunter Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung. In Berlin ist das der Großteil der Verfahren. Doch nun schlagen die Amtsanwälte Alarm. Pro Akte hätten sie nur noch drei bis vier Minuten Zeit, sagen Vertreter des Deutschen Amtsanwaltsverein (DAAV) im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Das habe fatale Auswirkungen auf den Umgang mit der Alltagskriminalität.

Bei den Berliner Amtsanwälten gibt es einen Spruch: Einstellen oder anklagen. Für Nachermittlungen fehle oft die Zeit. „Jede Akte, die wir noch mal für Nachermittlungen zurückschicken, ist für uns ein Minusgeschäft“, sagt Oberamtsanwalt Stephan Szammetat. Er ist der Vorsitzende des DAAV. Jeder Amtsanwalt müsse pro Monat mindestens 250 Neuzugänge an Akten abarbeiten. Hinzukommen Sitzungsdienste, Nachermittlungen und Verfahren gegen Unbekannt. Rechnerisch habe man pro Akte drei bis vier Minuten, um zu entscheiden, was man mache. Für den Bürger hat das dramatische Folgen.