Zoo Berlin

So liebevoll kümmert sich Meng Meng um ihre Panda-Babys

Kuscheln, essen und schlafen: So sieht der Tagesablauf der Panda-Zwillinge aus. Der Nachwuchs hat auch schon zugenommen.

Zoo Berlin: Meng Meng säugt ihr Baby

Panda Meng Meng hat im Zoo Berlin Zwillinge bekommen. Und so geht es den Kleinen gerade.

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Berlin. Kuschelzeit bei Meng Meng und ihren Panda-Babys: Der bisherige Tagesablauf der Zwillinge ist gerade noch eher eintönig. Neben trinken und schlafen, steht hauptsächlich kuscheln auf dem Programm. In einem Video ist zu sehen, wie Meng Meng das noch fast nackte Jungtier im Arm hält. Behutsam stützt sie mit ihrer Tatze den Nachwuchs. Das Panda-Baby kuschelt sich ins Fell der Mutter.

Und zur Milchbar ist es auch nicht. „Auch, wenn ich in meiner Tätigkeit als Tierarzt schon viele Tiergeburten und -Aufzuchten miterleben durfte, fasziniert mich die Mutter-Kind-Beziehung bei Bären immer wieder aufs Neue“, berichtet Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. „Die wuchtigsten Großbären werden bei ihrem Nachwuchs zu liebevollen, einfühlsamen Müttern. Das zeigt unsere Meng Meng derzeit in Perfektion.“

Pandababys haben schon zugenommen - Zoo-Mitarbeiter helfen Meng Meng

Die Pandababys verloren die ersten zwei Tage nach der Geburt etwas an Gewicht. Doch nun nehmen die Zwillinge wieder zu. Besonders das erstgeborene, größere Jungtier zeigt großen Appetit und wird von Meng Meng an allen vier Zitzen angelegt. Die beiden Jungtiere wechseln sich mit dem Trinken bei der Panda-Mama ab. Da sich Pandas in der Natur nur um ein Jungtier kümmern können, weil die Energie aus dem Bambus nicht für mehrere Babys reicht, müssen die Mitarbeiter im Zoo und die chinesischen Expertinnen bei der Aufzucht mithelfen.

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Der Nachwuchs kommt abwechselnd zu Meng Meng. Während das eine Jungtier bei der Panda-Mama trinkt, wird das andere im Inkubator versorgt, in dem eine Temperatur von 37 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent herrschen. Meng Meng bemerke den Austausch zwar, werde aber tatsächlich immer routinierter, so die Zoosprecherin. „Die chinesischen Kollegen unterhalten sich richtig mit Meng Meng, sodass der Babytausch wunderbar klappt“, sagt Christine Reiss.

Kleineres Pandababy trinkt alle zwei Stunden aus kleiner Trinkflasche

Besonders der kleinere der Zwillinge wird zusätzlich zu Meng Mengs Milchbar regelmäßig im Inkubator mit abgepumpter Milch versorgt. Die chinesische Tierpflegerin bietet dem Baby-Panda die kleine Trinkflasche an. Er rollt daraufhin die Zunge zusammen und öffnet die noch zahnlose Schnauze. Der kleine Panda trinkt ungefähr alle zwei Stunden vier bis sechs Milliliter Milch. Sein Gewicht war von 136 Gramm auf 109 Gramm gefallen - mittlerweile bringt er wieder 130 Gramm auf die Waage.

„Ich möchte mich herzlich bei den Kollegen von der Charité für die Inkubatoren bedanken, so können wir Meng Meng in der Anfangszeit unterstützen und unseren Zwillingen einen guten Start in ihr Panda-Leben ermöglichen“, verkündet Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem.

Besucher können derzeit Panda-Papa nur Jiao Qing sehen

Und was macht Panda-Vater Jiao Qing? Er durchstreift im Zoo sein Gehege auf der Suche nach frischem Bambus. Seinen Nachwuchs sucht er nicht. Da hat er seine Aufgabe erfüllt, mit der Aufzucht hat er nichts zu tun. Niemand wundert sich am Dienstag, dass das Panda-Weibchen Meng Meng nicht zu sehen ist. Auch ohne ein Informationsschild am Gehege wissen die Besucher Bescheid, sogar diejenigen, die nicht in Berlin wohnen.

