Unfälle in Berlin

Mit 2,8 Promille auf dem E-Scooter: Bilanz nach drei Monaten

Seit drei Monaten sind E-Scooter in Berlin zugelassen. Seitdem gab es 74 Unfälle mit 16 Schwerverletzten. Eine Bilanz.

E-Scooter-Kontrollen in Berlin

Gehwege und Fußgängerzonen sind für E-Scooter tabu. Ansonsten droht ein Verwarngeld von 15 Euro.

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Berlin. Die Berliner Polizei zieht nach drei Monaten E-Scooter eine ernüchternde Zwischenbilanz. Die polizeilich registrierten Vorfälle und Verstöße zeigten, dass Nutzern der Elektrogefährte geltende Verkehrsregeln und Vorschriften häufig nicht bekannt seien, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Viele Nutzer würden das Fahren mit dem E-Scooter unterschätzen. Ein deutlicher Beweis sei die Unfallstatistik. Demnach gab es bis zum 16. September in Berlin 74 Verkehrsunfälle mit 16 Schwer- und 43 Leichtverletzten. In 65 von 74 Fällen hätten die E-Scooter-Fahrenden die Unfälle selbst verursacht. 27 Verkehrsunfälle waren Alleinunfälle. In 19 Fällen werde wegen Verkehrsunfallflucht beteiligter E-Scooter ermittelt.

E-Scooter in Berlin: Unfälle meist durch Unachtsamkeit verursacht

Hauptunfallursachen seien überwiegend Unachtsamkeit beim Fahren, unzulässige Gehwegbenutzung oder Trunkenheit im Straßenverkehr bei der Benutzung von E-Scootern. Bisher seien 87 Strafermittlungsverfahren gegen E-Scooter-Fahrer eingeleitet worden, allein in 65 Fällen wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. Der festgestellte Rekordwert lag bei 2,78 Promille. Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden seien E-Scooter-Nutzer überdurchschnittlich oft alkoholisiert unterwegs.

Darüber hinaus wurden 20 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz zur Anzeige gebracht. 233 Verkehrsordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit E-Scootern seien polizeilich geahndet worden. Hierzu zählten unter anderem das unzulässige Befahren von Gehwegen, das Fahren mit mehreren Personen oder die Mobiltelefonbenutzung während der Fahrt.

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