Zoo Berlin

Berlin freut sich über die Panda-Zwillinge

Erster Panda-Nachwuchs in Deutschland: Meng Meng hat am Sonnabend Zwillinge zur Welt gebracht. Die Geschlechter sind aber noch unklar.

In Berlin könnte der erste Pandabär in Deutschland geboren werden - laut Zoo ist Panda-Weibchen Meng Meng trächtig im fortgeschrittenen Stadium.

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Berlin. Am Ende ging alles schneller als erwartet. Erst vor einer Woche waren endlich die ersten Herztöne auf dem Ultraschallbild zu sehen gewesen – fünf Tage später sind die beiden Panda-Babys schon im Zoo auf der Welt. Bereits am Sonnabend setzten bei Panda-Dame Meng Meng die Wehen ein. Noch am frühen Abend des 31. August war es soweit: Das erste Jungtier wurde 18.54 Uhr geboren, 186 Gramm schwer, das zweite um 19.42 Uhr mit 136 Gramm. Damit ist der Nachwuchs nach Einschätzung des Zoodirektors ziemlich „proper“. Pandas wiegen zwischen 80 und 200 Gramm bei der Geburt – die beiden sind also eher am oberen Rand der Skala. Sie kamen nach einer Tragzeit von 147 Tagen zur Welt.

Panda-Babys im Berliner Zoo - alle Infos in Kürze:

  • Panda-Dame Meng Meng aus dem Berliner Zoo ist trächtig
  • Ultraschallaufnahmen ergaben, die Trächtigkeit sei zu 100 Prozent sicher
  • Das Panda-Baby - vielleicht auch die Babys - sollen in etwa zwei Wochen zur Welt kommen
  • Vor gut 20 Wochen hatten Meng Meng und Panda-Männchen Jiao Qing das erste Mal Panda-Sex. Anschließend wurde die Panda-Dame zusätzlich künstlich besamt
  • Der Berliner Zoo ist der einzige bundesweit mit Pandabären
  • Meng Meng bekommt nach 147 Tagen Tragzeit zwei Panda-Babys

Erster Panda-Nachwuchs in Deutschland

Die Panda-Babys sind noch rosarot gefärbt, haben einen weißen Flaum und einen überproportionalen Schwanz. Dennoch sind beide von der Geburt an kleine Stars: Das Zwillingspärchen ist der erste Panda-Nachwuchs in Deutschland überhaupt. Im Herbst werden die Jungtiere auf der Anlage zu sehen sein.

„Ich freue mich, dass zwei kleine Pandas jetzt hier in Berlin groß werden“, sagte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem am Montagmittag im Zoo. Meng Meng habe die Geburt gut überstanden und sie und ihre Jungtiere seien wohlauf. Erleichtert ist er aber nicht nur, weil der Nachwuchs problemlos auf die Welt kam. Er ist auch darüber erleichtert, dass Panda-Mama Meng Meng sich vorbildlich um die Babys kümmert.

Meng Meng geht in ihrer Mutterrolle auf

Den Zoo-Mitarbeitern und Experten aus China bot sich gleich nach der Geburt ein rührendes Bild: Meng Meng wusste sofort, was zu tun ist. „Sie hat das erste Jungtier ganz zaghaft ins Maul genommen, mit den Armen geschützt und es auf den Bauch zum Trinken gelegt“, berichtete der Zoodirektor von der Geburt. So klein und unbeholfen die beiden Neuberliner auch sind – Lärm können sie schon wie Große Pandas machen. Sie haben ein unüberhörbares Organ und machen mit lautem Quietschen auf sich aufmerksam, wenn sie trinken wollen.

Weibchen oder Männchen? So kurz nach der Geburt will sich Andreas Knieriem noch nicht zum Geschlecht äußern. Einen Verdacht habe er schon, so der Direktor. Aber bevor sich dieser nicht mit letzter Sicherheit bestätigt habe, wolle er nichts sagen. Die Namen sollen dann gemeinsam mit den chinesischen Vertretern ausgewählt werden.

Bei der Aufzucht kommt der Inkubator zum Einsatz

Pandas ziehen in der Regel nur ein Jungtier auf. Das zweite schieben sie weg und beachten es nicht. „Deshalb beginnt jetzt erst die Arbeit“, so Knieriem. Um ein Jungtier hätte sich Meng Meng allein kümmern können. Bei zwei Tieren müssten sie eingreifen und die Mutter unterstützen. Der Zoo sei darauf aber bestens vorbereitet. Ein Inkubator aus der Charité steht bereits, zwei chinesische Kolleginnen aus Chengdu sind angereist, um mit ihrem Expertenwissen zur Seite zu stehen.

Die Jungtiere sind in einem Rhythmus von etwa zwei bis drei Stunden abwechselnd bei der Mutter und werden sonst in dem Inkubator mit einer Temperatur von 37 Grad und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit versorgt. Auch eine Erstuntersuchung war dadurch bereits möglich. „Nur noch 1864 ausgewachsene Große Pandas gibt es im natürlichen Lebensraum. Damit trägt jedes einzelne Jungtier bedeutend zur Erhaltung der gesamten Tierart bei“, rechtfertigt Knieriem das Bemühen des Zoos, beide Jungtiere aufzuziehen.

Pandas sollen Anfang November zu sehen sein

Meng Meng ist mit ihren Zwillingen für die Besucher noch nicht zu sehen. „Die Familie soll sich erst einmal hinter den Kulissen kennen lernen“, so Knieriem. Er hoffe, dass er die beiden Jungtiere in zwei bis drei Monaten dem Publikum präsentieren kann. Derzeit rechnet er mit Anfang November. Zu diesem Zeitpunkt fangen die beiden an zu laufen. Der Besucher soll dennoch über das Geschehen in der Wochenstube auf dem Laufendem gehalten werden. Dafür wird es immer wieder frische Bilder geben, die auf den Monitoren am Pandagehege zu sehen sind. Panda-Papa Jiao Qing ist weiterhin auf seiner Anlage. Die Männchen haben mit der Aufzucht der Jungtiere nichts zu tun.

Der Panda-Nachwuchs gehört China

Meng Meng und Jiao Qing sind Leihgaben aus China, auch der Nachwuchs gehört China. Die Jungtiere werden bis zu vier Jahren in Berlin bleiben und dann die Stadt Richtung China verlassen. Dort sollen sie für weiteren Panda-Nachwuchs sorgen. Der Zoo ist Teil des chinesischen Schutzprogramms für Pandas.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat dem Zoo bereits gratuliert. „Was für eine großartige Nachricht! Ganz Berlin freut sich über diese beiden Neuankömmlinge“, so Müller. Dass die Berliner schon bald die schwarz-weißen Zwillinge besuchen könnten, sei ohne die hochprofessionelle Arbeit und viel Leidenschaft nicht denkbar. Auch vor dem Pandagehege war die Freude über die Nachricht von der Geburt groß. „Was für ein Glück, was für ein Phänomen“, sagte ein älteres Pärchen. Sie hatten auch gleich einen Namensvorschlag. „Wie wäre es mit Puschel und Wuschel?“

Da werden die Chinesen noch ein ein Wort mitreden wollen. Seit zwei Jahren leben die beiden Großen Pandas im Zoo. Im April wurden die Einzelgänger erstmals zusammengelassen. Da nicht sicher war, ob es auf natürlichem Weg zu einer Paarung kam, wurde Meng Meng noch zusätzlich künstlich besamt. Sie erholt sich jetzt langsam von der Geburt – der Bambus schmeckt schon wieder.