„Schön, dass es geklappt hat, und dann gleich zwei Panda-Babys“, sagen Hella und Johannes Frebe aus dem Weserbergland. Die Rentner sind fünf Tage in Berlin, „auf den Spuren von früher“. Und dazu gehört auch der Zoo. Sie hatten selbst immer Tiere, erzählen sie. Hunde, Katzen, jetzt Schildkröten. Deshalb besuchen sie gern Zoos in anderen Städten, wie zum Beispiel auch in Leipzig oder Hannover. „Hoffentlich geht alles gut“ – das ist noch ihr großer Wunsch für den Berliner Zoo. Beide erinnern sich gut an die Eisbären im Tierpark. Zweimal sind die Jungtiere kurz nach der Geburt gestorben, erst die kleine Hertha hat es im dritten Anlauf geschafft.

Nur noch 1864 Pandas im natürlichen Lebensraum

Vor dem Pandagehege ist auch Angelika Pfuhl mit einer Bekannten unterwegs. „Es ist schon erstaunlich, dass es so schnell gegangen ist“, sagt die Zehlendorferin. In den Zoo sei sie aber an diesem Tag nicht wegen der Babys gekommen. „Wir wissen, dass sie noch nicht zu sehen sind“, sagt sie. Der Ausflug wäre lange geplant gewesen. Aber natürlich sei es ein tolles Ereignis. Allerdings auch ein sehr teures, denn der Zoo zahle ja viel Geld für die beiden Großen Pandas.

Tatsächlich muss der Zoo für die Tiere eine jährliche Leihgebühr von einer Millionen US-Dollar an China zahlen. Dazu kommen die Kosten für den Bambus – und davon frisst jeder täglich bis zu 30 Kilogramm. Die neugeborenen Zwillinge gehören automatisch China, sie bleiben höchstens vier Jahre in Berlin und werden dann in der Aufzucht- und Forschungsstation in Chengdu für Nachwuchs sorgen. Die dortige Arbeit der Wissenschaftler wird vom Zoo mit der Leihgebühr für die Pandas gefördert.

Der Zoo will aber nicht nur einen Beitrag zum Artenschutzprogramm leisten. Insgesamt 1864 ausgewachsene Pandas gibt es noch weltweit im natürlichen Lebensraum. Aus diesem Grund wird der Große Panda auf der Roten Liste für bedrohte Arten als gefährdet eingestuft. Letztlich sind die Tiere aber auch eine Attraktion und ein Aushängeschild für den Zoo. Nicht nur Eisbär Knut, auch die Pandas haben für mehr Publikum gesorgt. Kamen im Jahr 2016 noch 3,2 Millionen Gäste in den Zoo, waren es im Jahr 2018 – ein Jahr nach der Ankunft der Pandas – bereits mehr als 3,5 Millionen. Mit Sicherheit werden die Besucher wieder Schlange stehen, wenn die beiden kleinen Pandas im Herbst auf der Anlage zu sehen sein werden.

Erste Namensvorschläge kursieren schon

Den Namen will der Zoo gemeinsam mit den Experten aus China aussuchen. Doch die ersten Namensvorschläge kursieren bereits. Von „Wölkchen und Sonnenschein“ hat Angelika Pfuhl schon gehört. Ja, diesen Vorschlag fände sie gut, sagt sie. Das habe so etwas „naturbelassenes“. Und schließlich sei der Panda das Symbol für den Artenschutz. Sobald die beiden Jungtiere zu sehen sein werden, wolle sie wiederkommen. Sie hoffe nur, dass es dann nicht so einen Hype wie bei Eisbär Knut geben werde. Das sei ihr zuviel gewesen und sie habe gewartet, bis er etwas größer war. Bei den kleinen Pandas wolle sie sofort dabei sein.